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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM DEZEMBER 2008

Jesus — das perfekte Leitbild

Jesus — das perfekte Leitbild

  Jesus — das perfekte Leitbild

WER möchte nicht gern ein besserer, glücklicherer Mensch werden! Der Apostel Petrus erklärte, wie uns das gelingen kann. Wie er schrieb, hat „Christus für euch gelitten . . ., euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt“ (1. Petrus 2:21). Jesu Lebensweise war so außergewöhnlich, dass man tatsächlich viel von ihm lernen kann. Wenn wir uns mit seinem Beispiel beschäftigen und ihn uns zum Vorbild nehmen, können wir mit Sicherheit bessere, glücklichere Menschen werden. Nehmen wir deshalb einige Eigenschaften, die diesen großartigen Mann auszeichneten, etwas genauer unter die Lupe und fragen wir uns, wie wir persönlich davon profitieren können.

Jesus war ausgeglichen. Er sagte zwar, er habe „keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann“, aber weder führte er selbst ein asketisches Leben noch forderte er andere dazu auf (Matthäus 8:20). Er besuchte Festmähler (Lukas 5:29). Bei einer Hochzeitsfeier verwandelte er Wasser in guten Wein — übrigens das erste Wunder, das von ihm bekannt ist —, woran deutlich wird, dass er weder ein Eremit noch ein Asket war (Johannes 2:1-11). Allerdings stellte er auch klar, was für ihn an erster Stelle kam. Er sagte: „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende“ (Johannes 4:34).

In welchem Verhältnis steht eigentlich mein Aufwand für materielle Bedürfnisse zu meinen Bemühungen um ein gutes Verhältnis zu Gott?

Jesus war zugänglich. Das Bild, das die Bibel von Jesus zeichnet, ist das eines herzlichen, umgänglichen Mannes. Er reagierte nicht unwirsch, wenn die Leute mit ihren Problemen oder schwierigen Fragen zu ihm kamen. Einmal war er umringt von vielen Menschen, als eine Frau verstohlen seine Kleider berührte. Sie litt seit 12 Jahren an einer schlimmen Krankheit und hoffte, geheilt zu werden. Statt die Frau anzufahren, was sie sich eigentlich erlaube, sagte Jesus freundlich zu ihr: „Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht“ (Markus 5:25-34). Auch Kinder fühlten sich bei ihm wohl und brauchten nicht zu befürchten,  ihm irgendwie lästig zu sein (Markus 10:13-16). Der Umgang mit seinen Jüngern war geprägt von offenem, freundlichem Dialog. Sie hatten keine Hemmungen, sich an ihn zu wenden (Markus 6:30-32).

Fühlen sich meine Mitmenschen frei, sich an mich zu wenden?

Er war mitfühlend. Ganz besonders zeichnete sich Jesus durch die Fähigkeit aus, sich in andere einzufühlen, ihre Empfindungen nachzuvollziehen und ihnen konkret Hilfe zu leisten. Der Apostel Johannes berichtet, wie Jesus reagierte, als er Maria sah, die um ihren verstorbenen Bruder Lazarus weinte: Er „seufzte im Geist“, „wurde beunruhigt“ und „brach in Tränen aus“. Wie sehr Jesus diese Familie liebte, war für alle Anwesenden leicht erkennbar, denn er schämte sich nicht, seine Zuneigung offen zu zeigen. Und wie tief sein Mitgefühl war, wurde nur allzu deutlich, als er seinen Freund von den Toten auferweckte (Johannes 11:33-44).

Ein andermal begegnete er jemand, der an Lepra litt — einer gefürchteten ansteckenden Krankheit — und deshalb praktisch als Ausgestoßener leben musste. Der Mann flehte ihn an: „Herr, wenn du nur willst, so kannst du mich rein machen.“ Jesu zu Herzen gehende Reaktion? „So streckte er seine Hand aus, rührte ihn an und sagte: ‚Ich will es. Werde rein!‘ “ (Matthäus 8:2, 3). Wenn Jesus Menschen heilte, tat er das nicht einfach nur, um biblische Voraussagen zu erfüllen. Nein, es war ihm ein tiefes Bedürfnis, ihre Not zu lindern! Eine Grundmaxime seines Handelns war die Regel, mit der er selbst so oft zitiert wird: „Wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun, so tut auch ihnen“ (Lukas 6:31).

Zeigt sich mein Mitgefühl für andere in konkreten Taten?

Jesus war verständnisvoll und bewies gutes Urteilsvermögen. Obwohl er selbst keinen einzigen Fehler machte, erwartete er von anderen keine Vollkommenheit. Er hielt sich auch nicht für etwas Besseres, noch behandelte er andere je verständnislos. Einmal verlieh eine Frau, die „in der Stadt als eine Sünderin bekannt war“, ihrem Glauben und ihrer Dankbarkeit dadurch Ausdruck, dass sie Jesu Füße mit ihren Tränen wusch. Jesus ließ sie gewähren — sehr zum Erstaunen seines Gastgebers, der ziemlich hart über die Frau urteilte. Jesus hingegen erkannte ihre aufrichtigen Motive, und statt sie für ihre Sünden zu verurteilen, sagte er deshalb zu ihr: „Dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden.“ Gerade diese verständnisvolle Reaktion Jesu dürfte die Frau dazu veranlasst haben, ihren früheren Lebensstil aufzugeben (Lukas 7:37-50).

Bin ich dafür bekannt, gern zu loben, statt schnell zu urteilen?

Jesus war unparteiisch und respektvoll. Für seinen Jünger Johannes empfand er besondere Zuneigung — vielleicht weil sie sich sehr ähnlich oder möglicherweise miteinander verwandt waren. * Doch es kam nie vor, dass er ihn begünstigt  oder den anderen vorgezogen hätte (Johannes 13:23). Als sich Johannes und sein Bruder Jakobus von Jesus einmal besondere Stellungen im Königreich Gottes zusichern lassen wollten, erwiderte er: „Dieses Sitzen zu meiner Rechten oder zu meiner Linken zu vergeben steht nicht mir zu“ (Markus 10:35-40).

Jesus behandelte seine Mitmenschen immer respektvoll. Gegen die in seinen Tagen herrschenden Vorurteile war er völlig immun. Frauen galten damals zum Beispiel als minderwertig. Jesus dagegen behandelte sie immer mit der gebotenen Würde. Die erste Person, der er sich offen als Messias zu erkennen gab, war eine Frau — noch dazu keine Jüdin, sondern eine Samariterin, die ein Jude nicht einmal gegrüßt, geschweige denn mit Respekt behandelt hätte (Johannes 4:7-26). Und es waren Frauen, denen Jesus erlaubte, die ersten Zeugen seiner Auferstehung zu sein (Matthäus 28:9, 10).

Begegne ich Personen vom anderen Geschlecht oder jemand mit anderer Hautfarbe, Nationalität oder Sprache unvoreingenommen?

Er war als Sohn und Bruder verantwortungsbewusst. Offenbar starb Joseph, der Pflegevater Jesu, als dieser noch nicht erwachsen war. Jesus sorgte für seine Mutter und seine jüngeren Geschwister, indem er höchstwahrscheinlich als Zimmermann arbeitete (Markus 6:3). Unmittelbar vor seinem Tod vertraute er seine Mutter der Fürsorge seines Jüngers Johannes an (Johannes 19:26, 27).

Nehme ich mir an Jesus ein Beispiel und komme meinen Familienpflichten verantwortungsbewusst nach?

Jesus war ein echter Freund. Was machte ihn zu einem so unvergleichlichen Freund? Er ließ seine Freunde nicht fallen, nur weil sie Fehler machten — auch dann nicht, wenn sie denselben Fehler mehrmals begingen. Seine Jünger benahmen sich nicht immer so, wie er es sich gewünscht hätte. Aber als echter Freund unterstellte er ihnen keine schlechten Beweggründe, sondern konzentrierte sich auf ihre guten Seiten (Markus 9:33-35; Lukas 22:24-27). Auch räumte er ihnen den Freiraum ein, offen ihre Meinung zu sagen, statt ihnen seine Ansichten aufzuzwingen (Matthäus 16:13-15).

Was am wichtigsten ist: Jesus liebte seine Freunde (Johannes 13:1). Wie groß war seine Liebe zu ihnen? Er sagte: „Niemand hat größere Liebe als die, dass einer seine Seele [also sein Leben] zugunsten seiner Freunde hingebe“ (Johannes 15:13). Gäbe es ein wertvolleres Opfer zugunsten seiner Freunde als das eigene Leben?

Bin ich anderen auch dann ein Freund, wenn ich mich über sie geärgert habe oder von ihnen enttäuscht worden bin?

Jesus war mutig und tapfer. Er hatte nichts mit den Darstellungen einiger Künstler gemein, die ihn als schwächliche Person ohne Durchsetzungsvermögen zeigen. In den Evangelien wird er stattdessen als starker, entschlossener Mann beschrieben. Zweimal trieb Jesus Händler mit ihren Waren aus dem Tempel hinaus (Markus 11:15-17; Johannes 2:14-17). Als eine Volksmenge anrückte, um „Jesus, den Nazarener“, zu verhaften, trat er ihr mutig entgegen, gab sich zu erkennen und stellte sich schützend vor seine Jünger, indem er energisch erklärte: „Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr also mich sucht, so lasst diese gehen“ (Johannes 18:4-9). Kein Wunder, dass sogar Pontius Pilatus beeindruckt war von so viel Tapferkeit trotz übelster Misshandlung! (Johannes 19:4, 5).

Setze ich mutig und entschlossen das um, was ich als notwendig erkannt habe?

Außergewöhnliche Eigenschaften wie diese machen Jesus zum perfekten Leitbild für uns. Nehmen wir ihn uns zum Vorbild, können wir mit Sicherheit bessere, glücklichere Menschen werden. Das war auch ein Grund, warum der Apostel Petrus Christen aufforderte, Jesu Fußstapfen genau nachzufolgen. Es ist gut, sich ehrlich zu fragen: Inwieweit bemühe ich mich darum?

Mehr als ein Leitbild

Jesus war aber weit mehr als lediglich ein Leitbild. Er sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Johannes 14:6). Jesus erklärte nicht nur die Wahrheit über Gott und machte es damit möglich, ihm näherzukommen. Er schuf  auch die Voraussetzung dafür, dass jeder, der wirklich an ihn glaubt, für immer am Leben bleiben kann (Johannes 3:16).

Das war mit ein Grund dafür, weshalb er auf die Erde kam, denn er sagte selbst, er sei nicht gekommen, „um bedient zu werden, sondern um zu dienen und seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele zu geben“ (Matthäus 20:28). Menschen werden einmal ewig leben dürfen, weil sich Jesus für sie geopfert hat. Wie können Sie erreichen, dass dieses Opfer auch Ihnen zugutekommt? Jesus erklärte: „Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3).

Sich intensiv mit Jesus und seiner Lebensweise zu beschäftigen, sich an ihm ein Beispiel zu nehmen und an sein Loskaufsopfer zu glauben sind demnach die Voraussetzungen dafür, ewiges Leben zu erhalten. Wir legen Ihnen deshalb herzlich nahe: Nehmen Sie sich doch die Zeit, das Buch zu studieren, das alle nötigen Informationen enthält — die Bibel —, und bemühen Sie sich, wie Jesus nach dem zu leben, was darin steht. *

An Jesu Vorbild wird deutlich, was für Menschen wir sein sollten. Weil er sein Leben opferte, können wir von Sünde und Tod befreit werden (Römer 6:23). Hätte Jesus Christus nicht so unglaublich viel bewirkt, wäre unsere Lage wirklich äußerst trostlos! Wäre es da nicht geradezu unverantwortlich, sich von Alltagssorgen so vereinnahmen zu lassen, dass man sich die Chance entgehen lässt, sein Beispiel genau zu studieren? Nehmen wir uns stattdessen fest vor, uns den größten Menschen, der je lebte, zum Vorbild zu nehmen — Jesus Christus.

[Fußnoten]

^ Abs. 12 Salome, die Mutter des Johannes, war vermutlich die leibliche Schwester Marias, der Mutter Jesu, wie ein Vergleich von Matthäus 27:55, 56, Markus 15:40 und Johannes 19:25 nahelegt.

^ Abs. 26 Ausführlich beschrieben wird Jesu Leben auf der Erde in dem Buch Der größte Mensch, der je lebte (herausgegeben von Jehovas Zeugen).

[Kasten/Bilder auf Seite 7]

▪ Jesus war unparteiisch und behandelte jeden respektvoll

▪ Er war bis in den Tod ein echter Freund

▪ Jesus war mutig

Bemühe ich mich, Jesus so genau wie möglich nachzufolgen?

[Bilder auf Seite 5]

Jesus war ausgeglichen . . .

zugänglich . . .

mitfühlend