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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM DEZEMBER 2008

Akzeptieren Jehovas Zeugen das Alte Testament?

Akzeptieren Jehovas Zeugen das Alte Testament?

 Fragen unserer Leser

Akzeptieren Jehovas Zeugen das Alte Testament?

Für Jehovas Zeugen ist die Bibel das Wort Gottes, das aus zwei zusammengehörenden Teilen besteht: das Alte und das Neue Testament. Sie bezeichnen sie allerdings lieber als die Hebräischen Schriften und die Christlichen Griechischen Schriften, da das Alte Testament ursprünglich vorwiegend in Hebräisch und das Neue Testament in Griechisch geschrieben wurde.

Einigen, die sich zum christlichen Glauben bekennen, fällt es dagegen schwer, das Alte Testament zu akzeptieren. Ihrer Meinung nach wird darin ein zürnender Gott beschrieben, der Kriege, Mord und andere Handlungen guthieß, die kaum mit dem allliebenden, moralisch integren Gott zu vereinbaren seien, der sich im Neuen Testament offenbart. Vielleicht denken sie auch, das Alte Testament sei für Christen nicht so wichtig, da es darin hauptsächlich um die jüdische Religion gehe. Sind das aber berechtigte Gründe, etwa drei Viertel der Bibel abzulehnen? Schließlich gebot Gott gemäß 5. Mose 12:32, seinem Wort nichts hinzuzufügen, aber auch nichts davon wegzunehmen.

Der Apostel Paulus kam wahrscheinlich im Verlauf des Jahres 50 u. Z. nach Thessalonich (Griechenland). Dort lehrte er „anhand der Schriften, indem er durch Hinweise erklärte und bewies, dass es für den Christus notwendig war, zu leiden und von den Toten aufzuerstehen“ (Apostelgeschichte 17:1-3). Einige seiner Zuhörer wurden Christen, und Paulus sagte später lobend zu ihnen: „Als ihr Gottes Wort, das ihr von uns hörtet, empfingt, habt ihr es nicht als Menschenwort angenommen, sondern als das, was es wahrhaftig ist, als das Wort Gottes“ (1. Thessalonicher 2:13). Zur Zeit seines Besuchs existierte von den 27 Büchern der Christlichen Griechischen Schriften offenbar erst das Matthäusevangelium. Bei den „Schriften“, die Paulus verwendete, um etwas „durch Hinweise“ zu erklären, handelte es sich also offensichtlich um Passagen aus den Hebräischen Schriften.

Fakt ist, dass die Schreiber der Christlichen Griechischen Schriften etwa 320 Mal direkt und weitere Hunderte von Malen indirekt auf Texte in den Hebräischen Schriften Bezug nahmen. Warum? „Alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“, heißt es in Römer 15:4. Das macht deutlich, wie nützlich es heute für jeden ist, die gesamte Bibel zu akzeptieren.

Da Gott einen Vorsatz hat, den er fortlaufend offenbart, sind die Christlichen Griechischen Schriften eine logische Fortführung des Wortes Gottes. Sie bauen auf der Grundlage der Hebräischen Schriften auf und vermindern keineswegs ihren Wert. Herbert H. Farmer, Professor für Theologie an der Universität Cambridge, führt ins Feld, dass die Evangelien „gar nicht verstanden werden können, wenn die Geschichte des Bundesvolkes, wie sie uns im Alten Testament überliefert wurde, außer Acht gelassen wird“.

Gottes Wort benötigt keine Revision. Allerdings ist „der Pfad der Gerechten . . . wie das glänzende Licht, das heller und heller wird, bis es voller Tag ist“ (Sprüche 4:18). Als dem Bibelkanon die Christlichen Griechischen Schriften hinzugefügt wurden, schmälerte das also keineswegs den Wert der Hebräischen Schriften. Vielmehr erhellte Gott, wie sein Vorsatz schließlich verwirklicht wird. Beide Teile gehören untrennbar zu dem „von Jehova Gesagten“, und dieses „bleibt für immer“ (1. Petrus 1:24, 25).