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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm  |  November 2008

Wie es sich auswirken kann, die Wahrheit über die Hölle zu erfahren

Wie es sich auswirken kann, die Wahrheit über die Hölle zu erfahren

 Wie es sich auswirken kann, die Wahrheit über die Hölle zu erfahren

DIE Höllenlehre liefert ein völlig falsches Bild von Jehova Gott und seinen Eigenschaften. In der Bibel heißt es zwar, dass Gott die Bösen vernichten wird (2. Thessalonicher 1:6-9). Aber gerechter Zorn ist kein hervorstechendes Merkmal seiner Persönlichkeit.

Gott ist nicht böse oder rachsüchtig. Er stellte sogar einmal die Frage: „Meint ihr, ich hätte Freude daran, wenn ein Mensch wegen seiner Vergehen sterben muss?“ (Hesekiel 18:23, Gute Nachricht Bibel). Wenn Gott also keine Freude am Tod der Bösen hat, wie könnte er dann zusehen wollen, wie sie ewig gequält werden?

Das herausragendste Merkmal der Persönlichkeit Gottes ist seine Liebe (1. Johannes 4:8). „Der HERR ist gut zu allen, er erbarmt sich über alle seine Geschöpfe“ (Psalm 145:9, Gute Nachricht Bibel). Auch freut er sich, wenn Menschen ihn von Herzen lieben lernen (Matthäus 22:35-38).

Was ist die richtige Motivation: Angst vor der Hölle oder Liebe zu Gott?

Die Lehre, Seelen würden in der Hölle leiden, fördert eine krankhafte Angst vor Gott. Dagegen entwickelt jemand, der die Wahrheit über Gott erfährt und ihn lieben lernt, eine gesunde Furcht vor ihm. „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit; alle, die danach leben, sind klug“, heißt es in Psalm 111:10 (Einheitsübersetzung). Wer gottesfürchtig ist, hat keine panische Angst vor Gott, sondern Ehrfurcht und tiefen Respekt vor ihm, also eine gesunde Furcht davor, ihm zu missfallen.

Nachdem Kathleen (32) die Wahrheit über die Hölle erfahren hatte, änderte sich bei ihr alles. Früher war ihr Leben von Partys, Gewalt, Drogen und Unmoral geprägt und sie hasste sich selbst. Sie erzählt: „Ich habe meine einjährige Tochter angeschaut und mir gesagt: ‚Was tue ich ihr da nur an! Dafür komme ich bestimmt in die Hölle.‘ “ Kathleen versuchte, von den Drogen loszukommen,  schaffte es aber nicht. „Ich wollte zwar ein guter Mensch werden, doch mein Leben und die Welt um mich herum waren so erbärmlich. Ich hatte einfach nicht genug Motivation, ein guter Mensch zu sein.“

Dann kam Kathleen mit Zeugen Jehovas in Kontakt. „Ich habe erfahren, dass es keine Feuerhölle gibt. Die biblischen Beweise waren total einleuchtend“, sagt sie. „Ich war so erleichtert, weil ich jetzt keine Angst mehr haben musste.“ Sie erfuhr auch, dass Gott ein Paradies versprochen hat, in dem es das Böse nicht mehr geben wird und die Menschen ewig leben werden (Psalm 37:10, 11, 29; Lukas 23:43). „Jetzt habe ich eine echte Hoffnung: ewiges Leben im Paradies.“

Hatte Kathleen jetzt, wo ihr die Angst vor einer Feuerhölle nicht mehr im Nacken saß, überhaupt noch eine Chance, mit den Drogen zu brechen? Sie erzählt: „Immer wenn ich ein starkes Verlangen nach Drogen hatte, habe ich zu Jehova um Hilfe gebetet. Ich habe darüber nachgedacht, wie er über diese schädliche Gewohnheit denkt, und wollte ihn einfach nicht traurig machen. Er hat meine Gebete erhört“ (2. Korinther 7:1). Kathleens Furcht davor, Gott zu enttäuschen, half ihr, von den Drogen loszukommen.

Liebe zu Gott und eine gesunde Furcht vor ihm — nicht die Angst vor Höllenqualen — sind eine starke Motivation, Gott zu gehorchen. Die Belohnung dafür ist ewiges Leben in Glück und Frieden. In den Psalmen heißt es: „Glücklich ein jeder, der den HERRN fürchtet, der wandelt auf seinen Wegen!“ (Psalm 128:1, Elberfelder Bibel).

 [Kasten/Bilder auf Seite 9]

WER KOMMT AUS DER HÖLLE HERAUS?

Einige Bibeln stiften Verwirrung, weil sie die zwei griechischen Wörter géenna und háidēs mit nur einem Wort wiedergeben: „Hölle“. géenna steht allerdings für einen endgültigen Tod ohne Auferstehung, wohingegen alle, die sich im háidēs (Hades) befinden, wieder zum Leben kommen.

Daher konnte der Apostel Petrus nach Jesu Tod und Auferstehung sagen, dass Gott ihn „nicht in der Hölle“ gelassen hat (Apostelgeschichte 2:27, 31, 32; Psalm 16:10, Lutherbibel [1858]). Das hier mit „Hölle“ übersetzte Wort ist háidēs. Jesus befand sich nicht an einem feurigen Ort. Mit Hades oder „Hölle“ ist das Grab gemeint. Ähnlich wie Jesus werden auch noch andere aus dem Hades befreit werden.

Über die Auferstehung heißt es: „Der Tod und die Hölle gaben die Todten, die darinnen waren“ (Offenbarung 20:13, 14, Lutherbibel [1858]). Wenn die „Hölle“ geleert wird, werden alle, die Gott auferwecken möchte, wieder zum Leben kommen (Johannes 5:28, 29; Apostelgeschichte 24:15). Ist das nicht eine wunderbare Aussicht? Jehova, der Gott ewiger Liebe, wird dafür sorgen, dass wir unsere Lieben wiedersehen können.