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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM OKTOBER 2008

Tränen in einem Schlauch

Tränen in einem Schlauch

 Tränen in einem Schlauch

DER junge Mann war auf der Flucht. Völlig am Boden zerstört, wandte er sich unter Tränen an seinen Gott, Jehova, und flehte mit folgenden Worten um dessen gütiges Erbarmen: „Tu meine Tränen doch in deinen Schlauch“ (Psalm 56:8). Der Mann war niemand anders als David, der künftige König von Israel. Was war das denn für ein Schlauch, und kann Gott auch unsere Tränen dort hineintun?

Der von David erwähnte Schlauch war ein Gebrauchsgegenstand, ein Behälter für Wasser, Öl, Wein und sogar Butter. Die Tuareg und andere Nomaden der Sahara verwenden noch heute solche Schläuche, die aus einer vollständigen Schafs- oder Ziegenhaut hergestellt werden. Solche Schläuche haben je nach Größe des Tieres ein erstaunliches Fassungsvermögen. Schläuche sind dafür bekannt, Wasser lange kühl zu halten, selbst in der sengenden Hitze der Wüstensonne. Früher wurden sie meistens Eseln oder Kamelen aufgeladen; heutzutage sieht man sie schon einmal an einem Geländewagen baumeln.

Die bewegenden Worte Davids über den Schlauch sind auch für so manchen von uns sehr bedeutsam. Wieso? Wie die Bibel zeigt, beherrscht Satan die heutige Welt, und er hat „große Wut“. Das hat unsagbares Leid über die Erde gebracht (Offenbarung 12:12). Deshalb müssen viele — wie David — mit psychischen, seelischen oder körperlichen Leiden fertig werden. Davon sind verstärkt diejenigen betroffen, die Gott gefallen möchten. Nicht wenige werden sich in dieser Beschreibung wiedererkennen. Voller Mut, „selbst unter Weinen“, bemühen sie sich, Gott ihr Leben lang treu zu bleiben (Psalm 126:6). Sie können sich absolut darauf verlassen, dass ihr himmlischer Vater nicht nur sieht, was sie belastet, sondern auch weiß, wie es sich auf ihr Gefühlsleben auswirkt. Er versteht wirklich, was sie durchmachen, und mitfühlend gedenkt er ihrer Tränen und ihrer Schmerzen, als würde er sie in seinem Schlauch aufbewahren.