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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM OKTOBER 2008

Ein guter Vater — Aber wie?

Ein guter Vater — Aber wie?

  Ein guter Vater — Aber wie?

„Ihr Väter, seid liebevoll zu euren Kindern, damit sie nicht ängstlich und mutlos werden“ (Kolosser 3:21, Hoffnung für alle).

BESTIMMT möchte kein Vater seine Kinder verängstigen oder mutlos machen. Deshalb muss er sich im Klaren sein, wie wichtig seine Rolle ist. „Wie sich immer stärker herausstellt, leisten Väter einen vielschichtigen, nicht zu unterschätzenden Beitrag zur emotionellen und intellektuellen Entwicklung ihrer Kinder“, heißt es in einer Fachzeitschrift für Psychologie.

Worin besteht die Rolle des Vaters eigentlich? Was die Erziehung angeht, fällt ihm in vielen Familien vor allem die Aufgabe zu, die Kinder nötigenfalls zu bestrafen. „Warte nur, bis der Papa nach Hause kommt!“, wird immer noch so manchem ungezogenen Kind angedroht. Natürlich sind angemessene erzieherische Maßnahmen und eine gewisse Konsequenz unerlässlich, damit aus Kindern ausgeglichene Erwachsene werden. Ein guter Vater zu sein bedeutet jedoch viel mehr.

Leider hatte da nicht jeder in seiner Kindheit ein gutes Beispiel. Mancher ist praktisch ohne Vater aufgewachsen. Ein anderer hatte einen sehr strengen, unnahbaren Vater und neigt dazu, mit seinen Kindern genauso umzugehen. Wie kann jemand, der so erzogen wurde, mit diesem Verhaltensmuster brechen und ein besserer Vater werden?

Dabei hilft ein bewährter, zuverlässiger Ratgeber: die Bibel. Sie enthält die besten Ratschläge für das Familienleben. Ihre Anleitung ist keine Theorie und ihre Richtlinien wirken sich niemals zu unserem Schaden aus. Die biblischen Empfehlungen zeugen von der Weisheit ihres Autors, Jehova Gott, der auch die Institution der Familie geschaffen hat (Epheser 3:14, 15). Jedem Vater kann nur ans Herz gelegt werden, sich damit zu befassen, was die Bibel über Kindererziehung sagt. *

Wenn Kinder einen guten Vater haben, wirkt sich das nicht nur spürbar auf ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden aus, sondern auch auf ihre Glaubensentwicklung. Kindern, die ein liebevolles, gutes Verhältnis zu ihrem Vater haben, fällt es oft leichter, eine enge, vertraute Beziehung zu Gott aufzubauen. Schließlich ist unser Schöpfer, Jehova, gemäß der Bibel wie ein Vater für uns (Jesaja 64:8). Betrachten wir nun einmal sechs Bedürfnisse von Kindern, bei denen speziell der Vater gefordert ist. Es wird jeweils kurz erläutert, wie das Anwenden biblischer Leitgedanken ihm helfen kann, seinen Kindern das zu geben, was sie brauchen.

 1 Kinder brauchen die Liebe ihres Vaters

Jehova ist das allerbeste Vorbild für Väter. Was empfindet er für Jesus, seinen erstgeborenen Sohn? „Der Vater liebt den Sohn“, betont die Bibel (Johannes 3:35; Kolosser 1:15). Mehr als einmal sagte Jehova seinem Sohn, wie sehr er ihn liebte und welche Freude er an ihm hatte. Als Jesus getauft wurde, sprach Jehova vom Himmel die Worte: „Du bist mein Sohn, der geliebte; an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Lukas 3:22). Jesus durfte sich der Liebe seines Vaters immer sicher sein. Was kann ein Vater von Gott lernen?

Er sollte seinen Kindern immer wieder versichern, dass er sie sehr liebt. Kelvin, der fünf Kinder hat, sagt: „Ich habe versucht, jedem Kind meine Liebe nicht nur durch Worte zu zeigen, sondern auch durch mein echtes Interesse an ihm. Das fing schon damit an, dass ich ihre Windeln gewechselt und sie gebadet habe.“ Für Kinder ist es einfach wichtig, zu wissen, dass ihr Vater hinter ihnen steht. Er sollte deshalb nicht überkritisch sein und sie ständig korrigieren, sondern sie loben, wo immer es geht. Donizete hat zwei jugendliche Mädchen und empfiehlt: „Wir Väter sollten bewusst nach Gelegenheiten suchen, unsere Kinder zu loben.“ Zu wissen, dass ihr Vater zu ihnen hält, kann Kindern ein gesundes Selbstwertgefühl geben. Dadurch wird ihnen wahrscheinlich auch geholfen, Gott näherzukommen.

2 Kinder brauchen ein gutes Vorbild

Jesus macht „nur das, was er den Vater tun sieht“ (Johannes 5:19). Er beobachtet also genau, was sein Vater tut. Auch Kinder sind geborene Nachahmer. Ein Beispiel: Behandelt der Vater seine Frau mit Achtung und Würde, wird sein Sohn als Erwachsener wahrscheinlich mit Frauen genauso umgehen. Doch nicht nur Jungen werden vom Beispiel ihres Vaters geprägt; es beeinflusst häufig auch das Bild, das Mädchen später von Männern haben.

Fällt es den Kindern schwer, sich aufrichtig zu entschuldigen? Auch hier spielt das Vorbild eine wichtige Rolle. Kelvin weiß noch genau, wie zwei seiner Jungs einmal eine teure Kamera kaputt machten. Außer sich vor Wut schlug er so heftig auf einen Holztisch, dass dieser durchbrach. Das war ihm sehr peinlich und er entschuldigte sich bei den Kindern und bei seiner Frau für seine Unbeherrschtheit. Seiner Meinung nach hat sich das positiv auf seine Kinder ausgewirkt; sie haben kein Problem damit, sich zu entschuldigen.

3 Kinder brauchen ein glückliches Zuhause

Jehova ist ein „glücklicher Gott“ (1. Timotheus 1:11). Jesus war deshalb sehr gern mit seinem Vater zusammen. Aus Sprüche 8:30 erfahren wir mehr über das Verhältnis von Jesus zu seinem Vater: „Da wurde ich neben ihm [dem Vater] zum Werkmeister . . ., während ich allezeit vor ihm fröhlich war.“ Welch ein inniges Verhältnis zwischen Vater und Sohn!

 Kinder brauchen ein glückliches Zuhause. Wer sich die Zeit nimmt, mit seinen Kindern zu spielen, trägt dazu bei, dass solch ein Zuhause entsteht. Gemeinsames Spiel schweißt Eltern und Kinder zusammen. Dem kann Felix, der einen jugendlichen Sohn hat, nur zustimmen: „Die gemeinsame Freizeitgestaltung mit meinem Sohn ist für unser Verhältnis sehr wichtig. Deshalb nehme ich mir Zeit, mit ihm zu spielen, Freunde zu besuchen oder schöne Ausflüge zu machen. Das stärkt unseren Zusammenhalt.“

4 Kinder brauchen Anleitung im Glauben

Jesus wurde von seinem Vater belehrt und konnte daher sagen: „Die Dinge, die ich von ihm [dem Vater] gehört habe, rede ich in der Welt“ (Johannes 8:26). Gott wünscht, dass Väter ihre Kinder auf sittlichem und religiösem Gebiet unterweisen. Zu den Aufgaben des Vaters gehört es unter anderem, seinen Kindern zu vermitteln, was richtig und was falsch ist. Damit sollte schon früh begonnen werden (2. Timotheus 3:14, 15). Felix las seinem Sohn von klein auf biblische Geschichten vor. Er verwendete dafür lebendige, interessante Geschichten, zum Beispiel aus Mein Buch mit biblischen Geschichten. * Als sein Sohn größer wurde, wählte Felix für ihn andere altersgerechte biblische Veröffentlichungen aus.

Donizete sagt: „Es ist gar nicht so leicht, das Familienbibelstudium ansprechend zu gestalten. Die Eltern müssen unmissverständlich beweisen, dass sie Glaubensdinge wirklich schätzen, weil die Kinder sofort merken, wenn Wort und Tat nicht übereinstimmen.“ Carlos, der drei Söhne hat, erklärt: „Einmal in der Woche unterhalten wir alle uns darüber, was in der Familie anliegt. Jeder kann mitbestimmen, was besprochen wird.“ Und Kelvin lag viel daran, überall und jederzeit mit seinen Kindern über Gott zu sprechen. Das erinnert an das, was Moses sagte: „Es soll sich erweisen, dass diese Worte, die ich dir heute gebiete, auf deinem Herzen sind; und du sollst sie deinem Sohn einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst“ (5. Mose 6:6, 7).

5 Kinder brauchen eine konsequente Erziehung

Kinder brauchen eine konsequente Erziehung, damit aus ihnen tüchtige, verantwortungsbewusste Erwachsene werden. Manche Eltern meinen allerdings, dabei mit besonderer Strenge, wie mit scharfen Drohungen oder herabsetzenden Beschimpfungen, vorgehen zu müssen. Doch gemäß der Bibel beruhen elterliche Erziehungsmaßnahmen nicht auf Härte. Eltern sollten sich bei der Kindererziehung vielmehr am Beispiel Jehovas orientieren und sich von Liebe leiten lassen (Hebräer 12:4-11). In der Bibel heißt es: „Ihr Eltern, behandelt eure Kinder nicht so, dass sie widerspenstig werden! Vielmehr sollt ihr sie in christlicher Ordnung erziehen und zum Guten anhalten“ (Epheser 6:4, Die Gute Nachricht, 1978).

 Manchmal kommt man um eine Bestrafung aber nicht herum. Das Kind sollte dann allerdings den Grund dafür verstehen. Elterliche Erziehungsmaßnahmen dürfen bei einem Kind niemals bewirken, dass es sich ungeliebt fühlt. Außerdem billigt die Bibel weder irgendwelche Gewalt gegen Kinder noch unkontrollierten Zorn (Sprüche 16:32). Kelvin erklärt dazu: „Wenn ich meine Kinder wegen ernster Vorfälle zur Räson bringen musste, versuchte ich immer, ihnen klarzumachen, dass ich das aus Liebe tat.“

6 Kinder brauchen Schutz

Kinder müssen vor schädlichen Einflüssen und schlechtem Umgang geschützt werden, denn leider gibt es heute nicht wenige „böse Menschen“, die es auf unschuldige Kinder abgesehen haben (2. Timotheus 3:1-5, 13). Was kann man zum Schutz seiner Kinder tun? Die Bibel gibt den guten Rat: „Klug ist der, der das Unglück gesehen hat und sich dann verbirgt, die Unerfahrenen aber sind weitergegangen und müssen die Strafe erleiden“ (Sprüche 22:3). Um seine Kinder vor Schaden zu bewahren, muss man Gefahren klar als solche erkennen. Es empfiehlt sich also, vorher zu überlegen, wo Probleme auftauchen könnten, und geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Wer seine Kinder beispielsweise ins Internet lässt, sollte sich unbedingt vergewissern, ob sie gefahrlos damit umgehen können. Am besten stellt man den Computer in einem für alle zugänglichen Bereich auf, wo man sehen kann, was die Kinder machen.

In einer Welt, in der Kindesmissbrauch immer mehr zunimmt, muss ein Vater seine Kinder auf Gefahren aufmerksam machen und sie entsprechend vorbereiten. Ist den Kindern klar, wie sie sich zu verhalten haben, wenn jemand die Abwesenheit der Eltern ausnutzen will, um sich an ihnen zu vergehen? * Kinder müssen wissen, wozu ihre intimen Körperteile da sind und wozu nicht. Kelvin sagt dazu: „Ich habe es nie anderen überlassen, meine Kinder aufzuklären, auch nicht ihren Lehrern. Ich betrachtete es als meine persönliche Verantwortung, mit den Kindern offen über Sexualität und auch über Kindesmissbrauch zu reden.“ Alle seine Kinder erreichten unbeschadet das Erwachsenenalter und sind heute glücklich verheiratet.

Gott um Hilfe bitten

Ein Vater kann seinen Kindern kein wertvolleres Geschenk machen, als ihnen zu helfen, ein enges persönliches Verhältnis zu Gott aufzubauen. Eine wichtige Rolle spielt dabei sein eigenes Beispiel. Donizete sagt: „Väter müssen zeigen, wie viel ihnen an ihrem persönlichen Verhältnis zu Gott liegt. Besonders in schwierigen Zeiten sollte das deutlich werden. Dann muss der Vater wirklich beweisen, wie sehr er auf Jehova vertraut. Dankt man Gott im gemeinsamen Gebet immer wieder für seine Güte, lernen die Kinder, wie wichtig es für sie ist, ihn zum Freund zu haben.“

Was ist also der Schlüssel, um ein guter Vater zu sein? Anleitung von dem, der am besten über die Kindererziehung Bescheid weiß: Jehova Gott. Wer bei der Erziehung seiner Kinder biblischen Richtlinien folgt, wird sicher das erleben, was in Sprüche 22:6 gesagt wird: „Erziehe dein Kind in rechter Weise für seinen Lebensweg, dann wird es von ihm nicht lassen, wenn es alt wird“ (Bruns).

[Fußnoten]

^ Abs. 6 Die hier betrachteten biblischen Ratschläge betreffen zwar hauptsächlich die Vaterrolle, aber viele der Aussagen gelten für Mütter genauso.

^ Abs. 18 Herausgegeben von Jehovas Zeugen.

^ Abs. 25 Weitere Informationen darüber, wie man Kinder vor Missbrauch schützen kann, sind in der Erwachet!-Ausgabe vom Oktober 2007, Seite 3—11 zu finden (herausgegeben von Jehovas Zeugen).

[Bild auf Seite 19]

Ein Vater muss seinen Kindern ein gutes Vorbild sein

[Bild auf Seite 20]

Ein Vater sollte seine Kinder im Glauben anleiten

[Bild auf Seite 21]

Kindererziehung erfordert Liebe und Konsequenz