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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM APRIL 2008

Harmagedon: Gottes Krieg, der alle Kriege beenden wird

Harmagedon: Gottes Krieg, der alle Kriege beenden wird

 Harmagedon: Gottes Krieg, der alle Kriege beenden wird

„Sie halten es für grausam, ihre Mitmenschen zu töten. Krieg ist daher in ihren Augen etwas Unverständliches und Verabscheuenswürdiges, ihre Sprache hat nicht einmal ein Wort dafür“ (AUS DEM BUCH ESKIMOLEBEN VON DEM NORWEGISCHEN POLARFORSCHER FRIDTJOF NANSEN, 1891).

WER würde nicht gern in einer Welt leben, in der Krieg etwas „Unverständliches und Verabscheuenswürdiges“ ist? In einer Welt, in der es nicht einmal ein Wort für Krieg gibt, weil die Menschen Krieg einfach nicht kennen? So eine Welt hört sich fast utopisch an, vor allem, wenn Menschen sie schaffen sollen.

Nun verspricht Gott aber durch den Propheten Jesaja, dass er eine solche Welt tatsächlich Wirklichkeit werden lässt: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nation wird nicht gegen Nation das Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen“ (Jesaja 2:4).

Natürlich müsste sich eine Welt, in der 20 Millionen Soldaten im Einsatz sind und etwa 20 Kriege toben, gewaltig verändern, damit sich dieses Versprechen erfüllen kann. Deswegen ist es nur naheliegend, dass der allmächtige Gott, Jehova, auf der Erde eingreifen muss. Dieser Eingriff Jehovas gipfelt in dem, was die Bibel Harmagedon nennt (Offenbarung 16:14, 16).

Mit dem Wort „Harmagedon“ wird seit einiger Zeit ein weltweiter atomarer Holocaust bezeichnet. Die Grundbedeutung ist jedoch gemäß einer Enzyklopädie folgende: „der Schauplatz des prophezeiten letzten Kampfes zwischen Gut und Böse“. Wird das Gute wirklich einmal über das Böse siegen oder gehört dieser Gedanke eher ins Reich der Fantasie?

Es ist beruhigend, zu wissen, dass in der Bibel wiederholt vom Ende alles Bösen die Rede ist. Der Psalmenschreiber sagt voraus: „Die Sünder werden von der Erde beseitigt werden; und was die Bösen betrifft, sie werden nicht mehr sein“ (Psalm 104:35). Im Bibelbuch Sprüche heißt es: „Die Rechtschaffenen sind es, die auf der Erde weilen werden, und die Untadeligen sind es, die darauf übrig bleiben werden. Was die Bösen betrifft, von der Erde werden sie weggetilgt; und die Treulosen, sie werden davon weggerissen“ (Sprüche 2:21, 22).

Aus der Bibel geht auch deutlich hervor, dass die Bösen ihre Macht nicht kampflos abgeben  werden; genau deshalb muss Gott in einem letzten Krieg alles Böse — Kriege eingeschlossen — beseitigen (Psalm 2:2). Es ist bezeichnend, dass die Bibel diesen beispiellosen Konflikt Harmagedon nennt.

Frühere Schlachten bei Megiddo

Das Wort „Harmagedon“ bedeutet „Berg von Megiddo“. Die alte Stadt Megiddo und die umliegende Ebene Jesreel sind seit jeher Schauplatz entscheidender Schlachten gewesen. Der Historiker Eric H. Cline schreibt in seinem Buch The Battles of Armageddon: „Megiddo und das Jesreeltal sind zu allen Zeiten Hauptschauplatz von Schlachten gewesen, die den Lauf der Menschheitsgeschichte entscheidend beeinflusst haben.“

Wie Cline also feststellte, waren die Schlachten bei Megiddo oft entscheidend. Mongolische Heere, die im 13. Jahrhundert einen Großteil Asiens überrannten, erlitten in der Ebene von Jesreel ihre erste Niederlage. Und im Ersten Weltkrieg besiegten britische Truppen unter General Edmund Allenby in dieser Gegend die Osmanen. Ein Militärhistoriker beschrieb Allenbys Sieg als „einen der schnellsten und gleichzeitig deutlichsten Siege aller Zeiten“.

Auch entscheidende biblische Schlachten wurden bei Megiddo geschlagen. Der Richter Barak bezwang hier die kanaanitischen Streitkräfte Siseras (Richter 4:14-16; 5:19-21). Gideon schlug dort mit einem kleinen Trupp von 300 Mann ein riesiges midianitisches Heer (Richter 7:19-22). König Saul und sein Sohn Jonathan starben auf dem nahe gelegenen Berg Gilboa, als die Philister Israel besiegten (1. Samuel 31:1-7).

Wegen seiner strategisch günstigen Lage sind bei Megiddo und in seiner Umgebung in den letzten 4 000 Jahren eine ganze Reihe von Schlachten ausgetragen worden. Ein Historiker kam auf mindestens 34.

Die Geschichte und die strategische Lage Megiddos haben ohne Frage zur übertragenen Bedeutung des Wortes „Harmagedon“ beigetragen. Das Wort an sich kommt in der Bibel zwar nur ein Mal vor, aber der Kontext im Bibelbuch Offenbarung macht deutlich: Harmagedon wird sich auf das Leben jedes Menschen auswirken!

 Harmagedon aus Sicht der Bibel

Von den Kriegen, die bei Megiddo geführt wurden, waren viele entscheidend, aber keiner konnte das Böse aus der Welt schaffen. Keiner war ein Kampf zwischen Gut und Böse im eigentlichen Sinn. „Niemand ist gut als nur einer, Gott“, sagte Jesus (Lukas 18:19). Folglich kann ein solcher Krieg nur von Gott geführt werden. Die Bibel spricht daher von Harmagedon ausdrücklich als von Gottes Krieg.

Das Bibelbuch Offenbarung sagt für die Zukunft voraus, dass die ‘Könige der ganzen bewohnten Erde’ versammelt werden „zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“ (Offenbarung 16:14). Weiter heißt es, sie würden ‘an den Ort versammelt, der auf hebräisch Har-Magedon genannt wird’ (Offenbarung 16:16). * Dann wird noch erklärt, „die Könige der Erde und ihre Heere“ würden versammelt, „um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd sitzt, und mit seinem Heer“ (Offenbarung 19:19). Dieser Reiter ist nach Aussage der Bibel niemand anders als Jesus Christus (1. Timotheus 6:14, 15; Offenbarung 19:11, 12, 16).

Was lässt sich aus diesen Bibeltexten schließen? Harmagedon ist ein Krieg zwischen Gott und den Menschen, die gegen ihn sind. Warum sollten Jehova und sein Sohn, Jesus Christus, so einen Krieg führen wollen? Zum einen wird Harmagedon die „verderben, die die Erde verderben“ (Offenbarung 11:18). Zum anderen wird es den Weg zu einer friedlichen Welt öffnen, ‘einer neuen Erde, die wir gemäß Gottes Verheißung erwarten’, und dort „wird Gerechtigkeit wohnen“ (2. Petrus 3:13).

Warum ist Harmagedon notwendig?

Manch einer kann nicht so recht verstehen, wieso Jehova, der „Gott der Liebe“, seinen  Sohn, den „Fürsten des Friedens“, damit beauftragt, einen Krieg zu führen (2. Korinther 13:11; Jesaja 9:6). Kennt man jedoch die Motive, leuchten einem ihre Gründe dafür sicher ein. Im Bibelbuch der Psalmen wird Jesus als Kriegsmann zu Pferd beschrieben. Warum kämpft er? Er kämpft „in der Sache der Wahrheit und Demut und Gerechtigkeit“. Er führt Krieg, weil er Gerechtigkeit liebt und Bosheit hasst (Psalm 45:4, 7).

Und wie reagiert Jehova auf die Ungerechtigkeit in der Welt? Der Prophet Jesaja schreibt: „Der HERR hat dies alles gesehen, und es missfällt ihm, dass es kein Recht mehr gibt. Er zieht die Gerechtigkeit als Panzer an, und die rettende Macht ist sein Helm. Als Mantel trägt er den festen Entschluss und das brennende Verlangen, alles Unrecht zu bestrafen“ (Jesaja 59:15, 17, Gute Nachricht Bibel).

Solange die Bösen die Macht in der Hand haben, werden die Gerechten nie in Frieden und Sicherheit leben (Sprüche 29:2; Prediger 8:9). Man kann Korruption und Bosheit einfach nicht von den Menschen trennen, die korrupt und böse sind. Wenn sich auf Dauer etwas ändern und Frieden und Gerechtigkeit herrschen soll, müssen die Bösen verschwinden. Salomo schrieb: „Die Gottlosen werden bestraft, damit die Gottesfürchtigen gerettet werden“ (Sprüche 21:18, Neues Leben).

Da Gott der Richter ist, kann man sicher sein, dass das Urteil über die Bösen in jedem Fall gerecht sein wird. Abraham stellte einmal die Frage: „Wird der Richter der ganzen Erde nicht tun, was recht ist?“ Seine Erfahrung war: Jehova tut immer das Richtige! (1. Mose 18:25). Die Bibel versichert außerdem, dass Jehova keine Freude daran hat, Böse zu vernichten. Das tut er nur, wenn es nicht anders geht (Hesekiel 18:32; 2. Petrus 3:9).

Harmagedon nicht auf die leichte Schulter nehmen

Die Frage ist, auf welcher Seite jeder Einzelne in diesem entscheidenden Konflikt letztlich steht. Die meisten denken wahrscheinlich, sie würden zu den Guten gehören. Aber wie kann man da sicher sein? Der Prophet Zephanja rät dringend: „Sucht Gerechtigkeit, sucht Sanftmut“ (Zephanja 2:3). Wie der Apostel Paulus sagt, möchte Gott, „dass alle Arten von Menschen gerettet werden und zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1. Timotheus 2:4).

Um gerettet zu werden, muss man zwei Dinge tun. Erstens: die Wahrheit über Jehova kennenlernen und über sein Vorhaben, die Erde von allem Bösen zu befreien. Zweitens: nach Gottes gerechten Grundsätzen leben. Dann gewinnt man Gottes Freundschaft und steht unter seinem Schutz.

Wer diese wichtigen Schritte tut, kann sich sogar auf Harmagedon freuen — auf den Krieg, der allen Kriegen ein Ende machen wird. Wenn diese Schlacht vorbei ist, werden alle Menschen Krieg als etwas Unverständliches und Verabscheuenswürdiges ansehen. ‘Sie werden den Krieg nicht mehr lernen’ (Jesaja 2:4).

[Fußnote]

^ Abs. 17 Ob Harmagedon ein bestimmter geografischer Ort ist, wird in dem Artikel „Fragen unserer Leser“ auf Seite 31 erklärt.

[Herausgestellter Text auf Seite 5]

Gottes Eingriff auf der Erde wird Harmagedon genannt

[Bild auf Seite 6]

Megiddo

[Bild auf Seite 6]

Gideon und seine Männer gewannen bei Megiddo eine entscheidende Schlacht

[Bild auf Seite 6, 7]

Nach Harmagedon werden alle Menschen Krieg als etwas Unverständliches und Verabscheuenswürdiges ansehen

[Bild auf Seite 8]

Die Wahrheit über Jehova und sein Vorhaben kennenzulernen ist ein erster Schritt zur Rettung