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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM MÄRZ 2008

Glücklich trotz Enttäuschungen

Glücklich trotz Enttäuschungen

 Glücklich trotz Enttäuschungen

WER könnte von sich behaupten, noch nie enttäuscht worden zu sein? Nicht einmal unserem himmlischen Vater, Jehova Gott, blieb diese schmerzliche Erfahrung erspart. Zum Beispiel befreite er die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten und schenkte ihnen viele Segnungen. Der Dank? Die Bibel berichtet: „Immer wieder stellten sie Gott auf die Probe, und dem Heiligen Israels bereiteten sie Schmerz“ (Psalm 78:41). Trotzdem blieb Jehova immer ‘der glückliche Gott’ (1. Timotheus 1:11).

Gründe für Enttäuschungen gibt es wirklich viele. Wie können wir verhindern, uns dadurch unsere Freude rauben zu lassen? Was lernen wir daraus, wie Jehova mit Enttäuschungen umgegangen ist?

Enttäuschungen und ihre Ursachen

„Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle“, erklärt Gottes Wort (Prediger 9:11). Ein Verbrechen, ein Unfall oder eine Krankheit können uns urplötzlich einen schweren Schlag versetzen — und für Enttäuschung sorgen. Die Bibel sagt auch: „Hinausgeschobene Erwartung macht das Herz krank“ (Sprüche 13:12). Wenn wir etwas Gutes sehnsüchtig erwarten, sind wir voller Freude, aber lässt das Ersehnte allzu lange auf sich warten, weicht die Freude oft der Ernüchterung und Niedergeschlagenheit. Donald * beispielsweise, der mit Leib und Seele Missionar war, sah sich nach vielen Jahren im Auslandsdienst gezwungen, mit seiner Frau nach Hause zurückzukehren. Er berichtet: „Zum ersten Mal in meinem Leben verlor ich völlig die Orientierung. Ich hatte gar keine Ziele mehr. Alles schien auf einmal so unwichtig.“ Bittere Schmerzen der Enttäuschung können lange anhalten, wie die Erfahrung von Claire zeigt. Sie erzählt: „Ich war im siebten Monat schwanger, da verlor ich mein Baby durch eine Fehlgeburt. Das ist schon Jahre her, aber wenn ich einen Jungen auf einer Bühne etwas vortragen sehe, ertappe ich mich immer noch bei dem Gedanken: ‚So alt könnte mein Sohn heute sein.‘ “

Sehr wehtun kann es auch, von einem anderen Menschen enttäuscht zu werden. Eine Verlobung wird gelöst, eine Ehe geht in die Brüche, ein Kind kehrt der Familie den Rücken, ein Freund  verhält sich undankbar oder lässt einen im Stich — Anlässe für Enttäuschungen gibt es unendlich viele. Schließlich sind wir von unvollkommenen Menschen umgeben und leben in schwierigen Zeiten.

Enttäuschen können auch die eigenen Unzulänglichkeiten. Wir fallen in einer Prüfung durch, finden keine Arbeit oder schaffen es nicht, jemandes Freundschaft zu gewinnen, und fühlen uns deshalb wertlos. Und wie schmerzlich ist es, wenn sich ein Christ, der uns am Herzen liegt, vom Glauben zurückzieht! Mary erzählt: „Meine Tochter schien so gut mitzumachen. Ich dachte, ich sei ihr immer ein gutes Beispiel gewesen. Auf einmal wandte sie sich von Jehova Gott und den Werten unserer Familie ab. Da kam ich mir wie ein totaler Versager vor. Nichts, was ich sonst im Leben zustande gebracht habe, konnte das wettmachen. Ich war am Boden zerstört.“

Wie können wir mit solchen Situationen zurechtkommen? Untersuchen wir dazu, wie Jehova mit Enttäuschungen umgeht und was wir von ihm lernen können.

Sich auf die Lösung konzentrieren

Die ersten beiden Menschen, für die Jehova mit viel Liebe sorgte, waren undankbar und sagten sich von ihm los (1. Mose, Kapitel 2 und 3). Dann entwickelte ihr Sohn Kain schlechte Charakterzüge. Eine Warnung Jehovas schlug er in den Wind und brachte seinen eigenen Bruder um (1. Mose 4:1-8). Versuchen wir uns einmal vorzustellen, wie enttäuscht Jehova gewesen sein muss!

Warum machte ihn diese Enttäuschung nicht unglücklich? Weil er weiter auf das hinarbeitete, was er sich vorgenommen hatte: die Erde mit vollkommenen Menschen zu füllen (Johannes 5:17). Zu diesem Zweck sorgte er für das Loskaufsopfer und die Königreichsregierung (Matthäus 6:9, 10; Römer 5:18, 19). Jehova Gott konzentrierte sich auf die Lösung statt auf das Problem.

Gottes Wort gibt uns den guten Rat, uns auf positive Dinge zu konzentrieren, statt dem nachzuhängen, was hätte sein können oder was wir hätten tun sollen. Die Bibel sagt: „Alles, was wahr, alles, was von ernsthaftem Interesse ist, alles, was gerecht, alles, was keusch, alles, was liebenswert ist, alles, worüber gut gesprochen wird, wenn es irgendeine Tugend und irgendetwas Lobenswertes gibt, diese Dinge erwägt weiterhin“ (Philipper 4:8).

Die richtige Ansicht über Enttäuschungen

Unser Leben kann durch irgendein Ereignis völlig auf den Kopf gestellt werden. Von einem Augenblick auf den anderen stehen wir vielleicht ohne Arbeit da, müssen lieb gewordene Aufgaben abgeben oder werden krank. Wir verlieren ganz plötzlich unseren Ehepartner, unsere Freunde oder unser Heim. Wie können wir mit solchen Einschnitten in unserem Leben fertig werden?

Sich Prioritäten zu setzen hat schon manchem dabei geholfen. Donald, der anfangs zitiert wurde, erzählt: „Als meiner Frau und mir klar wurde, dass wir unser früheres Leben nie mehr wiederaufnehmen könnten, waren wir zutiefst deprimiert. Nach einer Weile legten wir zwei Prioritäten für uns fest: unsere Mutter zu betreuen und, wenn irgend möglich, Vollzeitprediger zu bleiben. Stehen Entscheidungen an, überlegen wir, wie sie sich auf diese Prioritäten auswirken. Das macht die Sache wesentlich einfacher.“

Viele von uns neigen bei Enttäuschungen zur Schwarzmalerei. Bringen die Anstrengungen, etwa unsere Kinder zu erziehen, uns für eine Stelle zu qualifizieren oder die gute Botschaft in einer Fremdsprache zu verkündigen, nicht den gewünschten Erfolg, kommen wir uns vielleicht wie Versager vor. Aber nur weil unsere Bemühungen nicht sofort von Erfolg gekrönt sind, stehen wir genauso wenig als Versager da, wie Gott ein Versager war, nur weil die Anfänge der Menschheit so enttäuschend verliefen (5. Mose 32:4, 5).

Wie leicht reagiert man zutiefst verbittert, wenn man von anderen Menschen enttäuscht  wird! Jehova tut das nicht. König David muss ihn sehr enttäuscht haben, als er Ehebruch beging und dann auch noch den betrogenen Ehemann aus dem Weg räumen ließ. Aber Jehova sah, wie aufrichtig David bereute, und gebrauchte ihn weiter als seinen Diener. Auch der treue König Josaphat beging einen Fehler, als er sich mit Feinden Gottes auf ein Bündnis einließ. Ein Prophet sagte zu ihm: „Dafür ist heftiger Zorn über dir von der Person Jehovas aus. Immerhin gibt es gute Dinge, die bei dir gefunden worden sind“ (2. Chronika 19:2, 3). Jehova sah in Josaphat nicht gleich einen Verräter, nur weil er einen Fehler gemacht hatte. Genauso können wir vielleicht eine Freundschaft retten, wenn wir nicht überreagieren, weil ein Freund einen Fehler gemacht hat. So sehr wir auch von ihm enttäuscht sind, hat er doch bestimmt nach wie vor seine guten Seiten (Kolosser 3:13).

Eigentlich können Enttäuschungen als unvermeidliche Erfahrungen auf dem Weg zu letztendlichem Erfolg eingestuft werden. Natürlich sind wir von uns selbst enttäuscht, wenn wir gesündigt haben. Aber wir können darüber hinwegkommen, indem wir entschlossen die richtigen Schritte unternehmen und nicht aufgeben. König David schrieb in der Situation, in der er so schwer von sich enttäuscht war: „Als  ich stillschwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. . . . Meine Sünde habe ich dir [Jehova] schließlich bekannt . . . Und du selbst hast das durch meine Sünden verursachte Vergehen verziehen“ (Psalm 32:3-5). Wird uns bewusst, dass wir nicht so gehandelt haben, wie Gott es von uns erwartet, sollten wir ihn um Vergebung bitten, uns ändern und uns fest vornehmen, uns in Zukunft genauer an seinen Rat zu halten (1. Johannes 2:1, 2).

Sich jetzt schon auf Enttäuschungen vorbereiten

Enttäuschungen irgendeiner Art wird mit Sicherheit jeder von uns noch erleben. Was können wir tun, um darauf vorbereitet zu sein? Interessant ist folgender Kommentar von Bruno, einem älteren Christen, dessen Leben durch eine Enttäuschung auf den Kopf gestellt wurde. Er sagt: „Ich habe immer mein Verhältnis zu Gott gepflegt. Dass ich damit nicht aufhörte, half mir am meisten über die Enttäuschung hinweg. Ich hatte kennengelernt, warum Gott das heutige grausame System noch nicht beseitigt hat. Ich hatte über Jahre hinweg eine enge Freundschaft zu Jehova aufgebaut. Und darüber war ich wirklich froh. Zu wissen, dass er mir beistand, gab mir die Kraft, die deprimierende Situation durchzustehen.“

Egal was uns noch bevorsteht — ob wir über uns selbst enttäuscht sind oder ob andere uns enttäuschen —, können wir uns doch auf eines fest verlassen: Gott wird uns niemals enttäuschen! Er versicherte das sogar, als er erklärte, was sein Name, Jehova, bedeutet: „ICH WERDE MICH ERWEISEN, ALS WAS ICH MICH ERWEISEN WERDE“ (2. Mose 3:14). Also können wir darauf bauen, dass er zu allem wird, was nötig ist, um zu halten, was er versprochen hat. Dazu gehört, dass durch sein Königreich sein Wille geschieht, und zwar „wie im Himmel so auch auf der Erde“. Deshalb schrieb der Apostel Paulus: „Ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben noch Engel noch Regierungen . . . noch irgendeine andere Schöpfung imstande sein wird, uns von Gottes Liebe zu trennen, die in Christus Jesus ist“ (Matthäus 6:10; Römer 8:38, 39).

Wie schön wird es sein, wenn Gott wahr macht, was er durch den Propheten Jesaja versprochen hat: „Ich schaffe neue Himmel und eine neue Erde; und die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen“ (Jesaja 65:17)! Ist es nicht wunderbar zu wissen, dass bald alle Enttäuschungen samt der Erinnerung daran der Vergangenheit angehören werden?

[Fußnote]

^ Abs. 5 Einige Namen wurden geändert.

[Herausgestellter Text auf Seite 13]

Wir sind keine Versager, nur weil unsere Bemühungen nicht sofort erfolgreich sind

[Herausgestellter Text auf Seite 14]

Gottes Wort rät, sich auf positive Dinge zu konzentrieren, statt dem nachzuhängen, was hätte sein können

[Bilder auf Seite 15]

Trotz der Fehler von Menschen ist Gott glücklich, weil sein Vorhaben mit Sicherheit verwirklicht wird

[Bild auf Seite 16]

Über Enttäuschungen kommt man leichter hinweg, wenn man sich vor allem auf seine Freundschaft mit Gott konzentriert