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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM MÄRZ 2008

Das Abendmahl des Herrn: Wann eingesetzt? Wie oft gefeiert?

Das Abendmahl des Herrn: Wann eingesetzt? Wie oft gefeiert?

 Das Abendmahl des Herrn: Wann eingesetzt? Wie oft gefeiert?

ÜBER die Einsetzung des Abendmahls des Herrn berichten zwei Apostel, die Augenzeugen und Teilnehmer waren: Matthäus und Johannes. Markus und Lukas erwähnen, obwohl sie nicht dabei waren, einige ergänzende Einzelheiten. Auch Paulus macht in seinen Anweisungen an die Korinther Versammlung einige aufschlussreiche Angaben. Aus diesen Quellen erfahren wir, dass Jesus am Vorabend seines Todes mit seinen Jüngern in einem großen Obergemach zusammenkam, um das Passah zu feiern (Markus 14:14-16).

Das Passah wurde immer am 14. Nisan (Abib) gefeiert, der genau oder ungefähr auf den Tag des Vollmonds fiel, da nach dem jüdischen Kalender jeder Monat (Mondmonat) mit dem Tag begann, an dem die Mondsichel nach dem Neumond zu sehen war. Der 14. des Monats war daher um die Mitte eines Mondmonats.

Am Vorabend seines Todes feierte Jesus sein letztes Passah und setzte danach das Abendmahl ein. Judas, der Verräter, war schon vor Beginn des Gedächtnismahls hinausgesandt worden, und wie der Bericht sagt, war es zu der Zeit Nacht (Johannes 13:30). Da nach dem jüdischen Kalender ein Tag vom Abend des einen Tages bis zum Abend des nächsten Tages dauerte, wurde das Abendmahl ebenfalls am 14. Nisan, das heißt am Donnerstag, dem 31. März, abends gefeiert.

Nach den Berichten des Lukas und des Paulus sagte Jesus, als er die Feier zum Gedächtnis an seinen Tod einsetzte: „Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich“ (Lukas 22:19; 1. Korinther 11:24). Es ist daher vernünftig anzunehmen, dass Jesus damit meinte, seine Nachfolger sollten das Abendmahl einmal jährlich, nicht mehrmals im Jahr feiern. Das Passah zur Erinnerung an die im Jahre 1513 v. u. Z. von Jehova bewirkte Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Knechtschaft wurde nur einmal im Jahr, am Gedenktag, das heißt am 14. Nisan, gefeiert. Da das Gedächtnismahl ebenfalls eine Gedenkfeier ist, müsste es passenderweise nur am 14. Nisan abgehalten werden.

Paulus führte die Worte an, die Jesus in Verbindung mit dem Becher sprach: „Tut dies immer wieder, sooft ihr ihn trinkt, zur Erinnerung an mich“, und fügte dann hinzu: „Denn sooft ihr dieses Brot esst und diesen Becher trinkt, verkündigt ihr immer wieder den Tod des Herrn, bis er gekommen ist“ (1. Korinther 11:25, 26). Der Ausdruck „sooft“ kann sich auf etwas beziehen, was nur einmal im Jahr getan wird, vor allem wenn man es viele Jahre tut (Hebräer 9:25, 26). Der 14. Nisan war der Tag, an dem Christus seinen buchstäblichen Leib am Marterpfahl als Opfer hingab und sein Blut zur Vergebung von Sünden vergoss. Das war also der Tag des „Todes des Herrn“ und somit das Datum, an dem danach seines Todes gedacht werden sollte.

Die Teilnehmer an diesem Mahl würden „vom Herrn fern“ sein und das Abendmahl „oft“ feiern, bevor sie in Treue sterben würden. Nach ihrer Auferweckung zu himmlischem Leben wären sie dann mit Christus vereint und hätten es nicht mehr nötig, an ihn erinnert zu werden. Mit dem Ausdruck „bis er gekommen ist“ wollte Paulus offensichtlich sagen, dass dieses Mahl so lange gefeiert werden sollte, bis Christus wiederkommen und sie dann während seiner Gegenwart auferwecken und in den Himmel nehmen würde. Das gab Jesus auch deutlich zu verstehen, als er später an jenem Abend zu den 11 Aposteln sagte: „Wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und will euch heimnehmen zu mir, damit dort, wo ich bin, auch ihr seid“ (Johannes 14:3, 4; vergleiche 2. Korinther 5:1-3, 6-9).

Jesus wies seine Jünger darauf hin, dass er nicht mehr von dem Erzeugnis des Weinstocks trinken werde (von dem er während der Passahfeier vor dem Gedächtnismahl getrunken hatte), ‘bis zu jenem Tag, da er es neu mit ihnen trinken werde im Königreich seines Vaters’ (Matthäus 26:29). Da er im Himmel keinen buchstäblichen Wein trinken wird, meinte er damit offensichtlich das, wofür der Wein in der Bibel manchmal als Symbol gebraucht wird: Freude. Seine Jünger sehnten sich voller Erwartung danach, mit ihm im Königreich vereint zu sein (Römer 8:23; 2. Korinther 5:2). König David erwähnte in einem Lied, dass Jehova für Wein sorgt, „der das Herz des sterblichen Menschen erfreut“, und sein Sohn Salomo sagte: „Wein, er erfreut das Leben“ (Psalm 104:15; Prediger 10:19).