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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM FEBRUAR 2008

Warum im Namen Jesu beten?

Warum im Namen Jesu beten?

JESUS hat oft über das Beten gesprochen. Seinerzeit betete die religiöse Prominenz der Juden „an den Ecken der breiten Straßen“. Wieso? „Um von den Menschen gesehen zu werden.“ Jene Männer wollten offensichtlich für ihre Frömmigkeit bewundert werden. Viele sprachen immer wieder die gleichen langen Gebete, als ob sie nur deshalb erhört würden, weil sie ‘viele Worte machten’ (Matthäus 6:5-8). Das wurde von Jesus als ein vergebliches Gebaren entlarvt, wodurch er aufrichtigen Menschen erkennen half, was sie bei ihren Gebeten vermeiden sollten. Doch ging sein Lehren weit darüber hinaus, wie man nicht beten sollte.

Wie Jesus zeigte, sollten Gebete den Wunsch ausdrücken, dass Gottes Name geheiligt werde, sein Königreich komme und sein Wille geschehe. Jesus lehrte außerdem, dass es angebracht ist, Gott um Hilfe bei persönlichen Angelegenheiten zu bitten (Matthäus 6:9-13; Lukas 11:2-4). Durch Veranschaulichungen verdeutlichte er, dass ein Gebet, soll es erhört werden, demütig, beharrlich und im Glauben vorgebracht werden muss (Lukas 11:5-13; 18:1-14). Und Jesus verlieh dem, was er lehrte, durch sein eigenes Gebetsleben noch mehr Gewicht (Matthäus 14:23; Markus 1:35).

Durch all das lernten Jesu Jünger bestimmt, sich in ihren Gebeten zu verbessern. Doch die wichtigste Lektion über das Beten hob Jesus für seine letzte Nacht auf der Erde auf.

 „Der Wendepunkt in der Geschichte des Gebets“

Jene letzte Nacht verwendete Jesus größtenteils dazu, seine treuen Apostel zu ermutigen. Das war der richtige Zeitpunkt, sie mit etwas Neuem vertraut zu machen. Jesus erklärte ihnen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Später gab er ihnen das beruhigende Versprechen: „Worum immer ihr in meinem Namen bittet, das will ich tun, damit der Vater in Verbindung mit dem Sohn verherrlicht werde. Wenn ihr um etwas in meinem Namen bittet, will ich es tun.“ Gegen Ende ihrer Unterhaltung sagte er: „Bis zur gegenwärtigen Zeit habt ihr um gar nichts in meinem Namen gebeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollgemacht werde“ (Johannes 14:6, 13, 14; 16:24).

Das waren höchst bemerkenswerte Worte. In einem Nachschlagewerk werden sie als „Wendepunkt in der Geschichte des Gebets“ bezeichnet. Jesus hatte nicht vor, das Gebet von Gott zu sich umzulenken. Stattdessen eröffnete er einen neuen Zugang zu Jehova Gott.

Es stimmt, Gott war schon immer der Hörer der Gebete seiner treuen Diener (1. Samuel 1:9-19; Psalm 65:2). Als allerdings Gott mit Israel einen Bund schloss, musste jeder, der wollte, dass sein Gebet erhört wurde, anerkennen, dass Israel das auserwählte Volk Gottes war. Und ab Salomos Zeit musste man außerdem den Tempel als die von Gott erwählte Opferstätte anerkennen (5. Mose 9:29; 2. Chronika 6:32, 33). Dieses Anbetungssystem bestand jedoch nur vorübergehend. Wie der Apostel Paulus schrieb, waren das Gesetz, das die Israeliten erhalten hatten, und die Opfer im Tempel ein „Schatten der künftigen guten Dinge, nicht aber das Wesen der Dinge selbst“ (Hebräer 10:1, 2). Der Schatten würde der Wirklichkeit weichen müssen (Kolosser 2:17). Seit 33 u. Z. kommt es nicht mehr darauf an, das Gesetz Mose zu halten. Das persönliche Verhältnis zu Jehova beruht nun vielmehr darauf, dass man demjenigen gehorsam ist, auf den das Gesetz verwies: Christus Jesus (Johannes 15:14-16; Galater 3:24, 25).

Ein Name „über jedem anderen“

Jesus gab sich als mächtiger Freund zu erkennen, der den Weg ebnet, damit Gebete von Gott gehört und erhört werden, was eine viel bessere Grundlage ist, um sich Jehova zu nahen. Was ermöglicht es Jesus, sich auf diese Weise für uns Menschen einzusetzen?

Jeder wird in Sünde geboren. Man kann sich durch irgendwelche Werke oder Opfer weder  von diesem Makel befreien, noch sich das Recht auf ein Verhältnis zu unserem heiligen Gott Jehova verdienen (Römer 3:20, 24; Hebräer 1:3, 4). Jesus dagegen opferte sein vollkommenes menschliches Leben und bezahlte für die Sünden erlösbarer Menschen (Römer 5:12, 18, 19). Dadurch hat jeder, der es möchte, die Chance, vor Jehova Gott rein dazustehen und ihm gegenüber „Freimut der Rede“ zu haben — sofern er Glauben an Jesu Opfer ausübt und in seinem Namen betet (Epheser 3:11, 12).

Wenn wir im Namen Jesu beten, glauben wir daran, dass Jesus auf mindestens dreierlei Weise in der Verwirklichung des Vorsatzes Gottes eine Rolle spielt: 1. Er ist „das Lamm Gottes“, durch dessen Opferung die Grundlage für die Sündenvergebung gelegt worden ist. 2. Er wurde von Jehova auferweckt und sorgt als ‘Hoher Priester’ dafür, dass die Segnungen des Lösegeldes Menschen zuteil werden. 3. Er allein ist „der Weg“, durch den man Zugang zu Jehova im Gebet hat (Johannes 1:29; 14:6; Hebräer 4:14, 15).

Im Namen Jesu zu beten ehrt Jesus. Ihn auf diese Weise zu ehren ist angebracht, denn Jehova wünscht, „dass sich im Namen Jesu jedes Knie beuge . . . und jede Zunge offen anerkenne, dass Jesus Christus Herr ist zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“ (Philipper 2:10, 11). Noch wichtiger ist jedoch, dass dadurch Jehova verherrlicht wird, der seinen Sohn zu unserem Wohl gab (Johannes 3:16).

Unsere Gebete sollten nicht mechanisch sein, sondern ‘mit ganzem Herzen’ gesprochen werden

Damit man die Größenordnung der Rolle Jesu in seiner ganzen Bedeutung versteht, gebraucht die Bibel verschiedene Titel und Namen, um Jesus zu beschreiben. Diese helfen uns noch besser zu verstehen, wie viel Gutes Jesus für uns schon getan hat, gegenwärtig tut und zukünftig noch tun wird. (Siehe den Kasten „ Die entscheidende Rolle Jesu“ .) Gott hat Jesus „den Namen gegeben, der über jedem anderen Namen ist“. * Alle Gewalt im Himmel und auf der Erde ist Jesus übertragen worden (Philipper 2:9; Matthäus 28:18).

Nichts rein Formelles

Gebete müssen also im Namen Jesu gesprochen werden, um von Jehova erhört zu werden  (Johannes 14:13, 14). Aber die Wendung „im Namen Jesu“ darf nie zu etwas Formelhaftem werden. Warum nicht?

Dazu ein Beispiel: Angenommen, man erhält einen Geschäftsbrief, in dem zum Schluss steht: „Mit freundlichen Grüßen“. Hat man dabei das Gefühl, der Geschäftsmann hegt wirklich freundliche Gefühle für einen persönlich oder ist das nicht eher die übliche Grußformel? Der Name Jesu am Ende eines Gebets muss für einen Christen viel bedeutungsvoller sein als die Schlussformel eines Geschäftsbriefes. Natürlich soll man ‘unablässig beten’, aber das ‘mit ganzem Herzen’ und nicht irgendwie mechanisch (1. Thessalonicher 5:17; Psalm 119:145).

Wie kann man es vermeiden, die Wendung „im Namen Jesu“ als bloße Worthülse zu verwenden? Zum Beispiel, indem man über die zu Herzen gehenden Charakterzüge Jesu nachsinnt. Was hat er nicht schon alles für uns persönlich getan! Und er ist bereit, noch mehr zu tun. Preisen und danken wir Jehova im Gebet dafür, dass er seinen Sohn auf so großartige Weise gebraucht! Dadurch wird unser Vertrauen in Jesu Zusicherung noch stärker werden: „Wenn ihr den Vater um etwas bittet, so wird er es euch in meinem Namen geben“ (Johannes 16:23).

^ Abs. 14 Laut Vine’s Expository Dictionary of New Testament Words kann sich das in der Bibel gebrauchte griechische Wort für „Name“ auf alles beziehen, „was ein Name an Gewalt, Charakter, Rang, Majestät, Macht [und] Würde beinhaltet“.