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Jehovas Zeugen

Deutsch

Der Wachtturm — Studienausgabe  |  Juni 2017

Setze dich für Jehovas Souveränität ein!

Setze dich für Jehovas Souveränität ein!

„Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast“ (OFFB. 4:11)

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1, 2. Wovon muss jeder von uns überzeugt sein? (Siehe Anfangsbild.)

WIE im vorigen Artikel besprochen, behauptet der Teufel, Jehova sei nicht der rechtmäßige Souverän. Den Menschen ginge es besser, wenn sie sich selbst regieren würden. Hat der Teufel damit recht? Was wäre, wenn Menschen, die sich lieber selbst regieren, ewig leben könnten? Ginge es ihnen ohne Gottes Herrschaft besser? Wärst du glücklicher, wenn du völlig unabhängig wärst und ewig leben könntest?

2 Diese Fragen muss jeder selbst durchdenken und für sich beantworten. Dabei wird man unweigerlich zu dem Schluss kommen: Gottes Souveränität ist rechtmäßig. Seine Herrschaft ist die beste und sie verdient unsere uneingeschränkte Unterstützung. Diese Überzeugung beruht auf der Bibel. Gehen wir zuerst darauf ein, was sie über die Rechtmäßigkeit der Souveränität Jehovas sagt.

JEHOVA HAT DAS RECHT ZU HERRSCHEN

3. Warum ist Jehova der rechtmäßige Souverän?

3 Jehova ist als allmächtiger Gott und Schöpfer der rechtmäßige Souverän des Universums (1. Chr. 29:11; Apg. 4:24). In einer Vision werden die 144 000 himmlischen Mitregenten Christi dargestellt, die sagen: „Du bist würdig, Jehova, ja du,  unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen“ (Offb. 4:11). Jehova hat alles erschaffen und hat deshalb das uneingeschränkte Recht, über Menschen und Geistwesen zu regieren.

4. Wozu berechtigt der freie Wille nicht?

4 Der Teufel hat nichts erschaffen. Er hat somit keinen Anspruch auf die universelle Herrschaft. Sowohl er als auch das erste Menschenpaar waren anmaßend, als sie gegen Jehovas Souveränität rebellierten (Jer. 10:23). Natürlich hatten sie einen freien Willen und konnten sich für die Unabhängigkeit von Gott entscheiden. Aber hatten sie das Recht dazu? Nein. Der freie Wille erlaubt es dem Menschen, täglich viele Entscheidungen zu treffen. Doch er berechtigt nicht dazu, gegen den Schöpfer und Lebengeber zu rebellieren. Sich gegen Jehova zu stellen ist eindeutig ein Missbrauch des freien Willens. Als Menschen brauchen wir Jehovas gerechte Herrschaft.

5. Warum können wir sicher sein, dass Gottes Entscheidungen gerecht sind?

5 Jehova ist auch deshalb der rechtmäßige Souverän, weil er seine Gewalt vollkommen gerecht ausübt. Er erklärt: „Ich [bin] Jehova . . ., der liebende Güte, Recht und Gerechtigkeit auf der Erde übt; denn an diesen Dingen habe ich Gefallen“ (Jer. 9:24). Er zieht kein Gesetzbuch von unvollkommenen Menschen zurate, um zu entscheiden, was richtig ist. Sein vollkommenes Gerechtigkeitsempfinden entspringt seinem Wesen. Auf dieser Grundlage sorgte er für geschriebene Gesetze. „Gerechtigkeit und Gericht sind die feste Stätte . . . [seines] Thrones.“ Daher können wir sicher sein, dass alle seine Gebote, Grundsätze und Entscheidungen gerecht sind (Ps. 89:14; 119:128). Obwohl der Teufel Jehova beschuldigt hat, kein fairer Herrscher zu sein, ist er selbst bis heute nicht fähig gewesen, eine gerechte Welt zu schaffen.

6. Nenne einen Grund, warum Jehova das Recht hat, die Welt zu regieren.

6 Jehova kann auch deshalb als rechtmäßiger Souverän bezeichnet werden, weil er das Wissen und die Weisheit hat, die nötig sind, um für alles, was er erschaffen hat, zu sorgen. Denken wir zum Beispiel daran, dass Gott seinem Sohn die Fähigkeit gab, Krankheiten zu heilen, gegen die Ärzte machtlos waren (Mat. 4:23, 24; Mar. 5:25-29). Für Jehova war das nichts Außergewöhnliches. Er versteht die Vorgänge im Körper und kann jeden Schaden rückgängig machen. Das schließt ein, Tote wieder aufzuerwecken und Naturkatastrophen zu verhindern.

7. Worin ist die Weisheit der Welt der Weisheit Jehovas weit unterlegen?

7 Die Welt unter dem Einfluss des Teufels sucht immer noch nach Mitteln und Wegen, nationale und internationale Konflikte zu lösen. Die nötige Weisheit, um für Weltfrieden zu sorgen, hat allein Jehova (Jes. 2:3, 4; 54:13). Je mehr wir über Jehovas Wissen und seine Weisheit erfahren, desto mehr empfinden wir wie Paulus, der unter Inspiration schrieb: „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege!“ (Röm. 11:33).

JEHOVAS HERRSCHAFT IST DIE BESTE

8. Was berührt dich an Jehovas Regierungsweise?

8 Die Bibel bestätigt nicht nur, dass Jehova das Recht hat zu herrschen. Sie erklärt  auch, warum seine Herrschaft jeder anderen überlegen ist. Ein Grund ist, dass er mit Liebe regiert. Berührt es uns nicht, wie er seine Macht ausübt? Er ist „barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ (2. Mo. 34:6). Jehova behandelt seine Diener auf der Erde mit Würde und Respekt. Er sorgt besser für uns, als wir es selbst könnten. Im Gegensatz zu der Behauptung des Teufels enthält Jehova seinen treuen Dienern nichts Gutes vor. Er gab sogar seinen kostbaren Sohn, damit wir die Aussicht haben, ewig zu leben. (Lies Psalm 84:11; Römer 8:32.)

9. Woher wissen wir, dass sich Jehova für jeden Einzelnen interessiert?

9 Jehova ist nicht nur an seinem Volk als Ganzes interessiert. Er interessiert sich für jeden Einzelnen. Das zeigte sich beispielsweise in den gut 300 Jahren, in denen Jehova Richter einsetzte, um das Volk Israel von Unterdrückern zu befreien. In dieser turbulenten Zeit fiel ihm eine Nichtisraelitin namens Ruth auf, die große Opfer brachte, um seine Anbeterin zu werden. Jehova segnete Ruth mit einem Ehemann und einem Sohn. Aber damit nicht genug. Nach der Auferstehung wird sie erfahren, dass ihr Sohn ein Vorfahre des Messias war. Und stellen wir uns vor, wie sie reagiert, wenn sie ihren Lebensbericht in einem Bibelbuch entdeckt, das ihren Namen trägt (Ruth 4:13; Mat. 1:5, 16).

10. Warum ist Jehovas Herrschaft nicht zu einschränkend?

10 Jehovas Herrschaft ist weder bedrückend noch streng. Sie lässt uns Freiheit und trägt zur Freude bei (2. Kor. 3:17). David sagte dazu: „Würde und Pracht sind vor ihm [Gott], Stärke und Freude sind an seiner Stätte“ (1. Chr. 16:7, 27). Und der Psalmist Ethan schrieb: „Glücklich ist das Volk, das den Jubelschall kennt. O Jehova, im Licht deines Angesichts wandeln sie fortwährend. In deinem Namen frohlocken sie den ganzen Tag, und in deiner Gerechtigkeit sind sie erhöht“ (Ps. 89:15, 16).

11. Wie können wir unsere Überzeugung stärken, dass Jehovas Souveränität nicht zu übertreffen ist?

11 Immer wieder darüber nachzudenken, wie gut Jehova ist, kann unsere Überzeugung stärken, dass seine Herrschaft die beste ist. Wir empfinden dann wie der Psalmist: „Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend anderswo“ (Ps. 84:10). Und das verwundert auch nicht, denn Jehova ist unser liebevoller Bildner und Schöpfer. Er weiß, was wir brauchen, um wirklich glücklich zu sein, und er stillt unsere Bedürfnisse großzügig. Was immer er von uns erwartet, ist für uns zum Guten und führt schließlich zu echter Freude, selbst wenn das für uns Opfer bedeutet. (Lies Jesaja 48:17.)

12. Was ist der Hauptgrund, warum wir uns für Jehovas Souveränität einsetzen?

12 Wie die Bibel zeigt, wird es nach der Tausendjahrherrschaft Christi Menschen geben, die sich gegen Jehovas Souveränität auflehnen (Offb. 20:7, 8). Wieso? Der Teufel ist dann wieder auf freiem Fuß und versucht, die Menschheit irrezuführen. Wie in der Vergangenheit wird er bestimmt an die Selbstsucht appellieren. Vielleicht wird er Menschen davon überzeugen wollen, dass man auch ewig leben kann, ohne Jehova zu gehorchen. Natürlich ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Aber die Frage ist: Wird so eine Behauptung einen Reiz auf uns ausüben? Nicht, wenn wir Jehova lieben und ihm dienen, weil er der beste und rechtmäßige Herrscher des Universums ist. So eine  teuflische Behauptung wird uns dann abstoßen. Denn wir wünschen uns nichts sehnlicher als ein Leben unter der rechtmäßigen und liebevollen Oberhoheit Jehovas!

LOYAL FÜR GOTTES SOUVERÄNITÄT EINSTEHEN

13. Wie können wir Jehovas Souveränität noch unterstützen?

13 Jehova hat also das Recht zu herrschen, und seine Herrschaftsweise ist durch und durch gut. Wir können für seine Souveränität einstehen, wenn wir unsere Lauterkeit bewahren und ihm treu dienen. Wie noch? Indem wir alles so tun, wie Jehova es gern von uns getan hätte. Dadurch wird deutlich, dass wir seine Herrschaftsweise lieben und uns für sie einsetzen. (Lies Epheser 5:1, 2.)

14. Wie können Älteste und Familienoberhäupter Jehova nachahmen?

14 Aus unserem Studium der Bibel wissen wir, dass Jehova seine Macht liebevoll ausübt. Familienoberhäupter und Älteste, die seine Souveränität lieben, treten deshalb nicht fordernd auf, so als hätten sie ihren eigenen kleinen Herrschaftsbereich. Sie ahmen Jehova nach. Auch Paulus ahmte Gott und seinen Sohn nach (1. Kor. 11:1). Er brachte andere nicht in Verlegenheit, noch zwang er sie, etwas auf eine ganz bestimmte Weise zu tun. Stattdessen wandte er sich bittend an sie (Röm. 12:1; Eph. 4:1). So geht Jehova an etwas heran. Und wer seine Herrschaftsweise liebt und unterstützt, ahmt ihn darin nach.

15. Woran ist zu erkennen, dass wir Jehovas Herrschaftsweise lieben?

15 Wie stehen wir zu dem göttlichen Prinzip der Leitung durch ein Haupt? Durch unsere Bereitschaft, respektvoll mit anderen zusammenzuarbeiten, unterstützen wir Jehovas Souveränität. Wir respektieren die theokratische Ordnung selbst dann, wenn wir eine Entscheidung  nicht völlig verstehen oder damit nicht einiggehen. Das zeichnet ein Leben unter der Herrschaft Jehovas aus, auch wenn sich die Welt ganz anders verhält (Eph. 5:22, 23; 6:1-3; Heb. 13:17). Da Gott unser Wohl am Herzen liegt, wirkt es sich nur gut aus, so zu handeln.

16. Wie treffen Unterstützer der Souveränität Gottes persönliche Entscheidungen?

16 Auch durch unsere persönlichen Entscheidungen können wir Gottes Souveränität unterstützen. Jehova stellt nicht für jede Situation ein Gebot auf. Stattdessen offenbart er uns seine Denkweise und möchte, dass wir uns davon leiten lassen. Zum Beispiel legt er nicht haargenau fest, wie sich Christen kleiden sollen. Doch er lässt uns wissen, was er sich in Bezug auf unser Äußeres wünscht: Es sollte bescheiden und für einen Diener Gottes passend sein (1. Tim. 2:9, 10). Ihm liegt auch viel daran, dass wir durch unsere Entscheidungen niemand beunruhigen oder bei ihm Anstoß erregen (1. Kor. 10:31-33). Uns nach Jehovas Denkweise und Interessen auszurichten und nicht nach eigenen Vorlieben, verrät, wie sehr wir seine Herrschaftsweise schätzen.

Als Familie und bei Entscheidungen für Jehovas Souveränität eintreten (Siehe Absatz 16—18)

17, 18. Wie können Ehepaare Jehovas Souveränität unterstützen?

17 Sehen wir uns nun an, wie sich Ehepaare für Jehovas Souveränität einsetzen können. Was, wenn das Eheleben schwieriger ist als erwartet? Vielleicht ist man sogar regelrecht enttäuscht. Dann halten wir doch einmal inne und denken darüber nach, wie Jehova mit Israel in alter Zeit umging. Er bezeichnete sich als Ehemann dieses Volkes (Jes. 54:5; 62:4). Und was für eine schwierige „Ehe“ das war! Aber Jehova gab nicht leichtfertig auf. Er war immer wieder barmherzig und stand loyal zu seinem Bund mit ihnen. (Lies Psalm 106:43-45.) Wie anziehend Jehovas loyale Liebe doch ist!

18 Ehepaare, die Jehovas Maßstäbe lieben, ahmen ihn nach. Sie suchen keinen Ausweg aus ihrer Ehe. Ihnen ist bewusst: Jehova hat sie verbunden und er möchte, dass sie fest zueinanderhalten. Der einzige schriftgemäße Grund für eine Scheidung, die zur Wiederverheiratung berechtigen mag, ist sexuelle Unmoral (Mat. 19:5, 6, 9). Wenn Ehepaare das Beste aus ihrer Situation machen und sich sogar bemühen, sie zu verbessern, beziehen sie für Jehovas gerechte Herrschaftsweise Stellung.

19. Was sollten wir tun, wenn es uns nicht gelungen ist, für Gottes Souveränität einzutreten?

19 Wir sind nicht vollkommen und enttäuschen Jehova manchmal. Er weiß das und hat in seiner Liebe durch das Lösegeld Christi für uns Vorsorge getroffen. Unterläuft uns ein Fehler, können wir Jehova daher um Vergebung bitten (1. Joh. 2:1, 2). Bemühen wir uns, aus dem Fehler zu lernen, statt uns immer wieder selbst zu verurteilen. Wenn wir Jehova nahebleiben, wird er uns vergeben, uns heilen und uns helfen, ähnliche Situationen zu meistern (Ps. 103:3).

20. Warum ist jetzt die Zeit, Jehovas Souveränität zu unterstützen?

20 In der neuen Welt werden alle unter Jehovas Souveränität leben und seine gerechten Wege kennenlernen (Jes. 11:9). Vieles lernen wir jedoch schon heute. Und die Klärung der Streitfrage ist in vollem Gange. Jetzt ist die Zeit, für Gottes Souveränität Stellung zu beziehen — durch unsere Lauterkeit, unseren Dienst und unser ernsthaftes Bemühen, ihn bei allem, was wir tun, nachzuahmen.