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Jehovas Zeugen

Deutsch

Der Wachtturm — Studienausgabe  |  Juni 2017

Jehova tröstet uns in jeder Lebenslage

Jehova tröstet uns in jeder Lebenslage

„Der Gott allen Trostes . . . tröstet [uns] in all unserer Drangsal“ (2. KOR. 1:3, 4)

LIEDER: 38, 56

1, 2. Wie tröstet uns Jehova in schweren Zeiten, und was sichert er uns in seinem Wort zu?

EINEN jungen ledigen Bruder, den wir Eduardo nennen, beschäftigte etwas: Er hatte über die Aussage aus 1. Korinther 7:28 nachgedacht, wer heiratet, würde „Drangsal im Fleisch“ haben. Darüber sprach er mit Stephen, einem älteren verheirateten Ältesten. Eduardo fragte: „Was ist hier mit ,Drangsal‘ gemeint und wie kann ich, falls ich heirate, damit zurechtkommen?“ Bevor Stephen darauf einging, bat er Eduardo, über eine andere Aussage des Apostels Paulus nachzudenken, nämlich dass Jehova „der Gott allen Trostes [ist], der uns tröstet in all unserer Drangsal“ (2. Kor. 1:3, 4).

2 Jehova ist wirklich ein liebevoller Vater, der uns in schweren Zeiten tröstet. Vielleicht hast du schon selbst erlebt, wie Jehova dich — vor allem durch sein Wort — unterstützt und geleitet hat. Er will ganz bestimmt das Beste für uns, genauso wie für seine Diener in der Vergangenheit. (Lies Jeremia 29:11, 12.)

3. Worum geht es im Folgenden?

 3 Natürlich können wir mit Kummer und Leid besser umgehen, wenn wir die Ursache dafür kennen. Das trifft auch innerhalb der Ehe oder Familie zu. Was kann zu der von Paulus erwähnten „Drangsal im Fleisch“ führen? Welche Berichte aus biblischer und neuerer Zeit können uns in unserer Situation Mut machen?

„DRANGSAL IM FLEISCH“

4, 5. Was kann zu „Drangsal im Fleisch“ führen?

4 Gott sagte zu Beginn der Menschheitsgeschichte: „Ein Mann [wird] seinen Vater und seine Mutter verlassen, und er soll fest zu seiner Frau halten, und sie sollen e i n Fleisch werden“ (1. Mo. 2:24). Das waren Jehovas Worte bei der ersten Eheschließung. Doch da wir heute unvollkommen sind, kann eine Heirat oder die Gründung eines Haushalts das Verhältnis zur Familie belasten (Röm. 3:23). Im Normalfall wird die Autorität der Eltern durch die Autorität des Ehemanns ersetzt; Gott hat ihn zum Haupt seiner Frau bestimmt (1. Kor. 11:3). Einigen Ehemännern und –frauen fällt diese Veränderung nach der Hochzeit schwer. Gemäß der Bibel wird von einer Frau erwartet, die Leitung ihres Mannes statt die ihrer Eltern anzuerkennen. Vielleicht entsteht ein gespanntes Verhältnis zu den Schwiegereltern und belastet die Frischverheirateten.

5 Oft entstehen neue Sorgen, wenn eine Frau ihrem Mann verkündet: „Ich bin schwanger.“ Während und nach der Schwangerschaft mischt sich in die Freude des Paares häufig noch eine gewisse Sorge um die Gesundheit. Auch die Finanzen müssen kurz- und langfristig überdacht werden. Und wenn das Baby da ist, sind weitere Anpassungen nötig. Die Mutter konzentriert ihre Zeit und Aufmerksamkeit nun wahrscheinlich auf das Kind. Dadurch hat sich so mancher Ehemann schon vernachlässigt gefühlt. Doch auf ihn kommen mehr Verantwortung und zusätzliche Pflichten zu, schließlich muss er sich als Vater um ein weiteres Familienmitglied kümmern und es versorgen.

6—8. Warum kann es sehr belasten, wenn der Wunsch nach einem Kind unerfüllt bleibt?

6 Einige Ehepaare beschäftigt etwas ganz anderes. Sie würden so gern Kinder haben, aber die Frau wird nicht schwanger. Das kann die Frau sehr belasten. Nicht nur zu heiraten und Kinder zu bekommen bringt Sorgen mit sich; auch ein unerfüllter Kinderwunsch kann auf seine Art „Drangsal im Fleisch“ bedeuten (Spr. 13:12). In biblischer Zeit galt Kinderlosigkeit vielerorts als Schande. Jakobs Frau Rahel war völlig verzweifelt, weil ihre Schwester Kinder hatte, sie aber nicht (1. Mo. 30:1, 2). Missionare werden in Ländern, wo Großfamilien üblich sind, oft gefragt, warum sie keine Kinder haben. Obwohl sie es logisch und taktvoll erklären, erwidern manche: „Oh, wir beten für euch!“

7 Wie erging es einer Schwester in England, die sich so sehr ein Kind wünschte? Sie hoffte lange vergeblich. Dann kam sie in die Wechseljahre. Wie sie zugab, war sie am Boden zerstört, als ihr bewusst wurde, dass ihr Kinderwunsch in dem gegenwärtigen System nicht mehr in Erfüllung geht. Daraufhin adoptierte sie zusammen mit ihrem Mann ein Kind. Sie sagte: „Ich machte trotzdem eine Zeit der Trauer durch. Ich wusste:  Adoption ist nicht genau das Gleiche, wie ein eigenes Kind zur Welt zu bringen.“

8 Die Bibel spricht davon, dass eine christliche Frau „durch Kindergebären in Sicherheit bleibt“ (1. Tim. 2:15). Damit ist aber nicht gemeint, dass sie ewiges Leben bekommt, nur weil sie Kinder hat. Gemeint ist: Eine Frau, die sich um einen Haushalt und Kinder kümmern muss, neigt nicht so schnell dazu, sich in die Sachen anderer einzumischen oder geschwätzig zu werden (1. Tim. 5:13). Dennoch mag sie in der Ehe oder Familie schwierige Zeiten erleben.

Was kann uns trösten, wenn ein lieber Mensch gestorben ist? (Siehe Absatz 9, 12)

9. Warum ist der Verlust des Ehepartners eine besonders schwere Belastung?

9 Geht es um Belastungen für eine Ehe, übersieht man eine leicht: der Tod eines lieben Menschen. Besonders schwer hat es solche getroffen, die ihren geliebten Ehepartner durch den Tod verloren haben. Damit hat der hinterbliebene Partner im gegenwärtigen System der Dinge womöglich nicht gerechnet. Christen glauben fest an die von Jesus verheißene Auferstehung (Joh. 5:28, 29). Diese Hoffnung gibt dem Trauernden sehr viel Trost. Jehova, unser liebevoller Vater, unterstützt und tröstet uns durch sein Wort. Sehen wir uns nun an, wie einige Diener Jehovas seinen Trost verspürt haben und wie ihnen das geholfen hat.

IN SCHWIERIGEN ZEITEN TROST FINDEN

10. Wie fand Hanna Erleichterung? (Siehe Anfangsbild.)

10 Hanna, die von ihrem Mann Elkana geliebt wurde, hatte ein besonderes Problem. Im Gegensatz zu Peninna, Elkanas anderer Frau, blieb sie kinderlos. (Lies 1. Samuel 1:4-7.) Hanna wurde „Jahr für Jahr“ von Peninna verspottet. Sie erduldete regelrechte Qualen. Auf der Suche nach Erleichterung trug sie Jehova die Sache im Gebet vor. Wir lesen von ihr, dass „sie anhaltend vor Jehova betete“. Sie muss gehofft haben, erhört zu werden. Auf jeden Fall sah „ihr Angesicht . . . nicht mehr besorgt aus“ (1. Sam. 1:12, 17, 18). Sie vertraute darauf, dass Jehova ihre Kinderlosigkeit beenden oder ihr auf andere Weise helfen würde.

11. Wie können wir durch das Gebet Erleichterung finden?

11 Solange wir unvollkommen sind und in diesem von Satan beherrschten System leben, wird es Belastungen und Probleme geben (1. Joh. 5:19). Wie gut zu wissen, dass Jehova „der Gott allen Trostes“ ist! Bei persönlichen Belastungen hilft uns zum Beispiel das Gebet. Hanna schüttete Jehova im Gebet ihr Herz aus. Auch wir sollten Jehova in schweren Zeiten nicht einfach nur sagen, wie wir uns fühlen. Wir sollten zu ihm flehen — in einem innigen, von Herzen kommenden Gebet mit ihm über unsere Gefühle reden (Phil. 4:6, 7).

12. Was half der Witwe Anna, freudig zu sein?

12 Wir können selbst dann Trost finden, wenn wir im Leben eine große Leere verspüren, sei es aufgrund von Kinderlosigkeit oder wegen des Todes eines lieben Menschen. Im 1. Jahrhundert v. u. Z. verlor die Prophetin Anna nach nur sieben Ehejahren ihren Mann. Die Bibel erwähnt nicht, dass sie Kinder hatte. Was tat Anna im Alter von 84 Jahren immer noch? In Lukas 2:37 lesen wir, dass sie „niemals im Tempel fehlte und Nacht und Tag mit Fasten und Flehen heiligen Dienst darbrachte“. Anna fand Trost und Freude darin, Jehova anzubeten.

13. Wie können uns echte Freunde stärken, besonders wenn die eigene Familie nicht für uns da ist? Erzähle ein Beispiel.

 13 Wenn wir eng mit unseren Brüdern und Schwestern verbunden bleiben, finden wir echte Freunde und wahre Gefährten (Spr. 18:24). Paula erinnert sich, wie traurig sie im Alter von fünf Jahren war, als ihre Mutter aufhörte, Jehova zu dienen. Damit fertigzuwerden war nicht leicht. Doch Paula tat es sehr gut, dass Ann, eine Pionierin aus der Versammlung, sich für ihr geistiges Wohl interessierte. Paula erklärt: „Ann war zwar nicht mit mir verwandt, aber sie war aufrichtig an mir interessiert. Das war eine große Hilfe — es half mir, Jehova weiter zu dienen.“ Und sie dient ihm nach wie vor treu — mittlerweile sogar wieder an der Seite ihrer Mutter, was Paula sehr glücklich macht. Auch Ann ist glücklich, weil sie für Paula eine geistige Mutter sein konnte.

14. Welchen Segen erleben wir, wenn wir für andere da sind?

14 An anderen persönlich interessiert zu sein kann uns sogar von belastenden Gefühlen befreien. Schwestern, ob verheiratet oder ledig, empfinden viel Freude dabei, als Mitarbeiter Gottes mit anderen über die gute Botschaft zu sprechen. Sie möchten Gott ehren, indem sie seinen Willen tun. Einige empfinden die Beteiligung am Dienst sogar als eine Art  Therapie. Wenn wir uns für andere interessieren — sei es für die Menschen im Gebiet oder die Brüder in der Versammlung —, tragen wir alle zu einem guten Zusammenhalt in der Versammlung bei (Phil. 2:4). Der Apostel Paulus war darin ein gutes Beispiel. Er wurde den Brüdern in Thessalonich nicht nur wie „eine nährende Mutter“, er war für sie auch ein geistiger Vater. (Lies 1. Thessalonicher 2:7, 11, 12.)

IN DER FAMILIE GUTES TUN

15. Wer ist in erster Linie dafür verantwortlich, Kinder die Wahrheit zu lehren?

15 Wie können wir für Familien eine stärkende Hilfe sein? Gelegentlich werden reife Christen von Neuen gebeten, ihnen zu helfen, den Kindern die Wahrheit zu lehren, oder sogar mit den Kindern zu studieren. Die Hauptverantwortung, Kinder zu lehren und zu schulen, liegt gemäß der Bibel bei den Eltern (Spr. 23:22; Eph. 6:1-4). In einigen Fällen ist die Unterstützung anderer nötig und wird sehr geschätzt. Das befreit Eltern jedoch nicht von ihrer Verantwortung. Sie müssen mit ihrer Familie unbedingt im Gespräch bleiben.

16. Woran sollte man denken, wenn man mit Kindern von anderen studiert?

16 Entscheidet ein Elternteil, dass jemand anders mit den Kindern studiert, sollte der Betreffende nicht die Elternrolle übernehmen. Manchmal wurde ein Verkündiger gebeten, mit einem Kind zu studieren, dessen Eltern nicht an der Wahrheit interessiert waren. Der Verkündiger wird dadurch allerdings nicht zum Vater oder zur Mutter des Kindes — das sollte er berücksichtigen. Außerdem empfiehlt es sich, das Studium entweder bei dem Kind zu Hause durchzuführen, wo die Eltern oder ein anderer reifer Christ zugegen sind, oder an einem geeigneten öffentlichen Ort. So entsteht kein falscher Eindruck. Natürlich ist zu hoffen, dass die Eltern mit der Zeit ihrer von Gott übertragenen Verantwortung nachkommen, in geistiger Hinsicht für ihre Kinder zu sorgen.

17. Welchen guten Einfluss können Kinder in der Familie haben?

17 Jüngere, die Jehova lieben lernen, seinen Weg gehen sowie ihre Eltern respektieren und ihnen zur Hand gehen, können in der Familie viel Gutes bewirken. Auch in geistiger Hinsicht können sie einen guten Einfluss haben. Lamech, ein Nachkomme Seths, lebte vor der Sintflut und war ein Anbeter Jehovas. Über seinen Sohn Noah sagte er: „Dieser wird uns Trost bringen von unserer Arbeit und von unserer Hände Mühsal, die vom Erdboden herrührt, den Jehova verflucht hat.“ Diese Prophezeiung erfüllte sich, als der Fluch, der auf dem Erdboden lastete, aufgehoben wurde (1. Mo. 5:29; 8:21). Auf persönlicherer Ebene können sich Kinder, die an der Wahrheit festhalten, in schweren Zeiten für die Familie als Trost erweisen. Sie können ihr helfen, heutige Belastungen zu ertragen und in Zukunft etwas zu überleben, was die Sintflut in den Schatten stellen wird.

18. Was hilft uns, trotz Schwierigkeiten mutig auszuharren?

18 Millionen finden heute Trost in all ihrer Drangsal, wenn sie beten, über biblische Beispiele nachsinnen und eng mit Jehovas Volk verbunden bleiben. (Lies Psalm 145:18, 19.) Wie sehr es uns doch hilft zu wissen, dass Jehova eine unerschöpfliche Quelle an Trost ist! So können wir trotz aller Schwierigkeiten mutig ausharren — heute und in Zukunft.