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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm — Studienausgabe  |  September 2017

„Das Wort Gottes . . . übt Macht aus“

„Das Wort Gottes . . . übt Macht aus“

„Das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus“ (HEB. 4:12)

LIEDER: 114, 113

1. Warum besteht kein Zweifel daran, dass Gottes Wort Macht ausübt? (Siehe Anfangsbild.)

GOTTES WORT, seine Botschaft an die Menschen, „ist lebendig und übt Macht aus“ (Heb. 4:12). Davon sind wir als Diener Jehovas überzeugt. Viele von uns sind der lebende Beweis dafür, dass die Bibel die Macht hat, einen Menschen zu verändern. Manche haben früher gestohlen, Drogen genommen oder unmoralisch gelebt. Andere hatten in der Welt einen gewissen Erfolg, fühlten sich aber innerlich leer (Pred. 2:3-11). Immer wieder gab es Personen, die hoffnungslos verloren schienen, aber durch die Macht der Bibel den Weg des Lebens finden konnten. Solche Erfahrungen sind im Wachtturm in der Serie „Die Bibel hat ihr Leben verändert“ erschienen und bestimmt haben wir sie mit Interesse gelesen. Aber auch nach der Taufe hilft die Bibel, weiter Fortschritte zu machen.

2. Wie übte Gottes Wort im 1. Jahrhundert Macht aus?

2 Überrascht es uns, dass sich viele durch ein Studium der Bibel von Grund auf ändern? Nein. Denn auch bei den gesalbten Brüdern und Schwestern des 1. Jahrhunderts war  es so. (Lies 1. Korinther 6:9-11.) Der Apostel Paulus nannte verschiedene Arten von Menschen, die Gottes Königreich nicht erben würden, und fügte dann hinzu: „Doch waren das einige von euch.“ Mithilfe der Schriften und des heiligen Geistes hatten sie sich geändert. Aber selbst nachdem sie die Wahrheit angenommen hatten, mussten einige schwerwiegende Probleme überwinden. In der Bibel wird ein Christ des 1. Jahrhunderts erwähnt, der ausgeschlossen werden musste, später aber wieder aufgenommen wurde (1. Kor. 5:1-5; 2. Kor. 2:5-8). Ermuntert es uns nicht, dass unsere Glaubensbrüder mit der Unterstützung von Gottes Wort die unterschiedlichsten Probleme überwinden konnten?

3. Was werden wir nun besprechen?

3 Da Gott uns mit der Bibel so ein machtvolles Werkzeug an die Hand gegeben hat, möchten wir sie bestimmt bestmöglich nutzen (2. Tim. 2:15). Besprechen wir nun, wie wir die Macht des Wortes Gottes noch mehr entfalten können: 1. im eigenen Leben, 2. im Predigtdienst und 3. beim Lehren von der Bühne. Setzen wir die Vorschläge um, werden wir unseren liebevollen himmlischen Vater, der uns zum Nutzen lehrt, noch mehr lieben und schätzen (Jes. 48:17).

IM EIGENEN LEBEN

4. (a) Was ist nötig, damit Gottes Wort etwas in uns bewirken kann? (b) Wie findest du Zeit für das Bibellesen?

4 Gottes Wort kann nur dann etwas in uns bewirken, wenn wir regelmäßig darin lesen, möglichst täglich (Jos. 1:8). Natürlich haben die meisten von uns einen vollen Terminkalender. Trotzdem können wir es uns nicht leisten, dass uns irgendetwas von unserer Gewohnheit, in der Bibel zu lesen, abhält — nicht einmal berechtigte Verpflichtungen. (Lies Epheser 5:15, 16.) Viele waren erfinderisch, um für das tägliche Bibellesen Zeit zu schaffen, sei es zu Beginn oder am Ende eines Tages oder auch zwischendurch. Sie empfinden wie der Psalmist, der schrieb: „Wie liebe ich doch dein Gesetz! Den ganzen Tag befasse ich mich damit“ (Ps. 119:97).

5, 6. (a) Warum ist Nachsinnen wichtig? (b) Wie können wir wirkungsvoll nachsinnen? (c) Was hat es dir schon gebracht, Gottes Wort zu lesen und darüber nachzudenken?

5 Wir sollten aber nicht nur in der Bibel lesen, sondern auch darüber nachdenken (Ps. 1:1-3). Wenn wir das tun, nutzt uns ihre zeitlose Weisheit am meisten. Ob wir Gottes Wort als gedrucktes Buch oder digital lesen: Ziel sollte sein, Gottes Gedanken von der  Seite zu lösen und in unser Herz zu pflanzen.

6 Wann haben wir vom Nachsinnen besonders viel? Einige halten nach einer gelesenen Passage inne und fragen sich: „Was sagt das über Jehova aus? Wie wende ich den enthaltenen Grundsatz schon an? Wo könnte ich mich noch verbessern?“ Denken wir unter Gebet über das Wort Gottes nach. Dann werden wir uns enger an seinen Rat halten, und die Macht des Wortes Gottes kann sich in unserem Leben mehr entfalten (2. Kor. 10:4, 5).

IM PREDIGTDIENST

7. Wie sollten wir Gottes Wort im Dienst gebrauchen?

7 Es ist wichtig, Gottes Wort beim Predigen und Lehren häufig zu verwenden. Ein Bruder drückte es so aus: „Angenommen, du würdest mit Jehova von Haus zu Haus gehen. Würdest nur du reden oder würdest du auch ihn reden lassen?“ Was der Bruder sagen wollte: Wenn wir im Dienst direkt aus Gottes Wort vorlesen, lassen wir Jehova sprechen. Eine gut gewählte Bibelstelle bewirkt wahrscheinlich viel mehr als irgendetwas, was wir sagen könnten (1. Thes. 2:13). Lesen wir im Dienst, wann immer möglich, etwas aus Gottes Wort vor?

8. Warum reicht es nicht, Bibeltexte nur vorzulesen?

8 Natürlich reicht es nicht, Bibeltexte lediglich vorzulesen. Warum nicht? Weil viele die Bibel kaum oder gar nicht verstehen. So war es schon im 1. Jahrhundert (Röm. 10:2). Gehen wir also nicht davon aus, dass jemand einen Vers gleich beim Vorlesen versteht. Weisen wir auf bestimmte Teile des Verses hin, zum Beispiel auf Schlüsselwörter, und erklären wir sie. Das kann  entscheidend dazu beitragen, dass die Botschaft des Wortes Gottes Sinn und Herz unserer Zuhörer erreicht. (Lies Lukas 24:32.)

9. Wie können wir Bibeltexte so einführen, dass Achtung vor der Bibel gefördert wird? Führe ein Beispiel an.

9 Bemühen wir uns außerdem, Bibeltexte so einzuführen, dass die Achtung vor der Bibel gefördert wird. Zum Beispiel: „Sehen wir uns einmal an, wie unser Schöpfer über dieses Thema denkt.“ Zu jemandem, der einer nichtchristlichen Religion angehört, könnten wir sagen: „Interessant ist, was in den Heiligen Schriften dazu steht.“ Ist jemand nicht religiös, könnten wir fragen: „Haben Sie dieses alte Sprichwort schon einmal gehört?“ Wir sehen wirklich jeden Menschen für sich und stimmen unsere Vorgehensweise auf ihn ab (1. Kor. 9:22, 23).

10. (a) Erzähle, was ein Bruder im Dienst erlebt hat. (b) Wie hast du die Macht des Wortes Gottes schon im Dienst gespürt?

10 Viele haben im Dienst schon erlebt, wie nachhaltig sich Gottes Wort auswirken kann. Dazu ein Beispiel: Ein Bruder machte einen Rückbesuch bei einem älteren Herrn, der die Zeitschriften schon seit Jahren las. Statt ihm nur den neuesten Wachtturm anzubieten, las er ihm daraus eine Bibelstelle vor. Es war 2. Korinther 1:3, 4, wo es heißt, dass Jehova der Vater inniger Erbarmungen und der Gott allen Trostes ist, der uns in all unserer Drangsal tröstet. Dem Mann gingen diese Worte sehr nahe und er bat den Bruder, den Vers noch einmal zu lesen. Dann erwähnte der Mann, wie viel Trost er und seine Frau gerade benötigten. Jetzt war sein Interesse an der biblischen Botschaft geweckt. Keine Frage: Gottes Wort übt in unserem Dienst wirklich Macht aus (Apg. 19:20).

BEIM LEHREN VON DER BÜHNE

11. Welche Verantwortung haben Brüder, die von der Bühne lehren?

11 Wir alle besuchen gern unsere Zusammenkünfte und Kongresse, um Jehova anzubeten. Aber wir profitieren auch von der biblischen Unterweisung. Vor einer Zuhörerschaft zu sprechen ist für einen Bruder ein schönes Vorrecht. Gleichzeitig ist es aber auch eine große Verantwortung (Jak. 3:1). Was man von der Bühne lehrt, muss sich immer fest auf Gottes Wort stützen. Wie kann sich dabei die Macht des Wortes Gottes noch mehr entfalten?

12. Wie kann ein Redner die Bibel zur Hauptstütze seines Vortrags machen?

12 Achte darauf, dass die Bibel die Hauptstütze deines Vortrags bildet (Joh. 7:16). Wie gelingt dir das? Nichts sollte die verwendeten Bibelstellen überlagern oder von ihnen ablenken — weder Erfahrungsberichte noch Veranschaulichungen oder die Vortragsweise. Bibelstellen nur vorzulesen ist nicht das Gleiche, wie anhand der Bibel zu lehren. Verwendest du zu viele Bibeltexte, erinnern sich die Zuhörer vielleicht an keinen. Wähle Schlüsseltexte deshalb sorgfältig aus. Nimm dir Zeit, sie zu lesen, zu erklären, zu veranschaulichen und richtig anzuwenden (Neh. 8:8). Stützt sich ein Vortrag auf eine vorgegebene Disposition, dann studiere sie und die angeführten Bibelstellen und überlege, wie beides zusammenhängt. Verwende ausgewählte Bibeltexte, um die einzelnen Punkte in der Disposition zu erklären. (Siehe auch die Lerneinheiten 21  bis 23 des Buches Nutze die Belehrung der Theokratischen Predigtdienstschule.) Was aber am wichtigsten ist: Bitte Jehova um Hilfe, die wertvollen Gedanken seines Wortes den Zuhörern verständlich zu machen. (Lies Esra 7:10; Sprüche 3:13, 14.)

13. (a) Wie wurde eine Schwester in einer Zusammenkunft von der Bibel berührt? (b) Wie haben dich Bibelstellen in den Zusammenkünften schon berührt?

13 Die Bibel beim Lehren von der Bühne zu verwenden kann einen tiefen Eindruck hinterlassen. So war es bei einer Schwester in Australien. Sie hatte als Kind Schlimmes erlebt, sprach aber trotzdem auf die biblische Botschaft an und ließ sich taufen. Allerdings konnte sie sich nur schwer vorstellen, dass Jehova sie liebte. Mit der Zeit änderte sich das. Der Wendepunkt kam, als sie in einer Zusammenkunft einen Bibeltext hörte, der sie sehr berührte. Sie dachte darüber nach und verknüpfte ihn mit anderen Bibeltexten. * Hat dich der Gebrauch der Bibel in Zusammenkünften oder auf Kongressen schon ähnlich berührt? (Neh. 8:12).

14. Wie zeigt sich unsere Wertschätzung für Jehovas Wort?

14 Sind wir Jehova für sein Wort nicht dankbar? Aus Liebe ließ er den Menschen die Bibel nicht nur zukommen. Wie verheißen, bewahrte er sie auch (1. Pet. 1:24, 25). Lesen wir deshalb regelmäßig in Gottes Wort, richten wir uns danach aus und helfen wir anderen damit. So zeigt sich unsere Liebe und Wertschätzung nicht nur für sein kostbares Wort, sondern vor allem für den Autor Jehova.

^ Abs. 13 Siehe Kasten „  ,Ein Wendepunkt‘ “.