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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) SEPTEMBER 2016

Ringe weiter um den Segen Jehovas

Ringe weiter um den Segen Jehovas

„Du hast mit Gott und mit Menschen gestritten, sodass du zuletzt die Oberhand gewonnen hast“ (1. MO. 32:28)

LIEDER: 60, 38

1, 2. Womit haben Jehovas Diener zu kämpfen?

SEIT Abel, dem ersten treuen Menschen, haben loyale Anbeter Jehovas einen Kampf zu führen. Wie der Apostel Paulus den Hebräerchristen schrieb, hatten sie „einen großen Kampf unter Leiden“ erduldet, um Jehovas Gunst und Segen zu erlangen (Heb. 10:32-34). Er verglich den Kampf von Christen mit Wettkämpfen griechischer Athleten, wie dem Ringkampf, Boxkampf und Wettlauf (Heb. 12:1, 4). Heute befinden wir uns im Wettlauf um das Leben. Wir müssen uns Gegnern stellen, die uns ablenken, zu Fall bringen und außer Gefecht setzen wollen. Außerdem möchten sie uns die Freude und künftige Belohnungen rauben.

2 Wir führen einen erbitterten Ringkampf gegen Satan und seine böse Welt (Eph. 6:12). Es ist daher sehr wichtig, uns nicht von den „starken Verschanzungen“ der Welt beeinflussen zu lassen. Dazu zählen ihre Lebensanschauungen, Irrlehren und schädlichen Praktiken wie sexuelle Unmoral, Tabakkonsum sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch. Außerdem  müssen wir ständig gegen Schwächen und Entmutigung ankämpfen (2. Kor. 10:3-6; Kol. 3:5-9).

3. Wie trainiert uns Gott für unseren Kampf?

3 Ist es überhaupt möglich, solche mächtigen Gegenspieler zu besiegen? Ja, aber nicht ohne Kampf. Paulus spielte auf Boxer seiner Zeit an und sagte dann von sich: „Ich führe meine Schläge so, dass ich nicht die Luft schlage“ (1. Kor. 9:26). Genau wie Boxer die Schläge des Gegners abwehren, müssen auch wir unsere Feinde abwehren. Jehova steht uns als Trainer in diesem Kampf zur Seite. Er stellt uns in seinem Wort lebensrettende Anweisungen zur Verfügung und leitet uns durch biblische Veröffentlichungen sowie Zusammenkünfte und Kongresse an. Fragen wir uns: „Setze ich um, was ich lerne?“ Falls nicht, wäre es so, als würden wir „die Luft schlagen“ und uns nicht mit ganzer Kraft dem Gegner widersetzen.

4. Wie können wir vermeiden, vom Bösen besiegt zu werden?

4 Unsere Gegner greifen uns an, wenn wir es am wenigsten erwarten. Und wenn wir am Boden sind, dann treten sie noch nach uns. Wir müssen also ständig wachsam bleiben. Die Bibel warnt uns: „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse stets mit dem Guten“ (Röm. 12:21). Die Aufforderung, uns „nicht vom Bösen besiegen“ zu lassen, macht deutlich: Wir können das Böse besiegen. Wie schaffen wir das? Wir müssen weiterkämpfen. Würden wir die Deckung aufgeben, also unachtsam werden und die Hände sinken lassen, könnten uns Satan, seine böse Welt oder unsere Schwächen bezwingen. Lassen wir uns von Satan nie so weit einschüchtern, dass wir uns geschlagen geben! (1. Pet. 5:9).

5. (a) Was hilft uns, weiterhin um Gottes Segen zu ringen? (b) Welche biblischen Personen werden wir nun betrachten?

5 Wenn wir im Kampf erfolgreich sein wollen, dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, warum wir kämpfen. Um Gottes Gunst und Segen zu erlangen, sollten wir an die Zusicherung in Hebräer 11:6 denken: „Wer sich Gott naht, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird.“ Das griechische Verb, das mit „ernstlich suchen“ übersetzt wird, deutet auf Intensität und Anstrengung hin (Apg. 15:17). Die Bibel berichtet von Männern und Frauen, die um den Segen Jehovas rangen. Jakob, Rahel, Joseph und Paulus sahen sich Situationen gegenüber, die emotional oder körperlich aufreibend waren. Wie ihr Beispiel zeigt, lohnt sich Ausdauer. Wie können wir diese vier außergewöhnlichen Kämpfer nachahmen?

BEHARRLICHKEIT WIRD GESEGNET

6. Was half Jakob, beharrlich zu sein, und wie wurde er dafür belohnt? (Siehe Anfangsbild.)

6 Jakob kämpfte beharrlich, weil er Jehova liebte, geistige Dinge schätzte und fest auf die Zusicherung Jehovas vertraute, seine Nachkommen zu segnen (1. Mo. 28:3, 4). Das erklärt, warum er mit fast 100 Jahren alles daransetzte, um von Gott gesegnet zu werden. Er rang sogar mit einem mächtigen Engel in Menschengestalt. (Lies 1. Mose 32:24-28.) Natürlich hatte Jakob nicht die nötige Kraft und Ausdauer, um mit einem Engel zu kämpfen! Aber er war ein sehr entschlossener Kämpfer und bewies, dass er sich von seinem Vorhaben nicht abbringen ließ. Er erhielt daher den passenden Namen Israel, was „Streiter (Beharrender) mit Gott“ oder „Gott streitet“ bedeutet. Jakob bekam schließlich die  Belohnung, die auch wir haben möchten: Jehovas Gunst und Segen.

7. (a) Mit welcher schwierigen Situation musste Rahel fertigwerden? (b) Wie gelang es ihr, nicht aufzugeben, und wie wurde sie schließlich belohnt?

7 Jakobs geliebte Frau Rahel war genauso entschlossen. Sie brannte darauf zu erfahren, wie Jehova sein Versprechen ihrem Mann gegenüber wahr machen würde. Doch es gab ein scheinbar unüberwindbares Hindernis — sie hatte keine Kinder. Das war damals eine Schande. Rahel musste also mit entmutigenden Umständen fertigwerden, auf die sie keinen Einfluss hatte. Woher nahm sie die nötige emotionale und körperliche Kraft? Sie gab die Hoffnung nicht auf, sondern kämpfte weiter, während sie noch inniger betete. Jehova erhörte Rahels von Herzen kommendes Flehen und belohnte sie schließlich mit Kindern. Bei allem, was Rahel durchmachte, kann man gut verstehen, dass sie einmal freudig ausrief: „Unter mühevollem Ringen habe ich . . . gerungen. Ich bin auch als Gewinner hervorgegangen!“ (1. Mo. 30:8, 20-24).

8. Was setzte Joseph sehr zu, und warum ist er ein gutes Beispiel für uns?

8 Die Beharrlichkeit von Jakob und Rahel wirkte sich zweifelsohne nachhaltig auf ihren Sohn Joseph aus. Ihr Beispiel hatte Einfluss darauf, wie er mit eigenen Glaubensprüfungen umging. Mit nur 17 Jahren wurde Josephs Leben völlig auf den Kopf gestellt: Aus Eifersucht verkauften ihn seine Brüder in die Sklaverei und später erduldete er in Ägypten ungerechterweise eine jahrelange Gefängnisstrafe (1. Mo. 37:23-28; 39:7-9, 20, 21). Joseph ließ sich dadurch nicht entmutigen, noch ließ er aus Verbitterung Rachegefühle aufkommen. Stattdessen richtete er Herz und Sinn auf sein enges Verhältnis zu Jehova (3. Mo. 19:18; Röm. 12:17-21). Josephs Beispiel ist uns eine Hilfe. Vielleicht hatten wir eine schwere Kindheit oder unsere gegenwärtigen Umstände scheinen hoffnungslos zu sein. Kämpfen wir trotzdem beharrlich weiter. Dann können wir uns sicher sein: Jehova wird uns segnen! (Lies 1. Mose 39:21-23.)

9. Wozu sollten wir entschlossen sein, wenn wir an Jakob, Rahel und Joseph denken?

9 Denke einmal an eine Situation, die für dich eine Prüfung darstellt. Vielleicht wirst du mit Ungerechtigkeit, Vorurteilen oder Spott konfrontiert. Oder du wirst fälschlicherweise von jemandem beschuldigt, vielleicht aus Eifersucht. Statt aufzugeben, erinnere dich daran, was Jakob, Rahel und Joseph half, Jehova weiter freudig zu dienen. Weil sie ihre tiefe Wertschätzung für geistige Dinge nicht verloren, wurden sie von Gott gestärkt und gesegnet. Sie hörten nicht auf zu kämpfen und gemäß ihren aufrichtigen Gebeten zu handeln. Wir leben kurz vor dem Ende des bösen Systems der Dinge und müssen deshalb unbedingt an unserer sicheren Hoffnung festhalten. Strengst du dich an, Jehovas Gunst zu erlangen, ringst du sozusagen darum?

RINGE UM SEGEN

10, 11. (a) Womit kämpfen einige, um Gottes Segen zu erlangen? (b) Wie können wir die richtigen Entscheidungen treffen und den Kampf gegen Entmutigung und Ablenkungen gewinnen?

10 Unter welchen Umständen ist es nötig, um Gottes Segen zu ringen? Viele kämpfen gegen eine Schwäche. Andere müssen sich sehr anstrengen, eine positive Einstellung zum Dienst zu haben. Und manchen fällt es vielleicht schwer auszuharren, weil sie gesundheitliche Probleme haben oder sich einsam fühlen.  Vergessen wir auch die nicht, die innerlich damit zu kämpfen haben, jemandem zu vergeben. Unabhängig davon, wie lange wir Jehova schon dienen: Wir alle müssen gegen Dinge kämpfen, die unseren Dienst für Gott behindern. Das bleibt bei Jehova nicht unbemerkt.

Ringst du um den Segen Gottes? (Siehe Absatz 10, 11)

11 Es kann wirklich ein Kampf sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen und ein Leben als Christ zu führen — vor allem dann, wenn uns unser verräterisches Herz in die entgegengesetzte Richtung zieht (Jer. 17:9). Solltest du merken, dass du irgendwie zum Negativen beeinflusst wurdest, bete auf jeden Fall um heiligen Geist! Das Gebet und der heilige Geist werden dir Kraft geben, weiter an dem festzuhalten, was richtig ist und was Jehova segnen kann. Handle entsprechend deinen Gebeten. Bemühe dich, jeden Tag in der Bibel zu lesen und plane regelmäßig Zeit für das persönliche Studium und das Familienstudium ein. (Lies Psalm 119:32.)

12, 13. Was half einem Bruder und einer Schwester, schlechte Wünsche zu bekämpfen?

12 Es gibt viele, denen Gottes Wort, sein Geist und unsere Veröffentlichungen geholfen haben, schlechte Wünsche zu bekämpfen. Ein Teenager las den Artikel „Wie kann man unrechten Begierden widerstehen?“ im Erwachet! vom 8. Dezember 2003. Wie reagierte er darauf? „Ich habe mit verkehrten Gedanken zu kämpfen. Als ich im Artikel las: ‚Bei vielen Menschen ist der Kampf gegen unrechte Begierden besonders hart‘, fühlte ich mich als Teil der Bruderschaft. Ich hatte  das Gefühl, nicht allein zu sein.“ Er las außerdem den Artikel „Billigt Gott alternative Lebensformen?“ im Erwachet! vom 8. Oktober 2003. Ihm fiel auf, dass gesagt wurde, der Kampf wäre für einige wie „ein Dorn im Fleisch“ (2. Kor. 12:7). Wer weiterkämpft und sich an Jehovas Maßstäbe hält, kann voller Zuversicht in die Zukunft blicken. Der Bruder sagt: „Deshalb sage ich mir jeden Tag aufs Neue: ‚Ich kann es schaffen!‘ Ich bin Jehova sehr dankbar, dass er uns durch seine Organisation hilft, in diesem bösen System Tag für Tag treu zu bleiben.“

13 Betrachten wir auch die Erfahrung einer Schwester in den Vereinigten Staaten. Sie schreibt: „Ich danke euch für die passende geistige Speise zur rechten Zeit. Oft fühle ich mich, als wären die Artikel genau auf mich zugeschnitten. Seit Jahren verspüre ich den starken Wunsch nach etwas, das Jehova hasst, und kämpfe dagegen an. Manchmal möchte ich am liebsten verzweifelt aufgeben. Ich weiß, dass Jehova gütig und zum Vergeben bereit ist. Aber weil ich diesen falschen Wunsch habe und ihn nicht tief in meinem Innern hasse, denke ich oft, dass ich der Hilfe Jehovas nicht würdig bin. Dieser permanente Kampf berührt jeden Bereich meines Lebens. . . . Nachdem ich den Artikel ‚Hast du ein Herz, Jehova zu erkennen?‘ im Wachtturm vom 15. März 2013 gelesen hatte, wusste ich, dass Jehova mir wirklich helfen will.“

14. (a) Wie dachte Paulus über seinen inneren Kampf? (b) Wie können wir erfolgreich gegen Schwächen ankämpfen?

14 Lies Römer 7:21-25. Paulus wusste aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, gegen verkehrte Wünsche und Schwächen anzukämpfen. Doch er war voller Zuversicht, dass er seinen inneren Kampf gewinnen konnte, wenn er sich im Gebet vertrauensvoll auf Jehova stützte und seinen Glauben an das Loskaufsopfer Jesu unter Beweis stellte. Wie steht es mit uns? Auch wir können den Kampf gegen unsere Schwächen gewinnen. Das gelingt uns, wenn wir Paulus nachahmen, an das Lösegeld glauben und völlig auf Jehova vertrauen statt auf unsere eigene Kraft.

15. Wie hilft uns das Gebet, in Glaubensprüfungen treu zu bleiben?

15 Manchmal lässt Gott Situationen zu, in denen wir zeigen können, wie ernst es uns mit etwas ist. Angenommen, man selbst oder ein Angehöriger wird schwer krank oder wird ungerecht behandelt. Wenn wir ganz auf Jehova vertrauen, werden wir ihn inständig um Kraft bitten, damit wir treu bleiben können und nicht die Freude und das geistige Gleichgewicht verlieren (Phil. 4:13). Wie die Erfahrung vieler — sowohl in den Tagen des Paulus als auch heute — zeigt, erneuert das Gebet unsere Kraft und stärkt unser Vertrauen, sodass wir weiter ausharren können.

RINGE WEITER UM SEGEN

16, 17. Wozu bist du entschlossen?

16 Der Teufel würde liebend gern sehen, wie du aufgibst und deine Hände mutlos sinken lässt. Sei entschlossen, an dem festzuhalten, „was vortrefflich ist“ (1. Thes. 5:21). Vertraue darauf: Du kannst den Kampf gegen Satan, gegen seine böse Welt und gegen schlechte Neigungen gewinnen, wenn du dich völlig auf Gottes Fähigkeit verlässt, dich zu stärken (2. Kor. 4:7-9; Gal. 6:9).

17 Kämpfe auf alle Fälle weiter! Gib nicht auf! Halte durch! Vertraue fest darauf, dass Jehova Segen über dich ausschütten wird, „bis kein Bedarf mehr ist“ (Mal. 3:10).