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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm — Studienausgabe  |  November 2017

Lass dir von nichts und niemand den Siegespreis nehmen

Lass dir von nichts und niemand den Siegespreis nehmen

„Lasst euch nicht um den Siegespreis bringen“ (KOL. 2:18)

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1, 2. (a) Auf welchen Siegespreis freuen sich Gottes Diener? (b) Wie können wir unseren Blick auf den Preis gerichtet halten? (Siehe Anfangsbild.)

WIE der Apostel Paulus, so haben geistgesalbte Christen heute die wunderbare Aussicht auf den „Preis der Berufung Gottes nach oben“ (Phil. 3:14). Sie freuen sich darauf, mit Jesus Christus in seinem Königreich im Himmel zu dienen und mit ihm die Menschheit zur Vollkommenheit zu führen (Offb. 20:6). Was für eine schöne Zukunft! Den anderen Schafen steht etwas anderes in Aussicht. Sie freuen sich auf ewiges Leben auf der Erde — ein Siegespreis, der sie glücklich macht (2. Pet. 3:13).

2 Paulus wollte anderen Gesalbten helfen, treu zu bleiben und den Preis zu erlangen. Er bat sie eindringlich: „Haltet euren Sinn auf die Dinge droben gerichtet“ (Kol. 3:2). Sie sollten die kostbare Hoffnung auf ihr Erbe im Himmel nicht aus den Augen verlieren (Kol. 1:4, 5). Das Gleiche trifft natürlich auf Diener Gottes zu, die auf ewiges Leben auf der  Erde hoffen: Wer über die zukünftigen Segnungen nachdenkt, kann sich besser auf den Siegespreis konzentrieren (1. Kor. 9:24).

3. Auf welche Gefahren machte Paulus Mitchristen aufmerksam?

3 Paulus machte Mitchristen auf Gefahren aufmerksam, die sie um den Siegespreis bringen könnten. Er warnte die Kolosser beispielsweise vor falschen Christen — Christen, die Gott dadurch gefallen wollten, dass sie sich an das mosaische Gesetz hielten, statt an Christus zu glauben (Kol. 2:16-18). Die Gefahren, die Paulus beschrieb, können auch uns um den Siegespreis bringen. Er erklärte, wie es einem gelingt, unmoralischen Wünschen zu widerstehen, und wie man mit Problemen unter Brüdern und in der Familie umgehen kann. Besprechen wir jetzt einige seiner liebevollen und wertvollen Hinweise aus dem Kolosserbrief.

UNMORALISCHE WÜNSCHE IM KEIM ERSTICKEN

4. Warum können uns unmoralische Wünsche um den Siegespreis bringen?

4 Nachdem Paulus die Brüder an ihre wunderbare Hoffnung erinnert hatte, schrieb er: „Ertötet daher die Glieder eures Leibes, die auf der Erde sind, in Bezug auf Hurerei [oder: sexuelle Unmoral], Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht“ (Kol. 3:5). Unmoralische Wünsche können sehr mächtig sein und uns nicht nur das Verhältnis zu Jehova kosten, sondern auch unsere Hoffnung. Ein Bruder, der sich von unmoralischen Wünschen überwältigen ließ, aber wieder zur Versammlung zurückkehrte, sagte: „Was mich wegzog, war so stark, dass ich erst aufwachte, als es schon zu spät war.“

5. Wie können wir uns in gefährlichen Situationen schützen?

5 Unter bestimmten Umständen muss man besonders darauf achten, Jehovas Moralvorstellungen nicht über Bord zu werfen. Beispielsweise ist es für Pärchen klug, gleich klare Grenzen zu setzen, was Berührungen, das Küssen oder das Alleinsein als Paar betrifft (Spr. 22:3). Auch auf Geschäftsreisen oder in der Zusammenarbeit mit jemandem vom anderen Geschlecht kann die moralische Standfestigkeit auf die Probe gestellt werden (Spr. 2:10-12, 16). Gib dich in solchen Situationen als Zeuge Jehovas zu erkennen und verhalte dich entsprechend. Bedenke, dass sich Flirten verheerend auswirken kann. Besonders vorsichtig muss man sein, wenn man sich nicht gut fühlt, traurig oder einsam ist. Womöglich sehnt man sich genau dann nach Liebe. Der Wunsch nach Zuneigung könnte so groß werden, dass jede Aufmerksamkeit willkommen ist — von wem auch immer. Falls es dir einmal so ergeht, dann bitte Jehova und deine Brüder um Hilfe, damit du nicht den Siegespreis verlierst. (Lies Psalm 34:18; Sprüche 13:20.)

6. Was gibt es beim Thema Unterhaltung zu bedenken?

6 Unmoralische Wünsche im Keim zu ersticken heißt, sich gegen unmoralische Unterhaltung zu entscheiden. Vieles von dem, was die Unterhaltungsindustrie anbietet, erinnert an Sodom und Gomorra (Jud. 7). Produzenten verbreiten ihre Moralvorstellungen und stellen sexuelle Unmoral als normal hin, so als hätte sie keinerlei Folgen. Wir dürfen nicht gleichgültig werden und uns wahllos von allem unterhalten lassen. Entscheiden wir uns für Inhalte, die uns nicht daran hindern, den Preis des Lebens zu erlangen (Spr. 4:23).

 „KLEIDET EUCH MIT“ LIEBE UND GÜTE

7. Welche Probleme kann es in der Versammlung geben?

7 Wir alle gehören gern zur Christenversammlung. Uns in den Zusammenkünften mit der Bibel zu befassen und liebevoll füreinander da zu sein hilft uns, den Blick auf den Preis gerichtet zu halten. Trotzdem führen Missverständnisse manchmal zu Spannungen. Ungelöste Probleme führen schnell zu Verbitterung. (Lies 1. Petrus 3:8, 9.)

8, 9. (a) Welche Eigenschaften helfen uns, den Siegespreis zu gewinnen? (b) Wie können wir den Frieden bewahren, wenn uns jemand verletzt?

8 Wie können wir verhindern, dass Verbitterung uns den Siegespreis raubt? Paulus forderte die Kolosser auf: „Kleidet euch . . . als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut. Fahrt fort, einander zu ertragen und einander bereitwillig zu vergeben, wenn jemand Ursache zu einer Klage gegen einen anderen hat. So, wie Jehova euch bereitwillig vergeben hat, so tut auch ihr. Außer allen diesen Dingen aber kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit“ (Kol. 3:12-14).

9 Liebe und Güte erleichtern es, einander zu vergeben. Angenommen, ein Bruder verletzt uns. Überlegen wir dann doch einmal, was wir schon Verletzendes gesagt oder getan haben. Schätzen wir es nicht, dass unsere Brüder und Schwestern aus Liebe und Freundlichkeit darüber hinweggesehen haben? (Lies Prediger 7:21, 22.) Vor allem sind wir aber Christus dankbar, der in seiner Güte wahre Anbeter vereint (Kol. 3:15). Wir alle lieben den gleichen Gott, predigen die gleiche Botschaft und kämpfen oft mit den gleichen Problemen. Wenn wir gern vergeben, tragen wir zur christlichen Einheit bei und halten unseren Blick auf den Preis des Lebens gerichtet.

10, 11. (a) Warum ist Eifersucht gefährlich? (b) Wie können wir verhindern, dass wir durch Eifersucht die Belohnung verlieren?

10 Wie biblische Beispiele zeigen, kann uns auch Eifersucht um den Siegespreis bringen. Kain war auf seinen Bruder Abel eifersüchtig und erschlug ihn. Korah, Dathan und Abiram wurden auf Moses eifersüchtig und rebellierten gegen ihn. Und König Saul war auf Davids Erfolg eifersüchtig und versuchte, ihn zu töten. Nicht umsonst lesen wir in Gottes Wort: „Wo es Eifersucht und Streitsucht gibt, da gibt es Unordnung und alles Schlechte“ (Jak. 3:16).

11 Was können wir tun, um nicht eifersüchtig zu werden? Bemühen wir uns, liebevoll und gütig zu sein. In der Bibel heißt es: „Die Liebe ist langmütig und gütig. Die Liebe ist nicht eifersüchtig“ (1. Kor. 13:4). Versuchen wir, unsere Brüder und Schwestern in der Versammlung wie Jehova als Teil eines Körpers zu sehen. Das stärkt unser Zusammengehörigkeitsgefühl. In der Bibel lesen wir: „Wenn einem Glied Herrlichkeit zuteilwird, freuen sich alle anderen Glieder mit“ (1. Kor. 12:16-18, 26). Erleben andere etwas Schönes, wollen wir uns mit ihnen mitfreuen und nicht eifersüchtig sein. So war es auch bei Jonathan, dem Sohn von König Saul. Er war nicht eifersüchtig, als David Thronfolger wurde, sondern machte ihm Mut (1. Sam. 23:16-18). Können wir gütig und liebevoll wie Jonathan sein?

 ALS FAMILIE DEN PREIS GEWINNEN

12. Welcher Rat aus der Bibel hilft Familien, den Siegespreis zu gewinnen?

12 Was hilft einer Familie, glücklich und friedlich zusammenzuleben und den Siegespreis zu gewinnen? Biblische Grundsätze. Paulus riet Familien in Kolossä: „Ihr Frauen, seid euren Männern untertan, wie es sich schickt im Herrn. Ihr Männer, liebt eure Frauen weiterhin, und lasst euch nicht gegen sie erbittern. Ihr Kinder, seid euren Eltern in allem gehorsam, denn das ist wohlgefällig im Herrn. Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht, damit sie nicht mutlos werden“ (Kol. 3:18-21). Dieser von Gott inspirierte Rat für Ehemänner, Ehefrauen und Kinder ist bestimmt nach wie vor wertvoll.

13. Wie könnte eine Schwester ihren Mann für die Wahrheit gewinnen?

13 Bist du eine Schwester in einem religiös geteilten Haus und findest, dass dein Mann dich nicht richtig behandelt? Würdest du die Situation verbessern, wenn du ihm ärgerlich vorwirfst, wie schlecht er sich verhält? Vielleicht gewinnst du den Streit. Aber gewinnst du deinen Mann damit für die Wahrheit? Wohl kaum. Respektierst du ihn dagegen als Familienoberhaupt, trägst du zum Familienfrieden bei, ehrst Jehova und gewinnst deinen Mann womöglich für die Wahrheit. Vielleicht  erlangt ihr dann beide den Siegespreis. (Lies 1. Petrus 3:1, 2.)

14. Was sollte ein Bruder tun, wenn seine Frau, die keine Schwester ist, ihn nicht respektiert?

14 Bist du ein Bruder in einem religiös geteilten Haus und möchtest von deiner Frau mehr respektiert werden? Würde es helfen, laut zu werden und ihr so zu zeigen, wer der Herr im Haus ist? Auf keinen Fall! Gott erwartet von dir, dich an Jesus zu orientieren und als Familienoberhaupt liebevoll zu sein (Eph. 5:23). Jesus, das Haupt der Versammlung, ist liebevoll und geduldig (Luk. 9:46-48). Nimmt sich ein Mann Jesus zum Vorbild, gewinnt er seine Frau vielleicht für die Wahrheit.

15. Woran zeigt sich, dass ein christlicher Mann seine Frau liebt?

15 Ehemänner werden aufgefordert: „Liebt eure Frauen weiterhin, und lasst euch nicht gegen sie erbittern“ (Kol. 3:19). Ein liebevoller Mann ehrt seine Frau, wenn er ihr zuhört und sie wissen lässt, dass er schätzt, was sie sagt (1. Pet. 3:7). Natürlich kann er nicht immer auf ihre Wünsche eingehen. Doch seine Entscheidungen fallen oft ausgeglichener aus, wenn er sich mit ihr bespricht (Spr. 15:22). Er versucht sich den Respekt seiner Frau zu verdienen und fordert ihn nicht ein. Liebt er seine Frau und die Kinder, werden sie als Familie eher Jehova freudig dienen und den Preis des Lebens gewinnen.

Was kann eine Familie tun, damit sie nicht um den Siegespreis gebracht wird? (Siehe Absatz 13—15)

IHR JUNGEN LEUTE — LASST EUCH NICHT DEN SIEGESPREIS NEHMEN!

16, 17. Wie kannst du es als junger Mensch vermeiden, dich zu sehr über deine Eltern zu ärgern?

16 Bist du ein Teenager? Meinst du, dass deine Eltern dich nicht verstehen und zu streng sind? Vielleicht zweifelst du sogar daran, dass Jehova zu dienen wirklich der beste Lebensweg ist. Aber was wäre, wenn du die Wahrheit aufgibst? Schon bald würdest du merken, dass niemand aufrichtiger an dir interessiert ist als deine gottesfürchtigen Eltern und deine Versammlung.

17 Stell dir vor, deine Eltern ließen dir alles durchgehen. Würdest du dich dann nicht fragen, ob du ihnen wirklich etwas bedeutest? (Heb. 12:8). Vielleicht stört dich aber auch, wie sie dich erziehen. Ärgere dich nicht darüber, sondern überlege, warum sie etwas sagen oder tun. Versuche, bei Kritik ruhig zu bleiben und nicht überzureagieren. Gottes Wort sagt: „Wer seine Reden zurückhält, besitzt Erkenntnis, und ein Mann von Unterscheidungsvermögen [bleibt gelassen]“ (Spr. 17:27). Nimm dir vor, ein reifer Mensch zu werden — jemand, der sich einen Rat in Ruhe anhört und sich überlegt, wie ihn der Rat weiterbringt, statt sich darauf zu konzentrieren, wie er ihm gegeben wurde (Spr. 1:8). Es ist ein Segen, Eltern zu haben, die Jehova lieben. Sie wollen dir ganz bestimmt helfen, den Preis des Lebens zu gewinnen.

18. Warum hast du fest vor, den Blick auf den Preis gerichtet zu halten?

18 Wir freuen uns sehr auf den Siegespreis — ob unvergängliches Leben im Himmel oder ewiges Leben auf der paradiesischen Erde. Kein Geringerer als unser Schöpfer verspricht uns diese Zukunft. Gott sagt über das Paradies: „Die Erde wird bestimmt erfüllt sein mit der Erkenntnis Jehovas“ (Jes. 11:9). Dann wird jeder auf der Erde Jehova kennen. Bestimmt lohnt es sich, auf diesen Preis hinzuarbeiten. Konzentrieren wir uns also auf das, was Jehova versprochen hat, und lassen wir uns den Siegespreis von nichts und niemand nehmen!