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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm — Studienausgabe  |  November 2016

Ein Wort, das so viel bedeutete!

Ein Wort, das so viel bedeutete!

„FRAU.“ So sprach Jesus manchmal jemand vom anderen Geschlecht an. Als er beispielsweise eine Kranke heilte, die 18 Jahre zusammengekrümmt war, sagte er: „Frau, du bist von deiner Schwäche befreit“ (Luk. 13:10-13). Diese Anrede, die in biblischer Zeit üblich war und als höflich galt, gebrauchte Jesus sogar für seine eigene Mutter (Joh. 19:26; 20:13). Es gab aber noch ein anderes Wort, das nicht nur Höflichkeit ausdrückte: „Tochter“.

In Verbindung mit bestimmten Frauen taucht in der Bibel dieses besonders freundliche und sanfte Wort auf. Jesus gebrauchte es, als er mit einer Frau sprach, die 12 Jahre an Blutungen gelitten hatte. Die Art, wie sie sich Jesus näherte, stand eigentlich im Widerspruch zu Gottes Gesetz, das besagte, jemand in ihrem Zustand sei unrein. Eigentlich hätte sie sich von anderen getrennt halten sollen (3. Mo. 15:19-27). Doch sie war verzweifelt. „Sie war von vielen Ärzten vielen Schmerzen ausgesetzt worden und hatte ihr ganzes Vermögen verbraucht, und es hatte ihr nichts genützt, sondern es war eher schlimmer geworden“ (Mar. 5:25, 26).

Die Frau bewegte sich unauffällig durch die Menschenmenge, näherte sich Jesus von hinten und berührte die Fransen seines Gewandes. Augenblicklich kam die Blutung zum Stillstand. Die Frau hatte gehofft, unbemerkt zu bleiben, doch Jesus fragte: „Wer ist es gewesen, der mich angerührt hat?“ (Luk. 8:45-47). Jetzt fiel die „furchterfüllte und zitternde“ Frau vor Jesus nieder „und sagte ihm die ganze Wahrheit“ (Mar. 5:33).

Um die Frau zu beruhigen, erwiderte Jesus ihr freundlich: „Fasse Mut, Tochter“ (Mat. 9:22). Bibelgelehrten zufolge können die hebräischen und griechischen Wörter für „Tochter“ ein Ausdruck von „Freundlichkeit und Güte“ sein. Jesus sprach der Frau weiter beruhigend zu: „Dein Glaube hat dich gesund gemacht. Geh hin in Frieden, und sei von deiner lästigen Krankheit geheilt“ (Mar. 5:34).

Auch der vermögende Israelit Boas gebrauchte die Anrede „Tochter“, und zwar für die Moabiterin Ruth. Sie sammelte auf dem Feld eines ihr unbekannten Mannes Gerste und war verunsichert. Daraufhin sprach Boas Ruth mit „meine Tochter“ an und forderte sie auf, weiter auf seinen Feldern Nachlese zu halten. Ruth fiel vor Boas nieder und fragte, warum er zu einer Ausländerin so freundlich sei. Daraufhin redete er ihr gut zu mit den Worten: „Es ist mir ein eingehender Bericht erstattet worden über alles, was du an deiner Schwiegermutter [der Witwe Noomi] . . . getan hast . . . Möge Jehova deine Handlungsweise belohnen“ (Ruth 2:8-12).

Jesus und Boas sind für Älteste heute wirklich ein gutes Beispiel. Vielleicht sprechen zwei Älteste mit einer Schwester, die biblischen Rat und Ermunterung benötigt. Beten die beiden um Jehovas Leitung und hören ihr aufmerksam zu, können sie die Schwester mit Gottes Wort stärken und trösten (Röm. 15:4).

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