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Jehovas Zeugen

Deutsch

DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) MÄRZ 2016

Stärke die Einheit unter Gottes Volk!

Stärke die Einheit unter Gottes Volk!

„Durch ihn wird der ganze Leib zu einer Einheit. Und jeder Teil erfüllt seine besondere Aufgabe“ (EPH. 4:16, Begegnung fürs Leben)

LIEDER: 53, 107

1. Wodurch zeichnen sich Gottes Diener von jeher aus?

ZWISCHEN Jehova und Jesus, seiner ersten Schöpfung, hat schon immer Einheit geherrscht. Als personifizierte Weisheit bestätigte Gottes Sohn das: „Da wurde ich neben . . . [Jehova] zum Werkmeister, und ich wurde der, den er Tag für Tag besonders lieb hatte“ (Spr. 8:30). Vater und Sohn arbeiteten Hand in Hand und so entstand die Vielfalt des Lebens, die wir heute beobachten können. Auch Gottes Diener haben sich seit jeher durch Zusammenarbeit ausgezeichnet — zum Beispiel, als Noah die Arche baute. Oder als die Stiftshütte in der Wildnis auf- oder abgebaut und transportiert werden musste. Ein harmonisches Miteinander war auch im Tempel bei der Musik und beim Gesang zum Lobpreis Jehovas wichtig. Ja, bei alldem war gute Zusammenarbeit entscheidend (1. Mo. 6:14-16, 22; 4. Mo. 4:4-32; 1. Chr. 25:1-8).

2. (a) Wodurch zeichnete sich die frühe Christenversammlung aus? (b) Auf welche Frage geht der Artikel ein?

2 Auch die frühe Christenversammlung arbeitete unter ihrem Haupt, Jesus Christus, zusammen. Sie wurde vom Apostel  Paulus als „ein Leib“ beschrieben, selbst wenn einzelne gesalbte Christen nicht nur unterschiedliche „Gaben“, sondern auch verschiedene „Dienstämter“ hatten, und der Geist auf unterschiedliche Weise in ihnen wirkte. (Lies 1. Korinther 12:4-6, 12.) Und wie sieht es heute aus? Wie können wir sowohl beim Predigen als auch in der Versammlung und in der Familie harmonisch zusammenarbeiten?

BEIM PREDIGEN ZUSAMMENARBEITEN

3. Was sah Johannes in einer Vision?

3 Gegen Ende des 1. Jahrhunderts sah der Apostel Johannes in einer Vision sieben Engel, die jeweils eine Trompete bliesen. Als der fünfte seine Trompete blies, sah Johannes „einen Stern“ vom Himmel auf die Erde fallen. Der „Stern“ hatte einen Schlüssel, mit dem er einen Abgrund öffnete. Dichter Rauch stieg aus dem Abgrund und aus dem Rauch strömte ein Heuschreckenschwarm. Doch statt über die Pflanzen herzufallen, stürzte er sich nur auf „Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn haben“ (Offb. 9:1-4). Zweifellos wusste Johannes, wie verheerend so ein Schwarm sein kann. Immerhin hatte es in Moses’ Tagen in Ägypten eine furchtbare Heuschreckenplage gegeben (2. Mo. 10:12-15). Die Heuschrecken, die Johannes sah, sind ein passendes Sinnbild für gesalbte Christen, die Jehovas kraftvolle Gerichtsbotschaft verkünden. Dabei werden sie heute von Millionen Gefährten unterstützt, die darauf hoffen, ewig auf der Erde zu leben. Durch dieses vereinte Predigen wird die Macht des Teufels untergraben, die er durch die falsche Religion auf Menschen ausübt.

4. Welche Aufgabe hat Gottes Volk, und nur wie kann sie bewältigt werden?

4 Jehovas Volk hat die gewaltige Aufgabe, noch vor dem Ende des gegenwärtigen Systems die „gute Botschaft“ weltweit zu predigen (Mat. 24:14; 28:19, 20). Dazu gehört, alle Durstigen einzuladen „Wasser des Lebens kostenfrei“ zu trinken (Offb. 22:17). Als Christenversammlung können wir das nur schaffen, wenn wir vereint sind und harmonisch zusammenarbeiten (Eph. 4:16).

5, 6. Wie können wir beim Predigen der guten Botschaft vereint vorgehen?

5 Um so viele Menschen wie möglich mit der guten Botschaft vom Königreich zu erreichen, müssen wir beim Predigen vereint und organisiert vorgehen. Dazu erhalten wir auf der ganzen Welt durch die Versammlungen Anweisungen, zum Beispiel, wenn wir uns für den Predigtdienst treffen. Anschließend ziehen wir los, um den Menschen die Königreichsbotschaft zu verkündigen — durch persönliche Gespräche und durch biblische Veröffentlichungen, die wir millionenfach verbreiten. Außerdem werden wir manchmal aufgefordert, uns an Sonderaktionen zu beteiligen. Wenn wir dann mitmachen, stimmen wir mit Millionen anderen in die Botschaft ein, die auch der Engel verkündet, der „in der Mitte des Himmels“ fliegt (Offb. 14:6).

6 Es begeistert uns, die Ergebnisse unserer gemeinsamen Tätigkeit im Jahrbuch nachzulesen. Auch bei den Einladungsaktionen für die regionalen oder internationalen Kongresse sowie für Sonderkongresse sind wir vereint. Bei diesen Zusammenkünften verfolgen wir anspornende biblische Vorträge sowie Dramen und nachgespielte Szenen. Diese Programmpunkte heben oft hervor, wie liebevoll uns Gott ermuntert, ihm mit jeder Faser unseres Seins zu dienen. Auch wenn wir des Todes Jesu gedenken, vereint uns das. Aus Dankbarkeit für Gottes unverdiente Güte und aus Gehorsam gegenüber Jesu Anweisung kommen wir zu dieser  jährlichen Gedenkfeier zusammen — am 14. Nisan nach Sonnenuntergang (1. Kor. 11:23-26). Und es dürfen natürlich nicht nur Zeugen Jehovas kommen. In den Wochen vor dem Gedächtnismahl versuchen wir im Versammlungsgebiet so viele Menschen wie möglich zu diesem wichtigen Anlass einzuladen.

7. Wozu sind wir in der Lage, wenn wir zusammenarbeiten?

7 Eine einzelne Heuschrecke richtet nicht viel aus. So ähnlich erscheint uns unser persönlicher Einsatz vielleicht unbedeutend. Aber da wir zusammenarbeiten, sind wir in der Lage, Millionen von Menschen auf denjenigen aufmerksam zu machen, dem alle Ehre und aller Lobpreis gebührt — Jehova! Es gibt jedoch noch andere Möglichkeiten, wie wir zur Einheit unter Gottes Volk beitragen können.

IN DER VERSAMMLUNG ZUSAMMENARBEITEN

8, 9. (a) Womit veranschaulichte Paulus, wie Christen vereint bleiben können? (b) Wie können wir in der Versammlung zusammenarbeiten?

8 In seinem Brief an die Epheser erklärte Paulus, wie die Versammlung organisiert ist und wie wichtig es ist, „in allen Dingen“ zu wachsen. (Lies Epheser 4:15, 16.) Was hilft uns als Einzelne, diesem Ziel näherzukommen? Paulus nutzte den menschlichen Körper als Beispiel, um auf die Einheit unter Jesus Christus als Haupt der Versammlung aufmerksam zu machen. Der Apostel sprach von dem Zusammenwirken „durch jedes Gelenk, welches gibt, was nötig ist“. Wie kann jeder von uns, ob jung oder alt, kräftig oder gebrechlich, zur Einheit beitragen und die geistige Gesinnung der Versammlung fördern?

9 Ein Schlüssel ist, die Ältesten zu respektieren und sich ihnen unterzuordnen, denn Jesus hat sie dazu eingesetzt, uns anzuleiten (Heb. 13:7, 17). Manchmal fällt uns das zwar nicht so leicht, aber wir können Gott voller Zuversicht um Hilfe bitten. Sein heiliger Geist kann es uns erleichtern, die Ältesten mit ganzem Herzen zu unterstützen. Falls es uns gelegentlich schwerfällt, die Anweisungen zu befolgen, sollten wir daran denken, wie gut sich unsere demütige Einstellung auf die Einheit der Versammlung auswirkt. Wenn wir auch in solchen Fällen zusammenarbeiten, können wir außerdem alle in der Liebe wachsen.

10. Wie tragen Dienstamtgehilfen zur Einheit in der Versammlung bei? (Siehe Anfangsbild.)

10 Dienstamtgehilfen leisten einen wertvollen Beitrag zur Einheit in der Versammlung. Ganz gleich, wie alt sie sind, verrichten sie selbstlos Arbeiten, die allen zugutekommen. Zum Beispiel sorgen sie dafür, dass genug Veröffentlichungen für den Predigtdienst da sind, und unterstützen so die Ältesten. Oft kümmern sie sich darüber hinaus um die regelmäßige Reinigung und Instandhaltung des Königreichssaals oder heißen Besucher willkommen. Wenn wir mit diesen Brüdern zusammenarbeiten, tragen wir zum reibungslosen Ablauf in der Versammlung bei. (Vergleiche Apostelgeschichte 6:3-6.)

11. Wie können junge Menschen zur Einheit in der Versammlung beitragen?

11 Viele reife Brüder haben in der Versammlung jahrelang Verantwortung übernommen. Allerdings können sie jetzt aufgrund ihres Alters vielleicht nicht mehr so viel tun, wodurch Änderungen nötig werden. Jüngere Brüder können dann eine große Hilfe sein. Sie haben zwar noch nicht so viel Erfahrung, aber wenn sie geschult werden, können sie mehr Verantwortung übernehmen. Zu sehen, wie Dienstamtgehilfen darauf hinarbeiten,  Älteste zu werden, ist einfach begeisternd! (1. Tim. 3:1, 10). Etliche junge Brüder haben so weit Fortschritte gemacht, dass sie sich als Kreisaufseher eignen, und dienen nun Brüdern und Schwestern in vielen Versammlungen. Sind wir diesen jungen Menschen für ihren bereitwilligen Einsatz nicht dankbar? (Lies Psalm 110:3; Prediger 12:1.)

IN DER FAMILIE ZUSAMMENARBEITEN

12, 13. Was kann das Miteinander in der Familie und in der Ehe fördern?

12 Gehen wir nun einen Schritt weiter und sehen uns an, wie wir das Miteinander in der Familie fördern können. Viele betrachten ein interessantes wöchentliches Familienstudium als gute Möglichkeit, die Bindung zwischen Jung und Alt zu stärken. Das sind schöne Gelegenheiten, von Jehova zu lernen und so die Familie zu vereinen. Außerdem kann man sich dabei auf den Predigtdienst vorbereiten, was der Familie hilft, noch wirkungsvoller vorzugehen. Es ist nicht zu übersehen, dass Familien, in denen man sich über Gottes Wort unterhält, noch enger zusammenwachsen. Schließlich lieben alle in der Familie denselben Gott und möchten seinen Willen tun.

Das Familienstudium stärkt die Bindung zwischen Jung und Alt (Siehe Absatz 12, 15)

13 Wie können Verheiratete gut zusammenarbeiten und so Jehova ehren? Wenn beide Jehova treu dienen, trägt das zum Glück und zur Einheit in der Ehe bei. Außerdem sollten sie einander ihre Liebe zeigen — wie Abraham und Sara, Isaak und Rebekka sowie Elkana und Hanna (1. Mo. 26:8; 1. Sam. 1:5, 8; 1. Pet. 3:5, 6). So stärken Ehepaare ihren Zusammenhalt und kommen ihrem himmlischen Vater immer näher. (Lies Prediger 4:12.)

14. Was kannst du tun, um deine Ehe zu stärken, wenn dein Partner Jehova nicht dient?

14 Christen werden aufgefordert, sich „nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen“ zu lassen (2. Kor. 6:14). Allerdings waren viele Brüder und Schwestern bereits verheiratet, als sie die Wahrheit kennenlernten. Weil ihr Partner aber kein Zeuge Jehovas wurde, leben sie nun im religiös geteilten Haus. Dennoch können sie die Harmonie in der Familie fördern, wenn sie biblische Grundsätze umsetzen. Dazu gehört, wann immer möglich, an einem Strang zu ziehen, ohne in Glaubensfragen Zugeständnisse zu machen. Auch wenn dies schwierig ist, kann das zu guten Ergebnissen führen, und das sollte man nicht vergessen. Biblische Grundsätze anzuwenden kann auch dann schwer sein, wenn sich der Partner von der Versammlung zurückzieht. So erging es zum Beispiel Mary. Sie und ihr Mann David dienten Jehova gemeinsam. Aber vor etwa 25 Jahren zog sich David von der Versammlung zurück. Mary ging jedoch weiterhin zu den Zusammenkünften und Kongressen. Zudem strengte sie sich an, zu Hause biblische Grundsätze umzusetzen, weshalb sie auch ihre sechs Kinder in der Wahrheit unterwies. Als ihre Kinder dann erwachsen waren und von zu Hause auszogen, fühlte sie sich sehr einsam. Doch irgendwann fing David an die Zeitschriften zu lesen, die sie für ihn hinlegte. Mit der Zeit ging er wieder in den Königreichssaal, wo sein sechsjähriger Enkel einen Platz für ihn frei hielt. Wenn David nicht kam, sagte der Kleine später zu ihm: „Opa, ich habe dich heute in der Versammlung vermisst.“ Nun dient David Jehova wieder gemeinsam mit Mary, worüber beide sehr glücklich sind.

15. Wie können langjährige Ehepaare jüngere unterstützen?

15 Weil Satan die Familie unter Beschuss hält, ist es für Diener Gottes unverzichtbar, in der Ehe gut zusammenzuarbeiten. Ganz gleich, wie lange wir schon  verheiratet sind, sollten wir uns daher überlegen, was wir sagen oder tun können, um unsere Ehe zu stärken. Langjährige Ehepaare könnten jüngere in dieser Hinsicht unterstützen und sie gelegentlich zum Familienstudium einladen. Jüngere Ehepaare könnten dann beobachten, wie wichtig Zuneigung und Harmonie in der Ehe sind — unabhängig davon, wie lang man schon verheiratet ist (Tit. 2:3-7).

„LASST UNS ZUM BERG JEHOVAS HINAUFZIEHEN“

16, 17. Worauf freut sich Gottes vereintes Volk?

16 Stellen wir uns vor, wie die Israeliten zu den Festen nach Jerusalem reisten, um Jehova zu preisen. Sie bereiteten sich darauf vor, kümmerten sich unterwegs umeinander und beteten Jehova vereint im Tempel an. All das war nur durch gute Zusammenarbeit möglich (Luk. 2:41-44). Auch wir müssen uns auf unserer Reise in die neue Welt weiterhin bewusst anstrengen, vereint zu sein und harmonisch zusammenzuarbeiten. Könnten wir uns darin noch verbessern?

17 Die Uneinigkeit und das Chaos des gegenwärtigen Systems haben wir bereits hinter uns gelassen. Wir erleben heute, wie Gottes Volk vereint auf den „Berg Jehovas“ zieht — genauso wie es Jesaja und Micha vorausgesagt haben (Jes. 2:2-4; lies Micha 4:2-4). Ja, die Art, wie wir Jehova dienen, ist „im Schlussteil der Tage“ wirklich überragend. Und denken wir nur an all das Gute, das noch vor uns liegt! Unser Glück und unsere Freude werden noch viel größer sein, wenn in der Zukunft die ganze Menschheit vereint ist und harmonisch zusammenarbeitet!