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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm — Studienausgabe  |  Juli 2017

Gewinne den Kampf um deine Gedanken

Gewinne den Kampf um deine Gedanken

DU STEHST unter Beschuss! Dein größter Feind, Satan, greift dich mit einer sehr gefährlichen Waffe an: Propaganda. Diese Waffe richtet sich nicht gegen deinen Körper, sondern wurde extra dafür entworfen, dein Denken zu attackieren.

Der Apostel Paulus war sich bewusst, wie gefährlich Satans Propaganda ist. Aber leider war das nicht bei all seinen Glaubensbrüdern so. In Korinth zum Beispiel waren einige anscheinend zu selbstsicher geworden — sie hielten sich für so stark im Glauben, als könnten sie niemals fallen (1. Kor. 10:12). Daher warnte Paulus sie: „Ich fürchte aber, dass etwa so, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, euer Sinn verdorben werde, hinweg von der Aufrichtigkeit und der keuschen Reinheit, die dem Christus gebühren“ (2. Kor. 11:3).

Dass Paulus so besorgt war, macht klar: Leichtsinn ist fatal. Wenn du den Kampf um deine Gedanken gewinnen möchtest, musst du erkennen, wie gefährlich Propaganda ist, und dich davor schützen.

PROPAGANDA — WIE GEFÄHRLICH?

Was ist Propaganda eigentlich? Hier ist damit gemeint, das Denken und Handeln anderer bewusst durch einseitige oder irreführende Informationen zu beeinflussen. Manche beschreiben Propaganda als „Lügen, Verfälschungen, Betrug, Manipulation, Gehirnwäsche, [und] psychologische Kriegsführung“ und verbinden sie mit „unethischen, schädlichen und unfairen Taktiken“ (Propaganda and Persuasion).

Wie gefährlich ist Propaganda? Sie ist heimtückisch — wie ein giftiges Gas, das man weder sehen noch riechen kann — und dringt in unser Bewusstsein ein. Da sie oft unerkannt bleibt, bemerkte der Verhaltensexperte Vance Packard, dass „viele von uns — weit mehr als wir erkennen — in ihrer alltäglichen  Lebensführung beeinflusst und bearbeitet werden“. Ein anderer Experte sagt, dass Menschen dadurch „ziemlich einfach zu absurd gefährlichem Verhalten angestiftet“ wurden, wie zu Völkermord, Krieg, rassistischer Hysterie, religiöser Intoleranz und anderem unvernünftigem Handeln (Easily Led—A History of Propaganda).

Wenn uns schon Menschen mit ihrer Propaganda so täuschen können, was kann dann erst Satan? Seit Jehova Menschen erschaffen hat, studiert Satan ihr Verhalten. Jetzt hat er die Macht über „die ganze Welt“ und kann jeden Bereich davon nutzen, um seine Lügen zu verbreiten (1. Joh. 5:19; Joh. 8:44). Er hat den Sinn der Menschen so erfolgreich verblendet, dass er „die ganze bewohnte Erde irreführt“ (2. Kor. 4:4; Offb. 12:9). Wie kannst du seiner Propaganda widerstehen?

RÜSTE DEINEN GLAUBEN AUF

Jesus nannte eine einfache Regel, mit der Propaganda zu bekämpfen ist: Erkennt „die Wahrheit . . ., und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh. 8:31, 32). Doch im Krieg ist die Wahrheit oft das erste Opfer. Also brauchst du — wie jeder Soldat mitten im Gefecht — eine vertrauenswürdige Informationsquelle, damit der Feind dich nicht täuschen kann. Genau dafür hat Jehova gesorgt. In der Bibel steht alles, was du brauchst, um Satans Propaganda zu widerstehen (2. Tim. 3:16, 17).

Natürlich weiß das auch Satan, der Meister der Propaganda. Er möchte daher durch sein System der Dinge verhindern, dass du die Bibel liest und studierst. Lass dich nicht von ihm überlisten (Eph. 6:11, Fn.). Lerne, „völlig imstande zu sein“, die Wahrheit in ihrer ganzen Tiefe „zu begreifen“ (Eph. 3:18). Das erfordert echten Einsatz. Treffend stellte der Autor Noam Chomsky fest: „Niemand gießt Ihnen die Wahrheit einfach in den Kopf. Sie müssen sie schon selbst herausfinden.“ Forsche also fleißig „täglich in den Schriften“ und finde die Wahrheit selbst heraus (Apg. 17:11).

Wenn du den Kampf um deine Gedanken gewinnen möchtest, musst du erkennen, wie gefährlich Propaganda ist, und dich davor schützen

Vergiss nicht: Satan will, dass du keinen klaren Gedanken fassen kannst. Er will dich daran hindern zu erkennen, was wahr ist. Warum? Weil Propaganda „oft dann am effektivsten“ ist, so eine Quelle, „wenn die Menschen . . . vom kritischen Denken abgehalten werden“ (Media and Society in the Twentieth Century). Nimm nicht gleich alles für bare  Münze (Spr. 14:15). Jehova hat uns Denkvermögen und Vernunft gegeben — nutze sie, um dich selbst von der Wahrheit zu überzeugen (Spr. 2:10-15; Röm. 12:1, 2).

VERTEIDIGE DIE EINHEIT

Ein deutscher General nannte einen Grund, warum der 1. Weltkrieg verloren wurde: So wie ein „Kaninchen auf die Schlange“ starrt, so sehr waren die Menschen von der Propaganda vereinnahmt. Militärstrategen versuchen durch Propaganda, den Kampfgeist und Zusammenhalt der feindlichen Soldaten zu schwächen. Sie wollen, dass sie sich gegenseitig bekämpfen oder sich von den Hauptstreitkräften entfernen. Satan versucht, uns in ähnlicher Weise gegeneinander auszuspielen, indem er zum Beispiel Streit in der Versammlung schürt. Er nutzt es aus, wenn sich jemand ungerecht behandelt oder gekränkt fühlt, und will ihn dazu bringen, sich von Jehovas Organisation zu entfernen.

Lass dich nicht täuschen, sondern höre auf Gottes Wort. Ein Beispiel: Um die Einheit mit deinen Brüdern und Schwestern zu bewahren, legt die Bibel dir ans Herz, weiterhin „bereitwillig zu vergeben“ und Streit schnell beizulegen (Kol. 3:13, 14; Mat. 5:23, 24). Außerdem warnt sie deutlich davor, sich von der Versammlung zurückzuziehen (Spr. 18:1). Teste doch einmal, wie gut du gegen Satans Propaganda gerüstet bist: Wie hast du reagiert, als du das letzte Mal Probleme mit jemandem in der Versammlung hattest? Frage dich: „Habe ich mich vom Geist der Welt oder vom Geist Gottes leiten lassen?“ (Gal. 5:16-26; Eph. 2:2, 3).

VERLIERE NICHT DEIN VERTRAUEN

Ein Soldat, der nicht mehr ganz hinter seinem Befehlshaber steht, wird nur halbherzig kämpfen. Daher versuchen Gegner, das Vertrauen des Soldaten in seinen Befehlshaber durch Propaganda zu untergraben. Sie behaupten vielleicht: „Du kannst deinen Anführern nicht trauen!“, oder: „Wenn du denen folgst, endet das in einer Katastrophe!“ Um solche Behauptungen zu stützen, nutzen sie geschickt jeden Fehler der Befehlshaber aus. So geht auch Satan vor. Er versucht immer wieder, dein Vertrauen in die Menschen zu untergraben, durch die Jehova sein Volk anleitet.

 Wie kannst du dich davor schützen? Nimm dir fest vor, zu Jehovas Organisation zu stehen. Folge loyal der Leitung durch seine Diener, welche Unvollkommenheiten auch auftauchen mögen (1. Thes. 5:12, 13). Lass dich „nicht schnell erschüttern“ und von deinem „vernünftigen Denken abbringen“, auch wenn Abtrünnige oder andere Betrüger scheinbar schwerwiegende Vorwürfe vorbringen — wie plausibel sie auch erscheinen (2. Thes. 2:2; Tit. 1:10). Der Rat, den der junge Timotheus erhielt, wird auch dir helfen: Bleibe bei dem, was du gelernt hast, und denke daran, von wem du es gelernt hast (2. Tim. 3:14, 15). Es gibt sicher mehr als genug gute Gründe, dem treuen Sklaven zu vertrauen, durch den Jehova uns seit fast 100 Jahren auf dem Weg der Wahrheit führt (Mat. 24:45-47; Heb. 13:7, 17).

LASS DICH NICHT EINSCHÜCHTERN

Satan greift auch frontal an, etwa durch die Verbreitung von Angst und Schrecken — „eine der ältesten Formen von Propaganda“ (Easily Led—A History of Propaganda). Die Assyrer zum Beispiel beherrschten ihre Feinde durch „eine Politik des Schreckens und der Propaganda“, so der britische Professor Philip M. Taylor. Satan möchte dich ebenfalls durch Menschenfurcht, Angst vor Verfolgung oder dem Tod oder durch irgendeine andere Angst beherrschen. Er will dich vor Angst so lähmen, dass du Jehova nicht mehr dienst (Jes. 8:12; Jer. 42:11; Heb. 2:15).

Lass dich nicht von Satan durch Angst an sich entmutigen oder von deiner Treue abbringen. Jesus sagte: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts weiter tun können“ (Luk. 12:4). Vertraue völlig auf Jehovas Versprechen, auf dich aufzupassen und dir „die Kraft, die über das Normale hinausgeht“, zu geben (2. Kor. 4:7-9). Er wird dir helfen, nicht nachzugeben, wenn der Teufel dir Angst einjagen will (1. Pet. 3:14).

Was ist aber, wenn tatsächlich eine Situation entsteht, die dich ängstigt und einschüchtert? Denk daran, wie Jehova Josua gestärkt hat: „Sei mutig und stark. Entsetz dich nicht, und erschrick nicht, denn Jehova, dein Gott, ist mit dir, wohin du auch gehst“ (Jos. 1:9). Wenn dich die Angst überkommt, schütte Jehova sofort dein Herz aus und erzähle ihm, was dich bedrückt. Ganz bestimmt wird dann der Frieden Gottes dein Herz und deine Denkkraft behüten. So wirst du stark genug sein, Satans Propaganda in jedem Fall zu widerstehen (Phil. 4:6, 7, 13).

Weißt du noch, wie der Rabschake als assyrischer Abgesandter Propaganda gegen Jehovas Volk einsetzte? Er behauptete sinngemäß: „Nichts und niemand kann euch vor Assyrien schützen. Nicht einmal euer Gott Jehova! Jehova hat uns sogar selbst befohlen, dieses Land zu zerstören!“ Was sagte Jehova daraufhin zu seinem Volk? „Fürchte dich nicht wegen der Worte, die du gehört hast, mit denen die Bediensteten des Königs von Assyrien schimpflich von mir geredet haben“ (2. Kö. 18:22-25; 19:6). Und dann schickte er einen Engel, der in nur einer Nacht 185 000 Assyrer tötete (2. Kö. 19:35).

SEI WEISE — HÖRE IMMER AUF JEHOVA

Hast du schon einmal einen Film gesehen, in dem dir als Zuschauer völlig klar war, dass jemand getäuscht und manipuliert wird? Hättest du nicht am liebsten gerufen: „Hör nicht auf sie! Sie lügen!“ Und jetzt stell dir vor, wie die Engel dir vom Himmel aus zurufen: „Fall nicht auf Satans Lügen herein!“

Höre also nicht auf Satans Propaganda (Spr. 26:24, 25). Höre auf Jehova und vertraue ihm bei allem, was du tust (Spr. 3:5-7). Folge seiner liebevollen Aufforderung: „Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz“ (Spr. 27:11). Dann wirst du den Kampf um deine Gedanken gewinnen.