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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) JULI 2016

„Fürchte dich nicht. Ich selbst will dir helfen“

„Fürchte dich nicht. Ich selbst will dir helfen“

STELL dir vor, du bist spätabends zu Fuß unterwegs. Plötzlich merkst du, dass dir jemand folgt. Bleibst du stehen, verstummen auch die Schritte hinter dir. Wirst du schneller, werden auch die Schritte schneller. Du fängst an zu rennen und läufst zum Haus eines Freundes in der Nähe. Dein Freund öffnet die Tür, lässt dich hinein und du atmest erleichtert auf.

Vielleicht hast du so eine Situation noch nicht erlebt, aber andere Sorgen und Ängste mögen dich belasten. Kämpfst du zum Beispiel mit einer Schwäche, machst jedoch immer wieder den gleichen Fehler? Bist du schon lange arbeitslos, obwohl du alles tust, um eine Arbeit zu finden? Machst du dir Sorgen über das Älterwerden und wie es mit deiner Gesundheit weitergeht? Oder macht dir etwas anderes zu schaffen?

Was auch immer an dir nagt: Würdest du es nicht schätzen, jemand zu haben, dem du deine Sorgen anvertrauen kannst und der dir dann mit einer helfenden Hand zur Seite steht? Hast du so einen guten Freund? Ja das hast du! Jehova ist dir so ein Freund. Er war es für den Patriarchen Abraham und er ist es auch für dich, wie es in Jesaja 41:8-13 beschrieben wird. In den Versen 10 und 13 versichert Jehova seinen Dienern: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit. Denn ich, Jehova, dein Gott, ergreife deine Rechte, der zu dir spricht: ‚Fürchte dich nicht. Ich selbst will dir helfen.‘ “

„ICH WILL DICH FESTHALTEN“

Machen dir diese Worte nicht Mut? Stell dir vor, du bist der Akteur in diesem Bild, das Jehova gezeichnet hat. Du läufst nicht Hand in Hand an der Seite Jehovas, obwohl das auch ein schöner Gedanke ist. Wenn du Hand in Hand mit ihm laufen würdest, würde seine rechte Hand deine linke Hand ergreifen. Stattdessen streckt Jehova dir seine „Rechte der Gerechtigkeit“ entgegen und ergreift „deine Rechte“, so als würde er dir aus einer schwierigen Lebenslage heraushelfen. Dabei stärkt er dich mit der Zusicherung: „Fürchte dich nicht. Ich selbst will dir helfen.“

Siehst du in Jehova einen liebevollen Vater und Freund, der dir zur Hilfe kommt, wenn du in Schwierigkeiten steckst? Er interessiert sich für dich, möchte, dass es dir gut geht, und ist entschlossen, dir zu helfen. Weil ihm sehr viel an dir liegt, will er, dass du dich in schweren Zeiten beschützt fühlst. Er ist wirklich „eine Hilfe, die in Bedrängnissen leicht zu finden ist“ (Ps. 46:1).

SCHULDGEFÜHLE WEGEN FRÜHERER FEHLER

Manchen machen frühere Fehler sehr zu schaffen und sie fragen sich, ob Gott ihnen vergeben  hat. Geht es dir auch so? Dann denke an den treuen Hiob, der die Fehler seiner Jugend offen ansprach (Hiob 13:26). Der Psalmist David hatte ähnliche Gefühle und bat Jehova: „Der Sünden meiner Jugend und meiner Auflehnungen o gedenke nicht“ (Ps. 25:7). Weil wir unvollkommen sind, haben wir alle „gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“ (Röm. 3:23).

Die Worte in Jesaja, Kapitel 41 waren ursprünglich an das Volk Israel gerichtet. Sie hatten so schwer gesündigt, dass Jehova sich dafür entschied, sie in die Gefangenschaft nach Babylon führen zu lassen, um sie zu bestrafen (Jes. 39:6, 7). Und doch dachte Gott schon an die Zeit, wo er diejenigen befreien würde, die bereuen und zu ihm zurückkehren würden (Jes. 41:8, 9; 49:8). Genauso kommt Jehova heute voller Barmherzigkeit denen entgegen, die sich aufrichtig bemühen, ihm zu gefallen (Ps. 51:1).

Wie war das zum Beispiel bei Takuya *, der versuchte, unreine Gewohnheiten abzulegen? Im Kampf gegen Pornografie und Masturbation wurde er immer wieder schwach. Wie fühlte er sich? „Ich kam mir völlig unwürdig vor. Doch wenn ich mich im Gebet Jehova zuwandte und ihn um Vergebung bat, half er mir wieder auf die Beine.“ Wie machte Jehova das? Älteste in der Versammlung hatten Takuya ermuntert, sich an sie zu wenden, wenn er einen Rückschlag hatte. Er gab zu: „Es war nicht leicht, mit ihnen darüber zu reden. Aber wenn ich es tat, wurde ich gestärkt.“ Die Ältesten sorgten auch dafür, dass der Kreisaufseher bei Takuya einen Hirtenbesuch durchführte. Der Kreisaufseher sagte zu ihm: „Dass ich hier bin, ist kein Zufall. Ich bin hier, weil die Ältesten wollten, dass ich dich besuche.“ Takuya erinnert sich: „Ich war derjenige, der gesündigt hatte, doch Jehova streckte mir durch die Ältesten seine helfende Hand entgegen.“ Er machte so weit Fortschritte, dass er allgemeiner Pionier wurde und dient jetzt in einem Zweigbüro. Genauso wie Jehova Takuya geholfen hat, wird er auch dir helfen.

SORGEN UM DEN LEBENSUNTERHALT

Arbeitslosigkeit ist für viele ein Grund zur Besorgnis. Manche, die ihre Arbeit verloren haben, finden nur schwer eine andere. Wie würdest du dich fühlen, wenn du von einem Arbeitgeber nach dem anderen eine Absage bekommst? Einige verlieren dabei ihr Selbstwertgefühl. Wie könnte Jehova dir dann helfen? Er mag nicht gleich für die perfekte Arbeit sorgen, aber er könnte dich an die Worte von König David erinnern: „Ein junger Mann bin ich gewesen, ich bin auch alt geworden, und doch habe ich keinen Gerechten gänzlich verlassen gesehen noch seine Nachkommen nach Brot suchen“ (Ps. 37:25). Du bist wirklich wertvoll in Jehovas Augen! Und mit seiner „Rechten der Gerechtigkeit“ kann er für alles Nötige sorgen, damit du ihm weiter dienen kannst.

Wie mag Jehova dir helfen, wenn du deine Arbeit verlierst?

Sara, die in Kolumbien lebt, verspürte Jehovas rettende Hand. Sie hatte eine anspruchsvolle, aber gut bezahlte Arbeit bei einem renommierten Unternehmen. Doch sie wollte mehr für Jehova tun. Daher kündigte sie und begann mit dem  Pionierdienst. Es war allerdings gar nicht so leicht, eine Teilzeitstelle zu finden. Sie eröffnete eine kleine Eisdiele, doch weil der Laden nicht gut lief, musste sie ihn wieder schließen. „Drei lange Jahre gingen ins Land. Aber dank Jehova konnte ich diese Zeit durchstehen“, erzählt Sara. Sie lernte, zwischen Annehmlichkeiten und Notwendigem zu unterscheiden und sich keine Sorgen um das Morgen zu machen (Mat. 6:33, 34). Schließlich wurde sie von ihrem ehemaligen Chef angerufen, der ihr wieder die gleiche Arbeit anbot. Ihre Antwort? Sie sagte, sie würde nur noch eine Teilzeitstelle annehmen und auch nur, wenn sie für ihre religiösen Aktivitäten freibekommen würde. Sara verdient zwar nicht mehr so viel wie früher, aber sie kann weiter Pionier sein. Sie sagt, dass sie während alldem „die liebevolle Hand Jehovas verspürt hatte“.

DIE WACHSENDE SORGE UM DAS ÄLTERWERDEN

Auch das Älterwerden kann ein Grund zu echter Besorgnis sein. Viele kommen in das Rentenalter und fragen sich, ob das Geld wohl reichen wird, um sich einen schönen Lebensabend zu gönnen. Sie machen sich auch über Gesundheitsprobleme Gedanken, die sich im Alter einstellen könnten. Es war wohl David, der Jehova eindringlich bat: „Wirf mich nicht weg in der Zeit des Alters; gerade wenn meine Kraft versagt, verlass mich nicht“ (Ps. 71:9, 18).

Wie kann es Dienern Jehovas gelingen, sich im hohen Alter sicher und geborgen zu fühlen? Sie dürfen nicht aufhören, an ihrem Glauben zu Jehova zu arbeiten und darauf zu vertrauen, dass er für das Notwendige sorgen wird. Falls sie im Lauf der Jahre so manche Annehmlichkeit genossen haben, ist es womöglich nötig, das Leben zu vereinfachen und sich mit weniger zufriedenzugeben. Sie mögen feststellen, dass man auch „ein Gericht Gemüse“ genießen kann statt eines „gemästeten Stiers“, und dabei vielleicht noch etwas für die Gesundheit tut (Spr. 15:17). Wenn man sich darauf konzentriert, Jehova zu gefallen, wird er für einen sorgen — auch im hohen Alter.

José und Rose mit Tony und Wendy

José und Rose zum Beispiel stehen seit über 65 Jahren im Vollzeitdienst. Im Lauf der Jahre mussten sie Roses Vater pflegen, und das rund um die Uhr. Außerdem musste José wegen Krebs operiert werden und sich einer Chemotherapie unterziehen. Hat Jehova diesem treuen Paar seine rechte Hand gereicht? Ja, und zwar durch Tony und Wendy, ein Ehepaar, das ihnen eine Wohnung bereitstellte. Tony und Wendy wollten sie Pionieren mietfrei zur Verfügung stellen. Jahre zuvor konnte Tony vom Fenster der Highschool aus beobachten, wie José und Rose regelmäßig in den Dienst gingen. Er liebte sie für ihren Eifer, den sie zeigten! Das war richtungsweisend für sein Leben. Zu sehen, dass dieses in die Jahre gekommene Ehepaar das ganze Leben Jehova geschenkt hatte, veranlasste Tony und Wendy, die beiden aufzunehmen. Seit mittlerweile 15 Jahren unterstützen sie José und Rose, die jetzt beide Mitte 80 sind. Für die beiden ist dieses junge Ehepaar ein Geschenk des Himmels.

Jehova reicht auch dir seine „Rechte der Gerechtigkeit“. Wie reagierst du darauf? Wirst du ihm deine Hand reichen — dem, der dir verspricht: „Fürchte dich nicht. Ich selbst will dir helfen“?

^ Abs. 11 Einige Namen wurden geändert.