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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) JANUAR 2017

„Diese Dinge vertraue treuen Menschen an“

„Diese Dinge vertraue treuen Menschen an“

„Diese Dinge vertraue treuen Menschen an, die ihrerseits hinreichend befähigt sein werden, andere zu lehren“ (2. TIM. 2:2)

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1, 2. Welche Einstellung haben viele zu ihrer Arbeit?

VIELE definieren sich über ihre Arbeit. Für sie entscheidet ihr Beruf oder ihre Position über ihren Wert als Mensch. Wenn man sich in manchen Gegenden miteinander bekannt macht, ist eine der ersten Fragen: „Was machst du beruflich?“

2 Auch in der Bibel werden Personen manchmal mit ihrem Beruf in Verbindung gebracht. Wir lesen von „Matthäus, dem Steuereinnehmer“, „Simon, einem Gerber“ und „Lukas, dem geliebten Arzt“ (Mat. 10:3; Apg. 10:6; Kol. 4:14). Personen werden auch durch Aufgaben oder Vorrechte näher beschrieben, die sie von Gott erhielten. Beispiele sind König David, der Prophet Elia und der Apostel Paulus. Diese Männer schätzten ihre Aufgaben im Dienst für Gott, und wir tun das bestimmt auch.

3. Warum ist es nötig, dass Ältere Jüngere schulen? (Siehe Anfangsbild.)

3 Viele von uns lieben die Aufgaben, die sie haben, und würden sie am liebsten nie abgeben. Doch seit den Tagen Adams altern Menschen leider, und eine Generation löst die andere ab (Pred. 1:4). In jüngster Zeit hat dieser Generationswechsel das  Volk Jehovas vor besondere Herausforderungen gestellt. Die Arbeit ist umfangreicher und komplexer geworden. Wenn neue Projekte in Angriff genommen werden, bedeutet das, neue Wege einzuschlagen. Oft werden dafür die neuesten Technologien genutzt. Einigen Älteren fällt es vielleicht schwer, mit diesen Neuerungen mitzuhalten (Luk. 5:39). Selbst wenn dem nicht so ist, haben Jüngere vielleicht mehr Kraft und Energie als Ältere (Spr. 20:29). Es ist also sowohl liebevoll als auch sinnvoll, dass Ältere Jüngere darauf vorbereiten, mehr Verantwortung zu übernehmen. (Lies Psalm 71:18.)

4. Warum fällt es einigen schwer, Verantwortung abzugeben? (Siehe Kasten „ Warum manche nicht delegieren“.)

4 Wer mit Autorität betraut ist, dem mag es schwerfallen zu delegieren. Einige befürchten, eine Stellung zu verlieren, die ihnen lieb geworden ist. Andere haben Angst, die Zügel aus der Hand zu geben, weil sie davon überzeugt sind, Jüngere würden die Arbeit nicht so gut erledigen. Und manche denken, sie hätten keine Zeit, jemand zu schulen. Jüngere hingegen dürfen nicht ungeduldig werden, wenn sie keine zusätzlichen Aufgaben bekommen.

5. Auf welche Fragen geht dieser Artikel ein?

5 Betrachten wir das Thema Delegieren jetzt einmal aus zwei Blickwinkeln. Ihr Älteren, wie könnt ihr Jüngeren helfen, mehr Verantwortung zu übernehmen, und warum ist das wichtig? (2. Tim. 2:2). Ihr Jüngeren, warum braucht ihr die richtige Einstellung, wenn ihr mit erfahreneren Brüdern zusammenarbeitet, und warum solltet ihr von ihnen lernen? Sehen wir uns dazu erst einmal an, wie König David seinen Sohn ausrüstete, eine verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen.

DAVID BEREITETE SALOMO VOR UND UNTERSTÜTZTE IHN

6. Was wollte König David tun, und wie dachte Jehova darüber?

6 Nachdem David jahrelang auf der Flucht gewesen war, wurde er König und  lebte in einem komfortablen Haus. Bestürzt darüber, dass es kein „Haus“ für Jehova gab, wollte er ihm einen Tempel bauen. Also sagte er zum Propheten Nathan: „Hier wohne ich in einem Zedernhaus, die Lade des Bundes Jehovas aber befindet sich unter Zelttüchern.“ Nathan antwortete: „Alles, was in deinem Herzen ist, tu, denn der wahre Gott ist mit dir.“ Doch Jehova gab andere Anweisungen. Er beauftragte Nathan David mitzuteilen: „Nicht du wirst mir das Haus zur Wohnung bauen.“ Obwohl Jehova David versicherte, er würde ihn weiterhin segnen, legte er doch fest, dass Davids Sohn Salomo den Tempel bauen sollte. Wie reagierte David darauf? (1. Chr. 17:1-4, 8, 11, 12; 29:1).

7. Wie reagierte David auf die Anweisung Jehovas?

7 Hielt David nun seine Unterstützung zurück oder brütete er darüber, dass der Bau des Tempels nicht ihm zugeschrieben werden würde? Nein, und das obwohl das Bauwerk als Tempel Salomos bekannt wurde und nicht als Tempel Davids. Vielleicht war David enttäuscht, dass sein Herzenswunsch nicht in Erfüllung ging, doch trotzdem unterstützte er das Projekt uneingeschränkt. Voller Eifer sorgte er für Arbeiter und stellte Eisen, Kupfer, Silber, Gold und Zedernstämme bereit. Und er sprach Salomo Mut zu: „Nun, mein Sohn, möge es sich erweisen, dass Jehova mit dir ist, und du sollst Gelingen haben und das Haus Jehovas, deines Gottes, bauen, so wie er von dir geredet hat“ (1. Chr. 22:11, 14-16).

8. Warum hätte David schlussfolgern können, Salomo sei ungeeignet, doch was tat er stattdessen?

8 Lies 1. Chronika 22:5. David hätte denken können, Salomo sei nicht befähigt, so ein großes Projekt zu leiten. Immerhin sollte der Tempel „überaus großartig“ werden, und Salomo war zu der Zeit noch jung und unerfahren. Aber David wusste: Jehova würde Salomo für die aufgetragene Arbeit befähigen. Also überlegte David, wie er ihn unterstützen könnte, und steuerte Baumaterial in großer Menge bei.

ERLEBE DIE FREUDE, ANDERE ZU SCHULEN

Es freut uns, jüngere Männer zu sehen, die mehr Verantwortung übernehmen (Siehe Absatz 9)

9. Beschreibe, wie zufrieden es Ältere machen kann, wenn sie Verantwortung übergeben.

9 Ältere Brüder sollten nicht mutlos werden, wenn es an der Zeit ist, ihre Aufgaben jüngeren Männern zu übergeben. Denken wir daran, dass es im Interesse des Werkes ist, Jüngere für verantwortliche Aufgaben zu schulen. Ernannte Männer sollte es sehr zufrieden machen, wenn sich Jüngere dank ihrer Schulung dafür eignen, Arbeit zu übernehmen. Ein Beispiel: Stell dir einen Vater vor, dessen Sohn das Autofahren lernt. Als Kind hat der Sohn seinen Vater lediglich beobachtet. Später hat ihm der Vater erklärt, was er tut. Dann macht der Sohn den Führerschein, fährt selbst und bekommt von seinem Vater nur  noch einige Hinweise. Mal fährt der eine, mal der andere, aber wenn der Vater älter wird, fährt der Sohn häufiger für ihn, wenn nicht sogar immer. Sein weiser Vater freut sich darüber und hat nicht das Gefühl, er müsse selbst am Steuer sitzen. Genauso sind ältere Brüder stolz, wenn sie sehen, wie Jüngere, die sie geschult haben, mehr Verantwortung in der Organisation übernehmen.

10. Wie dachte Moses über Ehre und Autorität?

10 Brüder, die schon an Jahren vorgerückt sind, müssen sich vor Neid in Acht nehmen. Hierbei ist es interessant, wie Moses reagierte, als einige im Lager der Israeliten anfingen, als Propheten aufzutreten. (Lies 4. Mose 11:24-29.) Josua, Moses’ rechte Hand, wollte sie davon abhalten. Offensichtlich befürchtete er, sie würden die Ehre und Autorität von Moses schmälern. Wie dachte Moses darüber? Er sagte: „Eiferst du für mich? Nein, ich wünschte, dass alle von Jehovas Volk Propheten wären, denn Jehova würde seinen Geist auf sie legen!“ Moses sah, dass Jehova seine Hand im Spiel hatte. Er verzichtete auf Ehre und sagte, er wünsche sich, derselbe Geist würde allen Dienern Jehovas gegeben werden. Können wir Moses nachahmen und uns freuen, wenn andere Vorrechte bekommen, die wir vielleicht sonst bekommen hätten?

11. Wie äußerte sich ein Bruder, nachdem er seine Verantwortung abgegeben hat?

11 Heute gibt es viele Brüder, die sich jahrzehntelang voll eingesetzt und andere vorbereitet haben, zusätzliche Verantwortung zu übernehmen. Peter beispielsweise ist seit über 74 Jahren im Vollzeitdienst, 35 davon in einem europäischen Zweigbüro. Bis vor Kurzem war er Aufseher der Dienstabteilung. Jetzt kümmert sich Paul, der jünger ist und viele Jahre mit Peter zusammengearbeitet hat, um diese Aufgabe. Als Peter gefragt wurde, wie er diesen Wechsel empfindet, antwortete er: „Ich bin wirklich froh, dass es Brüder gibt, die gut geschult sind, mehr Verantwortung zu übernehmen, und so gute Arbeit leisten.“

SCHÄTZE UNSERE ÄLTEREN

12. Was lehrt uns das Beispiel Rehabeams?

12 Nach Salomos Tod wurde sein Sohn Rehabeam König. Als Rehabeam einmal vor einer verantwortungsvollen Entscheidung stand, wandte er sich zuerst an die älteren Männer. Doch er missachtete ihren Rat. Stattdessen hörte er auf Jüngere, mit denen er aufgewachsen war und die ihm nun zu Diensten standen. Das endete in einem Desaster (2. Chr. 10:6-11, 19). Die Lehre daraus? Es ist weise, den Rat erfahrener älterer Brüder einzuholen und ihn gründlich zu durchdenken. Auch wenn sich Jüngere nicht gezwungen fühlen sollten, Dinge wie in der Vergangenheit zu handhaben, sollten sie die Empfehlungen Älterer nicht vorschnell verwerfen.

13. Wie sollten Jüngere mit Älteren zusammenarbeiten?

13 Einige Jüngere koordinieren jetzt vielleicht Tätigkeiten, die unter anderem von älteren Brüdern erledigt werden. Auch wenn sich Jüngere nun in einer neuen Rolle wiederfinden, empfiehlt es sich, bei Entscheidungen auf die Weisheit und die Erfahrung Älterer zurückzugreifen. Der bereits erwähnte Paul, der als Nachfolger von Peter Abteilungsaufseher wurde, sagte dazu: „Ich nahm mir die Zeit, bei Peter Rat einzuholen, und ich ermunterte auch andere in der Abteilung dazu.“

14. Was lernen wir aus der Zusammenarbeit zwischen Timotheus und dem Apostel Paulus?

14 Der junge Timotheus und der Apostel Paulus arbeiteten viele Jahre eng zusammen. (Lies Philipper 2:20-22.) Paulus schrieb an die Korinther: „[Ich] sende . . . Timotheus zu euch, da er mein geliebtes  und treues Kind im Herrn ist; und er wird euch an meine Methoden in Verbindung mit Christus Jesus erinnern, so wie ich überall in jeder Versammlung lehre“ (1. Kor. 4:17). Diese Äußerung gibt uns einen Einblick in die enge Zusammenarbeit zwischen Paulus und Timotheus. Paulus hatte sich die Zeit genommen, seine „Methoden in Verbindung mit Christus“ Timotheus beizubringen. Timotheus lernte schnell und gewann die Zuneigung des Paulus. Und Paulus traute Timotheus zu, sich um die geistigen Bedürfnisse der Brüder in Korinth zu kümmern. Welch ein schönes Beispiel für Älteste, die heute andere schulen, die Führung in der Versammlung zu übernehmen!

JEDER VON UNS WIRD GEBRAUCHT

15. Wie hilft uns der Rat, den Paulus Christen in Rom gab, wenn Veränderungen uns persönlich betreffen?

15 Wir leben in spannenden Zeiten! Der irdische Teil der Organisation Jehovas wächst in vielerlei Hinsicht. Und Wachstum erfordert Veränderung. Doch was ist, wenn uns Veränderungen persönlich betreffen? Dann kommt es auf Demut an. Behalten wir die Interessen Jehovas im Blick, nicht die eigenen. So fördern wir die Einheit. Paulus schrieb an Christen in Rom: „[Ich] sage . . . jedem, der sich unter euch befindet, nicht höher von sich zu denken, als zu denken nötig ist, sondern so zu denken, dass er gesunden Sinnes sei, jeder, wie Gott ihm ein Maß des Glaubens zugeteilt hat. Denn so, wie wir in e i n e m Leib viele Glieder haben, die Glieder aber nicht alle dieselbe Funktion haben, so sind wir, obwohl viele, e i n Leib in Gemeinschaft mit Christus“ (Röm. 12:3-5).

16. Wie können Ältere und Jüngere sowie ihre Ehefrauen zu Frieden und Einheit in Jehovas Organisation beitragen?

16 Arbeiten wir also alle daran, unabhängig von unseren Umständen die Königreichsinteressen zu fördern. Ihr Älteren, gebt Jüngeren das nötige Rüstzeug an die Hand, damit sie das tun können, was ihr tut. Ihr Jüngeren, nehmt Verantwortung an, seid bescheiden und bewahrt euch eine respektvolle Einstellung Älteren gegenüber. Und ihr Ehefrauen, ahmt Aquilas Frau Priscilla nach, die ihren Mann treu begleitete und unterstützte, als sich die Umstände änderten (Apg. 18:2).

17. Welches Vertrauen hatte Jesus zu seinen Jüngern, und wofür schulte er sie?

17 Das beste Vorbild darin, andere zu schulen, mehr Verantwortung zu übernehmen, war Jesus. Er wusste: Sein Dienst auf der Erde wird enden und andere werden das Werk fortführen. Auch wenn seine Jünger nicht vollkommen waren, traute er ihnen zu, größere Werke zu tun als er, und das ließ er sie auch wissen (Joh. 14:12). Er schulte sie intensiv, und sie verbreiteten die gute Botschaft überall in der damals bekannten Welt (Kol. 1:23).

18. Was erwartet uns, und was können wir in der Zwischenzeit tun?

18 Nach seinem Opfertod wurde Jesus auferweckt und fuhr später in den Himmel auf. Dort erhielt er weitere Aufgaben und damit Autorität, „hoch über jede Regierung und Gewalt und Macht und Herrschaft“ (Eph. 1:19-21). Wenn wir vor Harmagedon in Treue sterben, werden wir in der neuen gerechten Welt auferweckt werden. Dort wird es mehr als genug befriedigende Arbeit für uns geben. In der Zwischenzeit ist ein Werk von entscheidender Bedeutung zu tun, bei dem jeder gefragt ist: das Predigen der guten Botschaft und das Jüngermachen. Bleiben wir alle, ob Jung oder Alt, weiterhin „reichlich beschäftigt im Werk des Herrn“ (1. Kor. 15:58).