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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm — Studienausgabe  |  Dezember 2017

Ihr Eltern, helft euren Kindern, Weisheit zu erlangen, damit sie gerettet werden

Ihr Eltern, helft euren Kindern, Weisheit zu erlangen, damit sie gerettet werden

„Von frühester Kindheit an [hast du] die heiligen Schriften gekannt . . ., durch die du die nötige Weisheit erhältst, um . . . gerettet zu werden“ (2. TIM. 3:15, NW, 2013)

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1, 2. Warum haben manche Eltern vielleicht Bedenken, wenn sich ihr Kind taufen lassen möchte?

JEDES Jahr geben sich Tausende von Bibelschülern Jehova hin und lassen sich taufen. Viele von ihnen sind junge Leute, die in der Wahrheit groß geworden sind und sich für den besten Lebensweg entschieden haben (Ps. 1:1-3). Hast du Kinder? Dann freust du dich bestimmt schon auf den Tag, an dem sich dein Kind taufen lässt. (Vergleiche 3. Johannes 4.)

2 Möglicherweise hast du aber auch Bedenken. Vielleicht hast du schon miterlebt, wie sich junge Leute taufen ließen, später jedoch daran zweifelten, ob ein Leben nach Gottes Maßstäben wirklich das Beste ist. Einige haben sogar die Wahrheit verlassen. Womöglich hast du deshalb die Sorge, dass dein Kind zwar den Weg des Lebens einschlägt, dann aber die Liebe für die Wahrheit verliert. Deinem Kind könnte es so ergehen  wie den Christen in Ephesus im 1. Jahrhundert. Jesus sagte von ihnen, sie hätten die Liebe, die sie zuerst hatten, verlassen (Offb. 2:4). Wie kannst du dem entgegenwirken und deinem Kind helfen, „zur Rettung heranzuwachsen“? (1. Pet. 2:2). Sehen wir uns dazu das Beispiel von Timotheus an.

DIE HEILIGEN SCHRIFTEN KENNEN

3. (a) Wie kam es dazu, dass Timotheus ein Christ wurde, und wie reagierte er auf die christlichen Lehren? (b) Welche drei Punkte erwähnte Paulus Timotheus gegenüber?

3 Wahrscheinlich erfuhr Timotheus von der christlichen Lehre, als der Apostel Paulus um 47 u. Z. das erste Mal nach Lystra kam. Offensichtlich war Timotheus damals ein Teenager und nahm die Lehren Jesu schnell an. Nach zwei Jahren begleitete er Paulus auf seinen Reisen. Etwa 16 Jahre später schrieb Paulus an Timotheus: „Du aber, bleibe bei den Dingen, die du gelernt hast und zu glauben überzeugt worden bist, da du weißt, von welchen Personen du sie gelernt hast, und da du von frühester Kindheit an die heiligen Schriften [die Hebräischen Schriften] gekannt hast, durch die du die nötige Weisheit erhältst, um durch den Glauben an Christus Jesus gerettet zu werden“ (2. Tim. 3:14, 15, NW, 2013). Paulus sprach also davon, 1. die heiligen Schriften zu kennen, 2. mit Überzeugung an die gelernten Dinge zu glauben und 3. die nötige Weisheit zu erlangen, um durch Glauben an Christus Jesus gerettet zu werden.

4. Welche Hilfsmittel verwendest du gern, um deinen Kindern Bibelwissen zu vermitteln? (Siehe Anfangsbild.)

4 Als Vater oder Mutter wünschst du dir, dass dein Kind die heiligen Schriften kennt, zu denen heute nicht nur die Hebräischen, sondern auch die Christlichen Griechischen Schriften gehören. Schon kleinen Kindern kann man je nach Auffassungsgabe etwas über biblische Personen und Begebenheiten beibringen. Jehovas Organisation stellt Eltern dafür viele Hilfsmittel bereit. Welche fallen dir ein? Denken wir daran: Die Bibel zu kennen ist die Grundlage für eine enge Freundschaft mit Jehova.

„ZU GLAUBEN ÜBERZEUGT“

5. (a) Was bedeutet die Wendung „zu glauben überzeugt“? (b) Woran ist zu erkennen, dass Timotheus von der guten Botschaft über Jesus überzeugt war?

5 Kindern die Wahrheit zu lehren schließt mehr ein, als nur Bibelwissen weiterzugeben. Timotheus wurde „zu glauben überzeugt“. Ursprünglich bedeutete diese Wendung „sich sicher sein, dass etwas wahr und richtig ist“. Timotheus kannte die Hebräischen Schriften von Kindheit an. Und irgendwann kam zu seinem Wissen die Überzeugung, dass Jesus der Messias war. Sein Glaube war so stark, dass er sich taufen ließ und Paulus im Missionardienst begleitete.

6. Wie kannst du deinen Kindern helfen, sich von dem zu überzeugen, was sie aus der Bibel lernen?

6 Wie kannst du deinen Kindern helfen, einen Glauben zu entwickeln, wie Timotheus ihn hatte? Sei vor allem geduldig. Überzeugung entsteht nicht über Nacht. Und nur weil du von etwas überzeugt bist, heißt das nicht, dass deine Kinder das auch sind. Jedes Kind muss seine „Vernunft“ gebrauchen und sich von der Wahrheit selbst überzeugen. (Lies Römer 12:1.) Du kannst deinem Kind dabei helfen. Besonders wenn es Fragen stellt, spielst du eine wichtige Rolle. Dazu ein Beispiel.

7, 8. (a) Wie geduldig ist Thomas mit seiner Tochter? (b) Wann musstest du schon mit deinem Kind geduldig sein?

 7 Thomas hat eine 11-jährige Tochter. Er erzählt: „Meine Tochter kommt mit Fragen wie: ‚Kann es sein, dass Jehova die Evolution benutzt hat, um auf der Erde Leben entstehen zu lassen?‘, oder: ‚Warum versuchen wir nicht, in unserer Stadt etwas zu verbessern, und gehen zum Beispiel wählen?‘ Manchmal muss ich mir auf die Zunge beißen, um die Frage nicht mit einer einfachen Antwort abzutun. Überzeugung entsteht nun mal nicht durch ein einziges schlagkräftiges Argument, sondern durch viele kleine Beweise.“

8 Thomas weiß, wie wichtig Geduld beim Lehren ist — wobei Geduld natürlich für alle Christen wichtig ist (Kol. 3:12). Er hat festgestellt, dass immer wieder Gespräche nötig sind. Thomas argumentiert anhand der Bibel. So hilft er seiner Tochter, mit Überzeugung hinter den Glaubenslehren zu stehen. „Vor allem wenn es um wichtige Punkte geht“, sagt Thomas, „wollen meine Frau und ich sichergehen, dass unsere Tochter wirklich glaubt, was sie lernt. Es ist gut, wenn sie Fragen hat. Ich würde mir eher Sorgen machen, wenn sie einfach etwas akzeptiert, ohne Fragen zu stellen.“

9. Wie kannst du Gottes Wort in das Herz deiner Kinder legen?

9 Werden Kinder geduldig unterwiesen, können sie nach und nach „die Breite und Länge und Höhe und Tiefe“ der biblischen Wahrheit verstehen (Eph. 3:18). Dabei ist es gut, das Alter und die Fähigkeiten des Kindes zu berücksichtigen. Je überzeugter Kinder von dem Gelernten sind, desto leichter fällt es ihnen, ihren Glauben in der Schule und anderswo zu verteidigen (1. Pet. 3:15). Können deine Kinder zum Beispiel anhand der Bibel erklären, was beim Tod geschieht? Ist das auch ihre eigene Überzeugung? * Gottes Wort ins Herz der Kinder zu legen braucht wirklich Geduld, aber die Mühe lohnt sich! (5. Mo. 6:6, 7).

10. Was spielt beim Lehren eine wichtige Rolle?

10 Natürlich ist es auch wichtig, welches Beispiel du gibst. Stephanie hat drei Töchter und sagt: „Schon als meine Kinder noch klein waren, musste ich mich als Mutter fragen: ‚Rede ich mit den Kindern darüber, warum ich von Jehovas Existenz, Liebe und Gerechtigkeit überzeugt bin? Können meine Kinder deutlich erkennen, dass ich Jehova wirklich liebe?‘ Ich kann nicht erwarten, dass meine Kinder einen starken Glauben haben, wenn ich ihn nicht habe.“

WEISHEIT, UM GERETTET ZU WERDEN

11, 12. Was ist Weisheit, und warum ist sie nicht vom Alter abhängig?

11 Wir haben gesehen, dass Timotheus 1. die heiligen Schriften kannte und 2. von den Glaubenslehren überzeugt war. Paulus sagte aber auch, Timotheus könne durch die heiligen Schriften „die nötige Weisheit erhalten, um . . . gerettet zu werden“. Was meinte er damit?

12 In Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2 wird erklärt, was in der Bibel mit Weisheit gemeint ist. Weisheit ist „die Fähigkeit, Erkenntnis und Verständnis anzuwenden, um Probleme zu lösen, Gefahren zu meiden oder abzuwenden sowie bestimmte Ziele zu erreichen oder anderen durch Rat dazu zu verhelfen. Weisheit  ist das Gegenteil von Torheit.“ In der Bibel heißt es: „Torheit ist an das Herz eines Knaben geknüpft“ (Spr. 22:15). Weisheit — das Gegenteil von Torheit — verbindet man demnach mit einem reifen Erwachsenen. Reife im biblischen Sinn ist in erster Linie nicht eine Frage des Alters. Sie zeigt sich daran, dass jemand Jehova fürchtet und bereit ist, seine Gebote zu befolgen. (Lies Psalm 111:10.)

13. Woran ist bei einem jungen Menschen zu erkennen, ob er die nötige Weisheit hat, um gerettet zu werden?

13 Junge Leute mit einer gewissen geistigen Reife lassen nicht zu, dass sie von ihren Wünschen oder dem Druck, sich Gleichaltrigen anzupassen, wie „von Wellen umhergeworfen“ und „hierhin und dorthin getrieben“ werden (Eph. 4:14). Stattdessen machen sie Fortschritte, weil sie „ihr Wahrnehmungsvermögen“ trainieren, um zwischen „Recht und Unrecht“ zu unterscheiden (Heb. 5:14). Ihr Fortschritt ist daran zu erkennen, dass sie sich auch dann für das Richtige entscheiden, wenn ihre Eltern oder andere Erwachsene nicht dabei sind (Phil. 2:12). Das ist die Weisheit, die nötig ist, um gerettet zu werden. (Lies Sprüche 24:14.) Wie kannst du deinen Kindern helfen, diese Weisheit zu entwickeln? Vor allem dadurch, dass du ihnen durch Wort und Tat deutlich zeigst, wie sehr du selbst die Werte der Bibel schätzt (Röm. 2:21-23).

Warum sind die geduldigen Anstrengungen der Eltern so wichtig? (Siehe Absatz 14—18)

14, 15. (a) Was sollte sich ein junger Mensch vor der Taufe fragen? (b) Wie können deine Kinder erkennen, dass es sich immer gut auswirkt, Gottes Gesetze zu befolgen?

14 Es genügt aber nicht, dem Kind nur zu sagen, was richtig und was falsch ist. Hilf ihm, über Fragen nachzudenken wie: „Warum wird in der Bibel manches verboten, was reizvoll ist? Was überzeugt mich davon, dass ein Leben nach der Bibel gut für mich ist?“ (Jes. 48:17, 18).

15 Möchte sich dein Kind taufen lassen, solltest du ihm helfen, noch über etwas anderes nachzudenken: „Bin ich  mir der Verantwortung bewusst, die ich als Christ übernehme? Welche Freuden bringt es mit sich? Welche Verpflichtungen? Warum überwiegen die Vorteile deutlich?“ (Mar. 10:29, 30). Mit diesen Fragen sollte man sich vor der Taufe und nicht erst danach beschäftigen. Hilf deinem Kind, intensiv über die Segnungen von Gehorsam beziehungsweise die Folgen von Ungehorsam nachzudenken. Das wird seine Überzeugung stärken, dass die Maßstäbe der Bibel immer zum Besten sind (5. Mo. 30:19, 20).

WENN NACH DER TAUFE ZWEIFEL AUFKOMMEN

16. Woran sollten Eltern denken, wenn ein Kind nach der Taufe Zweifel bekommt?

16 Was ist, wenn dein Sohn oder deine Tochter irgendwann nach der Taufe eine Glaubenskrise hat? Vielleicht fühlt sich ein Jugendlicher zur Welt hingezogen. Oder er stellt infrage, ob es wirklich das Beste ist, nach der Bibel zu leben (Ps. 73:1-3, 12, 13). Wie du als Elternteil damit umgehst, kann Einfluss darauf haben, ob sich dein Sohn oder deine Tochter für oder gegen Jehova entscheidet. Nimm dir fest vor, deinem Kind keine Kampfansage zu machen, ganz gleich wie alt es ist. Versuche, ihm liebevoll und auf gewinnende Weise zu helfen.

17, 18. Wie können Eltern einem Kind helfen, das Zweifel hat?

17 Vor der Taufe hat sich ein junger Mensch Jehova hingegeben. Er hat feierlich versprochen, Gott zu lieben und seine Interessen allem voranzustellen. (Lies Markus 12:30.) Dieses Versprechen ist für Jehova eine ernste Angelegenheit. Und das sollte es auch für jeden sein, der es gegeben hat (Pred. 5:4, 5). Erinnere dein Kind zu einem passenden Zeitpunkt freundlich daran. Bereite dich auf das Gespräch vor. Nutze dabei Studienmaterial, das Jehovas Organisation für Eltern bereitstellt. Dann fällt es dir leichter, sowohl die Freuden als auch die Verpflichtungen herauszustellen, die man als ein Gott hingegebener Christ hat.

18 Nützliche Hinweise werden zum Beispiel in dem Buch Fragen junger Leute praktische Antworten, Band 1 im Anhang für die Eltern gegeben. Unter „Glaube“ heißt es: „Denkt jetzt nicht gleich, euer Kind hat seinen Glauben verloren. Oft steckt etwas anderes dahinter“. Es könnte Gruppenzwang sein, Einsamkeit oder das Gefühl, im Schatten anderer junger und scheinbar reiferer Christen zu stehen. Weiter heißt es: „Diese Punkte haben interessanterweise wenig mit Glaubenslehren zu tun. Es geht hier mehr um Umstände, die es dem Jugendlichen — zumindest momentan — schwer machen, seinen Glauben zu praktizieren.“ Anschließend werden Vorschläge gemacht, wie Eltern ein zweifelndes Kind unterstützen können.

19. Wie können Eltern ihren Kindern helfen, „die nötige Weisheit“ zu erhalten, um „gerettet zu werden“?

19 Als Eltern habt ihr die große Verantwortung und gleichzeitig das schöne Vorrecht, eure Kinder „in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas“ aufzuziehen (Eph. 6:4). Wie besprochen, bedeutet das nicht nur, ihnen Bibelwissen zu vermitteln, sondern ihnen auch zu helfen, hinter dem Gelernten zu stehen. Ihre Überzeugung muss so stark sein, dass sie sich Jehova hingeben und ihm vorbehaltlos dienen möchten. Sicher werden Jehovas Wort, sein Geist und eure Anstrengungen eurem Kind helfen, „die nötige Weisheit“ zu erhalten, um „gerettet zu werden“.

^ Abs. 9 Die Studienprojekte für das Buch „Was lehrt die Bibel wirklich?“ eignen sich hervorragend für junge Leute und Erwachsene, um biblische Wahrheiten zu verstehen und zu erklären. Auf jw.org gibt es sie in vielen Sprachen unter BIBEL & PRAXIS > STUDIENHILFEN.