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Jehovas Zeugen

Deutsch

Der Wachtturm  |  Nr. 5 2017

Hätten Sie es gewusst?

Hätten Sie es gewusst?

War Jesu Veranschaulichung von den „kleinen Hunden“ als Beleidigung gedacht?

Ein Kind mit einem Hundewelpen, griechische oder römische Statuette (1. Jh. v. u. Z. bis 2. Jh. u. Z.)

Als Jesus einmal außerhalb der Grenzen Israels in der römischen Provinz Syrien war, bat ihn eine griechische Frau um Hilfe. In seiner Antwort verglich er Nichtjuden mit „kleinen Hunden“. Im Gesetz der Israeliten galten Hunde als unreine Tiere (3. Mose 11:27). Wollte Jesus diese Griechin und andere Nichtjuden beleidigen?

Absolut nicht. Wie Jesus seinen Jüngern erklärte, konzentrierte er sich damals hauptsächlich darauf, den Juden zu helfen. Er veranschaulichte das gegenüber der griechischen Frau mit den Worten: „Es ist nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es kleinen Hunden hinzuwerfen“ (Matthäus 15:21-26; Markus 7:26). Bei den Griechen und Römern waren Hunde beliebte Haustiere. Hunde lebten oft mit im Haus und die Kinder spielten mit ihnen. Die Wendung „kleine Hunde“ vermittelte also offensichtlich ein warmes und liebevolles Bild. Die Griechin griff Jesu Vergleich auf und sagte: „Ja, Herr; aber die kleinen Hunde fressen doch auch die Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“ Jesus lobte sie für ihren Glauben und heilte ihre Tochter (Matthäus 15:27, 28).

Warum empfahl der Apostel Paulus, eine Seereise zu unterbrechen?

Relief eines großen Frachtschiffs (1. Jh. u. Z.)

Auf einer Seereise des Apostels Paulus nach Italien hatte das Schiff mit ungünstigen Winden zu kämpfen. Als man in einem Hafen haltmachte, empfahl Paulus, die Reise für längere Zeit zu unterbrechen (Apostelgeschichte 27:9-12). Gab es eine Grundlage dafür?

In der Antike war die Schifffahrt auf dem Mittelmeer in den Wintermonaten äußerst gefährlich. Zwischen Mitte November und Mitte März galt das Mittelmeer als unbefahrbar. Doch die Reise von Paulus war im September oder Oktober. In seinem Werk Abriss des Militärwesens schrieb der römische Schriftsteller Vegetius (4. Jh. u. Z.) über die Schifffahrt auf dem Mittelmeer: „Manche Monate sind sehr geeignet, manche unsicher, die übrigen aufgrund des Naturgesetzes für die Schiffe nicht zu bewältigen.“ Nach Aussage von Vegetius war die Schifffahrt vom 27. Mai bis zum 14. September sicher. Vom 15. September bis zum 11. November sowie vom 11. März bis zum 26. Mai galt die Schifffahrt als gefährlich. Paulus hatte schon viele Schiffsreisen hinter sich und war sich der Gefahr sicher bewusst. Der Kapitän und der Schiffseigentümer wussten das bestimmt auch, aber sie ignorierten den Rat des Paulus. Die Reise endete mit einem Schiffbruch (Apostelgeschichte 27:13-44).