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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM NR. 5 2016

 TITELTHEMA | WIE ÜBERSTEHT MAN SCHWERE ZEITEN?

Wie man schwere Zeiten übersteht

Wie man schwere Zeiten übersteht

Sorgen haben viele Gesichter. Greifen wir einmal die vier Situationen heraus, die im ersten Artikel erwähnt wurden. Einige Betroffene erzählen, wie sie von Gott Trost und Hilfe erhalten haben.

PLÖTZLICH ARBEITSLOS

„Ich habe gelernt, einfach jede Arbeit anzunehmen. Gleichzeitig reduzierten wir alle unnötigen Ausgaben“ (Jonathan)

„Meine Frau Priscilla * und ich wurden zur gleichen Zeit arbeitslos“, erzählt Seth. „Zwei Jahre lang hielten wir uns mit dem einen oder anderen Aushilfsjob und der Unterstützung unserer Familie über Wasser. Meine Frau war völlig deprimiert und ich kam mir wertlos vor.

Aber wir konnten diese Zeit überstehen. Priscilla dachte viel über die Worte von Jesus aus Matthäus 6:34 nach. Dort sagt er, dass wir uns keine Sorgen um den nächsten Tag machen sollen, weil jeder Tag seine eigenen Herausforderungen hat. Außerdem betete meine Frau wegen allem, was sie belastete, und das gab ihr die Kraft weiterzumachen. Mir hat Psalm 55:22 sehr geholfen. Ich habe wie der Schreiber dieses Psalms alle Sorgen bei Gott abgeladen und gemerkt, wie er für mich da war. Mittlerweile habe ich wieder eine Arbeit. Aber trotzdem versuchen wir, unser Leben einfach zu halten, so wie es Jesus in Matthäus 6:20-22 geraten hat. Auf jeden Fall hat uns diese Zeit Gott und auch einander nähergebracht.“

„Als unser kleiner Familienbetrieb in Konkurs ging, hatte ich keine Ahnung, wie es weitergehen sollte“, erzählt Jonathan. „20 Jahre harte Arbeit hatten sich durch die Wirtschaftskrise einfach in Rauch aufgelöst. Meine Frau und ich stritten uns viel wegen Geld. Wir haben uns in der Zeit nicht mal mehr getraut, etwas mit der Kreditkarte zu kaufen, weil wir nicht wussten, ob sie noch akzeptiert wird.

Aber dank Gottes Wort und seinem heiligen Geist konnten wir vernünftige Entscheidungen treffen. Ich habe gelernt, einfach jede Arbeit anzunehmen. Gleichzeitig reduzierten wir alle unnötigen Ausgaben. Und unsere Freunde, die wie wir Zeugen  Jehovas sind, waren auch für uns da. Sie haben uns gut zugeredet und uns unter die Arme gegriffen, wenn es hart auf hart kam.“

WENN DIE EHE ZERBRICHT

Raquel erinnert sich: „Als mich mein Mann einfach sitzen ließ, war ich tief verletzt und wütend. Eine unglaubliche Traurigkeit überfiel mich. Aber ich habe mich fest an Gott geklammert und er hat mich wirklich getröstet. Jeden Tag habe ich gebetet und gespürt, wie sein Frieden mein Herz beschützt. Mir war, als ob er mein gebrochenes Herz heilt.

Sein Wort, die Bibel, hat mir geholfen, meine Wut und meine Verbitterung loszulassen. Ich hielt mich an den Rat vom Apostel Paulus aus Römer 12:21: ‚Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse stets mit dem Guten.‘

„Irgendwann kommt die Zeit, etwas als verloren aufzugeben. . . . Jetzt habe ich wieder Ziele im Leben“ (Raquel)

Außerdem half mir ein guter Freund zu verstehen, wie wichtig es ist, nach vorn zu blicken. Mit Prediger 3:6 zeigte er mir, dass irgendwann die Zeit kommt, etwas als verloren aufzugeben. Das war zwar ganz schön hart, aber es war genau das, was ich brauchte. Jetzt habe ich wieder Ziele im Leben.“

„Du schaffst es einfach nicht alleine, wenn deine Ehe zerbricht“, sagt Elizabeth. „Ich hatte eine gute Freundin, die tagaus, tagein für mich da war. Sie hat mit mir geweint, sie hat mich getröstet und mir das Gefühl gegeben, doch etwas wert zu sein. Ich bin davon überzeugt, dass Jehova sie gebraucht hat, um meine Wunden zu heilen.“

KRANKHEIT ODER ALTER

„Ich bete ganz oft zu Jehova. Dann spüre ich, wie er mir durch seinen heiligen Geist Kraft gibt“ (Luis)

Luis, der schon im ersten Artikel erwähnt wurde, ist schwer herzkrank. Schon zweimal wäre er deswegen beinahe gestorben. Inzwischen ist er 16 Stunden am Tag auf ein Sauerstoffgerät angewiesen. Er sagt: „Ich bete ganz oft zu Jehova. Dann spüre ich, wie er mir durch seinen heiligen Geist Kraft gibt. Das Gebet hilft mir, nicht aufzugeben. Ich glaube fest daran, dass Gott sich um mich kümmert.“

Petra, die bereits über 80 ist, erzählt: „Ich würde gerne noch so viel machen, aber es geht einfach nicht. Zu merken, wie die eigenen Kräfte nachlassen, ist schrecklich. Ich bin schnell erschöpft. Außerdem bin ich auf Medikamente angewiesen. Oft denke ich daran, wie Jesus seinen Vater bat, eine schwer erträgliche Situation von ihm abzuwenden. Jehova hat ihm  die nötige Kraft gegeben, und das tut er auch bei mir. Das Gebet ist meine tägliche Therapie. Danach geht es mir jedes Mal besser“ (Matthäus 26:39).

So ähnlich empfindet auch Julian, der schon seit 30 Jahren an multipler Sklerose leidet. Er sagt: „Ich musste meinen Chefsessel gegen einen Rollstuhl eintauschen. Aber ich finde mein Leben trotzdem lebenswert, weil ich mich für andere einsetze. Sich um andere zu kümmern lässt die eigenen Sorgen kleiner werden. Außerdem hält Jehova sein Versprechen, für uns da zu sein, wenn wir ihn brauchen. Ich kann wie der Apostel Paulus sagen: ‚Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht‘ “ (Philipper 4:13).

WENN EIN GELIEBTER MENSCH STIRBT

„Erst wollte ich es gar nicht wahrhaben, dass mein Vater durch einen Verkehrsunfall gestorben ist“, erinnert sich Antonio. „Es kam mir so unfair vor — er war doch nur ein unbeteiligter Fußgänger. Aber ich konnte nichts daran ändern. Fünf Tage lang lag er im Koma und dann starb er. Wenn meine Mutter da war, versuchte ich, nicht zu weinen. Aber wenn ich alleine war, brach ich zusammen. Ich fragte mich immer wieder: ‚Warum? Warum?‘

In dieser schrecklichen Zeit bat ich Jehova, mir zu helfen, mein Gefühlschaos kontrollieren zu können, und mir inneren Frieden zu geben. Mit der Zeit wurde es besser. In der Bibel steht ja, dass Unvorhergesehenes jeden treffen kann. Außerdem hat Gott eine Auferstehung versprochen. Und weil er nicht lügen kann, bin ich davon überzeugt, dass ich meinen Vater wiedersehen werde“ (Prediger 9:11; Johannes 11:25; Titus 1:2).

„Das Flugzeugunglück hat uns zwar unseren Sohn genommen, aber die vielen schönen Erinnerungen an die Zeit mit ihm kann uns niemand nehmen“ (Robert)

Robert, der schon im ersten Artikel zu Wort kam, geht es ähnlich. Er sagt: „Meine Frau Maribel und ich haben durch das Gebet erlebt, wie Jehova uns den inneren Frieden gegeben hat, der in Philipper 4:6, 7 beschrieben wird. Dadurch, dass wir innerlich ruhig waren, fiel es uns leichter, mit den Reportern über unseren Glauben an eine Auferstehung zu sprechen. Das Flugzeugunglück hat uns zwar unseren Sohn genommen, aber die vielen schönen Erinnerungen an die Zeit mit ihm kann uns niemand nehmen; darauf konzentrieren wir uns jetzt.

Einige befreundete Zeugen Jehovas erzählten uns später, sie hätten im Fernsehen gesehen, wie gefasst wir über unseren Glauben gesprochen haben. Wir sagten ihnen, dass uns dabei ganz sicher ihre unzähligen Gebete geholfen haben. Ich bin außerdem davon überzeugt, dass Jehova uns durch die vielen Beileidsbekundungen unserer Freunde gestärkt hat.“

All diese Erlebnisse zeigen, dass Gott Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen Trost geben kann. Dieser Trost kann jeden stärken, ganz gleich wie schwer die Zeiten sind, durch die man gerade geht. Jeder kann Jehova kennenlernen und bei ihm Hilfe finden — bei dem „Gott allen Trostes“ (2. Korinther 1:3). *

^ Abs. 5 Einige Namen in diesem Artikel wurden geändert.

^ Abs. 23 Jehovas Zeugen helfen gerne jedem, der Gott kennenlernen und bei ihm Trost finden möchte. Sprechen Sie einfach einen Zeugen Jehovas in Ihrer Nähe an oder wenden Sie sich an eines ihrer Zweigbüros.

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