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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM NR. 3 2016

 TITELTHEMA | WENN DER TOD DIE LIEBSTEN RAUBT

Wie man Trauernde trösten kann

Wie man Trauernde trösten kann

Steht man jemandem nah, der einen geliebten Menschen verloren hat, fühlt man sich oft überfordert. Vor lauter Unsicherheit weiß man nicht so richtig, was man sagen soll — also sagt oder tut man am Ende gar nichts. Es gibt jedoch einiges, was man tun kann.

Einfach nur da zu sein und zu sagen: „Es tut mir so leid“, reicht manchmal schon. In vielen Kulturen zeigt man Anteilnahme, indem man die Person umarmt oder ihr liebevoll die Hand drückt. Möchte der Trauernde reden, sollte man einfühlsam zuhören. Am besten wäre es, für die Familie etwas Praktisches zu tun. Man könnte vielleicht etwas übernehmen, was der Trauernde nicht schafft, wie kochen, sich um die Kinder kümmern oder, falls gewünscht, bei den Vorbereitungen für die Beerdigung mithelfen. Solche Taten sprechen lauter als großartige Worte.

Mit der Zeit kann man vielleicht auch über den Verstorbenen sprechen, seine guten Eigenschaften hervorheben oder nette Anekdoten erzählen. Das könnte den Trauernden sogar zum Lächeln bringen. Pam verlor ihren Mann Ian vor sechs Jahren. Sie sagt: „Manchmal erzählt mir jemand, was Ian Nettes gemacht hat, wovon ich gar nichts wusste. Das tut mir so gut.“

 Wie Fachleute berichten, wird anfangs meist noch viel Unterstützung gegeben. Doch sobald Freunde und Bekannte zum Alltag zurückkehren, sind Trauernde schnell wieder auf sich allein gestellt. Deshalb sollte man bewusst einplanen, sich regelmäßig bei ihnen zu melden. * Vielen tut es gut, ihre anhaltenden Gefühle der Trauer gemeinsam mit jemand anderem zu verarbeiten.

Kaori, eine junge Japanerin, war zutiefst erschüttert, als zuerst ihre Mutter starb und ihre ältere Schwester nur 15 Monate später. Glücklicherweise standen ihr treue Freunde zur Seite. Dazu gehörte auch die viel ältere Ritsuko. Sie bot Kaori an, ihr eine gute Freundin zu werden. Kaori erzählt: „Offen gesagt, war ich davon nicht begeistert. Niemand konnte den Platz meiner Mutter einnehmen. Das wollte ich auch nicht. Aber Mama Ritsuko war so lieb zu mir, dass ich mich bei ihr wirklich gut aufgehoben fühlte. Wir gingen jede Woche gemeinsam zu unseren Zusammenkünften und verkündigten gemeinsam die gute Botschaft der Bibel. Sie hat mich zum Tee eingeladen, mir Essen vorbeigebracht und mir Briefe und Karten geschrieben. Mama Ritsuko war immer so positiv — das hat mich richtig aufgebaut.“

Seit dem Tod von Kaoris Mutter sind 12 Jahre vergangen. Heute setzen sie und ihr Mann sich hauptsächlich in der Verkündigung der guten Botschaft ein. Kaori erzählt: „Mama Ritsuko hält immer noch Kontakt mit mir. Jedes Mal, wenn ich nach Hause komme, besuche ich sie. Mit ihr Zeit zu verbringen tut mir immer gut.“

Auch Poli, eine Zeugin Jehovas aus Zypern, erlebte, wie einen langfristige Hilfe stützen kann. Ihr Mann Sozos war darin selbst ein gutes Vorbild. Er tröstete andere anhand der Bibel, lud Hinterbliebene häufig zum Essen ein und verbrachte Zeit mit ihnen (Jakobus 1:27). Leider starb er mit 53 an einem Hirntumor. Poli sagt: „Ich habe den Mann verloren, der mir in 33 Jahren Ehe all seine Liebe geschenkt hat!“

Sich praktische Möglichkeiten überlegen, um Hinterbliebenen zu helfen

Nach der Beisetzung zog Poli mit ihrem jüngsten Sohn, dem 15-jährigen Daniel, nach Kanada. Sie schlossen sich den Zeugen Jehovas vor Ort an. Mittlerweile geht es ihnen wieder gut und Poli berichtet: „Die Glaubensbrüder in unserer neuen Versammlung wussten nichts von unserer Vergangenheit oder unseren schwierigen Umständen. Trotzdem haben sie uns mit offenen Armen aufgenommen, uns tatkräftig unterstützt und hatten immer liebe Worte für uns. Das war genau das Richtige, besonders weil mein Sohn seinen Vater damals so sehr gebraucht hätte! Die Verantwortlichen in der Versammlung haben sich wirklich für Daniel interessiert. Einer im Besonderen hat Daniel immer bewusst miteinbezogen, ob bei Einladungen oder beim Sport.“

Es gibt viele praktische Möglichkeiten, Trauernde hier und jetzt zu trösten und ihnen beizustehen. Die Bibel tröstet zusätzlich mit einem Versprechen für die Zukunft: Sie gibt uns eine einmalige Hoffnung.

^ Abs. 6 Manche vermerken den Todestag sogar im Kalender. So können sie Trost spenden, wenn er am nötigsten ist — wenn sich der Verlust jährt.