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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM NR. 3 2016

 DIE BIBEL HAT IHR LEBEN VERÄNDERT

Ich lernte Frauen zu respektieren und mich selbst zu achten

Ich lernte Frauen zu respektieren und mich selbst zu achten
  • GEBURTSJAHR: 1960

  • GEBURTSLAND: FRANKREICH

  • VORGESCHICHTE: GEWALTTÄTIG UND DROGENSÜCHTIG, OHNE RESPEKT VOR FRAUEN

MEINE VERGANGENHEIT:

Ich bin in Mülhausen im Elsass geboren und in einem berüchtigten Arbeiterviertel aufgewachsen. Ich erinnere mich hauptsächlich an gewalttätige Streitereien von Familien in der Nachbarschaft. Bei uns zu Hause wurden Frauen verachtet und Männer haben sich so gut wie nie an sie gewandt. Ich lernte: „Eine Frau gehört in die Küche und hat sich um Mann und Kinder zu kümmern.“

Ich hatte eine schwierige Kindheit. Als ich zehn war, starb mein Vater an seiner Alkoholsucht. Fünf Jahre später beging einer meiner älteren Brüder Selbstmord. Im selben Jahr musste ich bei einem Streit in der Verwandtschaft einen Mord mitansehen. Ich war völlig schockiert. Verwandte haben mir beigebracht, Messer und Pistolen zu gebrauchen und wenn nötig zu kämpfen. Völlig verstört begann ich zu trinken und ließ mich überall tätowieren.

Kaum 16 trank ich zwischen 10 und 15 Flaschen Bier am Tag und nahm schon bald Drogen. Um an Geld zu kommen, stahl ich und verkaufte Altmetall. Mit 17 hatte ich schon eine Gefängnisstrafe hinter mir. Insgesamt wurde ich 18 Mal wegen Diebstahls oder Gewaltdelikten verurteilt.

Mit Anfang 20 ging es noch mehr bergab. Ich rauchte bis zu 20 Joints am Tag und war süchtig nach Heroin und anderen Drogen. Mehrmals wäre ich fast an einer Überdosis gestorben. Weil ich dealte, war ich ständig bewaffnet. Einmal versuchte ich einen Mann zu erschießen, aber zum Glück prallte die Kugel an seiner Gürtelschnalle ab! Als ich 24 war, starb meine Mutter. Ich wurde nur noch aggressiver. Fußgänger wechselten ängstlich die Straßenseite, wenn sie mich kommen sahen. Weil ich so oft in Schlägereien verwickelt war, verbrachte ich die meisten Wochenenden bei der Polizei oder wurde im Krankenhaus genäht.

Mit 28 heiratete ich. Wie zu erwarten war, behandelte ich meine Frau nicht mit Respekt. Ich beschimpfte und schlug sie. Wir machten nie etwas zusammen. Ich dachte, es reiche, sie mit gestohlenem Schmuck zu überhäufen. Dann geschah etwas Unerwartetes: Meine Frau fing einen Bibelkurs mit Zeugen Jehovas an. Von einem Tag auf den anderen hörte sie auf zu rauchen,  nahm kein gestohlenes Geld mehr an und gab mir ihren Schmuck zurück. Ich war wütend und sofort gegen diesen Bibelkurs. Das ließ ich sie spüren, blies ihr Rauch ins Gesicht und machte sie in der ganzen Nachbarschaft lächerlich.

Im Vollrausch setzte ich eines Nachts unsere Wohnung in Brand. Meine Frau rettete unsere 5-jährige Tochter und mich vor den Flammen. Wieder nüchtern, plagten mich schreckliche Schuldgefühle. Tief im Innern dachte ich, Gott würde mir wohl nie vergeben. Ein Priester hatte mal gesagt, die Bösen kämen in die Hölle. Sogar mein Psychiater meinte: „Bei Ihnen ist alles zu spät! Sie sind nicht mehr zu retten.“

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN VERÄNDERT HAT:

Nach dem Brand zogen wir zu meinen Schwiegereltern. Als die Zeugen meine Frau besuchten, fragte ich: „Kann mir Gott jemals alles vergeben?“ Sie zeigten mir in der Bibel 1. Korinther 6:9-11. Dort werden Menschen beschrieben, die tun, was Gott verurteilt. Aber dann steht da: „Und doch waren das einige von euch.“ Ich konnte mich also ändern! Die Zeugen versicherten mir, dass Gott mich liebte und zeigten mir dazu 1. Johannes 4:8. Das machte mir Mut. Ich wollte zweimal pro Woche Bibelunterricht, begann die Zusammenkünfte der Zeugen zu besuchen und betete ständig zu Jehova.

Innerhalb eines Monats entschied ich mich, mit Drogen und Alkohol aufzuhören. In meinem Körper herrschte plötzlich Krieg. Ich hatte schlimme Albträume, Kopfschmerzen, Krämpfe und andere Entzugserscheinungen. Doch gleichzeitig spürte ich, wie Jehova mir Kraft gab und mich festhielt. Mir ging es wie Paulus, der über Gottes Hilfe schrieb: „Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht“ (Philipper 4:13). Mit der Zeit konnte ich auch mit dem Rauchen aufhören (2. Korinther 7:1).

Dank der Bibel bekam ich mein Leben in den Griff und in der Familie lief es besser. Ich begann meine Frau mit mehr Respekt zu sehen und zu behandeln — sagte zum Beispiel „Bitte“ und „Danke“. Und ich wurde für unsere Tochter ein richtiger Vater. Nach einem Jahr Bibelkurs versprach ich Jehova, ganz für ihn zu leben und ließ mich, wie schon meine Frau, taufen.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN BEREICHERT HAT:

Der Rat aus der Bibel hat mir das Leben gerettet. Meine Verwandten, die keine Zeugen sind, sehen das auch so: Ich wäre schon längst bei einer Schlägerei oder als Folge von Drogenmissbrauch gestorben.

Mein Familienleben hat sich von Grund auf geändert, weil ich aus der Bibel gelernt habe, wie ein Ehemann und Vater sich zu verhalten hat (Epheser 5:25; 6:4). Wir fingen an, mehr als Familie zu machen. Anstatt zu denken, meine Frau gehöre in die Küche, unterstütze ich sie gerne dabei, eine Vollzeitpredigerin zu sein und sie unterstützt mich in unserer Versammlung, die ich als Ältester betreue.

Jehovas Liebe und Mitleid haben mein Leben tief berührt. Ich will vor allem mit sogenannten hoffnungslosen Fällen über seine Persönlichkeit sprechen, schließlich sah man mich früher auch so. Ich weiß: Die Bibel hat die Macht, jedem zu helfen, ein gutes, erfülltes Leben zu führen. Aus der Bibel habe ich gelernt, andere zu lieben und zu respektieren — Männer und Frauen —, aber ich habe auch gelernt mich selbst zu achten.

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