Einstellung der Bedienungshilfe

Search

Sprache auswählen

Zurück zum Untermenü

Zum Inhaltsverzeichnis springen

Zurück zum Inhalt

Jehovas Zeugen

Deutsch

DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) NOVEMBER 2015

Teenager zu Dienern Jehovas erziehen

Teenager zu Dienern Jehovas erziehen

„Jesus nahm weiterhin zu an Weisheit und Körpergröße und an Gunst bei Gott und den Menschen“ (LUK. 2:52)

LIEDER: 41, 89

1, 2. (a) Welche Sorgen machen sich viele Eltern, wenn ihre Kinder ins Teenageralter kommen? (b) Welche Ziele können sich Jugendliche setzen, damit sie als Diener Jehovas „wachsen“?

KAUM etwas macht Eltern, die Jehova dienen, so glücklich wie die Taufe ihres Kindes. „Es waren sehr emotionale Momente“, sagt Berenice, deren vier Kinder sich noch vor dem 14. Lebensjahr taufen ließen. „Wir freuten uns natürlich, dass unsere Kinder Jehova dienen wollten, aber wir wussten auch, dass sie es als Teenager nicht leicht haben würden.“ Wenn deine Kinder schon Teenager sind oder es bald werden, kannst du Berenices Gefühle bestimmt nachvollziehen.

2 Wie ein Experte auf dem Gebiet der kindlichen Entwicklung einräumt, ist die Zeit des Erwachsenwerdens sowohl für Eltern als auch für Teenager anstrengend. Er fügt jedoch hinzu, dass die Pubertät „keine Phase [ist], in der man ‚durchdreht‘ oder sich ‚unreif‘ verhält. Sie ist eine wichtige Phase, geprägt von intensiven Gefühlen, großer Geselligkeit und Kreativität.“ Als Teenager können eure Kinder ihre Freundschaft zu Jehova vertiefen, sich Ziele für den Predigtdienst setzen und darauf hinarbeiten. Sie können auch schon selbst entscheiden sich Jehova hinzugeben und entsprechend zu leben. Wie Jesus können auch sie ihre Jugendzeit  gut nutzen, um im Glauben zu wachsen. (Lies Lukas 2:52.) Welche Rolle spielt ihr Eltern in diesen entscheidenden Jahren? Und wie könnt ihr eure Teenager so schulen, dass sie Diener Jehovas werden? Auch hier kann euch Jesu Liebe, Demut und gutes Urteilsvermögen weiterhelfen.

ZEIG DEINEM TEENAGER, DASS DU IHN LIEBST

3. Woran erkannten die Apostel, dass Jesus ihr Freund war?

3 Jesus war ein treuer, liebevoller Freund. (Lies Johannes 15:15.) In biblischen Zeiten sprach ein „Herr“ mit seinen „Sklaven“ normalerweise nicht über seine Gedanken und Gefühle. Doch Jesus war für seine treuen Apostel beides — Herr und Freund. Er verbrachte Zeit mit ihnen, teilte ihnen seine Gefühle mit und hörte ihnen aufmerksam zu, wenn sie ihm ihr Herz ausschütteten (Mar. 6:30-32). So konnte eine enge Bindung zwischen ihm und seinen Aposteln entstehen. Außerdem wurden sie dadurch auf ihre zukünftigen Aufgaben im Dienst für Jehova vorbereitet.

4. Wie kannst du für dein Kind ein Freund sein, ohne deine elterliche Autorität zu verlieren? (Siehe Anfangsbild.)

4 Michael, ein Vater von zwei Kindern, sagt: „Kinder stehen mit ihren Eltern natürlich nicht auf einer Stufe. Als Eltern können wir aber dennoch ihre Freunde sein.“ Freunde verbringen Zeit miteinander. Überleg daher unter Gebet, ob du deine Arbeit oder andere Aktivitäten so anpassen kannst, dass du mehr Zeit für deine Kinder hast. Freunde teilen auch gemeinsame Interessen. Bemüh dich deshalb, Dinge wie die Musik deiner Kinder, ihre Filme oder ihren Sport ebenfalls zu mögen. Ilaria, die in Italien lebt, erzählt: „Meine Eltern interessierten sich für meine Musik. Mein Papa wurde mein bester Freund und ich traute mich sogar, mit ihm über heikle Themen zu reden.“ Als Vater oder Mutter schmälerst du deine Autorität nicht, wenn du für dein Kind ein Freund bist und ihm dabei hilfst, „vertraute Gemeinschaft mit Jehova“ zu pflegen (Ps. 25:14). Ganz im Gegenteil. Du wirst zugänglicher und zeigst deinem Kind, dass du es liebst und respektierst. Und dein Kind wird sich dir wahrscheinlich eher öffnen.

5. Was wünschte sich Jesus für seine Jünger?

5 Jesus wollte, dass seine geliebten Jünger das Glück verspürten, das ein Leben für Jehova mit sich bringt. Deshalb wünschte er sich, dass sie die gute Botschaft mit Feuereifer verkündigten und Menschen halfen, seine Nachfolger zu werden. Und er versicherte ihnen, sie dabei zu unterstützen, damit sie das auch schaffen konnten (Mat. 28:19, 20).

6, 7. Warum ist es liebevoll, wenn Eltern ihren Kindern helfen gute Gewohnheiten im Dienst für Jehova zu entwickeln?

6 Sicherlich wollt ihr, dass eure jugendlichen Kinder im Glauben stark bleiben. Und da das auch Gottes Wunsch ist, hat er euch die Verantwortung übertragen, sie „in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas“ zu erziehen (Eph. 6:4). Dafür benötigt ihr gute Gewohnheiten im Dienst für Jehova. Hierzu ein Vergleich: Du bestehst darauf, dass deine Kinder zur Schule gehen, weil Bildung wichtig ist und sie Freude am Lernen entwickeln sollen. Genauso bestehen liebevolle Eltern darauf, dass ihre Kinder aus „der ernsten Ermahnung Jehovas“ Nutzen ziehen, wie zum Beispiel bei den Zusammenkünften. Außerdem legst du Wert darauf, dass sie gern etwas über Jehova lernen und echte Weisheit schätzen, denn von dieser Bildung hängt ja ihr Leben ab (Spr. 24:14). Ähnlich wie Jesus seine Jünger unterstützte, strengst auch du dich bestimmt an, deinen Kindern dabei zu helfen, im Predigtdienst wirkungsvoller zu werden. Wie kannst du das schaffen?  Zeig ihnen doch, wie wichtig es ist, an guten Predigtdienstgewohnheiten festzuhalten, und wie schön es ist, anderen etwas aus Gottes Wort zu zeigen.

7 Wie können gute theokratische Gewohnheiten deinen Teenagern helfen? Erin, die in Südafrika lebt, gibt zu: „Als Kinder jammerten wir oft und beklagten uns über das Bibelstudium, die Zusammenkünfte und den Dienst. Manchmal störten wir das Familienstudium absichtlich, um aufhören zu können. Aber unsere Eltern gaben nicht nach.“ Was bewirkte das? Sie sagt: „Diese Schulung half mir, Ausdauer zu entwickeln. Wenn heute meine Routine im Dienst für Jehova gestört wird, sehne ich mich richtig danach, sie so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Ich denke nicht, dass ich dieses Bedürfnis entwickelt hätte, wenn meine Eltern nicht so hartnäckig geblieben wären. Hätten sie nachgegeben, würde ich heute sicher eher mal eine Zusammenkunft oder den Dienst ausfallen lassen.“

LEBE DEMUT VOR

8. (a) Wodurch wurde deutlich, dass sich Jesus seiner Grenzen bewusst war? (b) Wie wirkte sich Jesu Demut auf seine Jünger aus?

8 Obwohl Jesus ein vollkommener Mensch war, erkannte er demütig seine Grenzen und seine Abhängigkeit von Jehova an. (Lies Johannes 5:19.) Hatten die Jünger deshalb weniger Respekt vor ihm? Auf keinen Fall! Denn je mehr Jesus sich auf Jehova stützte, desto mehr vertrauten sie ihm. Und später ahmten sie seine Demut nach (Apg. 3:12, 13, 16).

9. Wie wirkt es sich auf Teenager aus, wenn sich Eltern demütig entschuldigen und sich ihre Grenzen eingestehen?

9 Auch wir haben Grenzen. Außerdem sind wir im Gegensatz zu Jesus unvollkommen und machen Fehler. Gesteh also demütig deine Grenzen ein und gib Fehler zu (1. Joh. 1:8). Wen respektierst du schließlich eher? Einen Chef, der seine Fehler zugibt, oder einen, der sich nie entschuldigt? Wenn deine Kinder hören, dass du dich entschuldigst, steigst du wahrscheinlich in ihrer Achtung und sie lernen ebenfalls ihre Fehler zuzugeben. „Wir gaben unsere Fehler zu, und das motivierte unsere Kinder, sich uns zu öffnen, wenn sie ein Problem hatten“, sagt Rosemary, eine Mutter von drei erwachsenen Kindern. „Wir waren uns außerdem unserer Grenzen bewusst, und deshalb zeigten wir ihnen, wo sie die besten Lösungen für ihre Probleme finden können. Wenn sie Hilfe brauchten, machten wir sie immer auf biblische Veröffentlichungen aufmerksam und beteten gemeinsam.“

10. Wie kam Jesu Demut zum Ausdruck, wenn er seinen Nachfolgern etwas gebot?

10 Jesus hatte die Autorität, seinen Nachfolgern zu sagen, was sie tun sollten. Dennoch war er demütig und lieferte ihnen oft Gründe für ein Gebot. Beispielsweise forderte er sie nicht einfach dazu auf, zuerst das Königreich und Gottes Gerechtigkeit zu suchen, sondern ergänzte: „Und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden.“ Und als er sagte „Hört auf zu richten“, nannte er ebenfalls den Grund: „Damit ihr nicht gerichtet werdet; denn mit dem Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden“ (Mat. 6:31 bis 7:2).

11. Warum ist es klug, einem Teenager die Gründe für eine Entscheidung oder Regel zu erklären?

11 Wenn es angebracht ist, erklärt die Gründe für eine Entscheidung oder Regel. Kann ein Teenager nämlich nachvollziehen, wie ihr denkt, ist er eher bereit zu gehorchen. Barry, der vier Kinder großgezogen hat, sagt: „Teenager vertrauen Eltern eher, wenn diese Gründe liefern. So sehen sie, dass Entscheidungen vernünftig getroffen werden und nicht willkürlich oder aus einer  Laune heraus.“ Außerdem gehört „Vernunft“ zu lernen zum Erwachsenwerden dazu (Röm. 12:1). Barry erklärt: „Teenager müssen lernen, Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus zu treffen, sondern ihren Verstand zu gebrauchen“ (Ps. 119:34). Was erreichst du bei deinem Teenager, wenn du aus Demut deine Entscheidungen begründest? Er spürt, dass du ihn als fast erwachsen ansiehst, und er lernt, selber vernünftige Entscheidungen zu treffen.

ZEIG GUTES URTEILSVERMÖGEN

12. Wie gebrauchte Jesus sein gutes Urteilsvermögen, um Petrus zu helfen?

12 Jesus hatte gutes Urteilsvermögen und er verstand, wo seine Jünger Hilfe brauchten. Zum Beispiel meinte es der Apostel Petrus nur gut, als er Jesus drängte, gütig mit sich selbst zu sein, um nicht getötet zu werden. Jesus erkannte jedoch die falsche Denkweise dahinter. Um Petrus und den anderen Jüngern zu helfen, sprach Jesus die Sache offen an. Er führte ihnen vor Augen, welche Folgen ein Hang zur Bequemlichkeit hat und wie gut es sich auswirkt, opferbereit zu sein (Mat. 16:21-27). Petrus nahm sich das zu Herzen (1. Pet. 2:20, 21).

13, 14. (a) Was könnten Anzeichen dafür sein, dass dein Kind nicht mehr voll und ganz hinter seinem Glauben steht? (b) Wie kann dir gutes Urteilsvermögen helfen, deinen Teenager wirklich zu verstehen und ihm zu helfen?

13 Bitte Jehova um Einsicht oder gutes Urteilsvermögen, damit du erkennst, wo dein Teenager Hilfe braucht (Ps. 32:8). Bemerkst du vielleicht Anzeichen dafür, dass dein Kind nicht mehr voll und ganz hinter seinem Glauben steht? Hat womöglich seine Freude nachgelassen, kapselt es sich ab oder spricht negativ über Glaubensbrüder? Zieh keine voreiligen Schlüsse. Dies müssen keine Anzeichen für ein Doppelleben oder eine schwere Sünde sein. * Dennoch solltest du solche Anzeichen nicht ignorieren oder es als bloße Phase abtun, wenn sich dein Kind abkapselt.

Schaffe Gelegenheiten, damit dein Kind innerhalb der Versammlung gute Freunde findet (Siehe Absatz 14)

14 Stell wie Jesus freundliche und respektvolle Fragen. Warum ist das wichtig? Wenn du zum Beispiel einen Eimer Wasser zu schnell aus einem Brunnen ziehst, verschüttest du eine Menge. So ähnlich ist es, wenn du deinem Kind ungeduldig Fragen  stellst oder es zum Reden zwingen willst. Du würdest eine wertvolle Chance verspielen, seine Gedanken und Gefühle zu verstehen. (Lies Sprüche 20:5.) Ilaria, die bereits zu Wort kam, sagt: „Als Teenager war ich zwischen der Wahrheit und meinen Klassenkameraden ziemlich hin und her gerissen. Dieser innere Kampf wirkte sich auf meine Stimmung aus und meine Eltern merkten das. Eines Abends erwähnten sie einfach, dass ich etwas bedrückt aussehe, und fragten mich, was los sei. Ich brach in Tränen aus, erklärte ihnen alles und bat sie um Hilfe. Sie nahmen mich in den Arm, sagten mir, dass sie mich verstehen, und versprachen, mir zu helfen.“ Ilarias Eltern sorgten sofort dafür, dass Ilaria neue und bessere Freundschaften in der Versammlung aufbauen konnte.

15. Wofür hat Jesus sein gutes Urteilsvermögen genutzt?

15 Jesus gebrauchte sein gutes Urteilsvermögen, um zu erkennen, wo seine Jünger ihre Stärken und ihre Schwächen hatten. Als zum Beispiel Nathanael hörte, dass Jesus aus Nazareth stammte, sagte er: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ (Johannes 1:46). Wie hättest du Nathanael nach dieser Aussage eingeschätzt? Als kritisch, voreingenommen oder ohne Glauben? Jesus hatte gutes Urteilsvermögen und deshalb suchte er das Gute in Nathanael. Er sagte, Nathanael sei wirklich ein Israelit, der einem nichts vormacht (Johannes 1:47). Jesus konnte ins Herz sehen und das nutzte er, um in anderen das Gute zu suchen.

16. Wie kannst du deinem Teenager helfen, seine guten Eigenschaften auszubauen?

16 Du kannst deinem Kind zwar nicht ins Herz sehen, aber Jehova kann dir helfen mit gutem Urteilsvermögen zu handeln. Wirst du das nutzen, um das Gute in deinem Teenager zu suchen? Niemand möchte gern als jemand abgestempelt werden, „mit dem man nur Ärger hat“. Stemple deinen Sohn oder deine Tochter deshalb bitte niemals als „rebellischen Teenager“ oder als „Problemkind“ ab — nicht einmal in Gedanken. Selbst wenn sich dein Teenager mit etwas schwertut, sag ihm, dass du sein Potenzial und seinen Wunsch, das Richtige zu tun, siehst. Achte auf jeden noch so kleinen Fortschritt und lobe ihn dafür. Hilf ihm seine guten Eigenschaften auszubauen, indem du ihm, wenn möglich, mehr Verantwortung überträgst. Das tat auch Jesus bei seinen Jüngern. Etwa eineinhalb Jahre nachdem Jesus Nathanael (auch Bartholomäus genannt) getroffen hatte, wählte er ihn als Apostel aus und Nathanael erwies sich als ein eifriger Christ (Luk. 6:13, 14; Apg. 1:13, 14). Lobe deinen Teenager und mach ihm Mut. Dann wird er sich nicht wie jemand fühlen, „der es nie recht macht“, sondern wie ein fähiger Christ, den Jehova gebrauchen kann.

DU KANNST UNBESCHREIBLICHE FREUDE ERLEBEN

17, 18. Was kannst du erreichen, wenn du nicht aufgibst deine Kinder zu Dienern Jehovas zu erziehen?

17 Als Vater oder Mutter fühlst du dich manchmal vielleicht wie Paulus, der viele geistige Kinder hatte. Er machte ihretwegen „Drangsal und Herzensangst“ durch, weil er sie liebte (2. Kor. 2:4; 1. Kor. 4:15). Victor, der zwei Söhne und eine Tochter großgezogen hat, sagt: „Die Teenagerjahre waren nicht leicht. Dennoch überwogen die guten Zeiten die schlechten. Und wir konnten Dank Jehovas Hilfe eine enge Freundschaft mit unseren Kindern haben.“

18 Gib nicht auf, deine Kinder zu Dienern Jehovas zu erziehen. Zeig ihnen, wie sehr du sie liebst. Dann kannst du die unbeschreibliche Freude erleben, wie sie die Wahrheit annehmen und „fortfahren, in der Wahrheit zu wandeln“ (3. Joh. 4).

^ Abs. 13 Das Buch Fragen junger Leute — praktische Antworten, Band 1, Seite 317 und Band 2, Seite 136 bis 141 enthält wertvolle Tipps für Eltern.