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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) NOVEMBER 2015

Kinder zu Dienern Jehovas erziehen

Kinder zu Dienern Jehovas erziehen

„Lass doch den Mann des wahren Gottes . . . uns unterweisen über das, was wir mit dem Kind tun sollen, das geboren werden wird“ (RI. 13:8)

LIEDER: 88, 120

1. Wie reagierte Manoach auf die Neuigkeit, er würde Vater werden?

SIE hätte ihrem Mann kaum überraschendere Neuigkeiten bringen können. Jehovas Engel war ihr gerade erschienen und was bisher unmöglich schien, sollte wahr werden: Ihr Mann Manoach und sie würden einen Sohn bekommen, und das obwohl sie dachten, sie sei unfruchtbar! Manoach war bestimmt überglücklich. Er war sich aber auch der großen Verantwortung bewusst, die nun auf seinen Schultern lastete. Wie sollten sie es nur schaffen, ihren Sohn in einer völlig verdorbenen Nation zu einem Diener Gottes zu erziehen? Manoach bat Jehova inständig: „Lass doch den Mann des wahren Gottes, den du eben gesandt hast, bitte wieder zu uns kommen und uns unterweisen über das, was wir mit dem Kind tun sollen, das geboren werden wird“ (Ri. 13:1-8).

2. Was gehört alles dazu, die Wahrheit in das Herz deines Kindes einzupflanzen? (Siehe auch den Kasten „ Dein wichtigster Bibelschüler“.)

2 Als Vater oder Mutter kannst du Manoachs inständige Bitte bestimmt nachvollziehen. Auch du trägst die schwere Verantwortung, deinem Kind zu helfen, Jehova kennen- und lieben zu lernen (Spr. 1:8). Als Eltern sorgt ihr deshalb für einen wöchentlichen Familienstudierabend, der auf die Bedürfnisse aller zugeschnitten ist. Aber um die biblische Wahrheit in das Herz eines Kindes einzupflanzen, reicht das Familienstudium allein natürlich nicht aus. (Lies 5. Mose 6:6-9.) Was können Eltern da von  Jesus lernen? Er war zwar kein Vater, aber er gab ein gutes Beispiel, denn er lehrte und schulte seine Jünger mit Liebe, Demut und gutem Urteilsvermögen. In diesem und im nächsten Artikel geht es darum, wie Eltern Jesus nachahmen können.

ZEIG DEINEN KINDERN, WIE SEHR DU SIE LIEBST

3. Wie zeigte Jesus seinen Jüngern, dass er sie liebt?

3 Jesus war nicht nur Lehrer, sondern auch Freund. Er sagte seinen Jüngern, dass er sie liebt. (Lies Johannes 15:9.) Außerdem verbrachte er viel Zeit mit ihnen (Mar. 6:31, 32; Joh. 2:2; 21:12, 13). Für seine Jünger war es deshalb keine Frage, ob er sie liebt. Wie kannst du als Vater oder Mutter seine Art zu lehren nachahmen?

4. Wie kannst du deine Kinder davon überzeugen, dass du sie liebst? (Siehe Anfangsbild.)

4 Sag deinen Kindern, dass du sie liebst, und zeig ihnen immer wieder, wie viel sie dir bedeuten (Mat. 3:17; Tit. 2:4). Samuel aus Australien sagt: „Als ich noch sehr klein war, las mir Papa jeden Abend aus dem Buch Mein Buch mit biblischen Geschichten vor. Er beantwortete meine Fragen, nahm mich in den Arm und gab mir einen Gutenachtkuss. Ich war ziemlich überrascht, als ich später erfuhr, dass er in einer Familie groß wurde, in der das nicht üblich war. Dennoch tat er alles dafür, mir seine Liebe zu zeigen. So entstand eine enge Bindung zwischen uns und ich fühlte mich rundum geborgen.“ Möchtest auch du, dass deine Kinder so empfinden? Dann sag ihnen oft, dass du sie liebst. Zeig ihnen deine Zuneigung, rede mit ihnen, iss mit ihnen, spiel mit ihnen.

5, 6. (a) Was tat Jesus aus Liebe zu seinen Jüngern? (b) Warum ist eine konsequente Erziehung für Kinder so wichtig?

5 Jesus sagte: „Alle, zu denen ich Zuneigung habe, weise ich zurecht und nehme sie in Zucht“ (Offb. 3:19). * Obwohl Jesu  Jünger immer wieder darüber stritten, wer der Größte von ihnen sei, gab Jesus sie nicht auf. Er ignorierte es auch nicht, wenn sie nicht auf ihn hörten. Wie ging er dann vor? Er wählte einen passenden Ort und den richtigen Moment, um sie liebevoll und mit Milde auf ihr Verhalten anzusprechen (Mar. 9:33-37).

6 Zeigst auch du deinen Kindern, dass du sie liebst, indem du ihnen nicht alles durchgehen lässt? Manchmal reicht es ja schon, ihnen zu erklären, warum etwas richtig oder falsch ist. Aber was, wenn sie sich nicht an das halten, was du sagst? (Spr. 22:15). Dann mach es wie Jesus. Wähle einen passenden Ort und den richtigen Moment, um deine Kinder geduldig anzuleiten, zu schulen und zu korrigieren — und zwar liebevoll und mit Milde. Elaine, eine Schwester aus Südafrika, erzählt: „Meine Eltern waren wirklich konsequent. Wenn sie mich vor den Folgen eines falschen Verhaltens warnten, blieben sie auch dabei. Sie haben aber nie im Zorn oder ohne Erklärung gehandelt. So wusste ich, woran ich war, wo meine Grenzen waren und was von mir erwartet wurde.“

SEI DEMÜTIG

7, 8. (a) Wie kam Jesu Demut in seinen Gebeten zum Ausdruck? (b) Wie kannst du deinen Kindern durch deine Gebete beibringen, sich auf Jehova zu verlassen?

7 Stell dir vor, wie sich Jesu Jünger gefühlt haben, als sie hörten oder später erfuhren, was Jesus in einem seiner letzten Gebete als Mensch sagte: „Abba, Vater, alle Dinge sind dir möglich; entferne diesen Becher von mir. Doch nicht, was ich will, sondern was du willst“ (Mar. 14:36). * Dadurch wurde ihnen bestimmt klar: Wenn schon Jesus, der vollkommene Sohn Gottes, seinen Vater demütig um Hilfe bat, dann sollten sie das erst recht tun.

8 Was können deine Kinder durch deine Gebete lernen? Natürlich betest du nicht nur zu Jehova, um deine Kinder zu schulen. Doch wenn sie sehen, dass du Jehova im Gebet demütig um Anleitung bittest, werden auch sie lernen, sich auf Jehova zu verlassen. Ana aus Brasilien sagt: „Bei Problemen, wie zum Beispiel wenn meine Großeltern krank waren, baten meine Eltern Jehova um die Kraft, mit der Situation zurechtzukommen, und um die Weisheit, gute Entscheidungen zu treffen. Selbst unter extremem Druck vertrauten sie Jehova ihre Probleme an. Dadurch lernte auch ich, mich auf Jehova zu verlassen.“ Wenn du mit deinen Kindern betest, dann bete nicht nur für sie. Bitte Jehova auch dir zu helfen. Möchtest du zum Beispiel für einen Kongress freibekommen oder deinem Nachbarn Zeugnis geben? Dann bete um den nötigen Mut. Wenn du dich demütig auf Jehova verlässt, dann werden das auch deine Kinder lernen.

9. (a) Wie schulte Jesus seine Jünger, anderen demütig zu dienen? (b) Was werden deine Kinder lernen, wenn du anderen bereitwillig dienst?

9 Jesus schulte seine Jünger durch Wort und Tat, anderen demütig zu dienen. (Lies Lukas 22:27.) Er lehrte seine Apostel, im Dienst für Jehova und im Umgang mit Glaubensbrüdern opferbereit zu sein. Wenn ihr Eltern ähnlich wie Jesus demütig zu Opfern bereit seid, könnt ihr euren Kindern das Gleiche beibringen. Debbie, eine zweifache Mutter, erzählt: „Ich war nie eifersüchtig, dass mein Mann als Ältester so viel Zeit für andere einsetzte. Ich wusste, wenn wir ihn brauchten, war er für uns  da“ (1. Tim. 3:4, 5). Ihr Mann, Pranas, fügt hinzu: „Später wollten unsere Kinder unbedingt bei Kongressen und anderen theokratischen Projekten mithelfen. Sie blühten dabei richtig auf, schlossen Freundschaften und fühlten sich unter den Brüdern zu Hause!“ Heute ist die ganze Familie im Vollzeitdienst. Wenn du also anderen demütig und opferbereit dienst, werden deine Kinder das wahrscheinlich auch tun.

ZEIG GUTES URTEILSVERMÖGEN

10. Worin zeigte sich Jesu gutes Urteilsvermögen, als eine Volksmenge zu ihm kam?

10 Jesus hatte gutes Urteilsvermögen. Er sah nicht nur das Offensichtliche, sondern verstand auch, warum Menschen auf eine bestimmte Weise handelten. Bei einer Gelegenheit in Galiläa sah es einmal so aus, als ob einige seiner Zuhörer ihm unbedingt nachfolgen wollten (Joh. 6:22-24). Aber Jesus konnte in ihr Herz sehen und verstand, dass sie eher daran interessiert waren, etwas zu essen zu bekommen, als an dem, was er lehrte (Joh. 2:25). Jesus durchschaute das, korrigierte sie geduldig und erklärte ihnen, was sie ändern mussten. (Lies Johannes 6:25-27.)

Ist der Dienst für dein Kind interessant und macht er ihm Freude? (Siehe Absatz 11)

11. (a) Wie kann dir gutes Urteilsvermögen dabei helfen herauszufinden, wie deine Kinder über den Predigtdienst denken? (b) Was kannst du tun, wenn der Dienst für deine Kinder nicht so interessant ist oder ihnen nicht so viel Freude macht?

11 Du kannst deinen Kindern zwar nicht ins Herz sehen, aber gutes Urteilsvermögen kann dir genauso helfen herauszufinden, wie sie über den Predigtdienst denken. Vielleicht machst du wie viele andere Eltern im Dienst kleine Pausen, damit sich deine Kinder ausruhen und etwas essen oder trinken können. Du könntest dich aber fragen: „Mögen meine Kinder den Dienst oder nur die Pausen?“ Falls du merken solltest, dass der Dienst für sie nicht so interessant ist oder ihnen nicht so viel Freude macht, dann setzt euch gemeinsam Ziele. Sei kreativ und hilf deinen Kindern, damit sie sich als vollwertige Dienstpartner fühlen können.

12. (a) Wovor warnte Jesus, und wieso verriet dies gutes Urteilsvermögen? (b) Warum war Jesu Warnung zeitgemäß?

 12 Jesu gutes Urteilsvermögen zeigte sich auch darin, dass er vor Schritten warnte, die zur Sünde führen. Beispielsweise wussten seine Nachfolger ja, wie verkehrt sexuelle Unmoral ist. Doch Jesus machte deutlich, dass „jeder, der fortwährend eine Frau ansieht, um so in Leidenschaft zu ihr zu entbrennen, in seinem Herzen schon mit ihr Ehebruch begangen hat“. Wozu riet er deshalb? „Wenn nun dein rechtes Auge dich straucheln macht, so reiß es aus und wirf es von dir weg“ (Mat. 5:27-29). Diese Worte waren für die Christen im Römischen Reich absolut zeitgemäß. Wie ein Historiker schrieb, waren römische Theater Orte, „wo nicht nur die Ohren sich an unkeusche Reden, sondern auch die Augen an Schauspiele gewöhnten, die die Scham empörten. Die frechsten Szenen wurden am lautesten beklatscht“. War es da von Jesus nicht sehr liebevoll, seine Jünger vor Dingen zu warnen, die es ihnen schwer gemacht hätten, sittlich rein zu bleiben? Und verriet er dadurch nicht gutes Urteilsvermögen?

13, 14. Wie kannst du deine Kinder vor schlechter Unterhaltung schützen?

13 Gutes Urteilsvermögen kann auch dir dabei helfen, deine Kinder vor Schaden zu bewahren. Heute können Kinder nämlich viel früher als je zuvor mit Pornografie oder anderem unmoralischen Material in Berührung kommen. Bestimmt sagst du deinen Kindern, dass unreine Unterhaltung verkehrt ist. Aber um zu verstehen, wodurch deine Kinder auf Pornografie neugierig werden könnten, brauchst du gutes Urteilsvermögen. Frag dich daher: „Wodurch könnte mein Kind versucht werden, sich Pornografie anzusehen? Weiß es, warum Pornografie gefährlich ist? Und weiß mein Kind, dass es immer zu mir kommen kann, falls es jemals in Versuchung gerät, sich Pornografie anzusehen?“ Sogar wenn deine Kinder noch sehr jung sind, könntest du ihnen sagen, wie sie reagieren sollten, wenn sie zufällig auf eine unmoralische Webseite stoßen: „Auch wenn du dir das am liebsten ansehen würdest, komm zu mir und erzähl es mir. Du brauchst dich nicht zu schämen. Ich will dir helfen.“

14 Gutes Urteilsvermögen wird dich auch darin unterstützen, deine eigene Unterhaltung sorgfältig auszuwählen. Pranas, der schon erwähnt wurde, sagt: „Was sich Eltern anhören, ansehen oder lesen, beeinflusst die ganze Familie. Du kannst deinen Kindern viel erzählen, aber im Endeffekt werden sie das nachahmen, was sie bei dir beobachten.“ Wenn deine Kinder daher sehen, dass du deine Unterhaltung sorgfältig auswählst, dann werden sie wahrscheinlich dasselbe tun (Röm. 2:21-24).

DER WAHRE GOTT WIRD EUCH ERHÖREN

15, 16. (a) Warum kannst du dir sicher sein, dass Jehova dir helfen wird deine Kinder zu erziehen? (b) Worauf geht der nächste Artikel ein?

15 Was geschah, als Manoach den wahren Gott bat, ihm bei der Erziehung seines Sohnes zu helfen? Jehova erfüllte seine Bitte (Ri. 13:9). Wird Jehova auch eure Gebete erhören und euch helfen eure Kinder mit Liebe, Demut und gutem Urteilsvermögen zu schulen? Ganz bestimmt!

16 Aber natürlich hilft Jehova nicht nur Eltern mit kleinen Kindern. Der nächste Artikel geht daher darauf ein, wie Eltern ihre Teenager zu Dienern Jehovas erziehen können, indem sie Jesu Liebe, Demut und gutes Urteilsvermögen nachahmen.

^ Abs. 5 Gemäß der Bibel schließt „Zucht“ Folgendes ein: Schulen, Korrigieren, liebevolles Anleiten und manchmal auch Bestrafung — doch nie im Zorn.

^ Abs. 7 In der International Standard Bible Encyclopedia heißt es: „Zur Zeit Jesu war ‚Abbá‘ in erster Linie eine innige, vertraute und dennoch respektvolle Bezeichnung, mit der Kinder ihren Vater in der damaligen Umgangssprache anredeten.“