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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) OKTOBER 2015

Denk weiterhin „über diese Dinge“ nach

Denk weiterhin „über diese Dinge“ nach

„Sinne über diese Dinge nach; geh darin auf, damit dein Fortschritt allen Menschen offenbar werde“ (1. TIM. 4:15)

LIEDER: 57, 52

1, 2. Was macht unser Gehirn so einzigartig?

WEIL es die Sprache gibt, können wir Menschen reden und das verstehen, was andere sagen. Außerdem können wir lesen, schreiben, beten und Jehova in Liedern preisen. All dies sind erstaunliche Meisterleistungen, bei denen Hirnregionen und neuronale Netze aktiviert werden, die Wissenschaftler immer noch nicht völlig verstehen. Wäre unser Gehirn nicht so einzigartig, könnten wir keine Sprache lernen. „Die Fähigkeit von Kindern, eine Sprache zu erlernen, ist“, wie ein Professor für Sprachwissenschaften bemerkt, „ein Merkmal, durch das sich [Menschen] auszeichnen“.

2 Die Sprache ist ein wundervolles Geschenk, das uns Gott gemacht hat (Ps. 139:14; Offb. 4:11). Das Gehirn ist aber noch aus einem anderen Grund einzigartig. Anders als Tiere sind Menschen „im Bilde Gottes“ erschaffen. Menschen haben einen freien Willen und können ihre sprachlichen Fähigkeiten nutzen, um Gott zu verherrlichen (1. Mo. 1:27).

3. Welches wunderbare Geschenk hat uns Jehova gemacht, damit wir weise werden können?

3 Der Schöpfer der Sprache hat uns ein weiteres wunderbares Geschenk gemacht: die Bibel. Wer ihn ehren möchte, nimmt es  gern an. Die Bibel ist ganz oder teilweise in über 2 800 Sprachen erhältlich. Wenn wir Gottes Wort verinnerlichen, füllen wir unseren Sinn mit seinen Gedanken (Ps. 40:5; 92:5; 139:17). Wir denken dann über das nach, was uns weise macht „zur Rettung“. (Lies 2. Timotheus 3:14-17.)

4. Was bedeutet es nachzudenken, und welche Fragen werden wir besprechen?

4 Nachzudenken bedeutet sich gedanklich mit etwas zu befassen, etwas zu durchdenken oder über etwas nachzusinnen — sei es nun gut oder schlecht (Ps. 77:12; Spr. 24:1, 2). Am meisten lohnt es sich, über Jehova Gott und seinen Sohn Jesus Christus nachzudenken (Joh. 17:3). Doch wie hängen Lesen und Nachdenken eigentlich zusammen? Welche Gelegenheiten bieten sich uns für das Nachsinnen? Und wie kann daraus eine gute Gewohnheit werden, die uns Freude macht?

WIE WIRD UNSER STUDIUM PRODUKTIVER?

5, 6. Was können wir tun, damit wir das Gelesene leichter verstehen und behalten können?

5 Unser Gehirn leistet Erstaunliches, und das oft, ohne dass wir uns dafür bewusst anstrengen müssen. Das Atmen, Gehen, Radfahren oder Tippen nach dem Zehnfingersystem funktioniert beispielsweise automatisch, ohne großes Nachdenken. Das gleiche trifft mitunter auch auf das Lesen zu, weshalb es wichtig ist, sich beim Lesen auf die Bedeutung zu konzentrieren. Wenn wir an das Ende eines Absatzes kommen oder bevor wir einen neuen Zwischentitel beginnen, könnten wir kurz innehalten und uns bewusst machen, was wir gerade gelesen haben. So sehen wir, ob wir es auch verstanden haben. Ablenkungen und Konzentrationsmangel können nämlich leicht dazu führen, dass unsere Gedanken auf Wanderschaft gehen, sodass uns das Lesen nicht viel bringt. Wie können wir das vermeiden?

6 Wissenschaftliche Forschungen bestätigen: Was man laut liest, kann man sich besser merken. Der Schöpfer des Gehirns weiß das. Deshalb wies er Josua an, das Buch des Gesetzes „mit gedämpfter Stimme“ oder leise vor sich hin zu lesen. (Lies Josua 1:8.) Wenn wir das Wort Gottes ebenfalls mit gedämpfter Stimme lesen, prägt es sich bei uns leichter ein und wir können uns besser konzentrieren.

7. Wann ist die beste Zeit zum Nachdenken? (Siehe Anfangsbild.)

7 Lesen kann man mitunter auch, ohne sich dabei groß anzustrengen — nachdenken nicht. Deshalb neigt unser Gehirn eher dazu, sich mit leichteren, weniger anspruchsvollen Aufgaben zu beschäftigen. Am besten können wir daher nachsinnen, wenn wir ausgeruht sind und uns in einer Umgebung befinden, wo es wenig Ablenkung gibt. Für den Psalmisten war beispielsweise die Zeit, in der er nachts wach lag, eine gute Zeit zum Nachdenken (Ps. 63:6). Auch Jesus kannte den Vorteil einer ruhigen Umgebung für das Nachdenken und Beten, und das, obwohl sein Gehirn vollkommen war (Luk. 6:12).

WORÜBER LOHNT ES SICH NACHZUDENKEN?

8. (a) Worüber können wir außer über Gottes Wort noch nachdenken? (b) Wie berührt es Jehova, wenn wir über ihn sprechen?

8 Worüber können wir außer über Gottes Wort nachdenken? Zum Beispiel über die Wunder der Schöpfung. Halten wir doch kurz inne und denken darüber nach, wenn wir sie betrachten. Das motiviert uns bestimmt dazu, Jehova für seine Güte zu preisen. Und wenn wir uns mit einem Freund unterhalten, warum nicht über unsere Gefühle der Dankbarkeit sprechen?  (Ps. 104:24; Apg. 14:17). Schätzt Jehova solche Gespräche und Gebete? Sein kostbares Wort gibt die Antwort, wenn es dort über die letzten Tage heißt: „Zu jener Zeit redeten diejenigen miteinander, die Jehova fürchten, jeder mit seinem Gefährten, und Jehova merkte unablässig auf und hörte zu. Und ein Gedenkbuch begann vor ihm geschrieben zu werden für diejenigen, die Jehova fürchten, und für diejenigen, die an seinen Namen denken“ (Mal. 3:16).

Denkst du über die Bedürfnisse und Lebensumstände deines Bibelschülers nach? (Siehe Absatz 9)

9. (a) Worüber sollte Timotheus nachsinnen? (b) Wie können wir den Rat des Paulus umsetzen, wenn wir uns auf den Dienst vorbereiten?

9 Der Apostel Paulus riet Timotheus, darüber nachzusinnen, was sein Reden, Lehren und Verhalten bewirkt. (Lies 1. Timotheus 4:12-16.) Ähnlich wie Timotheus können wir über vieles nachsinnen. Zum Beispiel müssen wir uns Zeit nehmen, uns auf jedes einzelne Bibelstudium vorzubereiten. Damit der Schüler Fortschritte machen kann, überlegen wir uns vielleicht eine Veranschaulichung oder Frage zu seinem Standpunkt. Dieses Nachsinnen kann äußerst erfrischend sein, denn es stärkt den eigenen Glauben und hilft uns, noch wirkungsvoller und mit mehr Begeisterung zu lehren. Es trägt auch dazu bei, unser Herz für den Predigtdienst bereit zu machen. (Lies Esra 7:10.) Ein Kapitel aus der Apostelgeschichte zu lesen kann unsere Begeisterung für den Dienst „wie ein Feuer anfachen“. Wir erleichtern uns den Dienst, wenn wir uns überlegen, welche Bibelverse wir an diesem Tag verwenden und welche Veröffentlichungen wir anbieten möchten (2. Tim. 1:6). Es wäre auch gut, sich über die Menschen im Gebiet Gedanken zu machen und über das, was sie interessieren könnte. Diese Vorbereitungen tragen dazu bei, dass Gottes mächtiger heiliger Geist durch die Bibel wirken kann und  wir wirkungsvoll Zeugnis geben können (1. Kor. 2:4).

10. Worüber können wir noch nachsinnen?

10 Machen wir bei öffentlichen Vorträgen oder Kongressen Notizen? Dann nehmen wir sie doch wieder zur Hand. Sie bieten eine ausgezeichnete Grundlage, über das nachzusinnen, was wir durch Gottes Organisation aus seinem Wort gelernt haben. Auch die Zeitschriften Wachtturm und Erwachet! sowie neue Veröffentlichungen, die wir auf den Kongressen erhalten, liefern uns immer wieder Neues zum Lesen und Nachdenken. Außerdem könnten wir beim Lesen des Jahrbuchs zwischen jeder Erfahrung kurz unterbrechen, bevor wir weiterlesen. So können wir darüber nachdenken und unser Herz berühren lassen. Manche unterstreichen sich in den Veröffentlichungen auch gern Schlüsselgedanken oder machen sich Randnotizen, die sie später bei einem Rückbesuch, Hirtenbesuch oder Vortrag verwenden möchten. Was ist aber der wichtigste Vorteil, wenn wir beim Lesen biblischer Veröffentlichungen immer wieder innehalten und nachdenken? Zum einen kann das Gelesene tief in unser Herz dringen und zum anderen können wir Jehova im Gebet für all das Gute, das wir lernen, danken.

TÄGLICH ÜBER GOTTES WORT NACHSINNEN

11. Was ist das Wichtigste, über das wir nachdenken können, und warum? (Siehe auch Fußnote.)

11 Natürlich können wir über nichts Wichtigeres als über Gottes inspiriertes Wort nachdenken. Aber was, wenn wir keine Bibel mehr haben dürfen? * Selbst in so einer Situation kann uns niemand verbieten, über das nachzudenken, was wir uns bereits eingeprägt haben. Das könnten zum Beispiel Königreichslieder oder unsere Lieblingsbibeltexte sein (Apg. 16:25). Und Gottes Geist kann uns an das erinnern, was wir gelernt haben (Joh. 14:26).

12. Wie könnten wir beim Bibellesen vorgehen?

12 Manche Tage in der Woche könnten wir dafür reservieren, das Bibellesen für die Theokratische Predigtdienstschule durchzuführen und darüber nachzudenken. An anderen Tagen könnten wir uns intensiver mit den Evangelienberichten über Jesu Dienst und Leben beschäftigen, die ja zu den besser bekannten Teilen der Bibel gehören (Röm. 10:17; Heb. 12:2; 1. Pet. 2:21). Gottes Volk hat sogar ein Buch erhalten, in dem das, was Jesus hier auf der Erde tat und erlebte, in chronologischer Reihenfolge aufgeschrieben wurde. Bestimmt ist es uns eine wunderbare Hilfe, die Parallelberichte in den Evangelien lebendig werden zu lassen (Joh. 14:6).

WARUM IST NACHSINNEN SO WICHTIG?

13, 14. Warum ist es so wichtig, über Gottes Wort nachzudenken, und wozu wird es uns anspornen?

13 Über Gottes Wort nachzudenken trägt dazu bei, dass wir reife Christen werden (Heb. 5:14; 6:1). Nehmen wir uns dafür aber nicht genug Zeit, schwächen wir unseren Glauben. Außerdem laufen wir Gefahr, von der Wahrheit abzugleiten oder uns sogar ganz zurückzuziehen (Heb. 2:1; 3:12). Jesus forderte dazu auf, Gottes Wort „mit einem edlen und guten Herzen“ zu hören oder anzunehmen. Andernfalls könnten wir es nicht „festhalten“. Stattdessen würden wir leicht „durch Sorgen und Reichtum und Vergnügungen dieses Lebens fortgerissen werden . . . [und] nichts zur Vollkommenheit“ bringen (Luk. 8:14, 15).

 14 Hören wir daher nicht auf, über Gottes Wort nachzusinnen. Das wird uns anspornen Jehovas Herrlichkeit, seine Eigenschaften und seine Persönlichkeit widerzuspiegeln (2. Kor. 3:18). Kann es denn eine größere Ehre geben, als Gott immer besser kennenzulernen, ihn nachzuahmen und seine Herrlichkeit widerzuspiegeln? Bestimmt nicht! Und das Beste ist: Dazu werden wir bis in alle Ewigkeit Gelegenheit haben (Pred. 3:11).

15, 16. (a) Wie kommt uns das Nachsinnen zugute? (b) Warum ist es manchmal gar nicht so einfach nachzudenken, aber warum sollten wir nicht aufgeben?

15 Wenn wir weiterhin über Gottes Wort nachsinnen, bewahren wir die Begeisterung für die Wahrheit. Dadurch sind wir für unsere Brüder und die Menschen, die auf die Botschaft günstig reagieren, eine Quelle der Ermunterung. Wenn wir intensiv über Gottes größtes Geschenk, das Loskaufsopfer Jesu, nachdenken, wird unser Verhältnis zu unserem Vater, Jehova, für uns noch kostbarer (Röm. 3:24; Jak. 4:8). Mark, ein südafrikanischer Bruder, der wegen seiner Neutralität drei Jahre im Gefängnis war, sagte: „Das Nachsinnen kann mit einer spannenden Entdeckungsreise verglichen werden. Je mehr wir über unseren Gott, Jehova, nachdenken, desto mehr Neues entdecken wir über ihn. Manchmal, wenn ich etwas entmutigt bin oder mir Sorgen um die Zukunft mache, nehm ich die Bibel zur Hand und denke über ein paar Verse nach. Das beruhigt mich richtig.“

16 Das Leben in der heutigen Welt ist voller Ablenkungen. Deshalb ist es manchmal sehr schwer, über die Bibel nachzudenken. Patrick, ein anderer treuer afrikanischer Bruder, gibt zu: „Mein Gehirn ist wie ein randvoller Briefkasten, der jede Menge erwünschte und unerwünschte Informationen enthält, die täglich sortiert werden müssen. Wenn ich sozusagen alles durchgehe, entdecke ich oft ‚beunruhigende Gedanken‘. Dann bete ich deswegen zu Jehova, um mit einem klaren Kopf nachdenken zu können. Auch wenn das vor dem eigentlichen Nachdenken vielleicht etwas Zeit kostet, fühle ich mich Jehova näher. Das öffnet meinen Sinn und ich verstehe die biblische Wahrheit besser“ (Ps. 94:19). Ja, wer „täglich in den Schriften“ forscht und darüber nachsinnt, erhält in vielerlei Hinsicht Gutes (Apg. 17:11).

UNS DIE ZEIT NEHMEN

17. Wann findest du Zeit, um nachzusinnen?

17 Manche stehen morgens früher auf, um zu lesen, nachzusinnen und zu beten. Andere wiederum tun dies in der Mittagspause. Uns selbst sind womöglich die frühen Abendstunden lieber oder die Zeit vor dem Zubettgehen. Einige lesen sogar morgens und abends in der Bibel. So lesen sie regelmäßig oder „Tag und Nacht“ darin (Jos. 1:8). Hauptsache ist, wir nehmen uns die Zeit, täglich über Gottes Wort nachzusinnen, und machen dafür bei den weniger wichtigen Dingen Abstriche (Eph. 5:15, 16).

18. Was sagt die Bibel über diejenigen, die täglich über Gottes Wort nachdenken und sich anstrengen das Gelernte umzusetzen?

18 Jehova hat wiederholt versprochen, er würde alle segnen, die über sein Wort nachdenken und sich anstrengen das Gelernte umzusetzen. (Lies Psalm 1:1-3.) Jesus sagte: „Glücklich sind . . . die, die das Wort Gottes hören und es bewahren!“ (Luk. 11:28). Aber was ist das Wichtigste, das wir durch das tägliche Nachsinnen über die Bibel erreichen können? Wir bringen Ehre auf den Schöpfer unseres genialen Gehirns und er schenkt uns schon heute Glück und Zufriedenheit sowie ewiges Leben in seiner gerechten neuen Welt (Jak. 1:25; Offb. 1:3).

^ Abs. 11 Siehe den Artikel „Wir kämpften darum, geistig stark zu bleiben“ im Wachtturm vom 1. Dezember 2006.