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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) SEPTEMBER 2015

„Steht fest im Glauben“

„Steht fest im Glauben“

„Steht fest im Glauben . . ., werdet stark“ (1. KOR. 16:13)

LIEDER: 60, 64

1. (a) Was erlebte Petrus während eines Sturms auf dem Galiläischen Meer? (Siehe Anfangsbild.) (b) Warum begann Petrus zu sinken?

ES IST Nacht und ein Sturm tobt. Auf dem Galiläischen Meer kämpfen sich der Apostel Petrus und einige andere Jünger mit dem Rudern ab. Plötzlich sehen sie, wie Jesus auf dem Wasser auf sie zukommt. Petrus fragt ihn, ob er ihm entgegengehen könne. Als Jesus „Komm!“ sagt, steigt Petrus aus dem Boot und kann tatsächlich auf dem unruhigen Meer auf ihn zulaufen. Doch nur ein paar Augenblicke später fängt Petrus an zu sinken. Warum? Weil er auf den Sturm geblickt und sich deshalb gefürchtet hat. Schreiend bittet er Jesus um Hilfe. Sofort fasst ihn Jesus und sagt: „Du Kleingläubiger, warum hast du dem Zweifel Raum gegeben?“ (Mat. 14:24-32).

2. Was werden wir jetzt besprechen?

2 Aus dieser Begebenheit können wir über Glauben einiges lernen. Hierzu drei Überlegungen: 1. Woran ist zu erkennen, dass Petrus anfangs auf Gottes Unterstützung vertraute? 2. Warum ließ sein Glaube nach? 3. Was half ihm, seinen Glauben zurückzugewinnen? Über diese Fragen nachzudenken, hilft uns erkennen, wie wir „fest im Glauben“ stehen können (1. Kor. 16:13).

 AUF GOTTES UNTERSTÜTZUNG VERTRAUEN

3. Weshalb traute sich Petrus aus dem Boot zu steigen, und wann haben wir etwas Ähnliches gemacht?

3 Als Petrus aus dem Boot stieg, um auf dem Wasser zu gehen, tat er dies aus Glauben. Nachdem ihn Jesus dazu aufgefordert hatte, vertraute er darauf, dass er wie Jesus von Gottes Kraft dabei unterstützt werden würde. Ähnlich ist es bei uns heute: Jesus lud uns ein, ihm nachzufolgen und in seine Fußstapfen zu treten. Aus Glauben gaben wir uns Jehova hin und ließen uns taufen. Wir mussten also an Jesus und Jehova glauben und darauf vertrauen, dass sie uns in vielerlei Weise unterstützen würden (Joh. 14:1; lies 1. Pet. 2:21).

4, 5. Warum ist Glaube ein kostbarer Besitz?

4 Der Glaube ist wirklich ein kostbarer Besitz. Petrus hatte Glauben und konnte daher auf dem Wasser laufen. Auch unser Glaube befähigt uns zu vielem, was aus menschlicher Sicht unmöglich scheint (Mat. 21:21, 22). Zum Beispiel haben sich viele in ihrer Einstellung und ihrem Verhalten so stark geändert, dass andere sie kaum wiedererkennen. Diese Änderungen waren möglich, weil sie an Jehova geglaubt haben und er sie unterstützt hat. (Lies Kolosser 3:5-10.) Aus Glauben haben wir uns Jehova hingegeben und konnten so seine Freunde werden — etwas, was uns sonst nie möglich gewesen wäre (Eph. 2:8).

5 Der Glaube macht aber noch mehr möglich. Durch ihn können wir den Angriffen des Teufels, eines übermenschlichen Gegners, standhalten (Eph. 6:16). Außerdem hilft uns das Vertrauen auf Jehova, uns in schwierigen Zeiten nicht zu viel Sorgen zu machen. Wenn wir aus Glauben die Königreichsinteressen an die erste Stelle setzen, wird Jehova unsere materiellen Bedürfnisse stillen (Mat. 6:30-34). Und weil wir Glauben haben, können wir etwas bekommen, was sich kein Mensch erarbeiten könnte: ewiges Leben (Joh. 3:16).

SICH ABLENKEN ZU LASSEN GEFÄHRDET DEN GLAUBEN

6, 7. (a) Womit könnten der Sturm und die Wellen verglichen werden, die Petrus umgaben? (b) Warum sollten wir es ernst nehmen, dass unser Glaube nachlassen kann?

6 Der Sturm und die Wellen, die Petrus umgaben, könnten mit den Schwierigkeiten und Versuchungen verglichen werden, die ein Leben in Gottergebenheit mit sich bringt. Selbst wenn sie groß sind, können wir mit Jehovas Hilfe stark bleiben. Denken wir an Petrus: Er sank nicht wegen einer Windböe oder einer großen Welle. Er sank, als er „auf den Windsturm blickte“ und es mit der Angst zu tun bekam (Mat. 14:30). Petrus wandte also seinen Blick von Jesus ab, weshalb sein Glauben ins Wanken geriet. Ähnlich könnten auch wir anfangen „zu sinken“, wenn wir uns zu sehr auf unsere Probleme, also auf den gewaltigen „Windsturm“, konzentrieren, und so an Jehovas Unterstützung zweifeln.

7 Somit kann der Glaube tatsächlich nachlassen, und das sollten wir ernst nehmen. Die Bibel bezieht sich nämlich auf einen schwächer werdenden Glauben oder auf den Verlust des Glaubens, wenn sie von der „uns leicht umstrickenden Sünde“ spricht (Heb. 12:1). Wie wir an Petrus sehen, kann der Glaube schnell schwach werden, wenn wir uns auf das Falsche konzentrieren. Aber wie können wir feststellen, ob unser Glaube in Gefahr ist? Hier einige Fragen zur Selbstprüfung.

8. Wie könnte es dazu kommen, dass die Verheißungen Gottes für uns nicht mehr so real sind wie früher?

8 Sind Gottes Verheißungen für mich noch so real wie früher? Jehova hat beispielsweise die Vernichtung des gegenwärtigen Systems vorausgesagt. Dennoch könnten wir uns von den vielen Unterhaltungsmöglichkeiten  der Welt ablenken lassen und dann das Ende gedanklich hinausschieben (Hab. 2:3). Noch ein Beispiel: Jehova verspricht, Sünden auf der Grundlage des Loskaufsopfers zu vergeben. Wenn wir uns aber trotzdem wegen vergangener Fehler ständig mit Schuldgefühlen quälen, könnten wir immer mehr daran zweifeln, dass Jehova wirklich unsere „Sünden ausgelöscht“ hat (Apg. 3:19). Wir könnten dann die Freude im Dienst für Jehova verlieren und sogar untätig werden.

9. Was könnte geschehen, wenn wir uns auf persönliche Interessen konzentrieren?

9 Bin ich im Dienst für Jehova immer noch so eifrig wie früher? Jehova fleißig zu dienen hilft uns, die „volle Gewissheit der Hoffnung“ bis zum Ende zu bewahren. Aber was könnte geschehen, wenn wir uns mehr und mehr auf persönliche Interessen konzentrieren und vielleicht eine Arbeit annehmen, die zwar gut bezahlt ist, aber den Dienst für Jehova beeinträchtigt? Der Glaube könnte schwächer werden und wir könnten „träge werden“, also für Jehova weniger tun, als uns möglich wäre (Heb. 6:10-12).

10. Warum beweisen wir Glauben, wenn wir anderen vergeben?

10 Fällt es mir schwer zu vergeben? Kränkt uns jemand, könnte sich alles nur noch um unsere verletzten Gefühle drehen. Wir wollen ihm am liebsten gründlich die Meinung sagen oder ihn schneiden und kein Wort mehr mit ihm reden. Vergeben wir ihm jedoch, wird unser Glaube erkennbar. Warum kann man das sagen? Wer gegen uns sündigt, steht sozusagen in unserer Schuld, genauso wie wir in Gottes Schuld stehen (Luk. 11:4). Aber wir können wirklich darauf vertrauen: Wenn wir vergeben, freut sich Jehova über uns, und das ist viel mehr wert, als den anderen für seinen Fehler büßen zu lassen. Anderen zu vergeben erfordert also Glauben — das wussten auch Jesu Jünger. Als Jesus ihnen sagte, sie sollten  sogar denen vergeben, die wiederholt gegen sie sündigten, baten sie ihn daher: „Gib uns mehr Glauben“ (Luk. 17:1-5).

11. Wie kann uns eine Chance entgehen, uns der Denkweise Gottes anzupassen?

11 Reagiere ich allergisch auf biblischen Rat? Vielleicht suchen wir nach einer Schwachstelle im Rat oder konzentrieren uns auf die Fehler des Ratgebers, anstatt darauf zu achten, wie uns der Rat nützen könnte (Spr. 19:20). So kann uns eine Chance entgehen, uns der Denkweise Gottes anzupassen.

12. Worauf lässt es schließen, wenn wir uns ständig über Brüder beschweren, die von Jehova eingesetzt sind?

12 Beschwere ich mich über verantwortliche Brüder in der Versammlung? Als sich die Israeliten auf den schlechten Bericht der zehn Kundschafter konzentrierten, murrten sie gegen Moses und Aaron. Jehova fragte Moses dann: „Wie lange werden sie keinen Glauben in mich setzen?“ (4. Mo. 14:2-4, 11). Was brachte ihr Murren also in Wirklichkeit zum Ausdruck? Sie hatten kein Vertrauen in Jehova, der Moses und Aaron eingesetzt hatte. Würden wir nicht auch einen schwächeren Glauben erkennen lassen, wenn wir uns ständig über die beschweren, die Gott gebraucht, um sein Volk anzuleiten?

13. Warum sollten wir nicht entmutigt sein, falls wir bei der Selbstprüfung eine Schwachstelle entdeckt haben?

13 Falls wir bei der Selbstprüfung eine Schwachstelle im Glauben entdeckt haben, sollten wir dennoch nicht entmutigt sein. Sogar Petrus, der ja ein Apostel war, hatte Ängste und Zweifel. Tatsächlich wies Jesus manchmal alle Apostel zurecht, weil sie zu wenig Glauben hatten (Mat. 16:8). Doch was tat Petrus, nachdem sein Glaube ins Wanken geraten war und er zu sinken begann? Daraus können wir etwas Wichtiges lernen.

DEN BLICK AUF JESUS ZU RICHTEN STÄRKT DEN GLAUBEN

14, 15. (a) Was tat Petrus, als er anfing zu sinken? (b) Wie können wir den Blick auf Jesus gerichtet halten?

14 Als Petrus auf den Sturm blickte und anfing zu sinken, hätte er versuchen können, aus eigener Kraft ins Boot zurückzukommen. Vielleicht wäre das seine erste Reaktion gewesen, da er ja ein guter Schwimmer war (Joh. 21:7). Aber er verließ sich nicht auf sich selbst, sondern richtete seinen Blick wieder auf Jesus und nahm seine Hilfe an. Sollten wir merken, dass unser Glaube schwächer wird, dann machen wir es doch wie Petrus. Wie könnte das in der Praxis aussehen?

15 Genauso wie sich Petrus wieder auf Jesus konzentrierte, müssen auch „wir unseren Blick auf den Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus, gerichtet halten“. (Lies Hebräer 12:2, 3.) Anders als Petrus können wir Jesus natürlich nicht sehen. Dennoch können wir den Blick auf ihn gerichtet halten, wenn wir über das nachdenken, was er lehrte und tat, und uns dann eng an sein Beispiel halten. Betrachten wir nun einiges, was wir von ihm lernen können. Das umzusetzen wird unseren Glauben stärken.

Sich auf Jesu Beispiel zu konzentrieren und seinen Fußstapfen genau nachzufolgen festigt den Glauben (Siehe Absatz 15)

16. Wie können wir beim Bibelstudium vorgehen, um den Glauben zu festigen?

16 Stärke dein Vertrauen in die Bibel. Die Bibel ist Gottes Wort und bietet die beste Anleitung fürs Leben — davon war Jesus überzeugt (Joh. 17:17). Möchten auch wir davon überzeugt sein, müssen wir täglich in der Bibel lesen, sie studieren und über das Gelernte nachdenken. Bleiben bestimmte Themen unklar, sollten wir weiterforschen. Vielleicht zweifeln wir daran, dass das Ende dieses Systems wirklich nahe ist. Dann prüfen wir doch die Beweise dafür, dass wir in den letzten Tagen leben. Oder wir möchten unser Vertrauen in die  biblischen Prophezeiungen für die Zukunft stärken. Dann beschäftigen wir uns doch mit denen, die sich bereits erfüllt haben. Außerdem hat die Bibel das Leben vieler positiv beeinflusst. Ihr Beispiel bestärkt uns darin, dass die Bibel von praktischem Wert ist (1. Thes. 2:13). *

17. Warum konnte Jesus trotz extremer Prüfungen treu bleiben, und wie können wir seinem Beispiel folgen?

17 Konzentriere dich auf die Segnungen, die Jehova verheißen hat. Jesus richtete seinen Blick auf „die vor ihm liegende Freude“ und konnte so trotz extremer Prüfungen treu bleiben (Heb. 12:2). Er ließ sich nie von dem ablenken, was die Welt zu bieten hatte (Mat. 4:8-10). Wir ahmen ihn nach, wenn wir über die schönen Verheißungen Jehovas nachdenken. Warum nicht einmal aufschreiben oder zeichnen, was wir in der neuen Welt tun möchten? Oder machen wir uns eine Liste von denen, die wir nach ihrer Auferstehung gern treffen möchten. Worüber wollen wir uns mit ihnen unterhalten? Betrachten wir also Gottes Verheißungen als ein Versprechen an uns ganz persönlich.

18. Wie hilft uns das Gebet dabei, den Glauben zu festigen?

18 Bete um mehr Glauben. Jesus lehrte seine Jünger, um heiligen Geist zu bitten (Luk. 11:9, 13). Auch wir sollten um mehr Glauben beten. Er gehört ja zur Frucht des Geistes. Haben wir eine Schwachstelle in unserem Glauben entdeckt? Vielleicht fällt es uns schwer zu vergeben. Dann sollten wir Jehova ganz konkret um Hilfe bitten, um das Problem zu bewältigen.

19. Wen sollten wir uns als Freunde aussuchen?

19 Verbringe mit denen Zeit, die einen starken Glauben haben. Jesus suchte sich seine Freunde sorgfältig aus, besonders seine engen. Zu seinen engsten Freunden gehörten die Apostel. Sie hatten ihren Glauben und ihre Loyalität bereits unter Beweis gestellt, da sie seine Gebote befolgten. (Lies Johannes 15:14, 15.) Suchen wir uns daher Freunde, die Jesu Gebote aus Glauben halten. Und zu einer guten Freundschaft gehört offene Kommunikation — also manchmal auch etwas anzusprechen oder sich etwas sagen zu lassen (Spr. 27:9).

20. Wie bereichert es uns, anderen zu helfen, ihren Glauben zu festigen?

20 Hilf anderen, ihren Glauben zu festigen. Jesus stärkte den Glauben seiner Jünger durch Wort und Tat (Mar. 11:20-24). Seinem Beispiel zu folgen stärkt nicht nur den Glauben anderer, sondern auch den eigenen (Spr. 11:25). Beim Predigen und Lehren heben wir gern hervor, dass es einen Gott gibt, der sich für uns interessiert, und dass die Bibel von ihm stammt. Stärken wir auch den Glauben der Brüder und Schwestern. Bemerken wir bei jemand Anzeichen für einen schwindenden Glauben? Vielleicht fängt er an, sich über verantwortliche Brüder zu beschweren. Geben wir ihn dann nicht auf, sondern helfen wir ihm taktvoll, seinen Glauben wiederherzustellen (Jud. 22, 23). Gehst du noch zur Schule und die Evolutionstheorie wird besprochen? Dann sei mutig und verteidige deine Überzeugung, dass der Schöpfungsbericht wahr ist. Du wirst vielleicht überrascht sein, wie positiv sich deine Worte auswirken.

21. Was hat uns Jehova in Bezug auf Glauben zugesichert?

21 Mit der Hilfe von Jehova und Jesus konnte Petrus seine Ängste und Zweifel überwinden. Er wurde eine echte Säule unter den ersten Christen. Auch uns steht Jehova zur Seite, damit wir fest im Glauben stehen können. (Lies 1. Petrus 5:9, 10.) Den Glauben zu vertiefen ist wirklich jede Mühe wert, denn wir werden dafür außerordentlich belohnt!

^ Abs. 16 Siehe beispielsweise die Artikelserie „Die Bibel hat ihr Leben verändert“ in der Ausgabe des Wachtturms für die Öffentlichkeit.