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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm — Studienausgabe  |  Mai 2015

Sei wachsam! Der Teufel möchte dich verschlingen

Sei wachsam! Der Teufel möchte dich verschlingen

„Seid wachsam. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen“ (1. PET. 5:8)

1. Wie wurde ein Geistwesen zum Satan?

EINST hatte er ein gutes Verhältnis zu Jehova. Doch dann begehrte er etwas, was ihm gar nicht zustand. Er wollte von Menschen angebetet werden. Anstatt dieses unangebrachte Verlangen zurückzuweisen, ließ er es zu, sodass er schließlich sündigte (Jak. 1:14, 15). Von wem ist hier die Rede? Von dem Geistwesen, das wir als Satan kennen: „Er stand in der Wahrheit nicht fest“, rebellierte gegen Jehova und wurde „der Vater der Lüge“ (Joh. 8:44).

2, 3. Was verraten die Bezeichnungen „Satan“, „Teufel“, „Schlange“ und „Drache“ über Jehovas größten Feind?

2 Seit seiner Rebellion ist Satan der größte Feind Jehovas und er ist garantiert auch kein Freund der Menschen. Seine Bezeichnungen lassen erkennen, wie abgrundtief schlecht er ist. Satan bedeutet „Widerstandleistender“, was andeutet, dass dieses böse Geistwesen Jehovas Souveränität nicht anerkennt. Hasserfüllt versucht er alles, um Jehovas Herrschaft zu beenden.

3 In Offenbarung 12:9 wird Satan auch als Teufel bezeichnet, was „Verleumder“ bedeutet. Das erinnert daran, wie übel er Jehova verleumdete, als er ihn als Lügner hinstellte. Die  Bezeichnung „Urschlange“ erinnert daran, dass Satan eine Schlange gebrauchte, um Eva zu täuschen. Die Worte „der große Drache“ lassen in unserem Sinn Bilder eines schrecklichen Ungeheuers entstehen und beschreiben treffend, wie versessen er darauf ist, Jehovas Vorsatz zu sabotieren und sein Volk zu vernichten.

4. Was werden wir jetzt betrachten?

4 Der Teufel hat es wie kein anderer darauf abgesehen, unsere Treue zu brechen. Die Bibel mahnt nicht ohne Grund: „Bleibt besonnen, seid wachsam. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen“ (1. Pet. 5:8). Der Feind Jehovas und seines Volkes ist gefährlich und skrupellos. In dem vorliegenden Artikel geht es um drei seiner Wesensmerkmale, die dies verdeutlichen.

DER TEUFEL IST MÄCHTIG

5, 6. (a) Welche Beispiele zeigen, dass Geistwesen „mächtig an Kraft“ sind? (b) In welchem Sinn hat der Teufel „das Mittel . . ., den Tod zu verursachen“?

5 Als Geistwesen sind Engel „mächtig an Kraft“ (Ps. 103:20). Sie sind viel intelligenter und stärker als Menschen, und daher sind sie uns überlegen. Treue Engel gebrauchen ihre Macht natürlich zum Guten. Beispielsweise tötete ein Engel Jehovas 185 000 assyrische Soldaten — etwas, was selbst für ein ganzes Heer schwierig und für einen einzelnen Menschen völlig unmöglich gewesen wäre (2. Kö. 19:35). Bei einer anderen Gelegenheit nutzte ein Engel seine Macht und übermenschlichen Fähigkeiten, um Jesu Apostel aus dem Gefängnis zu befreien. Für ihn waren die Sicherheitsvorkehrungen kein Hindernis: Er öffnete die Türen, ließ die Apostel frei und verschloss die Türen wieder — und das im Beisein der Wachen! (Apg. 5:18-23).

6 Während treue Engel ihre Macht zum Guten nutzen, gebraucht Satan sie zum Schlechten. Die Bibel bezeichnet ihn als „Herrscher dieser Welt“ und als „Gott dieses Systems der Dinge“ — er ist also wirklich mächtig und einflussreich! (Joh. 12:31; 2. Kor. 4:4). Er hat sogar „das Mittel . . ., den Tod zu verursachen“ (Heb. 2:14). Dies bedeutet zwar nicht, dass er Menschen immer selbst tötet. Doch die ganze Welt ist von seiner Mordlust durchdrungen. Und da Eva Satans Lügen glaubte und Adam Gott ungehorsam war, verbreiteten sich die Sünde und der Tod über die ganze Menschheit (Röm. 5:12). In diesem Sinn hat der Teufel „das Mittel . . ., den Tod zu verursachen“. Jesus nannte ihn zu Recht einen „Totschläger“ (Joh. 8:44). Satan ist wirklich ein mächtiger Feind!

7. Wie haben die Dämonen ihre Macht bewiesen?

7 Wir müssen aber nicht nur dem Teufel widerstehen, sondern auch allen, die sich in der Streitfrage der universellen Souveränität auf seine Seite gestellt haben. Zu diesen gehört eine beträchtliche Anzahl rebellischer Geistwesen, die Dämonen (Offb. 12:3, 4). Immer wieder haben sie ihre übermenschliche Kraft missbraucht und großes Leid verursacht (Mat. 8:28-32; Mar. 5:1-5). Diese bösen Engel und der „Herrscher der Dämonen“ haben viel Macht, die wir nie unterschätzen dürfen! (Mat. 9:34). Ohne Jehovas Hilfe hätten wir gegen den Teufel keine Chance.

DER TEUFEL IST BÖSARTIG

8. (a) Welches Ziel hat der Teufel? (Siehe Anfangsbild.) (b) Woran erkennst du, dass die gegenwärtige Welt die Bösartigkeit Satans widerspiegelt?

8 Der Apostel Petrus verglich den Teufel mit einem brüllenden Löwen. Gemäß einem Nachschlagewerk beschreibt das  griechische Wort, das mit „brüllen“ übersetzt wird, „den Schrei eines sehr hungrigen Tieres“. Wie gut das zu Satans Absichten passt! Obwohl schon die ganze Welt in seiner Macht liegt, möchte er immer noch mehr Opfer verschlingen (1. Joh. 5:19). Die Welt ist für ihn bloß eine „Vorspeise“. Für ihn zählen die „Hauptspeise“, der gesalbte Überrest, und die „Beilage“, die „anderen Schafe“ (Joh. 10:16; Offb. 12:17). Der Teufel ist entschlossen Jehovas Volk zu verschlingen. Die Verfolgungswellen, die er seit dem 1. Jahrhundert gegen Jesu Nachfolger losgetreten hat, zeigen deutlich, wie bösartig er ist.

9, 10. (a) Wie versuchte der Teufel, Gottes Volk in alter Zeit zu verunreinigen? Nenne Beispiele. (b) Warum konzentrierte sich der Teufel besonders auf das alte Israel? (c) Wie fühlt der Teufel, wenn ein Diener Jehovas eine schwere Sünde begeht?

9 Um Gottes Vorsatz zu vereiteln, greift der Teufel Gottes Volk noch auf eine andere Weise an. Auch dadurch wird deutlich, wie bösartig er ist. Ein ausgehungerter Löwe hat kein Mitleid mit seiner Beute. Er empfindet weder Mitgefühl, bevor er tötet, noch hat er hinterher Gewissensbisse. Der Teufel hat ebenfalls kein Mitleid mit denen, die er verschlingen möchte. Können wir uns zum Beispiel vorstellen, wie oft der Teufel darauf gelauert haben muss, dass die Israeliten schweren Sünden wie sexueller Unmoral oder Habgier zum Opfer fielen? Können wir nicht förmlich „sehen“, wie sich der brüllende Löwe über seinen Sieg freute, als Simri und Gehasi die tragischen Folgen ihrer Sünde erlitten? (4. Mo. 25:6-8, 14, 15; 2. Kö. 5:20-27).

Der Teufel triumphiert, wenn ein Diener Jehovas sündigt (Siehe Absatz 10)

10 Der Teufel hatte einen besonderen Grund, sich auf das alte Israel zu konzentrieren. Immerhin sollte diese Nation den Messias hervorbringen — denjenigen, der ihn vernichten und Jehovas Souveränität rechtfertigen würde (1. Mo. 3:15). Der Teufel wollte das gute Verhältnis der Israeliten zu Jehova zerstören und bösartig, wie er ist, war ihm jedes Mittel recht, sie mit Sünde zu verunreinigen. Denken wir bloß nicht, David hätte ihm leidgetan, als er Ehebruch beging. Und für Moses hatte er sicher auch kein Mitleid übrig, als dieser  zur Strafe nicht in das verheißene Land durfte. Im Gegenteil: Er triumphiert regelrecht, wenn ein Diener Jehovas eine schwere Sünde begeht. Solche Siege verwendet der Teufel bestimmt, um Jehova zu verhöhnen (Spr. 27:11).

11. Weshalb hatte es der Teufel wohl auf Sara abgesehen?

11 Der Hass des Teufels richtete sich vor allem gegen die Menschen, die Vorfahren des Messias werden sollten. Was geschah zum Beispiel, nachdem Abraham gesagt worden war, er würde „eine große Nation“ werden? (1. Mo. 12:1-3). Als er und Sara in Ägypten waren, ließ Pharao Sara in sein Haus holen — offensichtlich, damit sie seine Frau wird. Jehova schritt jedoch ein und befreite sie aus dieser misslichen Lage. (Lies 1. Mose 12:14-20.) Kurz vor Isaaks Geburt geschah in Gerar etwas Ähnliches (1. Mo. 20:1-7). Steckte der Teufel in diesen Fällen dahinter? Hoffte er, dass Sara, die das wohlhabende Ur verlassen hatte und nun in Zelten wohnte, durch das luxuriöse Leben im Palast Pharaos oder Abimelechs verführt werden könnte? Dachte Satan, Sara würde ihrem Ehemann — und Jehova — untreu werden und eine ehebrecherische Ehe eingehen? Die Bibel sagt zwar nichts darüber, aber es ist nur logisch, dass sich der Teufel überaus gefreut hätte, wenn Sara als Vorfahrin des verheißenen Nachkommen untauglich geworden wäre. Der Teufel hätte keine Schuldgefühle gehabt, wenn Saras Ehe, ihr guter Ruf und ihr Verhältnis zu Jehova ruiniert worden wären. Wie bösartig er doch ist!

12, 13. (a) Woran zeigte sich nach Jesu Geburt, wie bösartig der Teufel ist? (b) Was meinst du, wie der Teufel über junge Leute denkt, die Jehova lieben und ihm dienen möchten?

12 Jesus wurde viele Jahrhunderte nach Abraham geboren. Der Teufel fand Jesus als Baby bestimmt nicht hübsch oder süß, denn er wusste: Dieses neugeborene Kind würde der verheißene Messias werden. Ja, Jesus war der primäre Teil der Nachkommenschaft Abrahams und er kam, um „die Werke des Teufels abzubrechen“ (1. Joh. 3:8). Dachte der Teufel vielleicht, ein Baby zu töten ginge zu weit? Absolut nicht! Er hat schließlich keinen Moralkodex. Und bei dem kleinen Jesus hat er keinen Moment gezögert. Wie ging er vor?

13 Als Astrologen König Herodes fragten, „Wo ist der als König der Juden Geborene?“, war er sehr aufgebracht und fest entschlossen ihn zu töten (Mat. 2:1-3, 13). Damit dies auch gelingen würde, befahl er, in Bethlehem und Umgebung alle Jungen im Alter von zwei Jahren und darunter umzubringen. (Lies Matthäus 2:13-18.) Jesus entkam diesem unvorstellbaren Massaker. Doch was sagt uns das über unseren Feind, den Teufel? Für ihn ist ein Menschenleben nichts wert und selbst Kinder bedeuten ihm nichts. Er ist wirklich „ein brüllender Löwe“. Unterschätzen wir also nie, wie bösartig er ist!

DER TEUFEL IST EIN BETRÜGER

14, 15. Wie hat Satan „den Sinn der Ungläubigen verblendet“?

14 Der Teufel kann Menschen nur dann dazu bringen, sich gegen Jehova, unseren liebevollen Gott, zu stellen, wenn er sie betrügt oder täuscht (1. Joh. 4:8). Durch Täuschung hält er Menschen davon ab, „sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst“ zu werden (Mat. 5:3). So hat er „den Sinn der Ungläubigen verblendet . . ., damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle“ (2. Kor. 4:4).

15 Eines der wirkungsvollsten Mittel, mit dem der Teufel Menschen täuscht, ist die falsche Religion. Er freut sich riesig,  wenn irgendetwas oder irgendjemand verehrt wird, ob die Natur, die Tiere oder die Ahnen — Hauptsache nicht Jehova, „der ausschließliche Ergebenheit fordert“ (2. Mo. 20:5). Selbst viele, die meinen, ihr Glaube sei für Gott annehmbar, sind in Wirklichkeit falschen Glaubensansichten und sinnlosen Ritualen versklavt. Sie befinden sich in einem ähnlich bedauernswerten Zustand wie diejenigen, die Jehova anflehte: „Warum bezahlt ihr ständig Geld für das, was nicht Brot ist, und warum gilt eure Mühe dem, was nicht zur Sättigung gereicht? Hört mir aufmerksam zu, und esst, was gut ist, und an Fettigkeit finde eure Seele ihre Wonne“ (Jes. 55:2).

16, 17. (a) Warum sagte Jesus zu Petrus: „Tritt hinter mich, Satan!“? (b) Wie versucht der Teufel uns zu täuschen, damit wir unser Dringlichkeitsbewusstsein verlieren?

16 Der Teufel kann sogar eifrige Diener Jehovas täuschen. Was passierte zum Beispiel, als Jesus seinen Jüngern sagte, er würde bald getötet werden? Der Apostel Petrus hatte sicher keinen schlechten Beweggrund, als er Jesus beiseitenahm und sagte: „Sei gütig mit dir selbst, Herr; dieses Geschick wird dir bestimmt nicht widerfahren.“ Jesu Antwort war deutlich: „Tritt hinter mich, Satan!“ (Mat. 16:22, 23). Warum bezeichnete er Petrus als „Satan“? Weil Jesus wusste, was auf dem Spiel stand. Die Stunde nahte, in der er sein Leben als Loskaufsopfer dahingeben und den Teufel als Lügner entlarven würde. In diesem kritischen Augenblick der Menschheitsgeschichte war es für Jesus undenkbar, gütig mit sich selbst zu sein. Doch genau das hätte Satan gewollt.

17 Da wir uns dem Ende dieses Systems nähern, leben auch wir in einer kritischen Zeit. Der Teufel möchte, dass auch wir gütig mit uns selbst sind und uns einen Platz in der Welt sichern — und so unser Dringlichkeitsbewusstsein verlieren. Lassen wir das auf keinen Fall zu! Befolgen wir stattdessen den Rat: „Wacht deshalb beharrlich“ (Mat. 24:42). Glauben wir niemals der Lügenpropaganda Satans, das Ende sei noch weit entfernt oder komme nie.

18, 19. (a) Was möchte uns der Teufel glauben machen? (b) Wie hilft uns Jehova, wachsam zu bleiben?

18 Der Teufel versucht, uns noch auf eine andere Weise zu täuschen. Er möchte uns glauben machen, dass uns Jehova weder liebt noch uns unsere Sünden vergibt. Auch das gehört zu Satans Propaganda. Wer ist denn in Jehovas Augen nicht liebenswert? Der Teufel. Und wem kann nicht vergeben werden? Dem Teufel. Uns sichert die Bibel jedoch zu: „Gott ist nicht ungerecht, dass er eure Arbeit und die Liebe vergessen würde, die ihr seinem Namen gegenüber erzeigt habt“ (Heb. 6:10). Jehova schätzt alles, was wir tun, um ihm zu gefallen — unser Dienst ist nicht vergeblich! (Lies 1. Korinther 15:58.) Lassen wir uns daher nicht von Satans Lügenpropaganda täuschen.

19 Der Teufel ist also ein mächtiger, bösartiger Betrüger. Können wir gegen diesen furchterregenden Gegner gewinnen? Ja, denn wir sind ihm nicht schutzlos ausgeliefert. Jehova macht uns durch sein Wort mit Satans Methoden vertraut, sodass uns „seine Anschläge . . . nicht unbekannt“ sind (2. Kor. 2:11). Wenn wir verstehen, wie Satan vorgeht, fällt es uns leichter, wachsam zu bleiben. Dennoch reicht es nicht, „seine Anschläge“ nur zu kennen. Die Bibel sagt: „Widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen“ (Jak. 4:7). Der nächste Artikel geht auf drei Bereiche ein, in denen wir gegen den Teufel gewinnen können.