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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) FEBRUAR 2015

Uns Jesus zum Vorbild nehmen: sein Mut und sein Urteilsvermögen

Uns Jesus zum Vorbild nehmen: sein Mut und sein Urteilsvermögen

„Obwohl ihr ihn niemals gesehen habt, liebt ihr ihn. Obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, übt ihr doch Glauben an ihn aus“ (1. PET. 1:8)

1, 2. (a) Wie können wir Rettung erlangen? (b) Wie kann es uns gelingen, auf dem richtigen Weg zu bleiben?

WER ein Jünger Christi wird, begibt sich gewissermaßen auf eine Reise. Das Ziel? Ewiges Leben — entweder im Himmel oder auf der Erde. Jesus sagte: „Wer aber bis zum Ende [bis zum Tod oder bis zum Ende des bösen Systems der Dinge] ausgeharrt haben wird, der wird gerettet werden“ (Mat. 24:13). Wenn wir also treu bleiben, können wir gerettet werden. Wir müssen aber darauf achten, uns nicht von diesem Lebensweg ablenken oder sogar abbringen zu lassen (1. Joh. 2:15-17). Wie gelingt uns das?

2 Unser Vorbild, Jesus, zeigte den richtigen Weg. Dieser wurde in der Bibel aufgezeichnet. Uns mit dem Bericht eingehend zu befassen hilft uns dabei, Jesus kennen- und lieben zu lernen und Glauben an ihn auszuüben. (Lies 1. Petrus 1:8, 9.) Wie der Apostel Petrus sagte, hat Jesus uns ein Beispiel hinterlassen, damit wir seinen Fußstapfen genau nachfolgen können  (1. Pet. 2:21). Wenn wir dies sorgfältig tun, werden wir das Ziel unseres Glaubens erreichen — nämlich unsere Rettung. * Wie wir Jesu Demut und seine innige Zuneigung uns zum Vorbild nehmen können, haben wir bereits im vorherigen Artikel gesehen. Jetzt geht es um seinen Mut und sein gutes Urteilsvermögen.

JESUS BEWIES MUT

3. Was ist Mut, und wie können wir Mut entwickeln?

3 Mut kann uns stärken und stützen. Mutig zu sein schließt gemäß einer Definition ein, „trotz Schwierigkeiten durchzuhalten“, „für das einzustehen, was richtig ist“, und „Leid mit Glauben und Würde zu ertragen“. Mut hat aber auch etwas mit Furcht, Hoffnung und Liebe zu tun. Wieso? Gottesfurcht gibt uns den Mut, die Menschenfurcht zu überwinden (1. Sam. 11:7; Spr. 29:25). Echte Hoffnung hilft uns, über momentane Schwierigkeiten hinauszusehen und mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken (Ps. 27:14). Selbstlose Liebe drängt uns dazu, sogar bei großen Gefahren mutig zu sein (Joh. 15:13). Auf Gott zu vertrauen und den Fußstapfen seines Sohnes zu folgen, gibt uns Mut (Ps. 28:7).

4. Wie bewies Jesus Mut, als er im Tempel „mitten unter den Lehrern saß“? (Siehe Anfangsbild.)

4 Schon als 12-jähriger Junge trat Jesus mutig für das Richtige ein. Denken wir an das, was passierte, als er im Tempel „mitten unter den Lehrern saß“. (Lies Lukas 2:41-47.) Sie kannten sich nicht nur im mosaischen Gesetz gut aus, sondern auch mit den menschlichen Überlieferungen, die das Gesetz untergruben. Aber Jesus ließ sich nicht einschüchtern und befragte sie. Sicherlich stellte er nicht die typischen Fragen eines neugierigen Jungen. Wir können uns vorstellen, dass Jesus zum Nachdenken anregende Fragen stellte, die diese gebildeten Lehrer aufhorchen ließen. Und falls sie versucht haben sollten, ihn mit Fangfragen aufs Glatteis zu führen, gelang es ihnen nicht. Alle, die ihm zuhörten, auch die Lehrer, „staunten . . . über sein Verständnis und seine Antworten“ — Antworten, die ohne Zweifel die Wahrheit aus Gottes Wort hochhielten!

5. Wie zeigte Jesus Mut, als er auf der Erde lebte?

5 Während seines Dienstes auf der Erde zeigte sich Jesu Mut auf unterschiedliche Weise. Zum Beispiel entlarvte er mutig die religiösen Führer, die das Volk mit Irrlehren hinters Licht führten (Mat. 23:13-36). Er widerstand unerschütterlich dem schädlichen Einfluss der Welt (Joh. 16:33). Trotz Widerstand hörte er nicht auf zu predigen (Joh. 5:15-18; 7:14). Furchtlos trieb er zweimal alle aus dem Tempel, die die wahre Anbetung verunreinigten (Mat. 21:12, 13; Joh. 2:14-17).

6. Wie zeigte Jesus am letzten Tag seines menschlichen Lebens Mut?

6 Es ist für uns glaubensstärkend, zu beobachten, wie mutig Jesus angesichts von Leid war. Denken wir nur an den Mut, den er am letzten Tag seines menschlichen Lebens bewies. Er kannte ja den Ablauf der Ereignisse, die sein Verräter ins Rollen bringen würde. Dennoch sprach Jesus beim Passahmahl zu Judas: „Was du tust, tu schneller“ (Joh. 13:21-27). Im Garten Gethsemane gab sich Jesus den Soldaten, die ihn festnehmen wollten, furchtlos zu erkennen. Trotz Lebensgefahr stellte er sich schützend vor seine Jünger (Joh. 18:1-8). Bei dem Verhör vor dem Sanhedrin bestätigte er mutig, sowohl der Christus als auch der Sohn Gottes zu sein, und  das, obwohl er wusste, dass der Hohe Priester nach einem Vorwand suchte, ihn töten zu lassen (Mar. 14:60-65). Jesus blieb bis zum Tod an einem Marterpfahl unerschütterlich treu. Mit seinem letzten Atemzug rief er triumphierend aus: „Es ist vollbracht!“ (Joh. 19:28-30).

WIE JESUS MUTIG SEIN

7. Wie findest du es als junger Mensch, Jehovas Namen zu tragen, und wie kannst du mutig sein?

7 Wie können wir wie Jesus mutig sein? In der Schule: Als junger Mensch beweist du Mut, wenn du dich, ohne zu zögern, als Zeuge Jehovas zu erkennen gibst, selbst wenn dich Klassenkameraden oder andere deswegen auslachen. Daran ist zu erkennen, dass du stolz darauf bist, Jehovas Namen zu tragen. (Lies Psalm 86:12.) Vielleicht setzt man dich unter Druck, die Evolution als Tatsache anzunehmen. Es gibt aber vernünftige Gründe, darauf zu vertrauen, dass der biblische Schöpfungsbericht wahr ist. Verwende doch die Broschüre Der Ursprung des Lebens: Fünf Fragen kritisch beleuchtet, um jedem eine überzeugende Antwort zu geben, der von dir „einen Grund für . . . [deine] Hoffnung verlangt“ (1. Pet. 3:15). Dann fühlst du dich gut und bist zufrieden, weil du die Wahrheit aus Gottes Wort verteidigt hast!

8. Welche Gründe haben wir, mutig zu predigen?

8 In unserem Dienst: Als treue Christen müssen wir weiterhin „freimütig aufgrund der Ermächtigung Jehovas“ reden (Apg. 14:3). Welche Gründe haben wir, freimütig oder mutig zu predigen? Erstens: Die Botschaft, die wir predigen, stützt sich, wie wir wissen, auf die Bibel und ist somit die Wahrheit (Joh. 17:17). Zweitens: Wir sind „Gottes Mitarbeiter“ und haben die Unterstützung des heiligen Geistes (1. Kor. 3:9; Apg. 4:31). Drittens: Unser eifriges Predigen beweist, dass wir Jehova ergeben sind und unsere Mitmenschen lieben (Mat. 22:37-39). Wir haben also gute Gründe, mutig zu sein, und deshalb schweigen wir nicht. Ganz im Gegenteil! Wir sind entschlossen, religiöse Lügen zu entlarven, die die Menschen für die Wahrheit blind machen (2. Kor. 4:4). Trotz Gleichgültigkeit, Spott oder Widerstand predigen wir beharrlich die gute Botschaft (1. Thes. 2:1, 2).

9. Wie können wir trotz großer Schwierigkeiten mutig sein?

9 Wenn uns Leid widerfährt: Auf Gott zu vertrauen, gibt uns den Glauben und den Mut, Schwierigkeiten durchzustehen. Stirbt jemand, der uns nahestand, trauern wir zwar, sind aber nicht ohne Hoffnung. Wir vertrauen darauf, dass uns der „Gott allen Trostes“ stärken wird (2. Kor. 1:3, 4; 1. Thes. 4:13). Auch wenn wir wegen einer ernsten Krankheit oder einer schweren Verletzung leiden, stimmen wir keiner Behandlung zu, die mit biblischen Grundsätzen nicht zu vereinbaren ist (Apg. 15:28, 29). Und falls wir sehr niedergeschlagen sind, mag „uns unser Herz verurteilen“, aber weil wir auf Jehova vertrauen, der „nahe denen“ ist, „die gebrochenen Herzens sind“, geben wir nicht auf (1. Joh. 3:19, 20; Ps. 34:18). *

JESU GUTES URTEILSVERMÖGEN

10. Was ist gutes Urteilsvermögen, und wie verhält sich ein Diener Jehovas, der gutes Urteilsvermögen hat?

10 Gutes Urteilsvermögen oder Wahrnehmungsvermögen ist die Fähigkeit, „zwischen Recht und Unrecht“ zu unterscheiden und dann den richtigen Weg einzuschlagen (Heb. 5:14). Es wurde schon  als „die Fähigkeit, in geistigen Dingen vernünftige Urteile zu treffen“, beschrieben. Ein Diener Jehovas mit gutem Urteilsvermögen redet und handelt so, wie es Gott gefällt, und wählt Worte, die anderen weiterhelfen und sie nicht verletzen (Spr. 11:12, 13). Er ist auch langsam zum Zorn (Spr. 14:29). Und er ist jemand, „der geradeaus geht“, und so auf dem richtigen Lebensweg bleibt (Spr. 15:21). Wie können wir aber gutes Urteilsvermögen erlangen? Indem wir Gottes Wort studieren und das Gelernte anwenden (Spr. 2:1-5, 10, 11). Außerdem ist es besonders hilfreich, Jesu Beispiel zu untersuchen, denn kein anderer Mensch hatte ein Urteilsvermögen wie er.

11. Wie zeigte Jesus gutes Urteilsvermögen in der Art, wie er redete?

11 Jesus bewies immer gutes Urteilsvermögen. Seine Worte: Sein Predigen der guten Botschaft ließ gutes Urteilsvermögen erkennen. Kein Wunder, dass seine Zuhörer über seine „gewinnenden Worte“ erstaunt waren (Luk. 4:22; Mat. 7:28). Oft ließ er Gottes Wort für sich sprechen: Er las, zitierte oder bezog sich auf passende Schrifttexte, um seine Aussagen zu stützen (Mat. 4:4, 7, 10; 12:1-5; Luk. 4:16-21). Jesus erklärte die Schriften auch so, dass er die Herzen seiner Zuhörer bewegte. Als er nach seiner Auferweckung auf dem Weg nach Emmaus mit zwei Jüngern sprach, „legte er ihnen in allen Schriften die Dinge aus, die ihn betrafen“. Später sagten die Jünger: „Brannte nicht unser Herz, . . . als er uns die Schriften völlig erschloss?“ (Luk. 24:27, 32).

12, 13. Was zeigt, dass Jesus langsam zum Zorn und vernünftig war?

12 Seine Einstellung: Gutes Urteilsvermögen half Jesus, sich zu beherrschen und langsam zum Zorn zu sein (Spr. 16:32). Er war „mild gesinnt“ (Mat. 11:29). Mit seinen Jüngern war er trotz ihrer Fehler immer geduldig (Mar. 14:34-38; Luk. 22:24-27). Sogar wenn er ungerecht behandelt wurde, blieb er ruhig (1. Pet. 2:23).

13 Gutes Urteilsvermögen befähigte Jesus auch, vernünftig zu sein. Er pochte nicht auf den Buchstaben des Gesetzes. Er erkannte den Geist hinter dem mosaischen Gesetz und handelte entsprechend. Nehmen wir zum Beispiel den Bericht aus Markus 5:25-34. (Lies.) Eine Frau, die an anhaltenden Blutungen litt, bahnte sich ihren Weg durch eine Volksmenge, berührte Jesu Gewand und wurde geheilt. Nach dem Gesetz war sie jedoch unrein und hätte niemand berühren dürfen (3. Mo. 15:25-27). Aber Jesus — der erkannte, dass „die gewichtigeren Dinge des GESETZES“ auch „die Barmherzigkeit und die Treue“ einschlossen — wies sie dafür nicht zurecht (Mat. 23:23). Stattdessen sagte er: „Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht. Geh hin in Frieden, und sei von deiner lästigen Krankheit geheilt.“ Wie sehr es einen doch berührt, zu sehen, wie ihn sein Urteilsvermögen dazu veranlasste, sie mit so viel Güte zu behandeln!

14. Was erwählte sich Jesus, und was half ihm, sich nicht davon ablenken zu lassen?

14 Seine Art zu leben: Jesus wählte den richtigen Lebensweg und blieb auch darauf. So bewies er gutes Urteilsvermögen. Das Predigen der guten Botschaft machte er zu seinem Lebensinhalt (Luk. 4:43). Jesus ließ sich nicht ablenken und traf Entscheidungen, die es ihm ermöglichten, sich auf das Predigen zu konzentrieren und es erfolgreich abzuschließen. Er führte ein einfaches Leben, damit er seine Zeit und Kraft im Dienst einsetzen konnte (Luk. 9:58). Er erkannte die Notwendigkeit, andere zu schulen, damit sie das Predigtwerk nach seinem Tod fortführen könnten (Luk. 10:1-12; Joh. 14:12). Auch versprach er seinen Nachfolgern, sich „bis zum Abschluss des Systems der Dinge“ um dieses Werk zu kümmern (Mat. 28:19, 20).

 WIE JESUS GUTES URTEILSVERMÖGEN ERKENNEN LASSEN

Versuchen wir die Interessen der Menschen herauszufinden und gehen wir dann darauf ein (Siehe Absatz 15)

15. Wann lässt unsere Art zu reden Urteilsvermögen erkennen?

15 Wie können wir ein Urteilsvermögen erwerben, wie Jesus es hatte? Unsere Worte: In Gesprächen mit unseren Mitbrüdern verwenden wir Worte, die erbauen und nicht niederreißen (Eph. 4:29). Sprechen wir mit anderen über die Königreichsbotschaft, verwenden wir taktvolle, „mit Salz“ gewürzte Worte (Kol. 4:6). Wir versuchen die Bedürfnisse und Interessen des Wohnungsinhabers herauszufinden und gehen dann darauf ein. Denken wir daran: Freundliche Worte können Türen und Herzen öffnen. Und wenn wir unseren Glauben erklären, versuchen wir, die Bibel für uns sprechen zu lassen. Daher lenken wir die Aufmerksamkeit auf sie als Autorität und lesen so oft wie möglich daraus vor. Denn wir wissen: Die Botschaft der Bibel ist machtvoller als alles, was wir selbst je sagen könnten (Heb. 4:12).

16, 17. (a) Was hilft uns, langsam zum Zorn und vernünftig zu sein? (b) Wie können wir uns weiterhin auf unseren Dienst konzentrieren?

16 Unsere Einstellung: Gutes Urteilsvermögen hilft uns, uns zu beherrschen und „langsam zum Zorn“ zu sein (Jak. 1:19). Wenn andere uns verletzen, versuchen wir herauszufinden, was dahintersteckt. So kann sich unser Ärger legen und wir können „Übertretung . . . übergehen“ (Spr. 19:11). Gutes Urteilsvermögen macht uns auch vernünftiger und hilft uns, in unseren Erwartungen an unsere Mitbrüder nicht unrealistisch zu sein. Wir denken daran, dass sie Probleme haben mögen, die wir nicht völlig verstehen. Außerdem hören wir uns dann ihre Meinung bereitwillig an und bestehen wenn möglich nicht auf unserem Standpunkt (Phil. 4:5).

17 Unsere Art zu leben: Als Nachfolger Jesu wissen wir, dass es kein größeres Vorrecht gibt, als einen Anteil an dem Verkündigen der guten Botschaft zu haben. Daher treffen wir Entscheidungen, die es uns ermöglichen, uns auf den Predigtdienst zu konzentrieren, und bleiben so auf dem richtigen Lebensweg. Wir möchten Jehova an die erste Stelle setzen und ein einfaches Leben führen, damit wir uns, bevor das Ende kommt, voll und ganz dem Predigen widmen können (Mat. 6:33; 24:14).

18. Wie können wir das Ziel unserer Reise erreichen, und wozu sind wir entschlossen?

18 Hat es uns nicht gutgetan, über einige anziehende Eigenschaften Jesu nachzudenken? Stellen wir uns nur vor, wie lohnend es wäre, auch noch seine anderen Eigenschaften genauer zu betrachten und zu erfahren, wie wir ihm immer ähnlicher werden können. Seien wir daher entschlossen, seinen Fußstapfen zu folgen. So werden wir das Ziel unseres Glaubens, unsere Rettung, erreichen und dem immer näher kommen, den Jesus vollkommen nachgeahmt hat: Jehova.

^ Abs. 2 In erster Linie traf 1. Petrus 1:8, 9 auf Christen mit der Aussicht auf Leben im Himmel zu. Grundsätzlich treffen diese Worte jedoch auch auf alle zu, die die Aussicht haben, ewig auf der Erde zu leben.

^ Abs. 9 Beispiele für Mut trotz Schwierigkeiten finden wir im Wachtturm vom 1. Dezember 2000, Seite 24 bis 28 sowie im Erwachet! vom 22. April 2003, Seite 18 bis 21 und 22. Januar 1995, Seite 11 bis 15.