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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm — Studienausgabe  |  Februar 2015

Bewahre deinen Eifer für den Dienst

Bewahre deinen Eifer für den Dienst

DAS Predigen der guten Botschaft ist heute das wichtigste Werk auf Erden. Als Diener Jehovas betrachtest du es bestimmt als große Ehre, daran beteiligt zu sein. Verkündiger und Pioniere finden es jedoch nicht immer leicht, ihren Eifer für den Predigtdienst zu bewahren. Geht es dir auch so?

Was kann dir helfen, deinen Eifer für den Dienst zu bewahren?

Vielen Verkündigern ist es im Dienst von Haus zu Haus kaum möglich, Gespräche zu führen. Oft ist niemand zu Hause. Und wenn doch jemand da ist, reagiert er auf die Königreichsbotschaft womöglich eher gleichgültig oder sogar feindselig. Es gibt aber auch Verkündiger, die sich überfordert fühlen, weil sie in einem großen und fruchtbaren Gebiet tätig sind und befürchten, gar nicht allen predigen zu können. Und wieder andere Verkündiger predigen vielleicht schon seit Jahren — länger als sie erwartet hätten — und sind deshalb mutlos geworden.

Sollte es uns überraschen, dass sich jeder in Jehovas Volk Herausforderungen gegenübersieht, die seinen Predigteifer dämpfen können? Nein. Wir leben schließlich in einer Welt, die „in der Macht dessen [liegt], der böse ist“, des Teufels. Kann man da erwarten, dass es leicht ist, die lebensrettende Botschaft der Wahrheit zu verkündigen? (1. Joh. 5:19).

Mit welchen Herausforderungen wir auch immer zu kämpfen haben, eines ist sicher: Jehova kann uns helfen, damit fertigzuwerden. Doch was können wir selbst tun, um unseren Eifer für den Predigtdienst anzufachen? Hier einige Anregungen.

NEUEN VERKÜNDIGERN HELFEN

Jedes Jahr lassen sich Tausende taufen und werden so Zeugen Jehovas. Bist du einer von diesen Neugetauften? Dann schätzt du es bestimmt, von Verkündigern zu lernen, die mehr Erfahrung im Predigtdienst haben als du. Und wenn du zu den erfahrenen Verkündigern gehörst? Dann hältst du es bestimmt für wichtig und lohnenswert, Neue zu schulen.

 Jesus wusste, dass seine Jünger Anleitung brauchten, um gute Verkündiger zu werden, und deshalb zeigte er ihnen, wie sie vorgehen sollten (Luk. 8:1). Auch heute müssen Neue geschult werden, damit sie gute Verkündiger werden können.

Wir sollten nicht davon ausgehen, neue Verkündiger könnten gute Lehrer werden, nur weil sie sich am Predigtdienst beteiligen. Sie benötigen einen freundlichen Lehrer, der sich ihrer annimmt und sie schult. Diese Schulung schließt unter anderem ein, dem weniger erfahrenen Verkündiger zu zeigen, wie man 1. eine Darbietung vorbereitet und übt, 2. ein Gespräch mit einem Wohnungsinhaber oder Passanten führt, 3. Publikationen anbietet, 4. Interesse nachgeht und 5. ein Bibelstudium beginnt. Sehr wahrscheinlich ist es für den Neuen sehr hilfreich, wenn er seinen Lehrer im Dienst beobachten und seine Methoden übernehmen kann (Luk. 6:40). Der neue Verkündiger schätzt es ganz sicher, jemand an seiner Seite zu haben, der ihm wenn nötig hilft. Bestimmt tut es ihm auch gut, gelobt zu werden und praktische Tipps zu bekommen (Pred. 4:9, 10).

SICH MIT DEM DIENSTPARTNER UNTERHALTEN

Auch wenn du dich noch so anstrengst, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, kann es im Dienst Tage geben, an denen dein bestes Gespräch das mit deinem Dienstpartner ist. Vergiss nicht: Jesus sandte seine Jünger „zu zweit“ aus (Luk. 10:1). So konnten sie einander anspornen und motivieren. Mit einem Glaubensbruder im Dienst zu sein bietet die wunderbare Gelegenheit, sich gegenseitig zu ermuntern (Röm. 1:12).

Worüber könnte man sich unterhalten? Hat einer von euch vor Kurzem etwas Schönes erlebt? Hast du in deinem persönlichen Studium oder im Familienstudium etwas Interessantes entdeckt? Oder hast du etwas in der Versammlung gehört, das dich gestärkt hat? Vielleicht warst du mit deinem Dienstpartner noch nicht so oft im Dienst. Weißt du, wie er in die Wahrheit gekommen ist oder was ihn davon überzeugt hat, dass dies Jehovas Organisation ist? Was hat er Schönes erlebt oder welche Vorrechte hatte er schon? Vielleicht kannst auch du etwas von deinen Erlebnissen erzählen. Im Dienst mit jemand zusammenzuarbeiten, bietet einem die Möglichkeit, fortzufahren, „einander zu erbauen“ — unabhängig davon, wie die Menschen im Gebiet reagieren (1. Thes. 5:11).

GUTE STUDIENGEWOHNHEITEN PFLEGEN

Gute Studiengewohnheiten wirken sich unmittelbar auf unseren Eifer im Predigtdienst aus. Der „treue und verständige Sklave“ veröffentlicht Artikel  zu den unterschiedlichsten Themen (Mat. 24:45). Als geistige Speise steht daher eine riesige Auswahl an Themen zur Verfügung. Beim persönlichen Studium zum Beispiel könnte man sich mit der Frage befassen: Warum ist es so wichtig, das Königreich zu verkündigen? Der Kasten auf Seite 16 enthält hierzu einige Gründe.

Über diese nachzudenken kann dich motivieren, eifrig weiterzupredigen. Könntest du noch mehr Gründe auflisten? Warum nicht ein Studienprojekt daraus machen? Denk dann über die Punkte und ihre biblische Grundlage nach. Das wird dich in deinem Dienst zweifellos beflügeln.

FÜR VORSCHLÄGE OFFEN SEIN

Jehovas Organisation macht regelmäßig Vorschläge, wie wir unseren Dienst verbessern können. Zusätzlich zum Dienst von Haus zu Haus könnten wir auch Zeugnisbriefe schreiben und am Telefon, auf der Straße oder an anderen öffentlichen Plätzen Zeugnis geben. Dann gibt es noch den informellen Dienst und das Predigen in Geschäftsvierteln. Vielleicht könnten wir es uns auch einrichten, in selten bearbeitetem Gebiet zu predigen.

Bist du für Neues aufgeschlossen? Viele, die solche Vorschläge ausprobiert haben, machten damit sehr schöne Erfahrungen. Hier drei Beispiele.

In dem ersten Beispiel geht es darum, wie sich ein Artikel im Königreichsdienst über das Einrichten von Bibelstudien auswirkte. Er veranlasste eine Schwester namens April dazu, drei ihrer Arbeitskolleginnen ein Bibelstudium anzubieten. Zu ihrer Überraschung und Freude nahmen alle drei  ihr Angebot an und begannen auch, Zusammenkünfte zu besuchen.

Das zweite Beispiel hat mit dem Abgeben von Zeitschriften zu tun. Wir wurden angeregt, herauszufinden, für welche Menschen bestimmte Artikel in den Zeitschriften interessant sein könnten. Daraufhin bot ein Kreisaufseher in den Vereinigten Staaten allen Reifenhändlern in einem bestimmten Gebiet einen Erwachet!-Artikel über Reifen an. Außerdem verteilten er und seine Frau die Artikelreihe „Verständnis für Ärzte haben“ an über 100 Arztpraxen in seinem Kreis. Er erzählt: „Solche Besuche waren sehr hilfreich, um uns vorzustellen und auf unsere Veröffentlichungen aufmerksam zu machen. Als dann das Eis gebrochen war, konnten wir häufiger vorsprechen.“

Im dritten Beispiel geht es um das Zeugnisgeben am Telefon. Eine Schwester namens Judy schrieb an die Weltzentrale, um sich für die Anregung, am Telefon Zeugnis zu geben, zu bedanken. Wie sie berichtete, hat ihre 86-jährige Mutter, die viele gesundheitliche Probleme hatte, diese Möglichkeit regelmäßig genutzt. So konnte sie mit einer 92-Jährigen die Bibel studieren, was ihr große Freude machte.

Die Vorschläge in unseren Veröffentlichungen funktionieren wirklich! Probier sie einfach aus. Sie können dazu beitragen, deine Freude und deinen Eifer im Dienst zu bewahren.

SICH VERNÜNFTIGE ZIELE SETZEN

Erfolg im Predigtdienst wird nicht in erster Linie daran gemessen, wie viele Publikationen wir abgeben, wie viele Bibelstudien wir durchführen oder wie vielen Menschen wir helfen können, Diener Jehovas zu werden. Denken wir an Noah. Wie vielen Personen außerhalb seiner Familie konnte er denn helfen, Diener Jehovas zu werden? Dennoch kann man ihn mit Sicherheit einen erfolgreichen Prediger nennen. Was zählt, ist nämlich, dass wir Jehova treu dienen (1. Kor. 4:2).

Viele Verkündiger haben gemerkt, wie wichtig es ist, sich vernünftige Ziele zu setzen, um ihre Begeisterung für den Predigtdienst zu steigern. Was könnten das für Ziele sein? Der Kasten auf dieser Seite enthält dazu einige Ideen.

Mit der Hilfe Jehovas kann dein Dienst wirklich lohnend und produktiv sein. Und wenn du deine Ziele erreichst, verspürst du Freude und Zufriedenheit, weil du dein Möglichstes getan hast, die gute Botschaft zu predigen.

Es stimmt, die gute Botschaft zu predigen kann eine Herausforderung sein. Trotzdem kannst du einiges tun, um als Verkündiger des Königreiches deinen Eifer zu bewahren. Nutze die Zeit mit deinem Dienstpartner zum Austausch von Ermunterung, behalte gute Studiengewohnheiten bei und setz die Vorschläge des treuen Sklaven um. Steck dir außerdem vernünftige Ziele. Und vor allen Dingen vergiss nie: Jehova Gott hat dir die großartige Ehre verliehen, als sein Zeuge die gute Botschaft zu verkündigen (Jes. 43:10). Du wirst unvergleichliche Freuden erleben, wenn du deinen Eifer für den Dienst bewahrst!