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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) JANUAR 2015

Lass Jehova deine Ehe stärken und beschützen

Lass Jehova deine Ehe stärken und beschützen

„Wenn Jehova selbst die Stadt nicht behütet, so ist es umsonst, dass der Wächter ständig gewacht hat“ (PS. 127:1b)

1, 2. (a) Wie kam es dazu, dass 24 000 Israeliten wundervolle Segnungen entgingen? (b) Warum ist dieses Ereignis auch für uns von Bedeutung?

NUR kurz bevor die Nation Israel in das verheißene Land einzog, starben 24 000 Männer durch die Hand Jehovas. Wie kam es dazu? Sie hatten sich „mit den Töchtern Moabs [auf] unsittliche Beziehungen“ eingelassen. Stellen wir uns nur vor: Ihr langersehntes Erbe war zum Greifen nah, und dennoch entgingen ihnen wundervolle Segnungen, weil sie der Versuchung erlagen (4. Mo. 25:1-5, 9).

2 Dieses tragische Ereignis ist „zur Warnung für uns geschrieben worden, auf welche die Enden der Systeme der Dinge gekommen sind“ (1. Kor. 10:6-11). Jetzt, im Schlussteil der „letzten Tage“, steht Gottes Volk an der Schwelle zu der gerechten neuen Welt (2. Tim. 3:1; 2. Pet. 3:13). Traurigerweise sind auch heute einige Diener Jehovas nicht wachsam geblieben. Sie haben sich in Unmoral hineinziehen lassen und mussten die bitteren Folgen ihres Verhaltens tragen. Dabei setzen sie ihr ewiges Leben aufs Spiel.

3. Warum benötigen Verheiratete Jehovas Anleitung und Schutz? (Siehe Anfangsbild.)

 3 Weil sich Unmoral heute wie eine Seuche ausbreitet, benötigen Männer und Frauen Jehovas Anleitung und Schutz, damit ihre Bemühungen, ihre Ehe zu schützen, nicht umsonst sind. (Lies Psalm 127:1.) Wir werden sehen, wie Mann und Frau ihre Ehe stärken können, wenn sie auf ihr Herz achtgeben, Gott näherkommen, die neue Persönlichkeit anziehen, eine sinnvolle Kommunikation pflegen und die eheliche Pflicht leisten.

AUF UNSER HERZ ACHTGEBEN

4. Wieso haben sich einige Christen unmoralisch verhalten?

4 Wie kann es passieren, dass sich ein Christ unmoralisch verhält? Unmoral beginnt oft mit den Augen. Jesus erklärte, „dass jeder, der fortwährend eine Frau ansieht, um so in Leidenschaft zu ihr zu entbrennen, in seinem Herzen schon mit ihr Ehebruch begangen hat“ (Mat. 5:27, 28; 2. Pet. 2:14). Viele Christen, die sich unmoralisch verhielten, haben ihre moralische „Abwehr“ dadurch geschwächt, dass sie sich mit Pornographie oder erotischer Literatur befassten oder sich im Internet aufreizendes Material ansahen. Einige haben sich von Filmen, Bühnenshows oder Fernsehsendungen mit eindeutig sexuellem Inhalt unterhalten lassen. Andere haben Nachtklubs und Striptease-Shows besucht oder ließen sich in Massagesalons sinnliche Massagen geben.

5. Warum müssen wir auf unser Herz aufpassen?

5 Wieder andere erlagen der Versuchung, weil sie der falschen Person ihre Aufmerksamkeit schenkten. In einer Welt, in der man hemmungslos ist und sich an jeder Art von Unmoral erfreut, ist es für das verräterische Herz nur allzu leicht, für jemand anderen als den Ehepartner Gefühle zu entwickeln. (Lies Jeremia 17:9, 10.) Wie Jesus ja sagte, „kommen aus dem Herzen böse Überlegungen, Mordtaten, Ehebrüche, Hurereien“ (Mat. 15:19).

6, 7. (a) Wie kann uns das Herz betrügen? (b) Wie kann ein moralischer Absturz vermieden werden?

6 Haben sich erst einmal verkehrte Wünsche im verräterischen Herz entwickelt, kann es passieren, dass zwei Menschen, die sich zueinander hingezogen fühlen, anfangen, über Dinge zu reden, die sie nur mit ihrem Ehepartner teilen sollten. Schon bald sorgen sie für immer mehr Gelegenheiten, zusammen zu sein, und ihre scheinbar zufälligen und harmlosen Begegnungen werden immer häufiger. Je stärker ihre Gefühle werden, desto schwächer wird ihre moralische „Abwehr“. Und je weiter sie gehen, desto schwieriger wird es, die Sache zu beenden — und das, obwohl sie wissen, dass sie etwas Falsches tun (Spr. 7:21, 22).

7 Biblische Maßstäbe werden von ihnen immer mehr beiseite gedrängt und ihre moralische „Abwehr“ zerbröckelt. Unangebrachte Wünsche und Unterhaltungen führen dann zu Händchenhalten, Küssen, Streicheln oder sogar zu leidenschaftlichen und erotischen Umarmungen, Liebkosungen und Küssen oder zu anderen Zuneigungsbekundungen — alles Dinge, die nur dem Ehepartner zustehen. Schlussendlich werden sie von ihrer „eigenen Begierde fortgezogen und gelockt“. Und „wenn dann die Begierde befruchtet ist, gebiert sie Sünde“, in diesem Fall also Ehebruch (Jak. 1:14, 15). Wie tragisch! Dieser moralische Absturz hätte vermieden werden können, wenn beide es Jehova erlaubt hätten, ihre Achtung vor der Heiligkeit der Ehe zu stärken.  Aber wie kann diese Achtung gestärkt werden?

GOTT IMMER NÄHER KOMMEN

8. Inwiefern schützt die Freundschaft zu Jehova vor Unmoral?

8 Lies Psalm 97:10. Die Freundschaft zu Jehova kann uns vor Unmoral schützen. Wenn wir Gottes anziehende Eigenschaften kennenlernen und uns bemühen, „Nachahmer Gottes als geliebte Kinder“ zu werden und „weiterhin in der Liebe“ zu wandeln, werden wir gestärkt, „Hurerei und jede Art Unreinheit“ abzuwehren (Eph. 5:1-4). „Gott wird Hurer und Ehebrecher richten.“ Sich dessen bewusst zu sein veranlasst Verheiratete, hart daran zu arbeiten, ihre Ehe in Ehren zu halten und einander treu zu sein (Heb. 13:4).

9. (a) Warum konnte Joseph der Versuchung widerstehen? (b) Was können wir aus Josephs Beispiel lernen?

9 Einige treue Diener Gottes haben ihre moralische „Abwehr“ dadurch geschwächt, dass sie mit Arbeitskollegen, die keine Zeugen sind, Freizeit verbrachten. Aber auch während der Arbeitszeit können Versuchungen auftreten. So war es zum Beispiel bei dem jungen, gut aussehenden Joseph. Die Frau seines Arbeitgebers fühlte sich sehr zu ihm hingezogen. Tag für Tag versuchte sie ihn zu verführen. Schließlich „packte sie ihn bei seinem Kleid und sprach: ‚Leg dich zu mir!‘ “ Aber Joseph schaffte es zu fliehen. Was half ihm, seine moralische „Abwehr“ intakt zu halten und rein zu bleiben? Er war fest entschlossen, sein Verhältnis zu Gott nicht zerstören zu lassen. Joseph verlor deshalb zwar seine Arbeit und kam zu Unrecht ins Gefängnis — aber Jehova belohnte ihn (1. Mo. 39:1-12; 41:38-43). Ob am Arbeitsplatz oder privat: Christen dürfen sich nicht in Situationen bringen, in denen sie versucht werden könnten.

DIE NEUE PERSÖNLICHKEIT ANZIEHEN

10. Wie schützt uns die neue Persönlichkeit?

10 Da die neue Persönlichkeit „nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist“, trägt sie wesentlich dazu bei, die Ehe zu schützen (Eph. 4:24). Wer die neue Persönlichkeit anzieht, „ertötet“ sozusagen die Glieder seines Leibes „in Bezug auf Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht“. (Lies Kolosser 3:5, 6.) Das Wort „ertöten“ zeigt ganz klar, dass wir drastische Maßnahmen ergreifen müssen, um gegen unmoralische Wünsche anzukämpfen. Wir werden alles vermeiden, was ein sexuelles Verlangen für jemand anders als unseren Ehepartner wecken könnte (Hiob 31:1). Je mehr wir unser Leben nach Gottes Willen ausrichten, desto mehr werden wir das Böse verabscheuen und am Guten festhalten (Röm. 12:2, 9).

11. Wie stärkt die neue Persönlichkeit eine Ehe?

11 Die neue Persönlichkeit spiegelt die Persönlichkeit Jehovas wider, nach dessen Bild sie geschaffen ist (Kol. 3:10). Wie gut es doch ist, wenn Ehemänner und Ehefrauen ihre moralische „Abwehr“ stärken, indem sie sich „mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut“ kleiden (Kol. 3:12). Die Ehe wird auch harmonischer, wenn sie sich von dem „Frieden des Christus“ leiten lassen (Kol. 3:15). Haben Ehepaare „innige Zuneigung zueinander“, macht es ihnen Freude, einander „in Ehrerbietung“ zuvorzukommen (Röm. 12:10).

12. Welche Eigenschaften findest du für eine glückliche Ehe wichtig?

12 Auf die Frage, welche Eigenschaften zu einer glücklichen Ehe beitragen, sagte ein Ehemann: „Liebe ist die Haupteigenschaft, an der wir immer arbeiten. Und  wir haben auch gemerkt, dass die Milde sehr wichtig ist.“ Seine Frau stimmt dem zu und sagt: „Auch Güte darf auf keinen Fall fehlen. Außerdem versuchen wir demütig zu sein, auch wenn es nicht immer leicht ist.“

GUTE KOMMUNIKATION PFLEGEN

13. Was ist ein Schlüssel für eine stabile Ehe, und warum?

13 Liebevoll miteinander zu reden ist ohne Frage ein Schlüssel für eine stabile Ehe. Wie traurig wäre es doch, wenn Verheiratete mit völlig Fremden oder sogar mit ihren Haustieren respektvoller reden würden als mit ihrem Partner! Durch „boshafte Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und lästerliches Reden“ zerstört ein Ehepaar langsam aber sicher sein Verhältnis zueinander (Eph. 4:31). Anstatt ihre Ehe durch ständige Kritik oder beißenden Sarkasmus zu untergraben, sollten Ehepaare ihre Bindung durch freundliche, liebevolle und mitfühlende Worte stärken (Eph. 4:32).

14. Was sollte man vermeiden?

14 Wie die Bibel sagt, gibt es durchaus „eine Zeit zum Schweigen“ (Pred. 3:7). Das heißt aber nicht, dass wir uns hinter einer Mauer des Schweigens zurückziehen sollten, was notwendige Kommunikation verhindern würde. Eine Ehefrau aus Deutschland sagt: „In so einer Situation kann Schweigen den Partner verletzen.“ Sie fügt aber hinzu: „Auch wenn es unter Stress nicht immer leicht ist, ruhig zu bleiben, ist es nicht gut, einfach Dampf abzulassen. Man sagt oder tut sonst schnell etwas, was den Partner verletzt und alles nur noch schlimmer macht.“ Ein Ehepaar, das sich anschreit oder nicht miteinander redet, wird seine Probleme nicht lösen. Wer seine Ehe stärken möchte, lässt Unstimmigkeiten daher nicht zur Regel oder zu endlosen Streitigkeiten werden.

15. Wie kann gute Kommunikation eine Ehe stabilisieren?

15 Die Ehe wird gestärkt, wenn man sich Zeit nimmt, über seine Gefühle und  Ansichten zu sprechen. Und wie man etwas sagt, ist genauso wichtig, wie das, was man sagt. Bemühen wir uns deshalb auch in schwierigen Situationen um freundliche Worte und um einen freundlichen Ton. So machen wir es unserem Partner leichter zuzuhören. (Lies Kolosser 4:6.) Mann und Frau können ihre Ehe durch gute Kommunikation stabilisieren, indem sie nur sagen, „was immer zur Erbauung gut ist, wie es nötig sein mag, damit es [dem Partner] förderlich sei“ (Eph. 4:29).

Mann und Frau können ihre Ehe durch gute Kommunikation stabilisieren (Siehe Absatz 15)

DIE EHELICHE PFLICHT ERFÜLLEN

16, 17. Warum sollten Verheiratete ein Gespür für die emotionalen und sexuellen Bedürfnisse ihres Partners entwickeln?

16 Ehepaare können ihre Ehe auch dadurch festigen, dass sie die Interessen des anderen über ihre eigenen stellen, und so den Vorteil des anderen suchen (Phil. 2:3, 4). Beide sollten ein Gespür für die emotionalen und sexuellen Bedürfnisse ihres Partners entwickeln. (Lies 1. Korinther 7:3, 4.)

17 Bedauerlicherweise versäumen es manche, ihrem Partner Zuneigung zu zeigen, oder möchten nicht intim werden, und einige Männer betrachten Zärtlichkeiten als unmännlich. Die Bibel rät Männern jedoch: „Zeigt euch im Zusammenleben mit euren Frauen verständnisvoll“ (1. Pet. 3:7, Neue Genfer Übersetzung). Ein Mann muss verstehen, dass die eheliche Pflicht mehr als nur die körperliche Vereinigung einschließt. Eine Frau hat wahrscheinlich mehr Freude am ehelichen Verkehr, wenn ihr Mann auch zu anderen Zeiten als beim Sex zärtlich ist. Nehmen beide liebevoll aufeinander Rücksicht, können sie auf die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse des anderen besser eingehen.

18. Wie kann ein Paar seine Ehe stärken?

18 Auch wenn es für eheliche Untreue keine Entschuldigung gibt, kann fehlende Zuneigung ein Grund sein, warum ein Partner bei jemand anderem Zuneigung und Intimität sucht (Spr. 5:18; Pred. 9:9). Daher drängt die Bibel Verheiratete: „Entzieht es einander nicht, außer mit gegenseitiger Einwilligung für eine bestimmte Zeit.“ Warum? Damit „Satan euch nicht wegen eures Mangels an Selbstbeherrschung beständig versuche“ (1. Kor. 7:5). Wie tragisch es doch wäre, wenn Ehepartner es zulassen würden, dass der Teufel ihren „Mangel an Selbstbeherrschung“ ausnutzt und einen oder beide dazu bringt, einer Versuchung nachzugeben und Ehebruch zu begehen! Suchen beide Partner andererseits nicht den „eigenen Vorteil, sondern den des anderen“, schenken sie dem Partner das, was ihm zusteht, aus Liebe und nicht bloß aus Pflichtgefühl. So können liebevolle Intimbeziehungen die Ehe stärken (1. Kor. 10:24).

SCHÜTZE DEINE EHE

19. Wozu sind wir entschlossen, und warum?

19 Wir stehen an der Schwelle zur gerechten neuen Welt. Daher wäre es für uns genauso verheerend wie für die 24 000 Israeliten in den Ebenen Moabs, unmoralischen Begierden nachzugeben. Nach der Beschreibung dieses beschämenden und tragischen Ereignisses, warnt Gottes Wort: „Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle“ (1. Kor. 10:12). Wie wichtig ist es da, unserem himmlischen Vater und unserem Ehepartner treu zu bleiben und so unsere Ehe zu festigen (Mat. 19:5, 6). Jetzt mehr denn je müssen wir unser Äußerstes tun, um schließlich von Jehova „fleckenlos und makellos und in Frieden erfunden zu werden“ (2. Pet. 3:13, 14).