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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) JANUAR 2015

Dankt Jehova und werdet gesegnet

Dankt Jehova und werdet gesegnet

„Dankt Jehova, denn er ist gut“ (PS. 106:1)

1. Warum verdient Jehova unseren Dank?

„JEDE gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk“ kommt von Jehova und deshalb verdient er wirklich unseren Dank (Jak. 1:17). Als unser liebevoller Hirte kümmert er sich fürsorglich um unsere körperlichen und geistigen Bedürfnisse (Ps. 23:1-3). Er ist „uns Zuflucht und Stärke“ — das hat er vor allem in Notzeiten bewiesen! (Ps. 46:1). Wir haben daher bestimmt viele Gründe, dem Psalmisten mit ganzem Herzen zuzustimmen, der schrieb: „Dankt Jehova, denn er ist gut; denn seine liebende Güte währt auf unabsehbare Zeit“ (Ps. 106:1).

Unser Jahrestext für 2015: „Dankt Jehova, denn er ist gut“ (Psalm 106:1)

2, 3. (a) Was kann passieren, wenn wir den Segen Jehovas für selbstverständlich nehmen? (b) Auf welche Fragen geht der Artikel ein?

2 Warum ist es für uns wichtig, über das Thema Dankbarkeit nachzudenken? Wie für die letzten Tage vorausgesagt, sind die Menschen immer undankbarer geworden (2. Tim. 3:2). Viele nehmen das Gute in ihrem Leben für selbstverständlich. Beeinflusst von der Geschäftswelt und der Werbung, wollen Millionen Menschen immer mehr besitzen, anstatt mit dem zufrieden zu sein, was sie haben. Diese Einstellung kann auch leicht  auf uns abfärben. Wie die Israeliten damals können auch wir undankbar werden und die Wertschätzung für unser kostbares Verhältnis zu Jehova und für die Segnungen verlieren, die wir von ihm erhalten haben (Ps. 106:7, 11-13).

3 Überlegen wir auch, was passieren kann, wenn wir Schweres durchmachen. In solchen Zeiten können wir uns schnell überfordert fühlen und aus den Augen verlieren, dass Jehova uns segnet (Ps. 116:3). Wie können wir also eine dankbare Herzenseinstellung entwickeln und bewahren? Und wie können wir sogar dann positiv bleiben, wenn wir sehr Schlimmes durchmachen? Wir werden sehen.

„VIELE DINGE HAST DU SELBST GETAN, O JEHOVA“

4. Wie können wir dankbar bleiben?

4 Wenn wir ein dankbares Herz entwickeln und bewahren möchten, müssen wir mit Wertschätzung darüber nachdenken, wie Jehova uns schon gesegnet hat, und uns intensiv mit seinen Taten liebender Güte beschäftigen. Als der Psalmist dies tat, war er von den vielen wundervollen Dingen, die Jehova getan hatte, tief beeindruckt. (Lies Psalm 40:5; 107:43.)

5. Was können wir vom Apostel Paulus lernen?

5 Wir können von dem Apostel Paulus viel über Dankbarkeit lernen. Offensichtlich dachte er über den Segen Gottes nach, denn er bedankte sich immer wieder von Herzen. Paulus war sich nur allzu bewusst, dass er „ein Lästerer und ein Verfolger und ein unverschämter Mensch“ gewesen war. Doch trotz seiner Vergangenheit hatten Gott und Christus ihm Barmherzigkeit erwiesen und ihm eine Dienstaufgabe übertragen. Dafür war er sehr dankbar. (Lies 1. Timotheus 1:12-14.) Auch seine Mitchristen waren für Paulus sehr wertvoll, weshalb er Jehova oft für ihre guten Eigenschaften und ihren treuen Dienst dankte (Phil. 1:3-5, 7; 1. Thes. 1:2, 3). Selbst in schwierigen Zeiten bedankte er sich bei Jehova für die Hilfe, die er genau im richtigen Moment von seinen Glaubensbrüdern bekam (Apg. 28:15; 2. Kor. 7:5-7). Es überrascht daher nicht, dass gerade Paulus die Christen aufforderte, sich als dankbar zu erweisen und einander weiterhin „mit Psalmen, Lobpreisungen Gottes“ und „geisterfüllten Liedern“ zu ermuntern (Kol. 3:15-17).

NACHSINNEN UND GEBET — SCHLÜSSEL ZUR DANKBARKEIT

6. Wofür bist du Jehova besonders dankbar?

6 Paulus war dankbar und zeigte das auch. Wie können wir sein gutes Beispiel nachahmen? Auch wir sollten über das nachsinnen, was Jehova für uns getan hat (Ps. 116:12). Was wäre beispielsweise, wenn dich jemand fragen würde: „Wofür bist du Jehova dankbar?“? Würdest du dein kostbares Verhältnis zu Jehova erwähnen? Oder dass dir deine Sünden vergeben werden, weil du an das Loskaufsopfer Christi glaubst? Würdest du die Namen der Brüder und Schwestern aufzählen, die dir in schweren Zeiten beigestanden haben? Bestimmt würdest du auch deinen geliebten Ehepartner und deine lieben Kinder nicht vergessen. Wir haben wirklich viel Schönes von unserem liebevollen Vater, Jehova, bekommen. Sich Zeit zu nehmen darüber nachzudenken, erfüllt unser Herz mit Dankbarkeit und drängt uns dazu, ihm täglich zu danken. (Lies Psalm 92:1, 2.)

7. (a) Warum sollten wir Jehova im Gebet danken? (b) Wie kommt uns das zugute?

7 Wenn wir in Herz und Sinn fest verankern, wie Jehova uns segnet, werden wir ihm im Gebet gern danken (Ps. 95:2; 100:4, 5). Für viele ist das Gebet bloß ein Mittel, Gott um etwas zu bitten.  Wir dagegen wissen jedoch, dass Jehova sich freut, wenn wir für das, was wir haben, dankbar sind. Die Bibel enthält eine Vielzahl von zu Herzen gehenden Dankgebeten, wie das von Hanna und Hiskia (1. Sam. 2:1-10; Jes. 38:9-20). Nehmen wir uns doch diese treuen Diener und ihre Einstellung zum Vorbild! Ja, danken wir Jehova im Gebet für die Segnungen, die er uns schenkt (1. Thes. 5:17, 18). Wie kommt uns das zugute? Unter anderem werden wir uns besser fühlen, unsere Liebe zu Jehova wird wachsen und wir kommen ihm immer näher (Jak. 4:8).

Wofür bist du Jehova dankbar? (Siehe Absatz 6, 7)

8. Wodurch könnten wir die Dankbarkeit für das, was Jehova für uns getan hat, verlieren?

8 Warum müssen wir uns davor hüten, die Dankbarkeit für Jehovas Güte zu verlieren? Weil wir die Neigung zur Undankbarkeit geerbt haben. Unsere Ureltern Adam und Eva lebten in einem paradiesischen Garten. Für ihre Bedürfnisse war gesorgt und sie hätten für immer in Frieden leben können (1. Mo. 1:28). Aber all das schätzten sie nicht — sie wollten sogar noch mehr. Was war die Folge? Sie verloren alles, was sie hatten (1. Mo. 3:6, 7, 17-19). Inmitten einer undankbaren Welt könnten auch wir den Blick für all das Gute verlieren, das Jehova für uns getan hat. Wir könnten unsere Freundschaft zu ihm für selbstverständlich nehmen. Außerdem könnten wir unsere Wertschätzung dafür verlieren, Teil einer weltweiten Bruderschaft zu sein, und voll und ganz in den Dingen dieser Welt aufgehen, die bald vergehen wird (1. Joh. 2:15-17). Diese Abwärtsspirale lässt sich allerdings vermeiden, wenn wir darüber nachdenken, wie Jehova uns segnet, und wir ihm regelmäßig für das Vorrecht danken, zu seinem Volk zu gehören. (Lies Psalm 27:4.)

MIT SCHWEREN ZEITEN FERTIGWERDEN

9. Warum sollten wir in schweren Zeiten über Jehovas Segen nachdenken?

9 Ein dankbares Herz zu haben kann uns dabei helfen, mit schmerzlichen Erlebnissen fertigzuwerden. Beispielsweise können uns lebensverändernde Ereignisse wie die Untreue des Ehepartners, eine lebensbedrohliche Krankheit, der Tod eines geliebten Menschen oder die verheerenden Auswirkungen einer Naturkatastrophe den Boden unter den Füßen wegziehen. In solchen Zeiten wird es uns trösten und stärken, wenn wir uns vor Augen führen, wie Jehova uns segnet. Sehen wir uns dazu einmal an, was einige Brüder erlebt haben.

10. Warum half es Irina, über den Segen von Jehova nachzudenken?

 10 Irina *, eine Pionierin in Nordamerika, war mit einem Ältesten verheiratet, der ihr untreu wurde und sie und die Kinder verließ. Was half Irina weiterzumachen und Jehova treu zu dienen? Sie sagt: „Ich bin Jehova so dankbar, dass er für mich da ist und sich um mich kümmert. Wenn ich mir jeden Tag das Gute vor Augen führe, das ich habe, dann erkenne ich, wie wunderbar es ist, dass unser fürsorglicher himmlischer Vater mich kennt und liebt. Ich weiß, er wird mich nie verlassen.“ Auch wenn Irina in ihrem Leben viel Tragisches erlebt hat, hilft ihr ihre positive Einstellung, und sie ist für andere eine Quelle der Ermunterung.

11. Was half Kyung-sook mit einer lebensbedrohlichen Krankheit umzugehen?

11 Kyung-sook lebt in Asien und war mit ihrem Mann mehr als 20 Jahre im Pionierdienst. Dann stellte man bei ihr plötzlich Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium fest und sagte ihr, sie hätte noch drei bis sechs Monate zu leben. Obwohl sie und ihr Mann schon viele kleine und große Schwierigkeiten durchgestanden hatten, war ihre Gesundheit nie ein Problem gewesen. Sie sagt: „Diese Krankheit war für mich ein schwerer Schlag — ich fühlte mich, als hätte ich alles verloren, und ich hatte schreckliche Angst.“ Was hat ihr geholfen? Sie erzählt: „Jede Nacht gehe ich, bevor ich zu Bett gehe, auf unser Hausdach, um laut zu beten und Jehova für fünf Dinge zu danken, die ich tagsüber erlebt habe. Das beruhigt mich und ich fühle mich gedrängt, Jehova zu sagen, wie sehr ich ihn liebe.“ Wie halfen Kyung-sook diese nächtlichen Gebete? Sie sagt: „Mir ist bewusst geworden, dass Jehova uns in schweren Zeiten stützt und dass es im Leben weit mehr Gutes als Schlechtes gibt.“

Mit ihrem Bruder John, der mit ihr überlebt hat (Siehe Absatz 13)

12. Was tröstete Jason nach dem Tod seiner Frau?

12 Jason, der in einem Zweigbüro in Afrika dient, ist seit über 30 Jahren im Vollzeitdienst. Er erzählt: „Meine Frau ist vor sieben Jahren gestorben und der Schmerz kann manchmal überwältigend sein. Ständig darüber nachzudenken, was sie durchmachen musste, als sie gegen den Krebs kämpfte, kann sehr erdrückend sein.“ Was half ihm? Er sagt: „Einmal fiel mir ein schöner Moment mit meiner Frau ein, woraufhin ich Jehova für diese Erinnerung dankte. Danach fühlte ich mich besser und von da an dankte ich Jehova regelmäßig für solche schönen Erinnerungen. Dankbarkeit hat entscheidend dazu beigetragen, meine Sichtweise zu ändern. Ihr Verlust tut mir immer noch sehr weh. Trotzdem danke ich Jehova für die gute Ehe, die ich hatte. Außerdem durfte ich ihm zusammen mit einer Frau dienen, die ihn sehr liebte. All das hilft mir positiver zu denken.“

„Ich bin so dankbar, dass Jehova mein Gott ist“ (Sheryl)

13. Was half Sheryl mit dem Verlust eines Großteils ihrer Familie fertigzuwerden?

13 Sheryl war gerade mal 13, als der Supertaifun „Haiyan“ Ende 2013 auf die Philippinen traf und sie praktisch alles verlor. Sie sagte: „Ich habe mein Zuhause und den Großteil meiner Familie verloren.“ Ihr Vater, ihre Mutter und drei ihrer Geschwister waren in der gewaltigen Sturmflut umgekommen. Was hat Sheryl geholfen, diese Tragödie zu ertragen, ohne zu verbittern? Sie hat eine dankbare Einstellung und bewahrt sich den Blick für das, was sie noch hat. „Ich habe gesehen, was die Brüder und Schwestern alles getan haben, um den Betroffenen zu helfen und Mut zuzusprechen. Ich wusste, dass die Brüder auf der ganzen Welt für mich  beten.“ Sie fügt hinzu: „Ich bin so dankbar, dass Jehova mein Gott ist. Er gibt uns immer das, was wir brauchen.“ Ja, den Segen Jehovas zu erkennen ist ein starkes Gegenmittel, um von Trauer nicht verschlungen zu werden. Ein dankbares Herz hilft uns weiterzumachen, selbst wenn wir Erschütterndes erleben (Eph. 5:20; lies Philipper 4:6, 7).

„ICH MEINERSEITS WILL IN JEHOVA FROHLOCKEN“

14. Welche begeisternde Aussicht haben wir? (Siehe Anfangsbild.)

14 Schon immer haben sich Jehovas Diener sehr über seinen Segen gefreut. Als die Israeliten am Roten Meer von Pharao und seinem Heer befreit wurden, brachten sie ihre Freude in bewegenden Lob- und Dankliedern zum Ausdruck (2. Mo. 15:1-21). Heute zählt die sichere Hoffnung, von Schmerz und Leid befreit zu werden, zu den wertvollsten Segnungen, die wir haben (Ps. 37:9-11; Jes. 25:8; 33:24). Stellen wir uns vor, wie wir empfinden werden, wenn Jehova alle seine Feinde vernichtet und uns in einer friedlichen und gerechten neuen Welt willkommen heißt. Was für ein Tag der Danksagung das doch sein wird! (Offb. 20:1-3; 21:3, 4).

15. Was hast du dir für 2015 fest vorgenommen?

15 Wir freuen uns schon auf die unzähligen geistigen Segnungen, die Jehova im Jahr 2015 für uns bereithält. Natürlich müssen wir auch mit Schwierigkeiten rechnen. Aber was auch immer geschehen mag: Wir wissen, dass uns Jehova nie im Stich lassen wird (5. Mo. 31:8; Ps. 9:9, 10). Er wird uns weiterhin mit dem versorgen, was wir brauchen, um ihm treu zu bleiben. Deshalb sind wir entschlossen, wie der Prophet Habakuk eingestellt zu sein, der sagte: „Wenn auch der Feigenbaum selbst nicht blüht und kein Ertrag an den Weinstöcken ist; das Werk des Olivenbaums mag sich tatsächlich als Fehlschlag erweisen, und die Terrassen, sie mögen wirklich keine Speise hervorbringen; das Kleinvieh mag in der Tat von der Hürde abgetrennt sein, und es mag kein Großvieh in den Gehegen geben; doch ich meinerseits will in Jehova frohlocken; ich will jubeln in dem Gott meiner Rettung“ (Hab. 3:17, 18). Ja, wir wollen das ganze Jahr hindurch voller Freude darüber nachdenken, wie Jehova uns segnet, und der Aufforderung des Jahrestextes für 2015 nachkommen: „Dankt Jehova, denn er ist gut“ (Ps. 106:1).

^ Abs. 10 Einige Namen in diesem Artikel wurden geändert.

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