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Jehovas Zeugen

Deutsch

Der Wachtturm — Studienausgabe  |  November 2014

Warum wir heilig sein müssen

Warum wir heilig sein müssen

„Ihr sollt euch als heilig erweisen“ (3. MO. 11:45)

1. Wobei kann uns 3. Mose helfen?

IN KEINEM anderen Bibelbuch wird Heiligkeit so oft erwähnt wie in 3. Mose. Dieses Buch zu verstehen und wertzuschätzen wird uns dabei helfen, heilig zu sein und zu bleiben. Schließlich ist Heiligkeit für alle wahren Anbeter Jehovas ein Erfordernis.

2. Wodurch zeichnet sich 3. Mose aus?

2 Das nach dem Schreiber benannte Buch 3. Mose ist Teil der „ganzen Schrift“, die nützlich ist zum Lehren (2. Tim. 3:16). In jedem Kapitel erscheint der Name Jehovas durchschnittlich zehnmal. Den Sinn von 3. Mose zu erfassen wird uns darin bestärken, auf gar keinen Fall Schmach auf Jehovas Namen zu bringen (3. Mo. 22:32). Durch den häufigen Gebrauch der Worte „Ich bin Jehova“ werden wir daran erinnert, auf Gott zu hören. In diesem und im nächsten Artikel befassen wir uns mit so mancher kostbaren Lehre aus 3. Mose — einem Geschenk Gottes, das uns hilft, in unserem Dienst für Jehova heilig zu sein und zu bleiben.

HEILIGKEIT — EIN ERFORDERNIS

3, 4. Was stellt die Waschung Aarons und seiner Söhne dar? (Siehe Anfangsbild.)

3 Lies 3. Mose 8:5, 6Jehova wählte Aaron aus, um für Israel als Hoher Priester zu amtieren, und seine Söhne wählte  er als Priester aus. Aaron stellt Jesus Christus dar und Aarons Söhne Jesu gesalbte Nachfolger. Heißt das, Aarons Waschung stellt eine Reinigung Jesu dar? Nein, denn Jesus ist ohne Sünde und „ohne Makel“ und deshalb war eine Reinigung nicht nötig (Heb. 7:26; 9:14). Der saubere Zustand Aarons deutet jedoch auf Jesu reinen und gerechten Stand hin. Und was bedeutet die Waschung der Söhne Aarons?

4 Die Waschung der Söhne Aarons stellt die Reinigung der zukünftigen Mitglieder der himmlischen Priesterschaft dar. Besteht ein Zusammenhang zwischen dieser Reinigung und der Taufe der Gesalbten? Nein, denn die Taufe kann keine Sünden wegwaschen. Vielmehr ist sie ein Zeichen dafür, dass sich jemand Jehova Gott bedingungslos hingegeben hat. Die Gesalbten werden „durch das Wort“ gereinigt und das erfordert von ihnen, Jesu Lehren von ganzem Herzen umzusetzen (Eph. 5:25-27). So werden sie gereinigt und geheiligt. Aber was ist mit den „anderen Schafen“? (Joh. 10:16).

5. Warum kann man sagen, dass die anderen Schafe durch das Wort Gottes gereinigt werden?

5 Aarons Söhne stellen nicht Jesu andere Schafe dar, zu denen die „große Volksmenge“ gehört (Offb. 7:9). Kann man trotzdem sagen, dass auch diese getauften Personen „durch das Wort“ gereinigt und geheiligt werden? Auf jeden Fall! Wenn diejenigen mit der Aussicht auf ewiges Leben auf der Erde durch das Lesen der Bibel erkennen, wie wichtig und wirksam Jesu vergossenes Blut ist, üben sie Glauben daran aus und verrichten Tag und Nacht heiligen Dienst (Offb. 7:13-15). Wie sich die fortlaufende Reinigung der Gesalbten und der anderen Schafe auswirkt, zeigt sich an ihrem vortrefflichen Lebenswandel (1. Pet. 2:12). Wie sehr es Jehova doch freuen muss, die Reinheit und die Einheit der Gesalbten und der anderen Schafe zu beobachten, die auf ihren Hirten Jesus hören und ihm loyal folgen!

6. Welche Selbstprüfung ist wichtig?

6 Dass die Priesterschaft in Israel körperlich rein sein musste, ist auch für Jehovas Volk heute von Bedeutung. Diejenigen, mit denen wir die Bibel studieren, bemerken oft die Sauberkeit unserer Anbetungsstätten und auch unser gepflegtes Äußeres. Doch die Reinheit der Priesterschaft hilft uns zu erkennen, dass jeder, der den erhabenen Berg der Anbetung Jehovas hinaufsteigen will, auch „reinen Herzens“ sein muss. (Lies Psalm 24:3, 4; Jes. 2:2, 3.) Nicht nur unser Körper, sondern auch unser Herz und unser Sinn müssen also rein sein, damit wir für Gott heiligen Dienst verrichten können. Deshalb ist eine ständige Selbstprüfung erforderlich. Manch einer stellt dabei fest, dass er tief greifende Änderungen vornehmen muss, um heilig sein zu können (2. Kor. 13:5). Beispielsweise sollte eine getaufte Person, die sich absichtlich mit Pornografie beschäftigt, fragen: „Erweise ich mich wirklich als heilig?“ Dann sollte sie um Hilfe bitten, um mit dieser abscheulichen Gewohnheit zu brechen (Jak. 5:14).

DURCH GEHORSAM HEILIG SEIN

7. Was lässt sich aus 3. Mose 8:22-24 in Bezug auf Jesus ableiten?

7 Bei der Einsetzung von Israels Priesterschaft wurde etwas vom Blut eines Widders auf das rechte Ohr, den rechten Daumen und die rechte große Zehe des Hohen Priesters Aaron und seiner Söhne getan. (Lies 3. Mose 8:22-24.) Was bedeutete diese Verwendung von Blut? Sie sollte hervorheben, dass die Priester gehorsam ihr Bestes tun würden, um ihre  Aufgaben zu erfüllen. Das tat auch der Hohe Priester Jesus und gab den Gesalbten und den anderen Schafen damit ein vollkommenes Beispiel. Sein Ohr war darauf ausgerichtet, auf Gottes Anleitung zu hören. Seine Hände verwendete er, um Jehovas Willen zu tun, und seine Füße wichen nie vom Weg der Heiligkeit ab (Joh. 4:31-34).

8. Was ist für alle Diener Jehovas wichtig?

8 Genauso wie ihr Hoher Priester bleiben gesalbte Christen und die anderen Schafe auf dem Weg der Lauterkeit. Sie alle richten sich gehorsam nach den Anweisungen aus Gottes Wort, weil sie Jehovas heiligen Geist nicht betrüben wollen (Eph. 4:30). So schaffen sie „gerade Bahnen“ für ihre Füße (Heb. 12:13).

9. (a) Wie haben sich drei Brüder über die Zusammenarbeit mit Mitgliedern der leitenden Körperschaft geäußert? (b) Wie können ihre Äußerungen uns dabei helfen, uns als heilig zu erweisen?

9 Sehen wir uns die von Herzen kommenden Äußerungen von drei Brüdern an, die auf ewiges Leben auf der Erde hoffen und über Jahrzehnte eng mit Mitgliedern der leitenden Körperschaft zusammengearbeitet haben. Der erste erzählt: „Das Vorrecht ist zwar wirklich einzigartig, aber die enge Zusammenarbeit hat doch immer wieder mal gezeigt, dass auch diese gesalbten Brüder unvollkommen sind. Dennoch ist es über die Jahre mein Ziel gewesen, auf die zu hören, die die Führung übernehmen.“ Der zweite Bruder stellte fest: „Bibeltexte wie 2. Korinther 10:5, in denen es darum geht, ‚Christus gehorsam‘ zu sein, haben mir geholfen, auf die zu hören, die die Führung übernehmen. Das ist für mich Gehorsam, der von Herzen kommt.“ Der dritte Bruder sagte: „Das zu lieben, was Jehova liebt, und das zu hassen, was er hasst, sowie ständig seine Anleitung zu suchen und zu tun, was ihm gefällt, bedeutet: Gehorsam gegenüber seiner Organisation und gegenüber denen, die er gebraucht, um seinen Vorsatz bezüglich der Erde voranzubringen.“ Dieser Bruder hat erlebt, wie Nathan Knorr, der ein Mitglied der leitenden Körperschaft wurde, Aussagen aus dem Artikel „Die Geburt der Nation“ (Wacht-Turm, 1925) bereitwillig annahm, obwohl sie von anderen angezweifelt wurden. Dieser Gehorsam beeindruckte den Bruder tief. Über die Worte dieser drei Brüder nachzudenken kann es uns erleichtern, gehorsam zu sein und uns so als heilig zu erweisen.

GOTTES GESETZ ÜBER BLUT BEFOLGEN

10. Wie wichtig ist es, Gottes Gesetz über das Blut zu befolgen?

10 Lies 3. Mose 17:10. Jehova gebot den Israeliten keinerlei Blut zu sich zu nehmen. Sich des Blutes zu enthalten — ob vom Tier oder Menschen — ist auch für Christen ein Erfordernis (Apg. 15:28, 29). Wir lieben Jehova und wollen ihm gern gehorchen. Allein der Gedanke, er könnte sich gegen uns richten und uns von seiner Versammlung „abschneiden“, ist für uns unerträglich. Deshalb sind wir selbst in einer lebensbedrohlichen Situation fest entschlossen, dem Drängen derjenigen nicht nachzugeben, die Jehova nicht kennen und ihm auch gar nicht gefallen wollen. Ja, wir rechnen damit, verspottet zu werden, weil wir uns des Blutes enthalten. Trotzdem ziehen wir es vor, Gott zu gehorchen (Jud. 17, 18). Was festigt unseren Entschluss, kein Blut zu uns zu nehmen und keine Bluttransfusion zu akzeptieren? (5. Mo. 12:23).

11. Warum waren die Abläufe am Sühnetag nicht nur ein Ritual?

11 Wie Gott Blut betrachtet, verstehen wir besser, wenn wir uns ansehen, wie  der Hohe Priester im alten Israel das Blut von Tieren am jährlichen Sühnetag verwendete. Blut war einem besonderen Zweck vorbehalten, nämlich um die Sünden derer zu sühnen, die Jehovas Vergebung suchten. Das Blut des Stieres und des Bockes wurde auf und vor den Deckel der Bundeslade gespritzt (3. Mo. 16:14, 15, 19). Dadurch war es Jehova möglich, die Sünden der Israeliten zu vergeben. Außerdem gebot Jehova jedem, der ein Tier zum Verzehr tötete, das Blut auszugießen und es mit Staub zu bedecken, „denn die Seele [oder das Leben] von jeder Art Fleisch ist sein Blut“ (3. Mo. 17:11-14). War all das nur ein unbedeutendes Ritual? Nein. Denn die Verwendung von Blut am Sühnetag und das Gebot, Blut auf den Erdboden auszugießen, sind im Einklang mit Jehovas Gebot, das er schon Noah und seinen Nachkommen gegeben hatte (1. Mo. 9:3-6). Selbst zur Lebenserhaltung hatte Jehova Gott den Verzehr von Blut untersagt. Was bedeutet das für Christen?

12. Wie wird im Hebräerbrief Blut mit der Sündenvergebung verknüpft?

12 Der Apostel Paulus schrieb an die Hebräerchristen und sagte über die reinigende Macht des Blutes: „Fast alle Dinge werden mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung“ (Heb. 9:22). Tieropfer hatten durchaus einen gewissen Wert. Doch wie Paulus erklärte, erinnerten sie die Israeliten nur an ihre Sündhaftigkeit und daran, dass mehr nötig war, um Sünden vollständig wegzunehmen. Ja, das Gesetz war nur ein „Schatten der künftigen guten Dinge, nicht aber das Wesen der Dinge selbst“ (Heb. 10:1-4). Wie wurde vollständige Sündenvergebung möglich?

13. Wie berührt es dich, dass Jesus den Wert seines Blutes Jehova darbrachte?

13 Lies Epheser 1:7. Jesus hat sich selbst bereitwillig für uns dahingegeben. Sein Opfertod wirkt sich tief greifend auf alle aus, die ihn und seinen Vater lieben (Gal. 2:20). Was uns allerdings wirklich befreit und die Vergebung  unserer Sünden ermöglicht, ist das, was er nach seinem Tod und seiner Auferstehung tat. Durch Jesus wurde erfüllt, worauf der Sühnetag unter dem mosaischen Gesetz hindeutete. An diesem Tag nahm der Hohe Priester etwas vom Blut der Tieropfer mit in das Allerheiligste der Stiftshütte und später in den Tempel und brachte es sozusagen in Gottes Gegenwart dar (3. Mo. 16:11-15). In gleicher Weise begab sich Jesus mit dem Wert seines menschlichen Blutes in den Himmel und brachte ihn Jehova dar (Heb. 9:6, 7, 11-14, 24-28). Wie dankbar wir doch sein können, dass unsere Sünden vergeben und unser Gewissen gereinigt werden kann, weil wir Glauben an Jesu Blut ausüben!

14, 15. Warum ist es wichtig, Jehovas Gesetz über Blut zu verstehen und zu befolgen?

14 Verstehen wir jetzt besser, warum Jehova uns geboten hat, keinerlei Blut zu uns zu nehmen? (3. Mo. 17:10). Verstehen wir, warum Jehova Blut als heilig betrachtet? Für Jehova ist Blut gleichbedeutend mit Leben (1. Mo. 9:4). Sollten wir nicht Gottes Ansicht über das Blut teilen und sein Gebot, uns des Blutes zu enthalten, beachten? Wir können nur dann Frieden mit Gott haben, wenn wir an Jesu Loskaufsopfer glauben und verstehen, welche besondere Bedeutung Blut für unseren Schöpfer hat (Kol. 1:19, 20).

15 Jeder — wir selbst, ein Familienmitglied oder ein guter Freund — könnte plötzlich mit der Blutfrage konfrontiert werden. In so einer Notsituation stehen auch Entscheidungen über Blutfraktionen und Behandlungsmethoden an. Deshalb ist es sehr wichtig, sich unter Gebet vorzubereiten und sich zu informieren — und zwar vor einem Notfall. Das wird uns helfen, keine Zugeständnisse zu machen und klar Stellung zu beziehen. Sicherlich wollen wir nichts tun, was in der Bibel verurteilt wird, und so Jehova enttäuschen! In der Hoffnung, Leben zu retten, fordern viele Ärzte und andere Befürworter von Bluttransfusionen dazu auf, Blut zu spenden. Für Jehova ist Blut jedoch heilig und sein heiliges Volk erkennt an, dass er das Recht hat zu sagen, wie mit Blut zu verfahren ist. Wir sind entschlossen seinem Gesetz über das Blut zu gehorchen. Und unser heiliger Lebenswandel zeugt von unserer Dankbarkeit für die lebensrettende Macht von Jesu Blut — dem einzigen Blut, das Sündenvergebung und ewiges Leben ermöglicht (Joh. 3:16).

Bist du entschlossen, Jehovas Gesetz über Blut zu befolgen? (Siehe Absatz 14 und 15)

JEHOVA ERWARTET VON UNS HEILIG ZU SEIN

16. Warum muss Jehovas Volk heilig sein?

16 Als Gott die Israeliten aus der Knechtschaft in Ägypten befreite, sagte er zu ihnen: „Ich bin Jehova, der euch aus dem Land Ägypten heraufführt, um mich euch als Gott zu erweisen; und ihr sollt euch als heilig erweisen, denn ich bin heilig“ (3. Mo. 11:45). Die Israeliten sollten also heilig sein, weil Jehova heilig ist. Und als Jehovas Zeugen wird auch von uns erwartet heilig zu sein. Daran lässt 3. Mose keinen Zweifel.

17. Wie denkst du jetzt über 3. Mose?

17 Die Betrachtung einiger Abschnitte von 3. Mose hat unsere Dankbarkeit für dieses inspirierte Bibelbuch sicher gesteigert. Wir verstehen jetzt bestimmt besser, warum wir heilig sein müssen. Welche weiteren kostbaren Lehren können wir in diesem Teil der Bibel finden? Was können wir daraus noch über den heiligen Dienst für Jehova lernen? Der nächste Artikel gibt darüber Aufschluss.