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Jehovas Zeugen

Deutsch

Der Wachtturm — Studienausgabe  |  Oktober 2014

Ihr werdet „ein Königreich von Priestern“

Ihr werdet „ein Königreich von Priestern“

„Ihr werdet mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation werden“ (2. MO. 19:6)

1, 2. Wovor musste die Abstammungslinie des Nachkommen der Frau geschützt werden, und warum?

DIE erste in der Bibel aufgezeichnete Prophezeiung ist für die Verwirklichung des Vorsatzes Jehovas von großer Bedeutung. Als der wahre Gott die Edenverheißung gab, sagte er: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir [Satan] und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen.“ Wie groß wäre diese Feindschaft? „Er [der Nachkomme der Frau] wird dir [Satan] den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen“, sagte Jehova (1. Mo. 3:15). Die Feindschaft zwischen der Schlange und der Frau wäre erbittert. Satan würde alles in seiner Macht Stehende tun, um den Nachkommen der Frau zu vernichten.

2 Als Gottes auserwähltes Volk einmal in Gefahr war, flehte ein Psalmenschreiber: „Siehe, deine Feinde, sie sind in Aufruhr; und gerade die, die dich aufs Tiefste hassen, haben ihr Haupt erhoben. Gegen dein Volk führen sie listig ihr vertrauliches Gespräch; und sie verschwören sich gegen deine Verborgenen. Sie haben gesagt: ‚Kommt, und lasst uns sie als Nation austilgen‘ “ (Ps. 83:2-4). Die Abstammungslinie des Nachkommen der  Frau musste vor Abbruch und Verunreinigung geschützt werden. Deshalb traf Jehova weitere rechtsverbindliche Vorkehrungen zum Schutz der Verwirklichung seines Vorsatzes.

EIN BUND ZUM SCHUTZ DER ABSTAMMUNGSLINIE

3, 4. (a) Wann trat der Gesetzesbund in Kraft, und womit war die Nation Israel einverstanden? (b) Was sollte der Gesetzesbund verhindern?

3 Als die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs in die Millionen gingen, bildete Jehova aus ihnen eine Nation — das alte Israel. Er gab den Israeliten ein Gesetz und schloss dabei mit ihnen durch Moses einen einzigartigen nationalen Bund. Wie die Bibel berichtet, stimmte das Volk den Bedingungen des Bundes zu: „[Moses] nahm . . . das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Dann sagten sie: ‚Alles, was Jehova geredet hat, wollen wir tun und befolgen.‘ Da nahm Moses das Blut [der geopferten Stiere] und sprengte es auf das Volk und sprach: ‚Hier ist das Blut des Bundes, den Jehova mit euch hinsichtlich all dieser Worte geschlossen hat‘ “ (2. Mo. 24:3-8).

4 Der Gesetzesbund trat 1513 v. u. Z. in Kraft, als die Israeliten am Sinai lagerten. Durch diesen Bund wurde das alte Israel als Gottes auserwählte Nation abgesondert. Jehova war jetzt ihr Richter, Satzungsgeber und König (Jes. 33:22). Die Geschichte Israels führt uns vor Augen, wie es sich auswirkt, die gerechten Maßstäbe Gottes zu beachten oder zu missachten. Das Gesetz sollte die Nachkommen Abrahams vor Verunreinigung schützen. Daher waren Mischehen und Götzendienst verboten (2. Mo. 20:4-6; 34:12-16).

5. (a) Welche Gelegenheit bot sich Israel durch den Gesetzesbund? (b) Warum wurde Israel von Gott verworfen?

5 Der Gesetzesbund sah auch eine Priesterschaft vor, die auf etwas Größeres hindeutete (Heb. 7:11; 10:1). Durch diesen Bund bot sich den Israeliten die einzigartige Gelegenheit, „ein Königreich von Priestern“ werden zu dürfen. Dazu mussten sie aber das Gesetz Jehovas halten. (Lies 2. Mose 19:5, 6.) Doch das taten sie nicht. Statt sich zu freuen, als der Messias, der primäre Teil der Nachkommenschaft Abrahams, erschien, verwarfen sie ihn. Folglich verwarf Gott die Nation.

Der Ungehorsam der Israeliten bedeutete nicht das Versagen des Gesetzesbundes (Siehe Absatz 3—6)

6. Was wurde durch das Gesetz erreicht?

6 Israel blieb Jehova nicht treu und konnte daher nicht diejenigen stellen, die ein Königreich von Priestern bilden sollten. Deswegen hatte das mosaische Gesetz aber nicht versagt. Es sollte die Abstammungslinie des Nachkommen schützen und Menschen zum Messias hinführen. Als der Christus dann kam und als solcher erkannt wurde, hatte das mosaische Gesetz seinen Zweck erfüllt. „Christus ist das Ende des GESETZES“,  heißt es in der Bibel (Röm. 10:4). Eine Frage bleibt aber offen: Wer würde dann die Gelegenheit erhalten, ein Königreich von Priestern zu werden? Jehova Gott sorgte für einen weiteren Vertrag zur Bildung einer neuen Nation.

EINE NEUE NATION KOMMT INS DASEIN

7. Was ließ Jehova durch Jeremia über einen neuen Bund vorhersagen?

7 Lange vor Aufhebung des Gesetzesbundes ließ Jehova den Propheten Jeremia voraussagen, er werde mit der Nation Israel einen „neuen Bund“ schließen. (Lies Jeremia 31:31-33.) Unter diesem Bund wäre — anders als beim Gesetzesbund — die Vergebung der Sünden ohne Tieropfer möglich. Aber wie?

8, 9. (a) Was wird durch Jesu vergossenes Blut erreicht? (b) Was ist den Teilhabern des neuen Bundes möglich? (Siehe Anfangsbild.)

8 Jahrhunderte später führte Jesus am 14. Nisan 33 das Abendmahl des Herrn ein. Damals sagte er zu seinen elf treuen Aposteln über den Becher mit Wein: „Dieser Becher bedeutet den neuen Bund kraft meines Blutes, das zu euren Gunsten vergossen werden wird“ (Luk. 22:20). Gemäß dem Matthäusevangelium sagte Jesus über den Wein: „Dies bedeutet mein ‚Blut des Bundes‘, das zugunsten vieler zur Vergebung der Sünden vergossen werden wird“ (Mat. 26:27, 28).

9 Jesu Blut, das vergossen wurde, macht den neuen Bund rechtskräftig. Dieses Blut ermöglicht auch ein für alle Mal die Vergebung von Sünden. Jesus ist im neuen Bund kein Bundespartner. Er ist ohne Sünde und braucht keine Vergebung. Auf Adams Nachkommen konnte Gott jedoch den Wert des vergossenen Blutes Jesu anwenden. Er konnte auch bestimmte ihm ergebene Menschen mit heiligem Geist salben und so als „Söhne“ adoptieren. (Lies Römer 8:14-17.) Gott betrachtet sie als sündenlos. Sie gleichen in gewisser Weise Jesus, dem sündlosen Sohn Gottes. Diese Gesalbten sollten „Miterben mit Christus“ werden und die Gelegenheit haben, ein „Königreich von Priestern“ zu werden. Dieses Vorrecht hätte die Nation Israel unter dem Gesetz haben können. Petrus schrieb an „Miterben mit Christus“: „Ihr aber seid ‚ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz, damit ihr die Vorzüglichkeiten‘ dessen ‚weit und breit verkündet‘, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat“ (1. Pet. 2:9). Wie wichtig der neue Bund doch ist! Er ermöglicht es Jesu Jüngern, der sekundäre Teil der Nachkommenschaft Abrahams zu werden.

DER NEUE BUND TRITT IN KRAFT

10. Wann trat der neue Bund in Kraft, und warum erst dann?

10 Wann trat der neue Bund in Kraft? Nicht als Jesus in seiner letzten Nacht als Mensch auf der Erde davon sprach. Der Bund konnte erst in Kraft treten, nachdem Jesu Blut vergossen und dessen Wert Jehova im Himmel dargeboten worden war. Außerdem war der heilige Geist noch nicht auf „Miterben mit Christus“ ausgegossen worden. Demnach trat der neue Bund Pfingsten 33 in Kraft, als Jesu treue Jünger mit heiligem Geist gesalbt wurden.

11. Wie wurde es durch den neuen Bund für Juden und für Nichtjuden möglich, zum geistigen Israel zu gehören, und wie viele würden insgesamt Teilhaber des neuen Bundes werden?

11 Als Jehova durch Jeremia bekannt machen ließ, er werde mit Israel einen neuen Bund schließen, war der Gesetzesbund gewissermaßen „veraltet“ (Heb. 8:13). Er endete aber erst, als der neue Bund in Kraft trat. Ab dann konnte Gott alle, die ihm dienen, ob Juden oder  unbeschnittene Nichtjuden, gleich ansehen, denn ihre „Beschneidung ist die des Herzens durch Geist und nicht durch ein geschriebenes Recht“ (Röm. 2:29). Durch das Schließen des neuen Bundes mit ihnen würde er sein Gesetz „in ihren Sinn legen und in ihre Herzen . . . schreiben“ (Heb. 8:10). Die Gesamtzahl der Teilhaber des neuen Bundes sollte insgesamt 144 000 sein. Sie bilden eine neue Nation: „das Israel Gottes“ oder das geistige Israel (Gal. 6:16; Offb. 14:1, 4).

12. Welche Ähnlichkeiten bestehen zwischen dem Gesetzesbund und dem neuen Bund?

12 Welche Ähnlichkeiten gibt es zwischen dem Gesetzesbund und dem neuen Bund? Der Gesetzesbund war ein Bund zwischen Jehova und dem buchstäblichen Israel, und der neue Bund besteht zwischen Jehova und dem geistigen Israel. Moses war der Mittler des Gesetzesbundes und Jesus ist der Mittler des neuen Bundes. Der Gesetzesbund wurde durch Tierblut rechtskräftig gemacht, der neue Bund durch das vergossene Blut Jesu. Aus den Israeliten wurde durch den Gesetzesbund unter Moses eine Nation. Gleichermaßen bilden alle Teilhaber des neuen Bundes einen Zusammenschluss von Personen unter Jesus, dem Haupt der Versammlung (Eph. 1:22).

13, 14. (a) Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem neuen Bund und dem Königreich? (b) Was benötigt das geistige Israel, um mit Christus im Himmel regieren zu können?

13 Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem neuen Bund und dem Königreich? Durch ihn entsteht eine heilige Nation, in der jeder König und Priester im himmlischen Königreich werden darf. Diese Nation bildet den sekundären Teil der Nachkommenschaft Abrahams (Gal. 3:29). Der neue Bund bekräftigt also den Bund mit Abraham.

14 Doch eines bleibt noch in Bezug auf das Königreich festzustellen. Durch den neuen Bund entstand das geistige Israel und er bildet die Grundlage, auf der die Teilhaber „Miterben mit Christus“ werden. Damit sie aber mit Jesus in dessen Königreich Könige und Priester sein können, ist eine verbindliche, rechtliche Vereinbarung nötig.

EIN BUND ERMÖGLICHT ANDEREN, MIT CHRISTUS ZU REGIEREN

15. Welchen persönlichen Bund schloss Jesus mit seinen treuen Aposteln?

15 Nachdem Jesus das Abendmahl des Herrn eingeführt hatte, schloss er mit seinen treuen Jüngern einen Bund, oft Königreichsbund genannt. (Lies Lukas 22:28-30.) Anders als bei anderen Bündnissen, wo Jehova einer der Bundespartner ist, handelt es sich hier um einen persönlichen Bund zwischen Jesus und seinen gesalbten Nachfolgern. Als Jesus sagte „so wie mein Vater einen Bund mit mir gemacht hat“, bezog er sich offensichtlich auf den Bund, den Jehova mit ihm schloss, damit er „Priester für immer nach der Weise Melchisedeks“ sein konnte (Heb. 5:5, 6).

16. Was wird durch den Königreichsbund für gesalbte Christen möglich?

16 Die elf Apostel hatten mit Jesus in seinen Prüfungen durchgehalten. Durch den Königreichsbund wurde ihnen zugesichert, dass sie mit ihm im Himmel als Könige auf Thronen sitzen und als Priester amtieren würden. Doch nicht nur die elf sollten dieses Vorrecht erhalten. Der verherrlichte Jesus sagte in einer Vision zum Apostel Johannes: „Wer siegt, dem will ich gewähren, sich mit mir auf meinen Thron zu setzen, so wie ich gesiegt und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe“ (Offb. 3:21). Somit wird der Königreichsbund mit den 144 000 gesalbten Christen geschlossen (Offb. 5:9, 10; 7:4). Dieser Bund bildet für sie die Rechtsgrundlage, mit Jesus im  Himmel regieren zu dürfen. Das lässt sich mit einer Braut aus vornehmer Familie vergleichen, die einen König heiratet und so in eine Stellung gelangt, in der sie einen Anteil an der Herrschermacht besitzt. Tatsächlich werden die Gesalbten in der Bibel auch als „die Braut“ Christi bezeichnet, „eine keusche Jungfrau“, die ihm zur Frau versprochen worden ist (Offb. 19:7, 8; 21:9; 2. Kor. 11:2).

FEST AN GOTTES KÖNIGREICH GLAUBEN

17, 18. (a) Welche sechs Bündnisse, die wir betrachtet haben, haben mit dem Königreich zu tun? (b) Warum können wir fest an das Königreich glauben?

17 Alle Bündnisse, um die es in den zwei Artikeln ging, haben mit einem oder mehreren wichtigen Merkmalen des Königreiches zu tun. (Siehe die Übersicht „Wie Gott seinen Vorsatz verwirklicht“ im vorigen Artikel.) Das Königreich ist also fest durch Verträge abgesichert. Wir haben somit allen Grund, uns voll und ganz darauf zu verlassen, dass Gott seinen Vorsatz für die Erde und die Menschheit durch das messianische Königreich verwirklicht (Offb. 11:15).

Durch das messianische Königreich verwirklicht Jehova seinen Vorsatz bezüglich der Erde (Siehe Absatz 15—18)

18 Gibt es da noch irgendwelche Zweifel daran, dass das Königreich für die Menschheit dauerhafte Segnungen bringen wird? Wir können völlig überzeugt verkündigen: Das Königreich Gottes ist die einzige dauerhafte Lösung für die Probleme der Menschen. Verkünden wir das weiterhin mit Eifer! (Mat. 24:14).