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Jehovas Zeugen

Deutsch

DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) SEPTEMBER 2014

Als letzter Feind wird der Tod zunichtegemacht

Als letzter Feind wird der Tod zunichtegemacht

„Als letzter Feind wird der Tod zunichtegemacht“ (1. KOR. 15:26)

1, 2. Unter was für Verhältnissen lebten Adam und Eva ursprünglich, und welche Fragen stellen sich?

ALS Adam und Eva erschaffen wurden, hatten sie keinen einzigen Feind. Sie lebten als vollkommene Menschen in einem Paradies. Als Sohn und Tochter hatten sie ein vertrautes Verhältnis zu ihrem Schöpfer (1. Mo. 2:7-9; Luk. 3:38). Ihre Lebenserwartung war schon an dem Auftrag abzulesen, den sie von Gott erhalten hatten. (Lies 1. Mose 1:28.) In einem bestimmten Zeitraum hätten sie die Erde füllen und sie sich unterwerfen können. Um sich aber „jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt“, untertan zu halten, hätten Adam und Eva ewig leben müssen. Adam hätte nie sterben und seine Aufsicht abzugeben brauchen.

2 Wieso herrschen dann heute ganz andere Verhältnisse? Warum steht dem Glück des Menschen heute so viel feindlich entgegen, allem voran der Tod? Wie will Gott diese Feinde zunichtemachen? Die Antworten auf diese und damit verwandte Fragen sind in der Bibel zu finden. Betrachten wir jetzt einige wesentliche Passagen aus der Bibel.

 EINE LIEBEVOLLE WARNUNG

3, 4. (a) Was gebot Gott Adam und Eva? (b) Wie wichtig war es, diesem Gebot zu gehorchen?

3 Adam und Eva hatten zwar die Aussicht, ewig zu leben, waren aber nicht unsterblich. Um am Leben zu bleiben, mussten sie atmen, essen, trinken und schlafen. Noch wichtiger: Ihr Leben hing vom Verhältnis zu ihrem Lebengeber ab (5. Mo. 8:3). Sich von Gott führen zu lassen war für sie lebenswichtig. Schon bevor Jehova Eva erschuf, hatte er Adam darauf hingewiesen. Wie? „Jehova Gott erlegte dem Menschen . . . dieses Gebot auf: ‚Von jedem Baum des Gartens darfst du bis zur Sättigung essen. Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon isst, wirst du ganz bestimmt sterben‘ “ (1. Mo. 2:16, 17).

4 Der „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ stand für Gottes Recht, letztendlich zu entscheiden, was gut und was böse ist. Adam hatte natürlich ein Empfinden für Gut und Böse; er war im Bilde Gottes erschaffen, mit einem Gewissen. Der Baum sollte Adam und Eva anzeigen, dass sie immer Gottes Anleitung brauchten. Von dem Baum zu essen käme einem Anspruch auf sittliche Autonomie gleich und brächte für sie und ihre Nachkommen beträchtlichen Schaden mit sich. Gottes Gebot und die angedrohte Strafe vermitteln die Schwere eines solchen Vorgehens.

WIE DER TOD IN DAS MENSCHENGESCHLECHT EINDRANG

5. Wie wurden Adam und Eva zum Ungehorsam verführt?

5 Nachdem Eva erschaffen worden war, teilte ihr Adam mit, was Gott geboten hatte. Sie kannte das Gebot so gut, dass sie es fast wortwörtlich wiederholen konnte (1. Mo. 3:1-3). Sie tat das gegenüber jemand, der sich als eine Schlange präsentierte, ein vorsichtiges Geschöpf. Hinter der Schlange verbarg sich Satan, der Teufel, ein Geistsohn Gottes, der sich erlaubt hatte, ein Verlangen nach Unabhängigkeit und eigener Macht zu nähren. (Vergleiche Jakobus 1:14, 15.) Um sein böses Ziel zu erreichen, beschuldigte er Gott der Lüge. Er versicherte Eva, sie werde nicht sterben, wenn sie nach Unabhängigkeit strebt, sondern so sein wie Gott (1. Mo. 3:4, 5). Eva glaubte ihm, aß von der Frucht und machte so ihre Unabhängigkeit geltend und überredete Adam, auch davon zu essen (1. Mo. 3:6, 17). Der Teufel hatte gelogen! (Lies 1. Timotheus 2:14.) Dennoch hörte Adam auf die Stimme seiner Frau. Die Schlange könnte zwar den Eindruck einer Freundin erweckt haben, doch Satan, der Teufel, war in Wirklichkeit ein grausamer Feind, der die verhängnisvollen Folgen kannte, die sein Vorschlag für Eva haben würde.

6, 7. Wie richtete Jehova die Missetäter?

6 Aus persönlichen Gründen wandten sich Adam und Eva gegen den, dem sie ihr Leben und alles andere verdankten. Jehova wusste natürlich, was geschehen war (1. Chr. 28:9; lies Sprüche 15:3). Er ließ die drei Beteiligten zeigen, wie sie über ihn dachten. Als Vater war Jehova bestimmt tief gekränkt. (Vergleiche 1. Mose 6:6.) Jetzt musste er als Richter handeln, seinem eigenen Wort Geltung verschaffen und die Folgen wahr werden lassen.

7 Gott hatte Adam gesagt: „An dem Tag, an dem du davon [vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse] isst, wirst du ganz bestimmt sterben.“ Möglicherweise hatte Adam darunter einen 24-Stunden-Tag verstanden. Nachdem er Gottes Gebot missachtet hatte, könnte er damit gerechnet haben, dass Jehova vor Sonnenuntergang handelt. Jehova wandte sich „um die Tageszeit der Brise“ an das Paar (1. Mo. 3:8). Er hielt sozusagen Gericht und stellte aufgrund  der Antworten Adams und Evas den Tatbestand fest (1. Mo. 3:9-13). Dann verhängte er die Strafe über die Missetäter (1. Mo. 3:14-19). Hätte er das Urteil auf der Stelle vollstreckt, wäre sein Vorhaben mit Adam und Eva und ihren Nachkommen nichtig gewesen (Jes. 55:11). Er bestätigte die Todesstrafe zwar und die Sünde wirkte sich auch sofort aus, aber er gestattete Adam und Eva Kinder zu haben, die aus dem, was Gott noch vorsehen würde, Nutzen ziehen könnten. Deshalb starben Adam und Eva von Gottes Standpunkt aus an dem Tag, an dem sie gesündigt hatten. Tatsächlich starben sie an einem Tag von 1 000 Jahren (2. Pet. 3:8).

8, 9. Wie wirkte sich die Sünde auf Adams Nachkommen aus? (Siehe Anfangsbild.)

8 Würde sich das, was Adam und Eva getan hatten, auf ihre Kinder auswirken? Ja. In Römer 5:12 wird erklärt, dass „durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten“. Der erste, der starb, war der treue Abel (1. Mo. 4:8). Andere Nachkommen Adams wurden alt und starben. Hatten sie Sünde und Tod geerbt? Die Antwort des Paulus lautet: „Durch den Ungehorsam des e i n e n Menschen [wurden] viele zu Sündern gemacht“ (Röm. 5:19). So wurden Sünde und Tod, das Erbe von Adam, zu erbarmungslosen Feinden des Menschen, denen kein unvollkommener Mensch entkommen kann. Wir können nicht genau beschreiben, was alles damit verbunden war, Adams unmittelbaren und entfernteren Nachkommen das traurige Erbe zu hinterlassen. Auf jeden Fall wurde es weitergegeben.

9 Passenderweise werden die Erbsünde und der Tod in der Bibel als „Umhüllung . . ., die alle Völker umhüllt, und das Gewebe, das über alle Nationen gewoben ist“, beschrieben (Jes. 25:7). Diese alles erstickende Decke oder Umhüllung, dieses verworrene Netzwerk der Verurteilung, bedeckt alle Menschen. Es steht also fest, dass „in Adam alle sterben“ (1. Kor. 15:22). Paulus stellt die Frage, die sich ganz natürlich daraus ergibt: „Wer wird mich befreien von dem Leib, der diesem Tod verfallen ist?“ Gibt es einen Befreier? (Röm. 7:24). *

ADAMISCHE SÜNDE UND TOD ZUNICHTEGEMACHT

10. (a) Aus welchen Bibelversen geht hervor, dass Jehova den adamischen Tod zunichtemachen wird? (b) Was offenbaren diese Verse über Jehova und seinen Sohn?

10 Ja, Jehova konnte Paulus retten. Gleich nachdem Jesaja die „Umhüllung“ erwähnt hatte, schrieb er: „Er wird tatsächlich den Tod für immer verschlingen, und der Souveräne Herr Jehova wird gewiss die Tränen von allen Gesichtern abwischen“ (Jes. 25:8). Wie einem Vater, der die Ursache für das Leid seiner Kinder beseitigt und ihre Tränen trocknet, freut es Jehova sehr, den adamischen Tod zunichtezumachen. Dabei arbeitet er mit jemand zusammen. In 1. Korinther 15:22 lesen wir: „So, wie in Adam alle sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden.“ Und nach der Frage „Wer wird mich befreien?“ schrieb Paulus: „Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ (Röm. 7:25). Aus Liebe erschuf Jehova die Menschen. Diese Liebe erkaltete offensichtlich nicht, als sich Adam und Eva ihm widersetzten. Auch Jehovas Mitarbeiter bei der Erschaffung des ersten Menschenpaars verlor nicht seine besondere Zuneigung zu den Nachkommen Adams  und Evas (Spr. 8:30, 31). Wie käme aber die Befreiung zustande?

11. Wie hilft Jehova der Menschheit?

11 Die Unvollkommenheit und der Tod des Menschen sind sowohl der Sünde Adams zuzuschreiben als auch dem gerechten Urteil Jehovas (Röm. 5:12, 16). Wir lesen, dass es „durch e i n e Verfehlung zur Verurteilung für Menschen von allen Arten kam“ (Röm. 5:18). Wie konnte Jehova die Verurteilung wegnehmen, ohne seine eigenen Maßstäbe ungültig zu machen? Die Antwort finden wir in Jesu Worten: „Der Menschensohn . . . [ist gekommen, um] seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele zu geben“ (Mat. 20:28). Wie Jehovas erster Geistsohn deutlich machte, war er auf der Erde als vollkommener Mensch geboren worden, weil er ein Lösegeld erbringen sollte. Wie würde durch dieses Loskaufsopfer der Gerechtigkeit Genüge getan? (1. Tim. 2:5, 6).

12. Was war das entsprechende Lösegeld, durch das der Gerechtigkeit Genüge getan wurde?

12 Als vollkommener Mensch hatte Jesus ähnliche Lebensaussichten wie Adam, bevor dieser sündigte. Jehova hatte vor, die Erde mit vollkommenen Nachkommen Adams zu füllen. Jesus opferte sein Leben daher aus tiefer Liebe zu seinem Vater und zu den Nachkommen Adams. Er brachte ein vollkommenes Menschenleben dar, das dem entsprach, das Adam verloren hatte. Jehova auferweckte ihn als Geistperson (1. Pet. 3:18). Er konnte das Opfer des vollkommenen Menschen Jesus zu Recht als Lösegeld oder Rückkaufspreis für Adams Nachkommen annehmen. So erhielten sie wieder die Lebensaussichten, die Adam eingebüßt hatte. In gewissem Sinn nahm Jesus den Platz Adams ein. Paulus erklärt: „So steht auch geschrieben: ‚Der erste Mensch, Adam, wurde eine lebende Seele.‘ Der letzte Adam wurde ein lebengebender Geist“ (1. Kor. 15:45).

Abel starb als Erster und wird Nutzen aus Jesu Lösegeld ziehen (Siehe Absatz 13)

13. Was tut der „letzte Adam“ für die Toten?

13 Schließlich kommt die Zeit, wo der „letzte Adam“ als „lebengebender Geist“ zugunsten der Menschheit im Allgemeinen wirken wird. Die meisten Nachkommen Adams werden zum Leben zurückgebracht werden. Warum? Weil sie schon gelebt haben und gestorben sind. Sie brauchen eine Auferstehung, eine Rückkehr zum Leben auf der Erde (Joh. 5:28, 29).

14. Was sah Jehova vor, um die Unvollkommenheit rückgängig zu machen, die Adam seinen Nachkommen hinterließ?

14 Wie soll die Menschheit von ihrem Kampf mit der ererbten Unvollkommenheit befreit werden? Jehova sah eine Königreichsregierung vor, die aus dem „letzten Adam“ und aus ausgewählten Mitherrschern besteht, die aus der Menschheit stammen. (Lies Offenbarung 5:9, 10.) Diese Gefährten Jesu im Himmel haben selbst erlebt, was es bedeutet, unvollkommen zu sein. Für tausend Jahre werden Jesus und seine Gefährten als Herrscher die Menschen auf der Erde unterstützen, ihre Unvollkommenheit zu überwinden, die sie nicht von sich aus besiegen könnten (Offb. 20:6).

15, 16. (a) Was ist mit dem Tod gemeint, der als letzter Feind zunichtegemacht wird, und wann wird das geschehen? (b) Was wird Jesus gemäß 1. Korinther 15:28 tun?

15 Bis zum Ende der tausendjährigen Königreichsherrschaft wird die Menschheit von allen Feinden befreit sein, die durch Adams Ungehorsam eingeschleppt wurden. In der Bibel heißt es: „So, wie in Adam alle sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden. Jeder aber in seinem eigenen Rang: Christus, der Erstling, danach die, die dem Christus angehören, während seiner Gegenwart. Als Nächstes das Ende, wenn er seinem Gott und Vater das Königreich übergibt, wenn er Regierungen von aller Art und alle Gewalt und Macht zunichtegemacht  hat. Denn er muss als König regieren, bis Gott alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod zunichtegemacht“ (1. Kor. 15:22-26). Ja, der Tod, den der Mensch von Adam geerbt hat, wird dann endlich weggetan sein. Die „Umhüllung“, die die ganze Menschheitsfamilie bedeckt, wird für immer beseitigt (Jes. 25:7, 8).

16 Paulus beendet seine inspirierte Zusammenfassung mit den Worten: „Wenn ihm aber alle Dinge unterworfen sein werden, dann wird sich auch der Sohn selbst dem unterwerfen, der ihm alle Dinge unterworfen hat, sodass Gott allen alles sei“ (1. Kor. 15:28). Die Herrschaft des Sohnes wird ihren Zweck erfüllt haben! Dann wird der Sohn mit tiefer Befriedigung seine Gewalt zusammen mit der dann vollkommenen Menschheit an Jehova zurückgeben.

17. Wie wird letztendlich mit Satan verfahren?

17 Wie steht es mit Satan, der alles Elend über die Menschheit gebracht hat? In Offenbarung 20:7-15 finden wir die Antwort. In einer Schlussprüfung für alle vollkommenen Menschen darf Satan versuchen, sie in die Irre zu führen. Der Teufel und seine Anhänger werden für immer aus dem Weg geräumt und enden im „zweiten Tod“ (Offb. 21:8). Dieser Tod wird nie zunichtegemacht, denn alle, die sich in seinen Klauen befinden, sind für immer aus dem Dasein ausgelöscht. Der „zweite Tod“ ist aber für Menschen, die ihren Schöpfer lieben und ihm dienen, kein Feind.

18. Wie wird der Auftrag, den Gott Adam gab, ausgeführt werden?

18 Die zur Vollkommenheit gebrachte Menschheit steht dann vor Jehova und hat sein uneingeschränktes Wohlgefallen, was ihr ewiges Leben einträgt. Nirgendwo lauert ein Feind. Der Adam übertragene Auftrag wird ohne ihn ausgeführt werden. Unzählige Nachkommen Adams werden sich dann gern um die Erde kümmern und sich an den vielen Tieren und Pflanzen erfreuen. Verlieren wir nie die Wertschätzung dafür, wie liebevoll Jehova vorgeht, um den Tod, den letzten Feind, zunichtezumachen.

^ Abs. 9 Über die Bemühungen von Wissenschaftlern, die Ursachen von Alter und Tod zu erklären, heißt es in Einsichten über die Heilige Schrift: „Sie übersehen folgende Tatsache: Der Schöpfer selbst hat das Todesurteil über das erste Menschenpaar verhängt und dieses Urteil auf eine Weise vollzogen, die der Mensch nicht völlig begreift“ (Band 2, S. 182).