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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) AUGUST 2014

Die Rolle der Frau in Jehovas Vorsatz

Die Rolle der Frau in Jehovas Vorsatz

„Die Verkündigerinnen der guten Botschaft sind ein großes Heer“ (PS. 68:11)

1, 2. (a) Welche Geschenke erhielt Adam von Gott? (b) Warum gab Gott Adam eine Frau? (Siehe Anfangsbild.)

JEHOVA verfolgte mit der Erschaffung der Erde einen Zweck. Er bildete sie, „damit sie auch bewohnt werde“ (Jes. 45:18). Adam, der erste Mensch, den Jehova erschuf, war vollkommen. Gott gab ihm ein wunderbares Zuhause — den Garten Eden. Wie sich Adam doch über die stattlichen Bäume gefreut haben muss, über die murmelnden Bäche und herumtollenden Tiere! Doch etwas sehr Wichtiges fehlte ihm. Jehova sagte: „Es ist für den Menschen nicht gut, dass er weiterhin allein sei. Ich werde ihm eine Gehilfin machen als sein Gegenstück.“ Dann ließ er Adam in einen tiefen Schlaf fallen und nahm eine seiner Rippen, um daraus „eine Frau zu bauen“. Adam war überglücklich, als er erwachte, und sagte: „Dies ist endlich Bein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch. Diese wird Männin genannt werden, denn vom Mann wurde diese genommen“ (1. Mo. 2:18-23).

2 Die Frau, die Gott Adam schenkte, war etwas Einzigartiges, eine vollkommene Gehilfin ihres Mannes. Sie würde Kinder bekommen — ein besonderes Vorrecht. „Adam [gab] seiner Frau den Namen Eva, weil sie die Mutter aller Lebenden werden sollte“ (1. Mo. 3:20; Fn.). Was für ein erstaunliches Geschenk doch das erste Menschenpaar von Jehova erhielt! Sie konnten vollkommene  Kinder haben. So würde die Erde nach und nach zu einem Paradies, bevölkert mit vollkommenen Menschen, die sich andere Lebewesen untertan halten sollten (1. Mo. 1:27, 28).

3. (a) Was mussten Adam und Eva tun, um von Gott gesegnet zu werden, doch wofür entschieden sie sich? (b) Welche Fragen werden in diesem Artikel beantwortet?

3 Adam und Eva mussten Jehova gehorchen und sein Herrscherrecht anerkennen, um diese Segnungen zu erhalten (1. Mo. 2:15-17). Nur so konnten sie dem sie betreffenden göttlichen Vorsatz entsprechen. Doch leider ließen sie sich von der „Urschlange“, Satan, beeinflussen und sündigten gegen Gott (Offb. 12:9; 1. Mo. 3:1-6). Wie hat sich diese Rebellion auf Frauen ausgewirkt? Was erreichten gottesfürchtige Frauen in der Vergangenheit? Wieso kann man heutige Dienerinnen Gottes als ein „großes Heer“ bezeichnen? (Ps. 68:11).

WOZU DIE REBELLION FÜHRTE

4. Wer wurde für die Sünde des ersten Ehepaars verantwortlich gemacht?

4 Als Adam wegen der Rebellion zur Verantwortung gezogen wurde, wollte er sich herausreden und sagte: „Die Frau, die du mir beigegeben hast, sie gab mir Frucht von dem Baum, und so aß ich“ (1. Mo. 3:12). Adam wies nicht nur die Verantwortung für seine Sünde zurück. Er versuchte, die Schuld auf die Frau abzuschieben und sogar auf Gott, der sie ihm liebevollerweise gegeben hatte. Zwar sündigten sowohl Adam als auch Eva, doch Adam wurde dafür verantwortlich gemacht. Paulus schrieb, dass „durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod“ (Röm. 5:12).

5. Was hat sich dadurch gezeigt, dass Gott von ihm unabhängige Regierungen für eine bestimmte Zeit zulässt?

5 Das erste Ehepaar war auf den Gedanken gebracht worden, es käme auch ohne Jehova als Herrscher aus. So wurde die bedeutende Souveränitätsfrage aufgeworfen: Wer hat das Recht zu herrschen? Um diese Frage ein für alle Mal zu klären, ließ Gott andere für eine Zeit lang unabhängig von ihm herrschen. Wie er wusste, würde es sich zeigen, dass eine von ihm unabhängige Herrschaft fehlschlägt. Im Laufe der Jahrhunderte brachte die Menschenherrschaft immer wieder Unheil mit sich. Allein im letzten Jahrhundert starben etwa 100 Millionen Menschen in Kriegen — darunter Millionen unschuldige Männer, Frauen und Kinder. Es gibt also überwältigende Beweise für die Aussage: „Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten“ (Jer. 10:23). Uns ist das bewusst und wir ordnen uns Jehova als unserem Herrscher unter. (Lies Sprüche 3:5, 6.)

6. Wie werden Mädchen und Frauen in vielen Ländern behandelt?

6 In der von Satan beherrschten Welt werden sowohl Männer als auch Frauen schlecht behandelt (Pred. 8:9; 1. Joh. 5:19). Zu den schlimmsten Gräueltaten gehören Misshandlungen von Frauen. Weltweit geben etwa 30 Prozent aller Frauen an, unter körperlicher Gewalt ihres Partners zu leiden. In manchen Gesellschaften bevorzugt man Jungen als Nachwuchs, weil man meint, die Familie bestehe durch sie weiter und sie würden später für Eltern oder Großeltern sorgen. Und es gibt Länder, in denen Mädchen als unerwünscht gelten. Dort werden weit mehr Mädchen als Jungen abgetrieben.

7. Was für einen Start gab Gott Mann und Frau?

7 Gott missfällt die schlechte Behandlung von Frauen absolut. Er behandelt sie gerecht und mit Respekt. Das wird dadurch deutlich, dass Eva vollkommen erschaffen wurde — mit Eigenschaften, die sie nicht zu einer Sklavin machten, sondern zu einem wunderbaren Gegenstück  Adams. Auch deshalb steht über das Ende des sechsten Schöpfungstages geschrieben: „Nach diesem sah Gott alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1. Mo. 1:31). Alles war „sehr gut“. Jehova gab Mann und Frau einen sehr guten Start!

FRAUEN, DIE VON JEHOVA UNTERSTÜTZT WURDEN

8. (a) Wie verhalten sich die Menschen im Allgemeinen? (b) Wem hat Gott im Laufe der Geschichte Gunst erwiesen?

8 Das Benehmen von Männern und Frauen wurde nach dem Sündenfall in Eden immer schlechter und sank im letzten Jahrhundert auf einen Tiefpunkt. Wie die Bibel vorausgesagt hat, ist schlechtes Verhalten kennzeichnend für die „letzten Tage“. Menschliches Fehlverhalten ist so stark verbreitet, dass man wirklich von „kritischen Zeiten“ sprechen kann (2. Tim. 3:1-5). Doch der „Souveräne Herr Jehova“ hat Männern und Frauen, die auf ihn vertrauten, seinen Gesetzen gehorchten und sich ihm als ihrem Herrscher unterwarfen, im Laufe der Menschheitsgeschichte immer Gunst erwiesen. (Lies Psalm 71:5.)

9. Wie viele Menschen überlebten die Sintflut, und warum?

9 Als Gott in den Tagen Noahs eine gewalttätige Welt in der Sintflut vernichtete, überlebten nur einige wenige. Sollten Noahs Brüder und Schwestern damals noch gelebt haben, kamen sie in der Flut um (1. Mo. 5:30). Überlebt haben die Sintflut genauso viele Frauen wie Männer: Noah und seine Frau und ihre drei Söhne mit ihren Frauen. Sie blieben am Leben, weil sie Gott fürchteten und seinen Willen taten. Von diesen acht Personen, die Jehova unterstützte, stammen die Milliarden von Menschen ab, die heute leben (1. Mo. 7:7; 1. Pet. 3:20).

10. Warum unterstützte Jehova die gottesfürchtigen Frauen der treuen Patriarchen?

10 Später unterstützte Jehova die gottesfürchtigen Frauen der treuen Patriarchen. Das wäre sicher nicht geschehen, wenn sie ständig ihr Los im Leben beklagt hätten (Jud. 16). Sara, die respektvolle Frau Abrahams, hatte sich wohl kaum ernsthaft beklagt, als sie das komfortable Ur verließen und als zeitweilig Ansässige in einem fremden Land in Zelten lebten. Sara gehorchte Abraham und nannte ihn „Herr“ (1. Pet. 3:6). Oder denken wir an Rebekka. Sie war ein Geschenk von Jehova, eine ausgezeichnete Ehefrau. Isaak gewann sie lieb und fand Trost, nachdem er seine Mutter verloren hatte (1. Mo. 24:67). Auch unter uns gibt es gottesfürchtige Frauen wie Sara und Rebekka. Freuen wir uns nicht darüber?

11. Worin zeigte sich der Mut zweier hebräischer Hebammen?

11 Da die Israeliten in der ägyptischen Knechtschaft stark an Zahl zunahmen, legte Pharao fest, dass alle neugeborenen hebräischen Jungen getötet werden sollten. Schiphra und Pua waren wahrscheinlich die obersten Hebammen. Wie reagierten sie auf Pharaos Befehl? Aus Ehrfurcht vor Jehova widersetzten sie sich mutig dem Kindermord. Deshalb belohnte er sie mit eigenen Familien (2. Mo. 1:15-21).

12. Was war an Debora und Jael so bemerkenswert?

12 Eine Frau, die in den Tagen der Richter Gottes Unterstützung hatte, war die Prophetin Debora. Sie machte dem Richter Barak Mut und half den Israeliten, sich von Unterdrückung zu befreien. Allerdings sagte sie auch voraus, dass die Ehre für den Sieg über die Kanaaniter nicht Barak zufallen würde. Der Heeroberste der Kanaaniter, Sisera, solle stattdessen „in die Hand einer Frau“ gegeben werden. Das erfüllte sich, als ihn die Nichtisraelitin Jael tötete (Ri. 4:4-9, 17-22).

13. Was erfahren wir aus der Bibel über Abigail?

 13 Im 11. Jahrhundert v. u. Z. lebte eine andere bemerkenswerte Frau: Abigail. Sie war klug, ihr Mann Nabal dagegen war ein grober Mensch, ein Nichtsnutz ohne Verstand (1. Sam. 25:2, 3, 25). David und seine Männer beschützten eine Zeit lang das Eigentum Nabals. Aber als sie ihn um Verpflegung baten, gab er ihnen nichts und beleidigte sie lautstark. Darüber war David dermaßen empört, dass er Nabal und dessen Männer töten wollte. Abigail hörte davon und brachte David und dessen Männern etwas zu essen und zu trinken. So verhinderte sie ein Blutbad (1. Sam. 25:8-18). David sagte zu ihr: „Gesegnet sei Jehova, der Gott Israels, der dich mir an diesem Tag entgegengesandt hat!“ (1. Sam. 25:32). Nach Nabals Tod heiratete er Abigail (1. Sam. 25:37-42).

14. Was taten die Töchter Schallums, und was tun Schwestern heute?

14 Als die Babylonier 607 v. u. Z. Jerusalem samt dem Tempel zerstörten, starben viele Männer, Frauen und Kinder. 455 v. u. Z. wurden die Stadtmauern unter der Leitung Nehemias wieder aufgebaut. Mitgeholfen hatten dabei auch die Töchter von Schallum, Fürst eines Halbbezirks von Jerusalem (Neh. 3:12). Sie führten bereitwillig Hilfsarbeiten aus. Heute arbeiten viele Schwestern auf verschiedene Weise freudig bei theokratischen Bauprojekten mit. Dafür sind wir ihnen wirklich dankbar!

GOTTESFÜRCHTIGE FRAUEN IM ERSTEN JAHRHUNDERT

15. Welches Vorrecht übertrug Gott der Jungfrau Maria?

15 Vor Beginn und während des ersten Jahrhunderts übertrug Jehova einigen Frauen schöne Vorrechte. Da war zum Beispiel die Jungfrau Maria. Sie war mit Joseph verlobt und wurde durch ein Wunder durch heiligen Geist schwanger. Warum wählte Jehova sie als Mutter für Jesus aus? Zweifellos hatte sie die nötigen geistigen Eigenschaften, um mitzuhelfen, ihren vollkommenen Sohn großzuziehen. Was für ein Vorrecht es doch war, die Mutter des größten Menschen zu sein, der je lebte! (Mat. 1:18-25).

16. Zeige an einem Beispiel, wie Jesus zu Frauen eingestellt war.

16 Jesus verhielt sich Frauen gegenüber sehr liebenswürdig. Betrachten wir zum Beispiel, wie er eine Frau behandelte, die 12 Jahre lang einen Blutfluss hatte. In einer Menschenmenge trat sie von hinten an Jesus heran und berührte seine Kleidung. Jesus wies sie nicht zurecht, sondern sagte freundlich zu ihr: „Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht. Geh hin in Frieden, und sei von deiner lästigen Krankheit geheilt“ (Mar. 5:25-34).

17. Welches Wunder geschah Pfingsten 33?

17 Unter den Jüngern Jesu gab es Frauen, die ihm und den Aposteln dienten (Luk. 8:1-3). Pfingsten 33 erhielten sowohl Männer als auch Frauen Gottes Geist auf besondere Weise. (Lies Apostelgeschichte 2:1-4.) Die Ausgießung des heiligen Geistes hatte Jehova mit folgenden Worten vorhergesagt: „Ich [werde] meinen Geist auf Fleisch von jeder Art ausgießen . . . , und eure Söhne und eure Töchter werden tatsächlich prophezeien. . . . Und sogar auf die Knechte und auf die Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen“ (Joel 2:28, 29). Durch dieses Wunder am Pfingsttag zeigte Gott, dass er von da an nicht mehr das abtrünnige Israel unterstützte, sondern das „Israel Gottes“, das aus Männern und Frauen besteht (Gal. 3:28; 6:15, 16). Zu den Christinnen, die im ersten Jahrhundert predigten, gehörten auch die vier Töchter des Evangeliumsverkündigers Philippus (Apg. 21:8, 9).

 EIN „GROSSES HEER“ VON FRAUEN

18, 19. (a) Welches Vorrecht gewährt Gott Männern und Frauen? (b) Was sagt der Psalmist von Frauen, die die gute Botschaft verkündigen?

18 Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten einige Männer und Frauen großes Interesse an der wahren Anbetung. Sie waren die Vorläufer derer, die heute dazu beitragen, dass sich die prophetischen Worte Jesu erfüllen: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Mat. 24:14).

19 Aus der kleinen Gruppe von Bibelforschern wurden bis heute 8 Millionen Zeugen für Jehova. Dazu kommen noch mehr als 11 Millionen andere, die Interesse an der Bibel und unserem Werk haben und zur jährlichen Feier zum Gedenken an den Tod Jesu kommen. In den meisten Ländern sind bei dieser Gelegenheit überwiegend Frauen anwesend. Frauen machen auch weltweit den Großteil der über eine Million Vollzeitprediger aus. Ganz offensichtlich lässt Gott treue Frauen einen Anteil daran haben, dass sich Psalm 68:11 erfüllt: „Jehova selbst gibt das Wort; die Verkündigerinnen der guten Botschaft sind ein großes Heer.“

Die Verkündigerinnen der guten Botschaft sind wirklich ein „großes Heer“ (Siehe Absatz 18, 19)

GROSSE SEGNUNGEN FÜR TREUE FRAUEN

20. Was sind lohnende Studienprojekte?

20 Hier kann nicht auf jede der vielen im Bibelbericht erwähnten treuen Frauen eingegangen werden. Wir können aber in Gottes Wort und unseren Veröffentlichungen über sie lesen. Beispielsweise könnte man sich mit Ruths Loyalität beschäftigen (Ruth 1:16, 17). Auch das nach Esther benannte Bibelbuch und Artikel über diese Königin zu lesen dürfte sehr glaubensstärkend sein. Es wirkt sich bestimmt gut aus, solche Projekte in den Studierabend der Familie einzubeziehen. Wer allein lebt, kann sie in sein persönliches Studium aufnehmen.

21. Woran war in schwierigen Zeiten die Ergebenheit treuer Frauen Jehova gegenüber zu erkennen?

21 Ohne Frage segnet Jehova die Predigttätigkeit unserer Schwestern und steht ihnen in schwierigen Zeiten bei. Mit seiner Hilfe konnten unter dem NS-Regime und dem Kommunismus treue Frauen die unversehrte Lauterkeit bewahren, obwohl viele von ihnen, weil sie Gott gehorchten, leiden mussten und einige sogar ihr Leben verloren (Apg. 5:29). Gemeinsam mit ihren Glaubensbrüdern halten unsere Schwestern heute — wie die treuen Frauen der Vergangenheit — Gottes Souveränität hoch. Jehova ergreift ihre Rechte und sagt zu jeder von ihnen wie zum alten Israel: „Fürchte dich nicht. Ich selbst will dir helfen“ (Jes. 41:10-13).

22. Worauf können wir uns freuen?

22 Bald werden treue Männer und Frauen die Erde in ein Paradies verwandeln und Millionen Auferstandenen erklären, was Jehova alles vorgesehen hat. Schätzen wir alle, ob Bruder oder Schwester, das Vorrecht, Jehova „Schulter an Schulter zu dienen“! (Zeph. 3:9).