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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) JULI 2014

Jehovas Volk lässt von Ungerechtigkeit ab

Jehovas Volk lässt von Ungerechtigkeit ab

„Jeder, der den Namen Jehovas nennt, lasse ab von Ungerechtigkeit“ (2. TIM. 2:19)

1. Was rangiert in unserem Dienst ganz oben?

WIE ist es, wenn wir an einem öffentlichen Gebäude oder in einem Museum den Namen Jehova entdecken? Es fesselt und begeistert uns sofort. Schließlich rangiert der Eigenname Gottes bei uns ganz oben: Wir sind Jehovas Zeugen! Nirgendwo auf der Welt gibt es heute eine Gruppe, die so eng mit dem göttlichen Namen verbunden ist wie wir. Gottes Namen zu tragen ist ein Vorrecht und geht, wie wir wissen, mit Verantwortung einher.

2. Welche Verantwortung ist mit dem Vorrecht verbunden, Gottes Namen zu tragen?

2 Der Gebrauch des göttlichen Namens an sich bringt nicht Jehovas Wohlgefallen. Wir müssen uns auch nach Gottes Maßstäben richten. Daher wird Jehovas Volk in der Bibel ermahnt, sich vom Bösen fernzuhalten (Ps. 34:14). Der Apostel Paulus sagte deutlich: „Jeder, der den Namen Jehovas nennt, lasse ab von Ungerechtigkeit.“ (Lies 2. Timotheus 2:19.) Als Gottes Zeugen sind wir bekannt dafür, seinen Namen zu nennen. Doch wie können wir von Ungerechtigkeit ablassen?

 VON SCHLECHTEM WEICHEN

3, 4. Welche Schriftstelle ist schon lange für Bibelgelehrte von großem Interesse, und warum?

3 Betrachten wir noch einmal den Hintergrund der Worte des Paulus in 2. Timotheus 2:19. Dort wird von der „festen Grundlage Gottes“ und von zwei Inschriften gesprochen. Die erste, „Jehova kennt die, die ihm gehören“, ist offensichtlich ein Zitat aus 4. Mose 16:5. (Siehe voriger Artikel.) Die zweite, „Jeder, der den Namen Jehovas nennt, lasse ab von Ungerechtigkeit“, ist schon lange für Bibelgelehrte von großem Interesse. Warum?

4 Die Wortwahl des Paulus lässt ein Zitat vermuten. Doch in den Hebräischen Schriften scheint es keinen dazu passenden Text zu geben. Worauf bezog sich Paulus dann mit den Worten: „Jeder, der den Namen Jehovas nennt, lasse ab von Ungerechtigkeit“? In dem Text aus 4. Mose, Kapitel 16, den er unmittelbar zuvor zitierte, geht es um Korahs Aufstand. Kann die zweite Inschrift auch mit diesen Ereignissen verknüpft werden?

5—7. Welche Ereignisse zur Zeit des Moses bilden den Hintergrund zu Paulus’ Worten in 2. Timotheus 2:19? (Siehe Anfangsbild.)

5 Neben Korah waren Dathan und Abiram, Eliabs Söhne, Anführer des Aufstands gegen Moses und Aaron (4. Mo. 16:1-5). Sie äußerten sich unverhohlen respektlos gegenüber Moses und lehnten die ihm von Gott übertragene Befugnis ab. Die Aufrührer blieben unter Gottes Volk wohnen und gefährdeten das geistige Wohl der Treuen. Als der Tag kam, an dem Jehova deutlich zwischen den Loyalen und den Aufrührern unterschied, gab er eine eindeutige Anweisung.

6 Im Bibelbericht heißt es: „Darauf redete Jehova zu Moses, indem er sprach: ‚Rede zur Gemeinde und sprich: „Entfernt euch ringsum von den Wohnstätten Korahs, Dathans und Abirams!“ ‘ Danach stand Moses auf und ging zu Dathan und Abiram, und die älteren Männer Israels gingen mit ihm. Dann redete er zur Gemeinde, indem er sprach: ‚Weicht bitte von der Stelle vor den Zelten dieser bösen Männer, und rührt nichts an, was ihnen gehört, damit ihr nicht in all ihrer Sünde weggerafft werdet.‘ Sogleich entfernten sie sich von der Stelle vor der Wohnstätte Korahs, Dathans und Abirams, von jeder Seite hinweg“ (4. Mo. 16:23-27). Dann tötete Jehova alle Aufrührer. Die loyalen Anbeter, die sich entfernt und so von Ungerechtigkeit abgelassen hatten, blieben am Leben.

7 Jehova kann also Herzen lesen! Er bemerkt die Loyalität derer, die zu ihm gehören. Doch die Loyalen müssen entschlossen Schritte unternehmen und sich von den Ungerechten entfernen. Möglicherweise bezog sich Paulus auf den Bericht in 4. Mose 16:5, 23-27, als er schrieb: „Jeder, der den Namen Jehovas nennt, lasse ab von Ungerechtigkeit.“ Denn schließlich bezog er sich mit den Worten „Jehova kennt die, die ihm gehören“ auch darauf (2. Tim. 2:19).

„WEISE TÖRICHTE UND EINFÄLTIGE STREITFRAGEN AB“

8. Warum reicht es nicht aus, den Namen Jehova anzurufen oder zur Versammlung zu gehören?

8 Als Paulus Timotheus auf die Ereignisse zur Zeit Mose verwies, wollte er ihn daran erinnern, wie wichtig entschiedene Schritte sind, um das kostbare Verhältnis zu Jehova zu bewahren. Nur zur Christenversammlung zu gehören war nicht genug, ebensowenig wie es in den Tagen des Moses reichte, nur den Namen Jehova anzurufen. Treue Diener Gottes mussten entschieden von  Ungerechtigkeit ablassen. Was bedeutete das für Timotheus? Was kann Jehovas Volk heute der inspirierten Ermahnung des Paulus entnehmen?

9. Wie wirkten sich „törichte und einfältige Streitfragen“ auf die frühe Christenversammlung aus?

9 Welche speziellen Anweisungen finden wir in Gottes Wort, wenn es darum geht, von Ungerechtigkeit abzulassen? In unmittelbarem Zusammenhang mit 2. Timotheus 2:19 schrieb Paulus an Timotheus, anderen zu gebieten, „nicht um Worte zu streiten“, und riet ihm, „leere Reden“ zu meiden. (Lies 2. Timotheus 2:14, 16, 23.) In der Versammlung waren abtrünnige Lehren zu hören. Auch schienen umstrittene Ideen Einzug zu halten. Selbst wenn diese Überlegungen den Schriften nicht völlig widersprachen, wirkten sie dennoch trennend. Das führte zu Zank und Streit über Worte und es entstand ein ungesunder Geist. Deshalb drängte Paulus darauf, „törichte und einfältige Streitfragen ab[zuweisen]“.

10. Wie sollten wir auf Abtrünnigkeit reagieren?

10 Unter Jehovas Volk heute kommt es nicht oft zu Abtrünnigkeit. Dennoch müssen wir unbiblische Lehren, ganz gleich welchen Ursprungs, entschieden zurückweisen. Es wäre unklug, sich auf Diskussionen mit Abtrünnigen einzulassen, ob im persönlichen Gespräch, in einem Blog oder auf anderem Weg. Selbst wenn jemand dem Betreffenden helfen möchte, widerspräche das der gerade betrachteten biblischen Anweisung. Ja, Diener Jehovas wollen mit Abtrünnigkeit absolut nichts zu tun haben!

Lassen wir uns nicht in Streitgespräche mit Abtrünnigen hineinziehen (Siehe Absatz 10)

11. Was könnte zu „einfältigen Streitfragen“ führen, und wie können Älteste ein gutes Beispiel geben?

11 Der Versammlungsfrieden kann nicht nur durch Abtrünnigkeit gestört werden. Auch Meinungsverschiedenheiten über die Freizeitgestaltung könnten zu „törichten und einfältigen Streitfragen“ führen. Fördert jemand eine Freizeitgestaltung, die Jehovas Sittenmaßstäben widerspricht, dürfen Älteste das nicht dulden, nur um einer Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen (Ps. 11:5; Eph. 5:3-5). Sie achten aber sorgfältig darauf, keine eigenen Ansichten zu vertreten, und halten sich loyal an die Ermahnung für Aufseher: „Hütet die Herde Gottes, die in eurer Obhut ist, . . . nicht als solche, die über die herrschen, die Gottes Erbe sind, sondern indem ihr Vorbilder für die Herde werdet“ (1. Pet. 5:2, 3; lies 2. Korinther 1:24).

12, 13. (a) Welchen Standpunkt nehmen wir zu Unterhaltung und Entspannung ein, und welche biblischen Grundsätze kommen dabei zum Tragen? (b) Wie lassen sich die im Absatz 12 besprochenen Grundsätze auf Privatangelegenheiten übertragen?

12 Als Organisation überprüfen wir keine Filme, Videospiele, Bücher oder Lieder und legen nicht fest, was man meiden soll. Warum nicht? Die Bibel ermuntert jeden Einzelnen, sein „Wahrnehmungsvermögen durch Gebrauch . . . zur Unterscheidung zwischen Recht und Unrecht“ zu üben (Heb. 5:14). Die Heilige Schrift enthält Grundsätze, nach denen man sich bei der Wahl der Unterhaltung richten kann. Wir werden aufgefordert: „Vergewissert euch fortwährend dessen, was für den Herrn annehmbar ist“ (Eph. 5:10). Das ist unser Ziel in allen Lebensbereichen. Wer einer Familie vorsteht, ist gemäß der Bibel befugt, bestimmte Formen der Unterhaltung bei sich zu Hause nicht zuzulassen (1. Kor. 11:3; Eph. 6:1-4). *

 13 Die zuvor erwähnten Grundsätze gelten nicht nur für die Wahl der Freizeitgestaltung. Unterschiedliche Meinungen zu Kleidung und sonstigem Äußeren, zu Gesundheit und Ernährung oder anderen Privatangelegenheiten können zu Auseinandersetzungen führen. Deswegen wäre es unklug, auf der eigenen Meinung zu bestehen, solange kein biblischer Grundsatz verletzt wird. Denn „ein Sklave des Herrn . . . hat es nicht nötig zu streiten, sondern muss gegen alle sanft [taktvoll, Fn.] sein“ (2. Tim. 2:24).

SCHLECHTEN UMGANG MEIDEN!

14. Mit welcher Veranschaulichung betonte Paulus, dass wir schlechten Umgang meiden sollten?

14 Wie können sich die, die den Namen Jehovas nennen, sonst noch von Ungerechtigkeit fernhalten? Indem sie keinen engen Kontakt mit Menschen haben, die Ungerechtigkeit verüben. Bemerkenswerterweise gebrauchte Paulus nach der Veranschaulichung mit der „festen Grundlage Gottes“ gleich noch eine weitere. Er schrieb von einem „großen Haus“, in dem es „nicht nur goldene und silberne Gefäße [gibt], sondern auch hölzerne und irdene, und einige zu einem ehrenhaften Zweck, andere aber zu einem unehrenhaften Zweck“ (2. Tim. 2:20, 21). Anschließend ermahnte er dazu, sich rein oder getrennt von Gefäßen für einen „unehrenhaften Zweck“ zu halten.

15, 16. Was lernen wir aus der Veranschaulichung mit dem „großen Haus“?

15 Was will uns diese Veranschaulichung sagen? Paulus setzte die Versammlung mit einem großen Haus gleich und ihre Mitglieder mit Gefäßen. Einige Gefäße im Haus können durch gefährliche Stoffe oder unhygienische Bedingungen verunreinigt worden sein. Sie werden von sauberen Gefäßen wie Kochgeschirr getrennt gehalten.

16 So ähnlich ist es bei Dienern Jehovas heute. Sie möchten ein reines Leben führen und müssen sich daher von Personen  in der Versammlung fernhalten, die ständig Jehovas Grundsätze missachten. (Lies 1. Korinther 15:33.) Wenn das auf einige in der Versammlung zutrifft, gilt es dann nicht umso mehr für den engen Kontakt mit denen außerhalb der Versammlung? Viele sind geldliebend, den Eltern ungehorsam, nicht loyal, Verleumder, brutal, ohne Liebe zum Guten, Verräter und lieben Vergnügungen mehr als Gott (2. Tim. 3:1-5).

JEHOVA SEGNET ENTSCHLOSSENHEIT

17. Wie gründlich bezogen loyale Israeliten Stellung gegen Ungerechtigkeit?

17 In der Bibel wird besonders darauf hingewiesen, wie entschieden die Israeliten reagierten, als ihnen gesagt wurde: „Entfernt euch ringsum von den Wohnstätten Korahs, Dathans und Abirams!“ Sie entfernten sich sogleich (4. Mo. 16:24, 27). Die Sache duldete keinen Aufschub. Es wird auch gezeigt, wie gründlich sie dabei vorgingen — „von jeder Seite hinweg“. Sie waren loyal und riskierten nichts. Sie gehorchten nicht nur zum Teil oder halbherzig, sondern entschieden sich eindeutig für Jehova und gegen Ungerechtigkeit. Was können wir daraus lernen?

18. Was wollte Paulus sagen, als er Timotheus ermahnte, vor den „Begierden, die der Jugend eigen sind“, zu fliehen?

18 Wenn es darum geht, unsere Freundschaft mit Jehova zu schützen, müssen wir unverzüglich und entschieden handeln. Daran dachte Paulus, als er Timotheus ermahnte, vor den „Begierden, die der Jugend eigen sind“, zu fliehen (2. Tim. 2:22). Damals war Timotheus ein erwachsener Mann, vielleicht in den 30ern. Doch Begierden sind nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. Falls Timotheus Begierden verspürte, sollte er vor ihnen fliehen. Mit anderen Worten, er sollte von Ungerechtigkeit ablassen. Jesus äußerte einen ähnlichen Gedanken: „Wenn dein Auge dich straucheln macht, so reiß es aus und wirf es von dir weg“ (Mat. 18:9). Diener Jehovas heute, die sich diese Ermahnungen zu Herzen nehmen, schützen sich vor geistigen Gefahren — ohne irgendwie zu zögern.

19. Wie schützen sich einige entschlossen vor geistigen Gefahren?

19 Wer Alkoholprobleme hatte, bevor er ein Zeuge Jehovas wurde, entscheidet sich vielleicht dafür, ganz auf Alkohol zu verzichten. Für andere kommt eine bestimmte Freizeitgestaltung nicht mehr infrage, nicht etwa, weil sie verkehrt wäre, sondern, weil sie ihren Schwächen Vorschub leisten würde (Ps. 101:3). Ein Beispiel: Ein Bruder ging, bevor er ein Zeuge Jehovas wurde, gern zu unmoralischen Tanzpartys. Jetzt ist er in der Wahrheit und tanzt überhaupt nicht mehr, auch nicht, wenn er mit Brüdern und Schwestern gesellig zusammen ist. Er fürchtet, schlechte Gedanken und Begierden könnten wieder in ihm aufkommen. Natürlich verlangt niemand von einem Diener Jehovas, alkoholische Getränke, das Tanzen oder anderes, was an sich nicht verkehrt ist, völlig aufzugeben. Doch wir müssen uns entschlossen und gründlich vor geistigen Gefahren schützen.

20. Was macht uns Mut, auch wenn es nicht immer leicht ist, von Ungerechtigkeit abzulassen?

20 Das Vorrecht, den Namen Gottes zu tragen, geht mit Verantwortung einher. Wir müssen von Ungerechtigkeit ablassen und uns vom Bösen abwenden (Ps. 34:14). Das ist nicht immer leicht. Doch Jehova wird die, „die ihm gehören“ und sich nach seinen gerechten Wegen ausrichten, immer lieben! (2. Tim. 2:19; lies 2. Chronika 16:9a). Ist das nicht ermutigend?

^ Abs. 12 Siehe auf jw.org unter ÜBER UNS und OFT GEFRAGT den Artikel „Sind bei Ihnen bestimmte Filme, Bücher oder Musiktitel verboten?“.