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Jehovas Zeugen

Deutsch

DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) JANUAR 2014

Triff als Jugendlicher die richtigen Entscheidungen

Triff als Jugendlicher die richtigen Entscheidungen

„Ihr jungen Männer und auch ihr Jungfrauen . . . Mögen sie den Namen Jehovas preisen“ (PS. 148:12, 13)

1. Welche schönen Erfahrungen machen viele junge Leute?

WIR leben in spannenden Zeiten. Wie nie zuvor in der Geschichte strömen Millionen von Menschen aller Nationalitäten zur wahren Anbetung (Offb. 7:9, 10). Viele junge Leute machen begeisternde Erfahrungen, wenn sie anderen die lebensrettende Botschaft der Bibel näherbringen (Offb. 22:17). Manche von ihnen leiten Bibelstudien und verhelfen dadurch Menschen zu einer besseren Lebensqualität. Andere bringen sich im fremdsprachigen Gebiet ein (Ps. 110:3; Jes. 52:7). Wie ist es mit dir? Was kannst du persönlich tun, damit auch du diese Freude erlebst?

2. Wie sieht man an Timotheus, dass Jehova jungen Leuten einiges an Verantwortung zutraut? (Siehe erstes Bild.)

2 Triffst du die richtigen Entscheidungen, können sich dir später viele Türen im Dienst für Gott öffnen. Timotheus aus Lystra hatte das offenbar gemacht, denn er wurde mit ungefähr 20 Jahren Missionar (Apg. 16:1-3). Wahrscheinlich schon ein paar Monate später erteilte Paulus ihm die Mission, nach Thessalonich zu gehen und die neu gegründete Versammlung dort zu stärken. Paulus hatte sich nämlich gezwungen gesehen, von dort wegzugehen, weil sich heftiger Widerstand geregt hatte (Apg. 17:5-15; 1. Thes. 3:1, 2, 6). Was für ein überwältigendes Gefühl muss es für Timotheus gewesen sein, so eine Aufgabe zu bekommen!

 DEINE WICHTIGSTE ENTSCHEIDUNG

3. Was ist die wichtigste Entscheidung deines Lebens, und wann kannst du sie treffen?

3 Auf junge Leute kommen viele große Entscheidungen zu. Doch eine davon ist mit Abstand die wichtigste: die Entscheidung, Jehova zu dienen. Wann ist der beste Zeitpunkt dafür? Jehova sagt dazu: „Denk schon als junger Mensch an deinen Schöpfer“ (Pred. 12:1, Hoffnung für alle). An Jehova zu „denken“ bedeutet, sich voll für ihn einzusetzen (5. Mo. 10:12). Ihm mit ganzem Herzen zu dienen ist die wichtigste Entscheidung, die du je treffen wirst. Sie beeinflusst deine ganze Zukunft (Ps. 71:5).

4. Welche Entscheidungen werden sich darauf auswirken, wie du Gott dienst?

4 Jehova zu dienen ist natürlich nicht die einzige Wahl, die die Weichen für deine Zukunft stellt. Vielleicht machst du dir beispielsweise Gedanken, ob du mal heiraten möchtest und, wenn ja, wen. Oder womit du dein Geld verdienen willst. Das sind wichtige Überlegungen. Aber es wäre gut, zuerst einmal zu entscheiden, wie viel du für Jehova tun möchtest (5. Mo. 30:19, 20). Warum? Weil all diese verschiedenen Entscheidungen miteinander verknüpft sind. Was du in Sachen Ehe und Beruf entscheidest, wird sich darauf auswirken, wie du Gott dienst. (Vergleiche Lukas 14:16-20.) Und umgekehrt wird sich dein Wunsch, Gott zu dienen, auf deine Entscheidungen zum Thema Ehe und Beruf auswirken. Triff deshalb die wichtigsten Entscheidungen zuerst (Phil. 1:10).

WIE WIRST DU DEINE JUNGEN JAHRE NUTZEN?

5, 6. Erzähle eine Erfahrung, an der man sieht, dass sich die richtigen Entscheidungen später oft auszahlen. (Siehe auch den Artikel „Das wollte ich schon als Kind“ in dieser Zeitschrift.)

5 Hast du dich entschieden, Gott zu dienen, dann kannst du als Nächstes überlegen, was er sich konkret von dir wünscht, und dann entscheiden, wie du das umsetzen möchtest. Ein japanischer Bruder schreibt: „Als ich mit 14 einmal mit einem Ältesten unterwegs war, merkte er, dass ich eigentlich gar keine Lust auf den Predigtdienst hatte. Da sagte er freundlich zu mir: ‚Ich denke, du solltest nach Hause gehen, Yuichiro. Setz dich mal an deinen Schreibtisch und denk drüber nach, was Jehova schon alles für dich getan hat.‘ Das hab ich dann gemacht, sogar ein paar Tage lang, und auch gebetet. Nach und nach hab ich verstanden, worum es geht. Auf einmal hat es mir Spaß gemacht, Jehova zu dienen. Ich hab unheimlich gern Berichte von Missionaren gelesen und mir überlegt, wie ich selber mehr für Gott tun könnte.

6 Mein Ziel war dann, ins Ausland zu gehen, und darauf habe ich hingearbeitet. Zum Beispiel nahm ich Englischunterricht. Nach meinem Schulabschluss arbeitete ich Teilzeit als Englischlehrer, damit ich Pionier sein konnte. Mit 20 lernte ich Mongolisch und kam mit einer mongolischen Verkündigergruppe in Kontakt. Zwei Jahre später, 2007, reiste ich in die Mongolei. Als ich dort mit den Pionieren unterwegs war und merkte, wie viele Leute nach der Wahrheit suchen, bekam ich Lust umzuziehen. Also regelte ich in Japan meine Angelegenheiten und bin seit April 2008 Pionier in der Mongolei. Das Leben hier ist nicht einfach. Aber die Leute reagieren positiv auf die gute Botschaft, und ich kann ihnen helfen, eine Freundschaft mit Jehova aufzubauen. Ich finde, ich habe mich für den allerbesten Lebensweg entschieden.“

7. Welche Entscheidungen muss jeder selbst treffen, und was für ein Beispiel gab Moses?

7 Jeder muss selbst entscheiden, wie er sein Hingabeversprechen erfüllt (Jos. 24:15). Wir können niemandem sagen, ob oder wen er heiraten soll, welche Arbeit für ihn ideal ist oder wie viel Zeit er in die Ausbildung investieren sollte. Manche von euch jungen Leuten leben in einem  ärmlichen Dorf, andere in einer wohlhabenden Stadt. Weltweit gesehen habt ihr ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, Talente, Erfahrungen, Interessen und Glaubensfundamente. Die Unterschiede sind wahrscheinlich genauso krass wie zwischen dem jungen Moses und den anderen hebräischen Jugendlichen in Ägypten. Ihm standen am Königshof alle Türen offen, während die übrigen Hebräer Sklaven waren (2. Mo. 1:13, 14; Apg. 7:21, 22). Sie lebten in einer spannenden Zeit — ähnlich wie ihr (2. Mo. 19:4-6). Jeder von ihnen musste sich entscheiden, was er mit seinem Leben anfangen wollte. Moses traf die richtige Wahl. (Lies Hebräer 11:24-27.)

8. Was kann jungen Leuten Orientierungshilfe bieten?

8 Jehova möchte jungen Leuten helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Er hat für Grundsätze gesorgt, die du auf deine eigene Situation übertragen kannst (Ps. 32:8). Wenn du dir nicht sicher bist, wie solche Grundsätze dich betreffen, könntest du auch deine Eltern oder einen Ältesten fragen (Spr. 1:8, 9). Sehen wir uns nun drei biblische Leitlinien an, die dir eine Orientierungshilfe für die Zukunft bieten.

DREI LEITLINIEN AUS DER BIBEL

9. (a) Was bedeutet es, dass Jehova uns Entscheidungsfreiheit zugesteht? (b) Was beweist man, wenn man das Königreich an die erste Stelle setzt?

9 Setze das Königreich und Gottes Gerechtigkeit an die erste Stelle. (Lies Matthäus 6:19-21, 24-26, 31-34.) Jehova gesteht dir Entscheidungsfreiheit zu. Er schreibt dir nicht vor, wie viel von deiner Jugendkraft du fürs Predigen einsetzen solltest. Doch Jesus stellte den hilfreichen Grundsatz auf, dass man das Königreich in den Vordergrund rücken sollte. Wenn du das tust, hast du die Gelegenheit, zu zeigen, wie sehr du Gott liebst, an anderen Menschen interessiert bist und wie viel dir das ewige Leben bedeutet. Beim Thema Ehe und Beruf wäre es gut zu überlegen, wozu deine Entscheidungen führen. Wirst du dich mehr um finanzielle Angelegenheiten sorgen müssen, oder wird das Königreich und Gottes Gerechtigkeit für dich im Vordergrund stehen?

10. Warum war Jesus glücklich, und welche Entscheidungen führen zum Glück?

10 Erlebe, dass es glücklich macht, etwas für andere zu tun. (Lies Apostelgeschichte 20:20, 21, 24, 35.) Dieses Lebensmotto stammt von Jesus. Es machte ihn sehr glücklich, den Willen seines Vaters zu tun und seine eigenen Wünsche zurückzustellen. Jesus freute sich zu sehen, wie einfache, bescheidene Menschen durch die gute Botschaft auflebten (Luk. 10:21; Joh. 4:34). Hast du auch schon erlebt, wie glücklich es macht, für andere da zu sein? Wenn du wichtige Entscheidungen auf den Grundsätzen aufbaust, die Jesus gelehrt hat, wirst du nicht nur selbst glücklich, sondern erfreust auch das Herz Jehovas (Spr. 27:11).

11. Warum verlor Baruch seine Freude, und was riet ihm Jehova?

11 Das größte Glück liegt darin, Jehova zu dienen (Spr. 16:20). Baruch, der Sekretär Jeremias, hatte das kurzzeitig vergessen. Es machte ihm keine Freude mehr, Jehova zu dienen. Deswegen sagte Jehova zu ihm: „Und da hoffst du auf große Dinge für dich? Tu das nicht! Schau, ich bringe Unheil über alle Menschen . . . , aber du darfst dein Leben als Beute davontragen, wohin du auch kommst“ (Jer. 45:3, 5, NeÜ bibel.heute). Was machte Baruch deiner Meinung nach glücklicher: auf große Dinge zu hoffen oder als treuer Diener Gottes die Vernichtung Jerusalems zu überleben? (Jak. 1:12).

12. Welche Entscheidung machte Ramiro wirklich glücklich?

12 Ramiro hat das Glück kennengelernt, etwas für andere zu tun. Er berichtet: „Ich komme aus einer armen Familie in einem Bergdorf der Anden. Als mein  älterer Bruder mir ein Studium finanzieren wollte, war das die Chance für mich. Aber ich hatte mich gerade erst als Zeuge Jehovas taufen lassen und schon ein anderes Angebot erhalten: Ein Pionier wollte mit mir zusammen in einer Kleinstadt predigen. Ich nahm die Einladung an und zog dorthin. Um mein Leben zu finanzieren, lernte ich Haareschneiden und machte einen Friseurladen auf. Im Dienst trafen wir viele, die ein Bibelstudium haben wollten. Später wechselte ich in eine neu gegründete indianische Versammlung. Inzwischen bin ich schon zehn Jahre im Vollzeitdienst. Ich bin total glücklich, anderen die gute Botschaft in ihrer Muttersprache zu verkündigen. Kein Beruf der Welt könnte mir dieses befriedigende Gefühl geben.“

Ramiro hat schon als Jugendlicher im Dienst für Jehova viel Freude erlebt (Siehe Absatz 12)

13. Warum eignen sich die Jugendjahre dazu, sich voll für Jehova einzusetzen?

13 Finde Freude daran, dich mit deiner Jugendkraft für Jehova einzusetzen. (Lies Prediger 12:1.) Denke nicht, du müsstest erst einen sicheren Arbeitsplatz haben, bevor du dich voll für Jehova einsetzen kannst. Die Jugendjahre sind eine gute Zeit, etwas für Jehova zu tun. Viele Jugendliche sind relativ frei von familiären Verpflichtungen, sind einigermaßen gesund und haben die Energie, sich Herausforderungen zu stellen. Was würdest du denn gern für Jehova tun? Steuerst du den Pionierdienst an? Reizt dich ein fremdsprachiges Gebiet? Oder siehst du in deiner eigenen Versammlung echten Bedarf? Natürlich musst du auch irgendwie dein Geld verdienen. Wie viel Zeit wirst du in deine Ausbildung investieren? Wie wirst du dich entscheiden?

MIT DEN LEITLINIEN EINE GUTE WAHL TREFFEN

14. Wieso ist bei der Zukunftsplanung Vorsicht geboten?

14 Die drei Leitlinien können dir bei der Berufswahl Orientierung bieten. Lehrer  und Berufsberater sind normalerweise mit dem lokalen Arbeitsmarkt gut vertraut. Auch bei Agenturen für Arbeit oder Jobbörsen kannst du dich über berufliche Optionen informieren, die es vor Ort oder in deinem neuen Einsatzgebiet gibt. Solche Infos sind oft hilfreich, aber Vorsicht! Menschen, die Jehova nicht lieben, werden vielleicht versuchen, in dir die Liebe zur Welt zu wecken (1. Joh. 2:15-17). Wenn du dir die Angebote der Welt ansiehst, kann dir dein Herz schnell einen Streich spielen. (Lies Sprüche 14:15; Jer. 17:9.)

15, 16. Wer kann einen bei Berufsfragen am besten beraten?

15 Sobald du deine beruflichen Möglichkeiten kennst, ist guter Rat gefragt (Spr. 1:5). Wer kann dir helfen, diese Optionen im Licht biblischer Leitlinien zu durchdenken? Menschen, die Jehova lieben, dich lieben und deine Situation gut kennen. Sie können mit dir zusammen analysieren, wo deine Stärken liegen oder auch wie deine Beweggründe aussehen. Ihre Tipps werden dich möglicherweise veranlassen, deine Ziele noch mal zu überdenken. Gut, wenn man Eltern hat, die Jehova lieben. Aber auch Älteste können dir mit biblischem Rat zur Seite stehen. Und frag doch mal Pioniere und reisende Aufseher, warum sie sich für den Vollzeitdienst entschieden haben. Wie konnten sie es schaffen, Pionier zu werden und finanziell zurechtzukommen? Warum macht sie der Dienst glücklich? (Spr. 15:22).

16 Je besser dich jemand kennt, desto besser kann er deine Situation einschätzen. Angenommen, du willst einfach nur deshalb deine Ausbildung abbrechen und Pionier werden, weil du keine Lust hast zu lernen. Jemand, dem du echt am Herzen liegst, wird das wahrscheinlich durchschauen und dir klarmachen, dass dir die Ausbildungszeit helfen kann, nicht so leicht aufzugeben. Genau dieses Durchhaltevermögen brauchst du, wenn du dich voll für Jehova einsetzen möchtest (Ps. 141:5; Spr. 6:6-10).

17. Vor welchen Entscheidungen kann man nur warnen?

17 Jeder, der Jehova dient, wird mit Situationen konfrontiert, die seinen Glauben schwächen und ihn von Jehova entfremden können (1. Kor. 15:33; Kol. 2:8). Aber manche beruflichen Entscheidungen stellen eine besondere Gefahr dar. Gibt es in deinem Umfeld einige, die durch ihre Berufswahl „an ihrem Glauben Schiffbruch erlitten haben“? (1. Tim. 1:19). Man kann nicht genug vor Entscheidungen warnen, die die Freundschaft zu Gott gefährden (Spr. 22:3).

NUTZE DEINE CHANCEN ALS JUNGER CHRIST

18, 19. Was kann man tun, wenn das Herz noch nicht so richtig für Jehova schlägt?

18 Spürst du bereits den Wunsch, Jehova zu dienen, dann nutze die Chancen, die du als junger Christ hast. Wie gesagt, wir leben in einer spannenden Zeit. Triff deine Entscheidungen deshalb so, dass du dich voller Freude für Jehova einsetzen kannst (Ps. 148:12, 13).

19 Was aber, wenn dein Herz noch nicht so richtig für Jehova schlägt? Gib nicht auf! Arbeite weiter an deinem Glauben! Paulus beschrieb, wie sehr er darum kämpfte, ein Leben zu führen, das Gott segnen konnte, und fügte an: „Wenn ihr in dem einen oder anderen Punkt nicht meiner Meinung seid, wird Gott euch noch Klarheit und Einsicht schenken. Doch an dem, was ihr schon erreicht habt, müsst ihr auf jeden Fall festhalten. Bleibt nicht auf halbem Wege stehen!“ (Phil. 3:15, 16, Hoffnung für alle). Denk also weiter über Gottes Liebe und seine Leitlinien nach. Jehova kann dir am besten helfen, als Jugendlicher die richtigen Entscheidungen zu treffen.