Einstellung der Bedienungshilfe

Search

Sprache auswählen

Zurück zum Untermenü

Zum Inhaltsverzeichnis springen

Zurück zum Inhalt

Jehovas Zeugen

Deutsch

DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) DEZEMBER 2013

Welche Opfer bringen wir für das Königreich?

Welche Opfer bringen wir für das Königreich?

„Gott liebt einen fröhlichen Geber“ (2. KOR. 9:7)

1. Welche Opfer werden oft gebracht, und warum?

WENN einem etwas wichtig ist, bringt man dafür gern Opfer. Eltern setzen Zeit, Mittel und Kraft für ihre Kinder ein. Junge Sportler, die ihr Land bei der Olympiade vertreten möchten, trainieren täglich stundenlang, während andere in ihrem Alter das tun, wozu sie gerade Lust haben. Auch Jesus brachte Opfer für das, was ihm wichtig war. Er gründete keine Familie und verzichtete auf Luxus. Für ihn standen die Königreichsinteressen an erster Stelle (Mat. 4:17; Luk. 9:58). Jesu Jünger opferten ebenfalls viel für Gottes Königreich. Das Königreich war für sie das Wichtigste und sie wollten es so gut wie möglich unterstützen (Mat. 4:18-22; 19:27). Daher ist die Frage angebracht: Was steht für uns an erster Stelle?

2. (a) Welche Opfer muss jeder wahre Christ bringen? (b) Welche zusätzlichen Opfer können viele bringen?

2 Jeder wahre Christ muss bestimmte Opfer bringen. Sie sind unerlässlich, um ein gutes Verhältnis zu Jehova aufzubauen und es zu bewahren. Zu diesen Opfern gehören die Zeit und die Kraft, die man für Gebet, Bibellesen, Familienstudium, Zusammenkunftsbesuch und Predigtdienst einsetzt (Jos. 1:8; Mat. 28:19, 20; Heb. 10:24, 25). * Da Jehova unsere Anstrengungen segnet, kommt das Predigen voran und viele Menschen strömen weiterhin zum „Berg des Hauses Jehovas“ (Jes. 2:2). Viele Diener Gottes bringen spezielle Opfer für das Königreich. Sie dienen im Bethel, helfen beim Bau von Königreichs- und Kongresssälen und bei der Kongressorganisation oder beteiligen sich an  Katastropheneinsätzen. Dieser zusätzliche Einsatz ist zwar kein Erfordernis dafür, ewiges Leben zu erlangen, aber wichtig zur Unterstützung des Königreichs.

3. (a) Wie wirkt es sich aus, wenn wir Opfer für das Königreich bringen? (b) Was sollten wir uns fragen?

3 Noch nie konnte man Gottes Königreich so sehr unterstützen wie heute. Wie schön, dass viele gern für Jehova Opfer bringen! (Lies Psalm 54:6.) Wer so großzügig ist, hat viel Freude, während er auf das Kommen des Königreichs wartet (5. Mo. 16:15; Apg. 20:35). Wir alle sollten uns genau prüfen: Können wir noch weitere Opfer für das Königreich bringen? Wie setzen wir Zeit, Mittel, Kraft und Fähigkeiten ein? Wovor müssen wir uns hüten? Betrachten wir nun ein Vorbild für unsere freiwilligen Opfer. Wenn wir uns danach ausrichten, werden wir mehr Freude haben.

OPFER IM ALTEN ISRAEL

4. Welchen Nutzen hatten die Israeliten von ihren Opfern?

4 Opfer waren im alten Israel die Grundlage für Sündenvergebung. Sie waren nötig, damit das Volk die Gunst Jehovas behielt. Einige Opfer waren vorgeschrieben, andere freiwillig (3. Mo. 23:37, 38). Ganzbrandopfer beispielsweise konnten freiwillig als Gabe für Jehova dargebracht werden. Die Opfer bei der Einweihung des salomonischen Tempels waren ein herausragendes Beispiel (2. Chr. 7:4-6).

5. Was hatte Jehova für Arme vorgesehen?

5 Jehova berücksichtigte liebevoll, dass nicht jeder das Gleiche darbringen konnte, und verlangte nur Opfer, die den Möglichkeiten des Einzelnen entsprachen. Sein Gesetz schrieb vor, das Blut eines Tieres auszugießen. Das war ein „Schatten der künftigen guten Dinge“, die durch Jesus kommen sollten (Heb. 10:1-4). Doch wenn jemand nicht in der Lage war, ein Tier von der Groß- oder Kleinviehherde zu opfern, nahm Jehova auch Turteltauben an. So war es selbst Armen möglich, freudig etwas zu opfern (3. Mo. 1:3, 10, 14; 5:7). Die Opfertiere konnten also unterschiedlich sein, doch wer ein freiwilliges  Opfer darbrachte, musste zwei Voraussetzungen erfüllen.

6. Welche Voraussetzungen musste jeder erfüllen, der ein Opfer darbrachte, und wie wichtig war das?

6 Erstens: Er musste das Beste geben. Wie Jehova den Israeliten sagte, würden sie nur mit gesunden Opfertieren sein Wohlgefallen erlangen (3. Mo. 22:18-20). Opfer mit einem Makel waren für Jehova nicht annehmbar. Zweitens: Der Opfernde musste rein und unbefleckt sein. Wer unrein war, musste vor einem freiwilligen Opfer erst ein Sünd- oder Schuldopfer darbringen, um vor Jehova wieder rein dazustehen (3. Mo. 5:5, 6, 15). Das durfte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Jehova verlangte, dass jemand, der unrein war und von einem Gemeinschaftsschlachtopfer aß — dazu zählten auch freiwillige Opfer —, von seinem Volk abgeschnitten wurde (3. Mo. 7:20, 21). Doch wer Jehova wohlgefällig war und ein makelloses Opfer darbrachte, hatte allen Grund glücklich und zufrieden zu sein. (Lies 1. Chronika 29:9.)

HEUTIGE OPFER

7, 8. (a) Worüber kann sich jemand freuen, der Opfer für das Königreich bringt? (b) Worüber verfügen wir?

7 Auch heute geben viele bereitwillig ihr Bestes für Jehova und er freut sich darüber. Unseren Brüdern zu dienen tut uns gut. Ein Bruder, der sich beim Bau von Königreichssälen und in der Katastrophenhilfe einsetzt, sagt, die Befriedigung, die sich daraus ergibt, sei schwer zu beschreiben. Er bemerkt: „Zu sehen, wie glücklich und dankbar die Brüder und Schwestern sind, die zum ersten Mal in ihrem neuen Königreichssaal stehen oder nach einer Naturkatastrophe Hilfe erhalten, ist alle Mühe wert.“

Damals wie heute sind viele Opfer freiwillig (Siehe Absatz 7-13)

8 Jehovas neuzeitliche Organisation hat immer nach Gelegenheiten gesucht, sein Werk zu unterstützen. Bruder C. T. Russell schrieb 1904, dass „sich ein jeder . . . als bloßer Verwalter seiner Zeit, seines Einflusses, seines Geldes betrachten und darauf bedacht sein soll, dies alles nach Kräften zur Ehre des Herrn zu verwenden“. Opfer für Jehova verlangen uns etwas ab, doch  wir ernten viele Segnungen (2. Sam. 24:21-24). Können wir die Möglichkeiten, die wir haben, besser nutzen?

Im Bethel (Australien)

9. Welchen Grundsatz können wir aus Lukas 10:2-4 ableiten?

9 Unsere Zeit. Es kostet viel Zeit und Mühe, unsere Veröffentlichungen zu übersetzen und zu drucken, Anbetungsstätten zu bauen, Kongresse zu organisieren, sich bei der Katastrophenhilfe einzusetzen oder bei vielen anderen notwendigen Aufgaben mitzuhelfen. Doch jeder von uns hat nur 24 Stunden am Tag. Jesus gab eine Anweisung, die uns hier weiterhelfen kann. Als er seine Jünger in den Predigtdienst aussandte, sagte er: „Umarmt niemand zur Begrüßung auf dem Weg“ (Luk. 10:2-4). Warum gab er diese Anweisung? In einem Bibelkommentar heißt es dazu: „Orientalen begrüßten sich nicht einfach, wie bei uns üblich, mit einem Kopfnicken oder einem Händeschütteln. Sie umarmten und verbeugten sich viele Male, ja warfen sich sogar zu Boden. All das kostete viel Zeit.“ Jesus forderte seine Jünger nicht auf, unhöflich zu sein. Sie sollten erkennen, dass sie nicht unbegrenzt Zeit hatten, und diese so gut wie möglich für die wichtigeren Dinge nutzen (Eph. 5:16). Können wir uns noch enger an diesen Grundsatz halten, um mehr Zeit für das Königreich zu haben?

Im Königreichssaal (Kenia)

10, 11. (a) Wofür werden unsere Spenden für das weltweite Werk unter anderem verwendet? (b) Wie kann uns der Grundsatz aus 1. Korinther 16:1, 2 eine Hilfe sein?

10 Unsere Mittel. Für das Königreichswerk sind erhebliche Mittel nötig. Die Unterstützung von reisenden Aufsehern, Sonderpionieren und Missionaren erfordert jedes Jahr zig Millionen Euro. Seit 1999 wurden in ärmeren Ländern 24 500 Königreichssäle gebaut und es werden noch fast 6 400 gebraucht. Jeden Monat werden etwa 100 Millionen Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! gedruckt. Das alles wird durch freiwillige Spenden ermöglicht.

11 Der Apostel Paulus stellte zum Thema Spenden einen Grundsatz auf. (Lies 1. Korinther 16:1, 2.) Unter Inspiration regte er die Brüder in Korinth an, nicht abzuwarten, was am Ende einer Woche übrig bleibt, sondern gemäß ihren Möglichkeiten schon zu Beginn der Woche etwas zurückzulegen. Wie im ersten Jahrhundert planen auch heute Brüder und Schwestern im Voraus, ihren Verhältnissen entsprechend großzügig zu geben (Luk. 21:1-4; Apg. 4:32-35). Jehova schätzt diese Gebefreudigkeit.

In der Bauregion (Tuxedo, New York)

12, 13. Was könnte einige davon abhalten, ihre Kraft und Fähigkeiten einzusetzen, und wie kann Jehova ihnen helfen?

12 Unsere Kraft und unsere Fähigkeiten. Jehova unterstützt unsere Bemühungen, Kraft und Fähigkeiten für das Königreich einzusetzen. Er hat versprochen, uns zu helfen, falls wir ermüden (Jes. 40:29-31). Halten wir uns für nicht genug befähigt, das Werk zu unterstützen? Meinen wir, andere seien besser dazu in der Lage? Vergessen wir nicht: Jehova kann unsere Talente ebenso fördern, wie er es bei Bezalel und Oholiab getan hat (2. Mo. 31:1-6; siehe Anfangsbild).

13 Jehova fordert uns auf, unser Bestes zu geben und uns nicht zurückzuhalten (Spr. 3:27). Beim Wiederaufbau des Tempels ließ Jehova den Juden in Jerusalem sagen, sie sollten überlegen, was sie eigentlich zum Tempelbau beitrugen (Hag. 1:2-5). Sie hatten sich ablenken lassen und das Wesentliche aus den Augen verloren. Wie steht es mit  uns? Stimmen unsere Prioritäten mit denen Jehovas überein? Können wir unser Herz auf unsere Wege richten und in den heutigen letzten Tagen einen größeren Anteil am Königreichswerk haben?

OPFER IM RAHMEN UNSERER MÖGLICHKEITEN

14, 15. (a) Wie werden wir durch das Beispiel ärmerer Brüder ermuntert? (b) Was sollte unser Wunsch sein?

14 Viele Menschen leben in Ländern, wo das Leben von Not und Armut geprägt ist. Unsere Organisation versucht, dem Mangel der Brüder dort „abzuhelfen“ (2. Kor. 8:14). Doch selbst ärmere Brüder sind dankbar, etwas geben zu dürfen. Jehova freut sich, wenn auch Arme gern geben (2. Kor. 9:7).

15 In einem sehr armen afrikanischen Land haben Brüder einen kleinen Teil ihres Gartens abgesteckt und nutzen die Einkünfte aus dem Verkauf der Ernte zur Unterstützung des Königreichswerks. Im selben Land sollte ein dringend benötigter Königreichssaal gebaut werden und die Brüder und Schwestern am Ort wollten unbedingt mithelfen. Allerdings fiel der Bau mitten in die Pflanzzeit. Doch das hielt sie nicht von ihrem Vorhaben ab. Tagsüber arbeiteten sie am Königreichssaal und abends bepflanzten sie ihre Felder. Was für eine Opferbereitschaft! Das erinnert an die Brüder in Mazedonien im ersten Jahrhundert. Obwohl sie in „tiefer Armut“ lebten, baten sie darum, für ihre Brüder spenden zu dürfen (2. Kor. 8:1-4). Mögen auch wir „entsprechend dem Segen Jehovas“ geben. (Lies 5. Mose 16:17.)

16. Wann sind unsere Opfer Jehova annehmbar?

16 Doch ein Wort zur Vorsicht. Wie die Israeliten in alter Zeit müssen auch wir darauf achten, dass unsere freiwilligen Opfer Gott annehmbar sind. Wir haben in erster Linie Verpflichtungen gegenüber unserer Familie und in der Anbetung Jehovas. Deswegen müssen wir ausgeglichen bleiben. Auch wenn wir Zeit und Mittel für andere einsetzen, sollte das nicht dazu führen, dass wir die geistige Gesinnung oder das Wohl unserer Familie vernachlässigen. In Wirklichkeit würden wir dann etwas geben, was wir eigentlich gar nicht haben. (Lies 2. Korinther 8:12.) Auch auf unsere eigene geistige Gesinnung müssen wir achten (1. Kor. 9:26, 27). Doch wir können sicher sein: Wenn wir uns an biblische Grundsätze halten, sind unsere Opfer Jehova „besonders annehmbar“, und wir können glücklich und zufrieden sein.

UNSERE OPFER SIND VON GROSSEM WERT

17, 18. Wie denkst du über alle, die Opfer für das Königreich bringen, und worüber sollte jeder von uns nachdenken?

17 Viele Brüder und Schwestern gießen sich wie ein Trankopfer aus und unterstützen das Königreich, wo immer nötig (Phil. 2:17). Alle, die so freigebig sind, werden sehr geschätzt. Auch die Frauen und die Kinder der Brüder, die im Königreichswerk vorangehen, verdienen ein Lob für ihre Großzügigkeit und Opferbereitschaft.

18 Die Königreichsinteressen zu unterstützen verlangt großen Einsatz. Denken wir doch ernsthaft unter Gebet darüber nach, wie wir möglichst viel für Jehova tun können. Ganz sicher werden wir heute schon für unsere Opfer belohnt — und noch mehr im „kommenden System der Dinge“ (Mar. 10:28-30).

^ Abs. 2 Siehe den Artikel „Jehova ‚mit ganzer Seele‘ Opfer bringen“ im Wachtturm vom 15. Januar 2012, Seite 21 bis 25.