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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) NOVEMBER 2013

Den Hirten Jehovas gehorchen

Den Hirten Jehovas gehorchen

„Gehorcht denen, die unter euch die Führung übernehmen, und seid unterwürfig, denn sie wachen beständig über eure Seelen“ (HEB. 13:17)

1, 2. Warum vergleicht sich Jehova mit einem Schafhirten?

JEHOVA vergleicht sich mit einem Schafhirten (Hes. 34:11-14). Warum? Weil wir so seine Persönlichkeit besser verstehen können. Ein liebevoller Schafhirte übernimmt die volle Verantwortung für das Leben und Wohl der ihm anvertrauten Schafherde. Er führt sie auf Weideplätze und zu Wasserquellen (Ps. 23:1, 2), wacht Tag und Nacht über sie (Luk. 2:8), schützt sie vor Raubtieren (1. Sam. 17:34, 35), trägt die kleinen Lämmchen (Jes. 40:11), sucht nach verirrten Schafen und kümmert sich gut um verletzte (Hes. 34:16).

2 In alter Zeit war das Leben des Volkes Jehovas von Landwirtschaft und Viehzucht geprägt. Daher verstanden die Juden sofort, warum sich Jehova Gott mit einem liebevollen Hirten verglich. Sie wussten: Schafe brauchen zum Wachsen und Gedeihen Fürsorge. In geistiger Hinsicht trifft das auch auf Menschen zu (Mar. 6:34). Ohne gute Fürsorge und Anleitung leiden sie, sind schutzlos und verirren sich moralisch — wie Schafe ohne einen Hirten (1. Kö. 22:17). Doch Jehova sorgt als liebevoller Hirte für sein Volk.

3. Was betrachten wir nun?

3 Auch heute sagt es uns etwas, wenn Jehova als ein Schafhirte dargestellt wird. Er sorgt immer noch für sein Volk, das mit einer Schafherde verglichen werden kann. Wir betrachten nun, wie er heute seine Schafe anleitet und ihre Bedürfnisse stillt. Auch werden wir uns damit beschäftigen, wie die Schafe auf Jehovas Liebe reagieren sollten.

DER VORTREFFLICHE HIRTE SETZT UNTERHIRTEN EIN

4. Welche Rolle spielt Jesus, wenn es um Jehovas Schafe geht?

4 Jehova hat Jesus als Haupt der Versammlung eingesetzt (Eph. 1:22, 23). Als „der vortreffliche  Hirte“ spiegelt Jesus die Interessen, Ziele und Eigenschaften seines Vaters wider. Jesus gab sogar „seine Seele zugunsten der Schafe hin“ (Joh. 10:11, 15). Welch ein Segen Christi Loskaufsopfer doch ist! (Mat. 20:28). Jehova möchte, dass „jeder, der Glauben an ihn [Jesus] ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Joh. 3:16).

5, 6. (a) Wem hat Jesus die Aufsicht über seine Schafe übertragen, und was müssen die Schafe tun, damit sie daraus Nutzen ziehen? (b) Warum vor allem sollten wir uns gern von den Ältesten anleiten lassen?

5 Wie reagieren die Schafe auf den vortrefflichen Hirten? „Meine Schafe hören auf meine Stimme“, sagte Jesus, „und ich kenne sie, und sie folgen mir“ (Joh. 10:27). Auf die Stimme des vortrefflichen Hirten zu hören bedeutet, sich in allem von ihm leiten zu lassen. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit den von ihm eingesetzten geistigen Unterhirten. Wie Jesus andeutete, sollten seine Apostel und Jünger das weiterführen, was er begonnen hatte. Sie sollten seine Schäflein lehren und weiden (Mat. 28:20; lies Johannes 21:15-17). Als sich die gute Botschaft ausbreitete und die Zahl der Jünger zunahm, sorgte Jesus für reife Männer, die die Versammlungen hüten (Eph. 4:11, 12).

6 Im ersten Jahrhundert wandte sich Paulus an die Aufseher der Versammlung in Ephesus und betonte, dass sie vom heiligen Geist ernannt worden waren, um „die Versammlung Gottes zu hüten“ (Apg. 20:28). Das trifft auch auf Aufseher heute zu. Sie wurden ernannt, weil sie die biblischen Voraussetzungen erfüllen, die durch heiligen Geist inspiriert sind. Wenn wir ihnen gehorchen, lassen wir unseren Respekt vor Jehova und Jesus, den beiden größten Hirten, erkennen (Luk. 10:16). Vor allem deshalb sollten wir uns gern von den Ältesten anleiten lassen. Es gibt jedoch noch weitere gute Gründe dafür.

7. Was tun Älteste, damit wir unser gutes Verhältnis zu Jehova bewahren?

7 Beim Ermuntern und Ratgeben stützen sich Älteste entweder direkt auf die Bibel oder auf biblische Grundsätze. Sie wollen dabei aber niemandem vorschreiben, wie er zu leben hat (2. Kor. 1:24). Vielmehr möchten sie biblische Grundsätze an die Hand geben, die zu guten Entscheidungen beitragen und zum Frieden und zur Ordnung in der Versammlung (1. Kor. 14:33, 40). Die Ältesten möchten jedem in der Versammlung helfen, ein gutes Verhältnis zu Jehova zu bewahren. In diesem Sinne wachen sie über Seelen. Deshalb bieten sie Unterstützung an, sobald sie merken, dass ein Bruder oder eine Schwester dabei ist, einen Fehltritt zu tun, oder ihn schon getan hat (Gal. 6:1, 2; Jud. 22). Sind das nicht gute Gründe, denen zu gehorchen, die „die Führung übernehmen“? (Lies Hebräer 13:17.)

8. Wie schützen Älteste die Herde Gottes?

8 Paulus, selbst auch ein geistiger Hirte, schrieb an seine Brüder in Kolossä: „Seht zu, dass nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und leeren Trug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus“ (Kol. 2:8). Diese Warnung lenkt die Aufmerksamkeit auf einen weiteren Grund, warum wir biblische Ermahnungen der Ältesten beachten sollten. Sie schützen die Herde, indem sie ihre Brüder vor jedem warnen, der ihren Glauben untergraben könnte. Petrus warnte vor „falschen Propheten“ und „falschen Lehrern“, die „unbefestigte Seelen“ zu Missetaten verlocken  wollen (2. Pet. 2:1, 14). Älteste müssen auch heute vor solchen Gefahren warnen. Sie sind reife Diener Jehovas und besitzen Lebenserfahrung. Außerdem haben sie schon vor ihrer Ernennung bewiesen, dass sie die Bibel gut verstehen und die gesunde Lehre vermitteln können (1. Tim. 3:2; Tit. 1:9). Weil sie reif und ausgeglichen sind und sich auf biblische Weisheit stützen, können sie die Herde geschickt anleiten.

Geistige Hirten schützen die Herde, wo sie können (Siehe Absatz 8)

DER VORTREFFLICHE HIRTE WEIDET UND SCHÜTZT DIE SCHAFE

9. Wie leitet und weidet Jesus heute die Christenversammlung?

9 Jehova lässt allen in der weltweiten Bruderschaft durch seine Organisation eine Fülle geistiger Speise zukommen. Ein Großteil der biblischen Anleitung bekommen wir durch unsere Veröffentlichungen. Außerdem erhalten Älteste manchmal direkt von der Organisation Anweisungen, entweder durch Briefe oder durch reisende Aufseher. All das dient zur klaren Anleitung der Schafe.

10. Welche Verantwortung tragen geistige Hirten gegenüber denen, die sich von der Herde entfernt haben?

10 In geistiger Hinsicht haben Aufseher die Verantwortung, die Versammlungsmitglieder zu schützen, zu betreuen und gesund zu erhalten. Besonders kümmern sie sich um die, die sich nicht wohlfühlen oder krank sind. (Lies Jakobus 5:14, 15.) Einige haben sich  vielleicht von der Herde entfernt und sind nicht mehr als Diener Gottes tätig. Würden fürsorgliche Älteste dann nicht alles tun und jedes verirrte Schaf suchen und ihm nahelegen, wieder in die Herde — die Versammlung — zurückzukehren? Natürlich! Jesus sagte einmal: „Es [ist] bei meinem Vater, der im Himmel ist, nicht erwünscht, dass eines von diesen Kleinen zugrunde geht“ (Mat. 18:12-14).

WIE SOLLTE MAN UNZULÄNGLICHKEITEN DER UNTERHIRTEN BETRACHTEN?

11. Warum ist es für einige nicht leicht, sich von den Ältesten leiten zu lassen?

11 Jehova und Jesus unterlaufen als Hirten keine Fehler. Den Unterhirten, denen sie die Herde anvertraut haben, allerdings schon. Deswegen mag es für einige nicht leicht sein, der Leitung der Ältesten zu folgen. Jemand könnte meinen: „Sie machen genauso Fehler wie ich. Warum sollte ich mich nach ihnen richten?“ Natürlich machen Älteste Fehler, aber es kommt darauf an, die richtige Ansicht über ihre Unzulänglichkeiten und Schwächen zu haben.

12, 13. (a) Was kann über die Fehler von Männern gesagt werden, die Jehova mit Verantwortung betraute? (b) Warum wurden in der Bibel die Unzulänglichkeiten verantwortlicher Männer aufgezeichnet?

12 In der Bibel wird offen über die Fehler der Männer gesprochen, durch die Jehova in der Vergangenheit sein Volk leitete. David etwa wurde zum König und Führer Israels gesalbt. Doch er erlag einer Versuchung und machte sich des Ehebruchs und Mordes schuldig (2. Sam. 12:7-9). Und wie war es mit Petrus? Er hatte große Verantwortung in der Versammlung, machte aber auch schwere Fehler (Mat. 16:18, 19; Joh. 13:38; 18:27; Gal. 2:11-14). Der einzige vollkommene Mensch nach Adam und Eva war Jesus.

13 Warum ließ Jehova Bibelschreiber über die Unzulänglichkeiten der Männer berichten, denen er Verantwortung übertragen hatte? Er wollte unter anderem zeigen, wie er sein Volk durch unvollkommene Männer leiten kann. Er hat sein Volk schon immer so geleitet. Wer gegen diese Männer murrt oder sie übergeht, kann dies nicht mit ihren Fehlern rechtfertigen. Jehova erwartet von uns, sie zu respektieren und ihnen zu gehorchen. (Lies 2. Mose 16:2, 8.)

14, 15. Wie hat Jehova in der Vergangenheit mit seinem Volk kommuniziert, und was können wir daraus lernen?

14 Es ist wichtig, denen zu gehorchen, die unter uns die Führung innehaben. Wie hat Jehova früher in kritischen Zeiten mit seinem Volk kommuniziert? Als das Volk Israel aus Ägypten auszog, erteilte Gott seine Befehle durch Moses und Aaron. Um die zehnte Plage zu überleben, mussten die Israeliten Anweisungen befolgen. Sie mussten ein besonderes Essen zubereiten und Türpfosten und Türsturz ihrer Häuser mit dem Blut eines geschlachteten Schafes bestreichen. Die Anweisungen kamen nicht von einer Stimme aus dem Himmel. Die Israeliten mussten vielmehr den älteren Männern gehorchen, die von Moses spezielle Anweisungen erhalten hatten (2. Mo. 12:1-7, 21-23, 29). Damals waren Moses und die älteren Männer die Überbringer der Anweisungen Jehovas für sein Volk. Älteste heute spielen eine ähnlich wichtige Rolle.

15 Sicherlich fallen uns viele weitere Ereignisse in der biblischen Geschichte ein, bei denen Jehova lebensrettende Anweisungen durch Menschen oder  Engel überbringen ließ. In all diesen Fällen war es für Gott angebracht, Autorität zu delegieren. Boten sprachen in seinem Namen und sagten Gottes Volk, was es tun muss, um zu überleben. Warum sollte Jehova in Harmagedon nicht auch so handeln? Älteste tragen die Verantwortung, Jehova und seine Organisation zu vertreten, und müssen sorgfältig darauf achten, ihre Befugnis nicht zu überschreiten.

EINE HERDE, EIN HIRTE

16. Auf welches „Wort“ müssen wir achten?

16 Jehovas Volk bildet „e i n e Herde“ unter „e i n e m Hirten“, Jesus Christus (Joh. 10:16). Jesus erklärte, er werde „alle Tage bis zum Abschluss des Systems der Dinge“ bei seinen Jüngern sein (Mat. 28:20). Als himmlischer König hat er alle Entwicklungen, die zur Urteilsvollstreckung an der Welt Satans führen, im Griff. Um vereint und sicher in Gottes Herde zu bleiben, müssen wir auf ein „Wort“ hinter uns hören, das uns sagt, wohin wir gehen sollen. Dieses Wort schließt alles ein, was durch heiligen Geist in der Bibel gesagt oder von Jehova und Jesus durch die von ihnen eingesetzten Unterhirten mitgeteilt wird. (Lies Jesaja 30:21; Offenbarung 3:22.)

Älteste bemühen sich, Einelternfamilien vor schlechtem Umgang zu schützen (Siehe Absatz 17, 18)

17, 18. (a) Welche Gefahr droht der Herde, doch worauf können wir vertrauen? (b) Worum geht es im nächsten Artikel?

17 Satan „geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen“ (1. Pet. 5:8). Wie ein hungriges Raubtier pirscht er sich an die Herde heran und lauert auf eine Gelegenheit, sich auf einen Unachtsamen oder jemand, der sich von der Herde entfernt, zu stürzen. Das ist ein weiterer wichtiger Grund, warum wir sehr eng mit der Herde und dem „Hirten und Aufseher . . . [unserer] Seelen“ verbunden sein sollten (1. Pet. 2:25). Von den Überlebenden der großen Drangsal wird in Offenbarung 7:17 gesagt, dass „das Lamm [Jesus] . . . sie hüten und sie zu Wasserquellen des Lebens leiten wird. Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.“ Gibt es eine bessere Verheißung?

18 Wir haben betrachtet, welch wichtige Rolle Älteste als Unterhirten spielen. Doch wie können diese ernannten Brüder mit den Schafen Jesu richtig umgehen? Darum geht es im nächsten Artikel.