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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) NOVEMBER 2013

Weiter geduldig auf Jehova warten — wie?

Weiter geduldig auf Jehova warten — wie?

Ich will eine wartende Haltung bekunden (MI. 7:7)

1. Warum könnten wir ungeduldig werden?

ALS Christus 1914 König wurde, begannen für das System des Teufels die letzten Tage. Im Himmel brach damals ein Krieg aus mit der Folge, dass Jesus den Teufel und die Dämonen schließlich zur Erde hinabschleuderte. (Lies Offenbarung 12:7-9.) Satan „weiß, dass er nur eine kurze Frist hat“ (Offb. 12:12). Allerdings dauert diese „kurze Frist“ jetzt schon viele Jahrzehnte — länger als so mancher erwartet hat. Könnte es sein, dass es uns mittlerweile ganz schön schwerfällt, weiter geduldig darauf zu warten, dass Jehova eingreift?

2. Worum dreht sich dieser Artikel?

2 Ungeduld kann gefährlich sein. Warum? Weil man dann schnell unvorsichtig handelt. Wie schaffen wir es also, weiter geduldig auf Jehova zu warten? Dabei wird uns dieser Artikel helfen. Er dreht sich um drei Fragen: 1. Was lernen wir von dem Propheten Micha über Geduld? 2. Welche Ereignisse werden signalisieren, dass das Warten ein Ende hat? 3. Wie können wir Jehova unsere Dankbarkeit dafür zeigen, dass er so geduldig ist?

WAS LERNEN WIR VON DEM PROPHETEN MICHA?

3. Was für Zustände herrschten in Israel zur Zeit Michas?

3 Lies Micha 7:2-6. Micha diente zu einer Zeit als Prophet, wo die Nation Israel Jehova immer weniger gehorchte. Unter der bösen Herrschaft von König Ahas verschlimmerte sich das ganz extrem. Micha verglich die untreuen Israeliten mit einem „Dorngewächs“ oder „einer Dornhecke“. Wer in so eine Hecke gerät, wird sich schmerzhafte Verletzungen zuziehen. Ähnlich ging es jedem, der mit diesen korrupten Israeliten in Berührung kam. Nicht einmal engsten Familienangehörigen war noch zu trauen. Da Micha wusste, dass er an diesen Zuständen nichts ändern konnte, schüttete er Jehova sein Herz aus. Dann wartete er geduldig darauf, bis sein Gott etwas unternehmen würde. Er war sich sicher: Zur richtigen Zeit greift Jehova ein!

4. Was kann uns sehr zu schaffen machen?

4 Auch wir müssen heute unter selbstsüchtigen Menschen leben. Viele sind „undankbar, nicht loyal, ohne  natürliche Zuneigung“ (2. Tim. 3:2, 3). Zu sehen, wie ichbezogen sich Arbeitskollegen, Schulkameraden oder Nachbarn verhalten, kann uns sehr zu schaffen machen. Doch so mancher Diener Jehovas hat noch Schlimmeres zu ertragen. Jesus sagte, seine Nachfolger müssten mit Widerstand in der Familie rechnen. Um zu beschreiben, wie sich seine Botschaft auswirken würde, gebrauchte er ganz ähnliche Formulierungen, wie wir sie in Micha 7:6 finden: „Ich bin gekommen, um zu entzweien: einen Menschen mit seinem Vater und eine Tochter mit ihrer Mutter und eine junge Ehefrau mit ihrer Schwiegermutter. In der Tat, eines Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein“ (Mat. 10:35, 36). Familienmitglieder, die unseren Glauben nicht teilen, können uns das Leben sehr, sehr schwer machen, indem sie uns verspotten oder sogar befeinden. Dann ist es besonders wichtig, dem Druck nicht nachzugeben, sondern treu zu bleiben und geduldig darauf zu warten, dass Jehova die Sache in die Hand nimmt. Wenn wir nicht aufhören, ihn um Hilfe zu bitten, wird er uns die nötige Kraft und Weisheit geben, damit wir durchhalten können.

5, 6. Wie belohnte Jehova Micha? Was erlebte Micha nicht mehr?

5 Micha wurde von Jehova belohnt, weil er so geduldig war. Er wurde Zeuge davon, wie die böse Herrschaft von König Ahas endete. Er durfte miterleben, wie dessen Sohn Hiskia König wurde und die Israeliten dazu brachte, sich wieder Jehova und seiner Anbetung zuzuwenden. Außerdem erfüllte sich die durch ihn verkündete Gerichtsbotschaft Jehovas an Samaria, als die Assyrer in das Nordkönigreich Israel einfielen (Mi. 1:6).

6 Aber nicht alle Prophezeiungen, zu denen Jehova Micha inspirierte, erfüllten sich zu seinen Lebzeiten. Zum Beispiel schrieb Micha: „Es soll geschehen im Schlussteil der Tage, dass der Berg des Hauses Jehovas fest gegründet werden wird über dem Gipfel der Berge, und er wird gewiss erhaben sein über die Hügel; und zu ihm sollen Völker strömen. Und viele Nationen werden bestimmt hingehen und sagen: ‚Kommt, und lasst uns zum Berg Jehovas hinaufziehen‘ “ (Mi. 4:1, 2). Auch wenn sich diese Prophezeiung erst lange nach seinem Tod erfüllen sollte, war Micha fest entschlossen, Jehova sein Leben lang treu zu bleiben — unabhängig davon, was andere tun würden. Er schrieb dazu: „Alle Völker ihrerseits werden wandeln, jedes im Namen seines Gottes; wir aber unsererseits werden im Namen Jehovas, unseres Gottes, wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar“ (Mi. 4:5). Warum schaffte es Micha, in so schlimmen Zeiten geduldig zu warten? Weil er felsenfest davon überzeugt war: Jehova würde alles wahr machen, was er versprochen hat. Dieser treue Prophet verließ sich ganz auf Jehova.

7, 8. (a) Warum haben wir allen Grund, auf Jehova zu vertrauen? (b) Was hilft uns, nicht ungeduldig zu werden?

7 Vertrauen wir genauso fest auf Jehova? Wir haben allen Grund dazu. Michas Prophezeiung über den „Schlussteil der Tage“ erfüllt sich vor unseren Augen. Millionen Menschen aus allen Völkern und Stämmen und Sprachen ziehen gemeinsam zum „Berg des Hauses Jehovas“. Trotz ihrer Herkunft aus miteinander zerstrittenen Nationen haben sie „ihre Schwerter zu Pflugscharen“ geschmiedet und wollen „den Krieg nicht mehr lernen“ (Mi. 4:3). Ist es nicht eine große Ehre, zu dem friedlichen Volk Jehovas zu gehören?

8 Dass wir das Ende des bösen Systems von heute herbeisehnen, ist verständlich. Um aber nicht die Geduld zu verlieren, müssen wir die Sache aus Jehovas Blickwinkel sehen. Er hat Jesus Christus dazu bestimmt, die Menschheit zu richten, und hat auch den Tag dafür festgesetzt (Apg. 17:31). Bis dahin gibt er allen Arten von Menschen die Chance, sich eine „genaue Erkenntnis der Wahrheit“ anzueignen, entsprechend zu handeln und so gerettet zu werden. Für ihn sind Menschenleben kostbar. (Lies 1. Timotheus 2:3, 4.) Wenn wir  vollauf damit beschäftigt sind, diesen Menschen zu helfen, Jehova kennenzulernen, merken wir gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Bald wird Jehovas Gericht ganz plötzlich über diese Welt hereinbrechen. Können wir uns vorstellen, wie froh wir dann sein werden, dass wir die gute Botschaft vom Königreich fleißig gepredigt haben?

WELCHE EREIGNISSE SIGNALISIEREN, DASS DAS WARTEN EIN ENDE HAT?

9—11. Woher wissen wir, dass sich 1. Thessalonicher 5:3 noch nicht erfüllt haben kann?

9 Lies 1. Thessalonicher 5:1-3. In der nahen Zukunft werden die Nationen „Frieden und Sicherheit!“ ausrufen. Damit uns das nicht unvorbereitet trifft, müssen wir „wach und besonnen bleiben“ (1. Thes. 5:6). Was kann uns dabei helfen? Untersuchen wir noch einmal kurz, durch welche Entwicklungen die Weichen dafür gestellt worden sind.

10 Unter dem Eindruck der Weltkriege riefen die Nationen jedes Mal lautstark nach Frieden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde zu diesem Zweck der Völkerbund gegründet; nach dem Zweiten Weltkrieg die Vereinten Nationen. In diese Institutionen haben politische und religiöse Führer wie auch die Allgemeinheit große Hoffnungen gesetzt, der Menschheit Frieden zu bringen. Als die UNO beispielsweise das Jahr 1986 zum Internationalen Jahr des Friedens ausrief, stieß das auf großes Medieninteresse. Auf Einladung des Oberhaupts der katholischen Kirche versammelten sich führende Persönlichkeiten aus Politik und Religion in Assisi (Italien) und beteten gemeinsam für den Frieden.

11 Die Prophezeiung aus 1. Thessalonicher 5:3 hat sich jedoch weder durch diese noch durch vergleichbare Proklamationen erfüllt. Warum kann man das sagen? Weil die vorausgesagte „plötzliche Vernichtung“ noch nicht stattgefunden hat.

12. Warum werden wir uns nicht täuschen lassen, wenn „Frieden und Sicherheit“ ausgerufen wird?

12 Wer wird „Frieden und Sicherheit“ ausrufen, wenn es so weit ist? Welche Rolle werden dabei die Führer der Christenheit und anderer Religionen spielen? Wie werden verschiedene Regierungen daran  beteiligt sein? Das sagt die Bibel nicht. So viel aber wissen wir: Ganz egal, in welcher Form „Frieden und Sicherheit“ ausgerufen wird oder wie überzeugend es vielleicht klingt — es ist nichts als schöner Schein. Der Teufel behält dieses alte System weiter fest in seiner Gewalt. Es ist und bleibt durch und durch verkommen. Wäre es nicht tragisch, wenn irgendjemand von uns auf die satanische Propaganda hereinfallen und seine christliche Neutralität aufgeben würde?

13. Warum halten die Engel die Winde der Vernichtung zurück?

13 Lies Offenbarung 7:1-4. Während wir darauf warten, dass sich 1. Thessalonicher 5:3 erfüllt, halten mächtige Engel die vernichtenden Winde zurück, mit denen die große Drangsal beginnt. Worauf warten sie? Der Apostel Johannes nennt als eine Hauptvoraussetzung das endgültige Versiegeln der „Sklaven unseres Gottes“. * Ist dieser Vorgang abgeschlossen, werden die Engel die Winde der Vernichtung loslassen. Was geschieht dann?

14. Woran ist zu erkennen, dass der Untergang Babylons der Großen nahe ist?

14 Babylon die Große — die Gesamtheit der falschen Religionen mitsamt ihrem Einflussbereich — wird das Ende finden, das sie verdient. Vorboten ihres Untergangs sind bereits zu beobachten. Wenn es so weit ist, wird sie nicht mehr auf die Unterstützung von „Völkern und Volksmengen und Nationen und Zungen“ zählen können (Offb. 16:12; 17:15-18; 18:7, 8, 21). Dass es mit der Unterstützung schon heute nicht mehr so weit her ist, zeigt sich in den Medien, wo die Religion und ihre führenden Köpfe immer stärker ins Visier genommen werden. Trotzdem wiegen sich die Führer von Babylon der Großen nach wie vor in Sicherheit — und täuschen sich damit gewaltig! Nachdem „Frieden und Sicherheit“ ausgerufen worden ist, werden politische Elemente des satanischen Systems plötzlich über die falsche Religion herfallen und sie ausrotten. Babylon die Große wird ein für alle Mal von der Bildfläche verschwinden! Denkst du nicht auch, dass es sich lohnt, auf diese umwälzenden Ereignisse geduldig zu warten? (Offb. 18:8, 10).

WIE KÖNNEN WIR JEHOVA UNSERE DANKBARKEIT FÜR SEINE GEDULD ZEIGEN?

15. Warum wartet Jehova geduldig?

15 Jehova wartet geduldig auf den richtigen Zeitpunkt zum Handeln — obwohl doch sein Name massiv in den Schmutz gezogen wird. Warum? Weil er nicht will, dass irgendein Mensch vernichtet wird, der für die Wahrheit empfänglich ist (2. Pet. 3:9, 10). Empfinden wir genauso? Bestimmt sind wir für Jehovas Geduld dankbar. Wie können wir ihm das zeigen, während wir auf seinen großen Tag warten?

16, 17. (a) Warum möchten wir gern denen helfen, die nicht mehr aktiv sind? (b) Warum ist es jetzt höchste Zeit, zu Jehova zurückzukehren?

16 Denen helfen, die nicht mehr aktiv sind. Wird nur ein einziges verlorenes Schaf gefunden, herrscht im Himmel große Freude, wie Jesus sagte (Mat. 18:14; Luk. 15:3-7). Offensichtlich liegen Jehova alle, die gezeigt haben, dass sie seinen Namen lieben, sehr am Herzen — auch wenn sie ihm momentan nicht aktiv dienen. Wenn wir jemand helfen, zur Versammlung zurückzufinden, tragen wir dazu bei, dass sich Jehova und die Engel freuen.

17 Vielleicht gehörst du ja zu dieser Personengruppe. Hast du dich von Jehovas Organisation zurückgezogen, weil dich jemand aus der Versammlung gekränkt hat? Jetzt, wo vermutlich einige Zeit vergangen ist, könntest du dich fragen: Ist mein Leben dadurch bereichert worden? Bin ich glücklicher? Wer war denn derjenige, der mich gekränkt hat — Jehova oder ein unvollkommener Mensch? Hat Jehova Gott  jemals etwas getan, was mir geschadet hat? Ganz im Gegenteil — er tut alles dafür, dass es uns gut geht! Selbst wenn jemand nicht mehr alles hält, was er ihm bei der Hingabe versprochen hat, erlaubt ihm Jehova, die guten Gaben zu genießen, die von ihm kommen (Jak. 1:16, 17). Der Tag Jehovas wird nicht mehr lang auf sich warten lassen. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, zurückzukehren in die Arme unseres lieben himmlischen Vaters und zurück zur Versammlung — dem einzig sicheren Zufluchtsort in den „letzten Tagen“ (5. Mo. 33:27; Heb. 10:24, 25).

Jehovas Diener tun alles dafür, Untätigen zu Jehova zurückzuhelfen (Siehe Absatz 16, 17)

18. Warum sollten wir die unterstützen, die führend vorangehen?

18 Loyal die unterstützen, die führend vorangehen. Jehova leitet und beschützt uns — ganz wie ein liebevoller Hirte. Seinen Sohn hat er als obersten Hirten über seine Herde eingesetzt (1. Pet. 5:4). Die Ältesten in den mehr als 100 000 Versammlungen dienen den einzelnen Schafen der Herde Jehovas als Hirten (Apg. 20:28). Wie dankbar wir für alles sind, was Jehova und Jesus für uns tun, zeigt sich daran, dass wir die loyal unterstützen, die führend vorangehen.

19. Wie können wir unsere Reihen schließen?

19 Näher zusammenrücken. Was bedeutet das? Wird ein gut ausgebildetes Heer angegriffen, rücken die einzelnen Soldaten näher zusammen, schließen so ihre Reihen und bieten dem Feind eine geschlossene Front, die undurchdringbar ist. Der Teufel verstärkt massiv seine Angriffe auf Gottes Diener. Ausgerechnet jetzt in den eigenen Reihen Kämpfe auszufechten, wäre da grundverkehrt. Jetzt gilt es, näher zusammenzurücken, über Unvollkommenheiten hinwegzusehen und auf die Führung Jehovas zu vertrauen.

Jetzt gilt es, dem Teufel und den Dämonen eine geschlossene Front zu bieten (Siehe Absatz 19)

20. Was ist heute dringend geboten?

20 Bleiben wir deshalb bitte alle wachsam. Zeigen wir „eine wartende Haltung“. Warten wir weiter geduldig auf die umwälzenden Ereignisse, die uns bevorstehen: darauf, dass „Frieden und Sicherheit!“ ausgerufen wird und die Auserwählten endgültig versiegelt werden, dass dann die vier Engel die Winde der Vernichtung loslassen und Babylon die Große vernichtet wird. Bis dahin wollen wir auf die hören, die Jehova eingesetzt hat, in seiner Organisation führend voranzugehen. Schließen wir unsere Reihen und bieten dem Teufel und den Dämonen eine geschlossene Front! Nehmen wir uns heute die Worte des Psalmenschreibers zu Herzen: „Seid mutig, und euer Herz sei stark, ihr alle, die ihr auf Jehova harrt“ (Ps. 31:24).

^ Abs. 13 Der Unterschied zwischen dem ersten Versiegeln der Gesalbten und ihrem endgültigen Versiegeln wird im Wachtturm vom 1. Januar 2007, Seite 30, 31 näher erklärt.