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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) NOVEMBER 2013

Die beiden größten Hirten nachahmen

Die beiden größten Hirten nachahmen

Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt (1. PET. 2:21)

1, 2. (a) Woran erkennt man, dass sich ein Hirte richtig um seine Schafe kümmert? (b) Warum waren zur Zeit Jesu viele Menschen wie Schafe ohne einen Hirten?

SCHAFE wachsen und gedeihen, wenn ihr Hirte wirklich an der Herde interessiert ist. In einem Handbuch für Schafzüchter heißt es: „Wer die Herde nur auf die Weide bringt und ihr dann keine Beachtung mehr schenkt, stellt höchstwahrscheinlich innerhalb weniger Jahre fest, dass viele Schafe krank sind und wenig einbringen.“ Doch wenn sich ein Hirte richtig um die Schafe kümmert, wird es der Herde gut gehen.

2 Wie ist es mit der Herde Gottes? Für die geistige Gesundheit der ganzen Versammlung ist es ausschlaggebend, dass die Hirten für jedes einzelne Schaf gut sorgen. Jesus hatte Mitleid mit den Volksmengen, „weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Mat. 9:36). Warum waren sie in einem so traurigen Zustand? Weil die, die das Gesetz Gottes lehren sollten, schroffe, fordernde Heuchler waren. Statt den Mitgliedern ihrer Herde zu helfen und sich um sie zu kümmern, legten die geistigen Führer Israels ihnen „schwere Lasten“ auf die Schultern (Mat. 23:4).

3. Woran sollten Älteste denken, die ja geistige Hirten sind?

3 Älteste, die heutigen Hirten, tragen eine große Verantwortung. Die Schafe der ihnen anvertrauten Herde gehören Jehova und Jesus, der sich als „vortrefflicher Hirte“ bezeichnete (Joh. 10:11). Die Schafe wurden „um einen Preis erkauft“ — mit Jesu „kostbarem Blut“ (1. Kor. 6:20; 1. Pet. 1:18, 19). Jesus liebte die Schafe so sehr, dass er sein Leben bereitwillig für sie opferte. Älteste dürfen nie vergessen: Als Unterhirten unterstehen sie dem liebevollen Sohn Gottes, Jesus Christus, dem „großen Hirten der Schafe“ (Heb. 13:20).

4. Worum geht es in diesem Artikel?

 4 Wie sollten die Hirten also mit den Schafen umgehen? Einerseits wird den Brüdern und Schwestern in der Versammlung nahegelegt, denen zu gehorchen, die unter ihnen die Führung übernehmen. Andererseits werden Älteste ermahnt, nicht „über die zu herrschen, die Gottes Erbe sind“ (Heb. 13:17; lies 1. Petrus 5:2, 3). Wie können denn Älteste die Führung übernehmen, ohne über die Herde zu herrschen? Mit anderen Worten: Wie können sie für die Herde sorgen, ohne die Befugnis, die sie als Aufseher von Gott erhalten haben, zu überschreiten?

„IN SEINEM BUSEN WIRD ER SIE TRAGEN“

5. Was wird durch Jesaja 40:11 vermittelt?

5 Der Prophet Jesaja sagte über Jehova: „Wie ein Hirt wird er seine eigene Herde hüten. Mit seinem Arm wird er die Lämmer zusammenbringen; und in seinem Busen wird er sie tragen. Die Säugenden wird er fürsorglich geleiten“ (Jes. 40:11). Was wird durch dieses Bild vermittelt? Jehova stillt die Bedürfnisse schwacher, schutzbedürftiger Versammlungsmitglieder. Ein Hirte weiß, was jedes einzelne Schaf der Herde braucht, und ist bereit zu helfen. Unser Gott kennt die Bedürfnisse eines jeden in der Versammlung und sorgt gern für die nötige Unterstützung. Wie ein Hirte, der ein Lämmchen nötigenfalls in den Falten seines Gewandes trägt, trägt uns Jehova, der „Vater inniger Erbarmungen“, durch schwierige Zeiten. Er tröstet uns, wenn wir auf eine harte Probe gestellt werden oder besonders auf Hilfe angewiesen sind (2. Kor. 1:3, 4).

6. Wie können Älteste als geistige Hirten Jehova nachahmen?

6 Geistige Hirten können viel von unserem himmlischen Vater lernen. Wie Jehova müssen sie auf die Bedürfnisse der Schafe achten. Ein Ältester, der weiß, was jemand durchlebt oder braucht, kann viel besser für die gerade benötigte Ermunterung und Unterstützung sorgen (Spr. 27:23). Guter Gedankenaustausch zwischen Ältesten und ihren Glaubensbrüdern ist wichtig. Älteste respektieren deren Privatsphäre, halten aber in der Versammlung Augen und Ohren offen und möchten gern „den Schwachen beistehen“ (Apg. 20:35; 1. Thes. 4:11).

7. (a) Wie wurden Gottes Schafe zur Zeit Hesekiels und Jeremias behandelt? (b) Welche Lehren können wir aus Jehovas Verurteilung der untreuen geistigen Hirten ziehen?

7 Wie waren die Hirten eingestellt, die Gott verurteilte? Zur Zeit Hesekiels und Jeremias tadelte Jehova öffentlich die Männer, die sich um die Schafe kümmern sollten, es aber nicht richtig taten. Niemand wachte über die Schafe, sie wurden ausgenutzt und zerstreut. Statt die Schafe zu weiden, beuteten die Hirten sie aus und weideten sich selbst (Hes. 34:7-10; Jer. 23:1). Den Tadel Gottes an diesen Hirten kann man passenderweise auf die Führer der Christenheit beziehen. Es wird aber auch deutlich, wie wichtig es ist, dass sich Älteste richtig und liebevoll um Jehovas Herde kümmern.

„ICH HABE EUCH EIN BEISPIEL GEGEBEN“

8. Wie korrigierte Jesus auf hervorragende Weise eine falsche Einstellung?

8 Wir alle machen Fehler und einige Schafe Gottes verstehen nicht so schnell, was Jehova von ihnen erwartet. Vielleicht hören sie nicht auf biblischen Rat oder lassen mangelnde geistige Reife erkennen. Wie sollten Älteste darauf reagieren? Sie sollten geduldig  sein, so wie Jesus es mit seinen Jüngern war, als sie sich immer wieder mit der Frage beschäftigten, wer von ihnen der Größte im Königreich sein wird. Jesus verlor nicht die Geduld, belehrte sie weiter und erklärte ihnen liebevoll, wie man demütig sein kann (Luk. 9:46-48; 22:24-27). Um zu zeigen, was mit Demut gemeint ist — einer für Aufseher unverzichtbaren Eigenschaft —, wusch er seinen Jüngern die Füße. (Lies Johannes 13:12-15; 1. Pet. 2:21.)

9. Wie sollten die Apostel nach den Worten Jesu eingestellt sein?

9 Die Apostel Jakobus und Johannes wollten sich eine herausragende Stellung im Königreich sichern. Jesus hatte ein ganz anderes Bild von einem geistigen Hirten und korrigierte die Apostel mit den Worten: „Ihr wisst: Die Herrscher der Völker, die Großen in der Welt, unterdrücken ihre Leute und lassen sie ihre Macht spüren. Bei euch muss es anders sein! Wer unter euch groß sein will, soll euer Diener sein“ (Mat. 20:25, 26; Gute Nachricht Bibel). Die Apostel mussten also gegen die Neigung ankämpfen, sich als Herren aufzuspielen oder andere ihre Macht spüren zu lassen.

10. Wie sollten Älteste die Herde behandeln, und was für ein Beispiel hat Paulus darin gegeben?

10 Jesus erwartet von Ältesten, die Herde so zu behandeln, wie er es getan hat. Sie müssen ihren Weggefährten dienen wollen und dürfen nicht den großen Herrn spielen. Paulus war so demütig. Daher konnte er zu den älteren Männern der Versammlung in Ephesus sagen: „Ihr wisst wohl, wie ich vom ersten Tag an, da ich den Bezirk Asien betrat, die ganze Zeit bei euch gewesen bin, indem ich als ein Sklave für den Herrn mit der größten Demut . . . diente.“ Der Apostel wollte, dass sie hilfsbereit, ernsthaft und demütig sind und sagte: „Ich habe euch in allen Dingen vor Augen geführt, dass ihr, indem ihr so angestrengt arbeitet, den Schwachen beistehen . . . sollt“ (Apg. 20:18, 19, 35). Den Korinthern schrieb er, er sei nicht Herr über ihren Glauben. Stattdessen war er ein demütiger Mitarbeiter an ihrer Freude (2. Kor. 1:24). Paulus gab heutigen Ältesten ein gutes Beispiel, wenn es darum geht, demütig zu sein und sich anzustrengen.

AM ZUVERLÄSSIGEN WORT FESTHALTEN

11, 12. Wie könnte ein Ältester einem Bruder bei einer Entscheidung helfen?

11 Wenn ein Ältester lehrt, muss er es „im Geist der Milde“ tun und am „zuverlässigen Wort“ festhalten (Gal. 6:1; Tit. 1:9). Er versucht nicht, seine Glaubensbrüder zu einer bestimmten Vorgehensweise zu zwingen. Ein guter geistiger Hirte möchte das Herz ansprechen. Er könnte zum Beispiel die biblischen Grundsätze hervorheben, die ein Bruder vor einer wichtigen Entscheidung bedenken muss, und gemeinsam mit ihm nachsehen, was dazu veröffentlicht wurde. Vielleicht führt er dem Bruder auch vor Augen, wie sich unterschiedliche Vorgehensweisen auf sein Verhältnis zu Jehova auswirken könnten, oder betont, wie wichtig es ist zu beten (Spr. 3:5, 6). Danach überlässt er dem Bruder die Entscheidung (Röm. 14:1-4).

12 Jegliche Befugnis der Aufseher stammt aus der Heiligen Schrift. Deswegen müssen sie sich an die Bibel halten und sie richtig gebrauchen. Das bewahrt sie vor Machtmissbrauch. Sie  sind schließlich nur Unterhirten. Jeder in der Versammlung muss seine Entscheidungen selbst vor Jehova und Jesus vertreten (Gal. 6:5, 7, 8).

„VORBILDER FÜR DIE HERDE“

Älteste unterstützen ihre Familie bei der Vorbereitung auf den Predigtdienst (Siehe Absatz 13)

13, 14. In welchen Bereichen müssen Älteste Vorbilder für die Herde sein?

13 Nachdem Petrus die älteren Männer in der Versammlung ermahnt hatte, nicht über die zu herrschen, die ihnen von Gott „zugelost“ sind, appellierte er an sie, „Vorbilder für die Herde“ zu werden (1. Pet. 5:3; Fn.). Wie kann ein Ältester ein Vorbild für die Herde sein? Greifen wir einmal zwei Voraussetzungen heraus, die ein Mann erfüllen muss, der „nach dem Amt eines Aufsehers strebt“. Er muss „gesunden Sinnes“ sein und „seinem eigenen Haushalt in vortrefflicher Weise“ vorstehen. Ein Ältester mit Familie muss ihr also vorbildlich vorstehen. Wie könnte jemand, der „seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiß“, für die Versammlung Gottes Sorge tragen? (1. Tim. 3:1, 2, 4, 5). Nur ein Mann, der gesunden Sinnes ist, göttliche Grundsätze klar versteht und sich daran hält, eignet sich für das Amt eines Aufsehers. Er bewahrt einen kühlen Kopf und fällt keine vorschnellen Urteile. Wenn die Brüder und Schwestern in der Versammlung das bei einem Ältesten sehen, vertrauen sie ihm.

14 Ein weiterer Bereich, in dem Älteste Vorbilder für ihre Glaubensbrüder sind, ist der Predigtdienst. Jesus gab das Beispiel: Das Predigen der guten Botschaft vom Königreich war ein wichtiger Teil seines irdischen Dienstes. Er zeigte seinen Jüngern, wie sie predigen sollten (Mar. 1:38; Luk. 8:1). Wie ermunternd ist es doch für Verkündiger, an der Seite von Ältesten zu predigen, ihren Eifer bei dieser lebensrettenden Tätigkeit zu beobachten und sich Lehrmethoden bei ihnen abzusehen! Aufseher, die trotz ihres vollen Terminkalenders entschlossen Zeit und Mühe zum Predigen der guten Botschaft einsetzen, sind ein Ansporn für die ganze Versammlung. Älteste können auch ein gutes Beispiel geben, wenn sie sich auf die Zusammenkünfte vorbereiten und sich daran beteiligen und auch bei anderen Aktivitäten mitmachen, wie bei der Reinigung und Instandhaltung des Königreichssaals (Eph. 5:15, 16; lies Hebräer 13:7).

Aufseher gehen im Predigtdienst voran (Siehe Absatz 14)

„STEHT DEN SCHWACHEN BEI“

15. Warum führen Älteste Hirtenbesuche durch?

15 Ein guter Schafhirte hilft schnell, wenn ein Schaf verletzt oder krank ist. Auch Älteste reagieren sofort, wenn jemand in der Versammlung leidet oder geistigen Beistand braucht. Ältere und Kranke brauchen dann und wann  Aufmerksamkeit, was ihre physischen Bedürfnisse betrifft. Aber besonders brauchen sie geistigen Beistand und Ermunterung (1. Thes. 5:14). Die jungen Leute in der Versammlung stehen vor Herausforderungen. Vielleicht kämpfen sie gegen „Begierden, die der Jugend eigen sind“ (2. Tim. 2:22). Zum Hüten der Herde gehören deshalb regelmäßige Besuche bei den Brüdern und Schwestern. So können sich Älteste besser in ihre Lage hineinversetzen und sie mit biblischen Gedanken ermutigen. Rechtzeitig angesprochen, können Probleme oft aufgefangen werden, bevor sie ernster werden.

16. Was können Älteste für jemand in der Versammlung tun, der geistige Hilfe braucht?

16 Was, wenn Probleme so zunehmen, dass das geistige Wohl auf dem Spiel steht? „Ist jemand unter euch krank?“, fragte der Bibelschreiber Jakobus. „Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn im Namen Jehovas mit Öl einreiben. Und das Gebet des Glaubens wird dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden“ (Jak. 5:14, 15). Selbst wenn der Kranke nicht die älteren Männer ruft, sollten sie zu Hilfe eilen, sobald sie von seiner Situation erfahren. Älteste erweisen sich für die Brüder in ihrer Obhut als erfrischend und erbauend, wenn sie mit ihnen und für sie beten und in schwierigen Zeiten für sie da sind. (Lies Jesaja 32:1, 2.)

17. Was kann erreicht werden, wenn Älteste den großen Hirten nachahmen?

17 Hirten möchten in allem, was sie in Jehovas Organisation tun, den „großen Hirten“, Jesus Christus, nachahmen. Der geistige Beistand solch verantwortungsbewusster Männer tut der Herde sehr gut. Sie wächst und gedeiht. Dafür möchten wir dem unvergleichlichen Hirten, Jehova, danken und ihn preisen!