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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) SEPTEMBER 2013

Der Pionierdienst stärkt unser Verhältnis zu Gott

Der Pionierdienst stärkt unser Verhältnis zu Gott

„Es ist gut, unserem Gott Melodien zu spielen“ (PS. 147:1)

1, 2. (a) Wie wirkt es sich aus, wenn man an jemanden, den man liebt, denkt und über ihn spricht? (Siehe Anfangsbild.) (b) Mit welchen Fragen werden wir uns beschäftigen?

DIE innere Verbundenheit mit jemandem, den man liebt, wird gestärkt, wenn man an ihn denkt oder über ihn spricht. Das gilt auch für unser Verhältnis zu Jehova. David verbrachte als Schafhirte viele Nächte unter freiem Himmel, beobachtete die Sterne und dachte dabei über deren unübertrefflichen Schöpfer nach. Er schrieb: „Wenn ich deine Himmel sehe, die Werke deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der sterbliche Mensch, dass du seiner gedenkst, und der Sohn des Erdenmenschen, dass du für ihn sorgst?“ (Ps. 8:3, 4). Und Paulus schrieb, nachdem er erläutert hatte, wie wunderbar Jehova seinen Vorsatz hinsichtlich des geistigen Israels verwirklicht: „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“ (Röm. 11:17-26, 33).

2 Im Predigtdienst denken wir an Jehova und sprechen über ihn. Schon allein das wirkt sich gut auf uns aus. Vollzeitdiener setzen sich verstärkt in der Verkündigung des Königreichs ein. Viele von ihnen haben verspürt, dass sich dadurch ihre Liebe zu Gott vertieft hat. Ob wir nun schon Vollzeitdiener sind oder darauf hinarbeiten, wir sollten darüber nachdenken, wie der Vollzeitdienst das Verhältnis zu Jehova stärken kann. Ein Pionier könnte sich fragen: Was erleichtert es mir, diesen lohnenden Dienst fortzusetzen? Und wer noch nicht Pionier ist, könnte überlegen, was er ändern müsste, um Pionier sein zu können. Beschäftigen wir uns jetzt damit, wie der Vollzeitdienst das Verhältnis zu Gott stärken kann.

 DER VOLLZEITDIENST UND UNSER VERHÄLTNIS ZU GOTT

3. Wie berührt es uns, wenn wir im Predigtdienst über künftige Königreichssegnungen sprechen?

3 Uns mit anderen über künftige Königreichssegnungen zu unterhalten bringt uns Jehova näher. Welche Schriftstelle verwenden wir gern im Dienst von Haus zu Haus? Vielleicht Psalm 37:10, 11, Daniel 2:44, Johannes 5:28, 29 oder Offenbarung 21:3, 4? Jedes Mal, wenn wir mit anderen über diese Prophezeiungen sprechen, werden wir an unseren großzügigen Gott erinnert, den Geber „jeder guten Gabe und jedes vollkommenen Geschenks“. Dadurch fühlen wir uns zu ihm hingezogen (Jak. 1:17).

4. Warum erhöht sich unsere Wertschätzung für Gottes Güte, wenn wir beobachten, wie sehr andere in geistiger Hinsicht vernachlässigt sind?

4 Wir schätzen die Wahrheit immer mehr, wenn wir beobachten, wie sehr die Menschen, denen wir predigen, in geistiger Hinsicht vernachlässigt sind. Menschen in der Welt fehlt zuverlässige Anleitung für ein erfolgreiches, glückliches Leben. Die meisten blicken besorgt in die Zukunft und sind alles andere als zuversichtlich. Sie fragen sich, was der Sinn des Lebens ist. Selbst religiöse Menschen wissen meistens sehr wenig über die Bibel. Ihnen geht es wie den Niniviten. (Lies Jona 4:11.) Je mehr wir uns im Predigtdienst einsetzen, umso deutlicher erkennen wir, wie sehr sich das Volk Jehovas geistig von den Menschen unterscheidet, denen wir predigen (Jes. 65:13). Wir werden daran erinnert, dass Jehova in seiner Güte allen Menschen geistige Erfrischung und eine echte Hoffnung bietet und nicht nur die Bedürfnisse seiner Diener stillt (Offb. 22:17).

5. Wie denkt man über eigene Probleme, wenn man anderen beisteht?

5 Wenn wir anderen helfen, geistige Fortschritte zu machen, werden wir nicht so leicht von eigenen Problemen überwältigt. Trisha, eine allgemeine Pionierin, hat das erlebt. Über die Scheidung ihrer Eltern sagt sie: „Das war eine der zermürbendsten Erfahrungen meines Lebens.“ Einmal war sie ziemlich traurig und wäre am liebsten zu Hause geblieben. Trotzdem ging sie zu einem Studium mit drei Kindern, in deren Familie sehr schlimme Verhältnisse herrschten. Der Vater hatte die Familie verlassen und der ältere Bruder der drei hatte sie missbraucht. Trisha sagt: „Meine Probleme und mein Kummer waren nichts im Vergleich zu ihrem. Doch beim Studium leuchteten ihre Augen und sie kicherten vor lauter Freude und Aufregung. Diese Kinder waren ein Geschenk Jehovas, besonders an diesem Tag.“

6, 7. (a) Wieso stärkt es unseren Glauben, wenn wir andere die biblische Wahrheit lehren? (b) Wie wirkt es sich auf uns aus, wenn wir beobachten, wie sich die Lebensqualität von Studierenden verbessert, die sich nach biblischen Grundsätzen ausrichten?

6 Andere die biblische Wahrheit zu lehren stärkt den eigenen Glauben. Paulus schrieb einmal: „Du . . . , der du einen anderen lehrst, lehrst dich selbst nicht?“ (Röm. 2:21). Damit meinte er Juden, die sich nicht an das hielten, was sie predigten. Pioniere handeln nicht so. Im Allgemeinen haben sie viele Gelegenheiten, andere die Wahrheit zu lehren und Bibelstudien durchzuführen. Um etwas zu erreichen, müssen sie sich auf jedes Studium vorbereiten und vielleicht nachforschen, um Fragen beantworten zu können. Janeen, ebenfalls Pionierin, berichtet: „Jedes Mal wenn ich anderen die Wahrheit vermitteln kann, wird sie mir noch tiefer in Herz und Sinn eingeprägt. Dadurch wächst mein Glaube immer weiter. Er bleibt nicht auf ein und demselben Stand.“

7 Zu beobachten, wie sich die Lebensqualität von Studierenden verbessert, weil sie sich nach biblischen Grundsätzen ausrichten, erhöht unsere Wertschätzung für Gottes Weisheit (Jes. 48:17, 18). Dadurch werden wir in der Entschlossenheit bestärkt, uns an diese Grundsätze zu halten. Adrianna, eine andere Pionierin, sagt dazu: „Das Leben von Menschen, die sich nach ihrer eigenen Weisheit richten, kann ein ganz schönes Durcheinander sein. Wenn sie sich aber auf die Weisheit Jehovas verlassen,  wirkt sich das sofort gut aus.“ So ähnlich äußert sich auch Phil: „Man sieht, wie sich Menschen ändern können, die zuvor ohne die Hilfe Jehovas nicht weitergekommen sind.“

8. Wie wirkt es sich auf uns aus, wenn wir im Predigtdienst mit lieben Gefährten zusammenarbeiten?

8 Predigtdienst mit lieben Gefährten stärkt uns (Spr. 13:20). Die meisten Pioniere verbringen einen beträchtlichen Teil ihres Dienstes gemeinsam mit anderen Verkündigern. So haben sie mehr Gelegenheiten zum „Austausch von Ermunterung“ (Röm. 1:12; lies Sprüche 27:17). Lisa, auch Pionier, sagt: „Am Arbeitsplatz sind Konkurrenzgeist und Eifersüchteleien gang und gäbe. Dazu kommen Tag für Tag Klatsch, Tratsch und schmutzige Sprache. Die Kollegen wollen um jeden Preis vorankommen. Manchmal machen sie sich über mich lustig, weil ich ein christliches Leben führe. Mit Brüdern im Dienst zu sein baut dagegen wirklich auf. Abends komme ich erfrischt nach Hause, auch wenn ich manchmal ganz schön müde bin.“

9. Wie wirkt sich Pionierdienst mit dem Ehepartner auf die dreifache Schnur aus?

9 Pionierdienst mit dem Ehepartner stärkt die dreifache Schnur (Pred. 4:12). Madeline, die gemeinsam mit ihrem Mann Pionier ist, erzählt: „Wir haben Zeit, uns über den Dienst zu unterhalten oder über etwas, was wir beim Bibellesen entdeckt haben und für den Dienst gebrauchen können. Mit jedem Jahr im Pionierdienst wachsen wir enger zusammen.“ Trisha drückt es so aus: „Wir achten beide darauf, keine Schulden zu machen. Deshalb streiten wir uns auch nicht wegen Geld. Wir gehen zur gleichen Zeit in den Dienst und  jeder weiß über die Rückbesuche und Bibelstudien des anderen Bescheid. Das hilft uns, gefühlsmäßig und geistig verbunden zu bleiben.“

Wer im Vollzeitdienst aufgeht, führt ein ausgefülltes, befriedigendes Leben (Siehe Absatz 9)

10. Wie wirkt es sich auf unser Gottvertrauen aus, wenn wir das Königreich voranstellen und die Hilfe Jehovas verspüren?

10 Das Vertrauen zu Jehova nimmt zu, wenn wir die Königreichsinteressen voranstellen, die Unterstützung Jehovas verspüren und erleben, wie er unsere Gebete erhört. Das trifft natürlich auf alle loyalen Diener Gottes zu. Pioniere machen zudem die Erfahrung, dass Gottvertrauen helfen kann, im Vollzeitdienst zu bleiben. (Lies Matthäus 6:30-34.) Curt und seine Frau sind Pioniere. Er ist auch stellvertretender Kreisaufseher und erklärte sich bereit, eine zweieinhalb Stunden entfernte Versammlung zu besuchen. Doch die beiden hatten nur noch Benzin für die Hinfahrt. Und Zahltag war erst in einer Woche. Curt sagt dazu: „Ich fragte mich, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.“ Nachdem sie gebetet hatten, beschlossen sie, zu fahren und darauf zu vertrauen, dass Gott für sie sorgt. Kurz bevor sie abreisten, rief eine Schwester an und sagte, sie habe ein Geschenk für die beiden. Es war genau der Betrag, den sie noch brauchten. Curt sagt: „Wenn man so etwas immer und immer wieder erlebt, erkennt man deutlich die Hand Jehovas.“

11. Welche Segnungen erleben Pioniere?

11 Pioniere setzen sich im Dienst für Jehova ein und streben ein enges Verhältnis zu ihm an. Oft erleben sie dabei überströmende Segnungen (5. Mo. 28:2). Natürlich haben Pioniere auch Probleme. Von den Folgen der Auflehnung Adams bleibt kein Diener Gottes verschont. Einige Pioniere mussten zwar ihren Dienst für eine Weile unterbrechen, doch oft sind Probleme in den Griff zu bekommen oder können sogar vermieden werden. Was trägt dazu bei, dass Pioniere ihren Dienst fortsetzen können?

IM VOLLZEITDIENST BLEIBEN

12, 13. (a) Was sollte ein Pionier tun, dem es schwerfällt, das Stundenziel zu erreichen? (b) Warum ist es wichtig, Zeit für tägliches Bibellesen, persönliches Studium und Nachsinnen einzuplanen?

12 Die meisten Pioniere haben einen ausgefüllten Terminplan. Alles zu schaffen kann ein Kampf sein. Deshalb ist es wichtig, gut zu planen (1. Kor. 14:33, 40). Fällt es einem Pionier schwer, sein Stundenziel zu erreichen, muss er vielleicht überdenken, wie er seine Zeit nutzt (Eph. 5:15, 16). Er könnte sich fragen: Wie viel Zeit nehme ich mir eigentlich für Freizeitaktivitäten und Entspannung? Fehlt es mir an Selbstdisziplin? Ließe sich an meiner Arbeitszeit etwas ändern? Jeder Diener Gottes weiß: Man kann schnell immer mehr Termine annehmen. Deshalb ist es nicht verkehrt, wenn Vollzeitdiener von Zeit zu Zeit ihren Terminplan überprüfen und nötige Änderungen vornehmen.

13 Tägliches Bibellesen, persönliches Studium und Nachsinnen sollten im Terminplan eines Pioniers nicht fehlen. Daher muss er diszipliniert sein und unbedingt darauf achten, die für diese grundlegenden Dinge vorgesehene Zeit nicht für weniger Wichtiges einzusetzen (Phil. 1:10). Nehmen wir einmal an, ein Pionier war den ganzen Tag im Dienst und kommt nach Hause. Er hat vor, sich am Abend auf die nächste Zusammenkunft vorzubereiten. Zuerst liest er aber seine Post. Dann schaltet er den Computer ein, liest seine E-Mails und beantwortet sie. Weil er gerade online ist, sieht er auch noch nach, ob der Preis für einen bestimmten Artikel gesunken ist. Im Nu sind fast zwei Stunden vergangen und er hat immer noch nicht studiert, wie er es an diesem Abend eigentlich vorhatte. Warum sollte man so etwas nicht auf die leichte Schulter nehmen? Profisportler zum Beispiel müssen auf ihre Kondition achten, weil  ihre Karriere sonst schnell enden würde. Und Pioniere müssen durch regelmäßiges persönliches Studium geistig auftanken, um im Vollzeitdienst bleiben zu können (1. Tim. 4:16).

14, 15. (a) Warum sollten Pioniere darauf bedacht sein, ein einfaches Leben zu führen? (b) Was sollte ein Pionier tun, wenn er Probleme hat?

14 Erfahrene Pioniere achten meist auf ein einfaches Leben. Jesus ermunterte seine Jünger, ein lauteres Auge zu bewahren (Mat. 6:22). Er führte ein einfaches Leben, um seinem Vater ohne Ablenkung dienen zu können. Deshalb konnte er sagen: „Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels haben Schlafsitze, der Menschensohn aber hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann“ (Mat. 8:20). Da Pioniere von Jesus lernen möchten, behalten sie im Sinn: Je mehr man besitzt, desto mehr muss man unterhalten, reparieren und ersetzen.

15 Pionieren ist klar, dass sie ihr Dienstvorrecht nicht aufgrund besonderer persönlicher Verdienste erhalten haben. Jede Gabe oder jedes Dienstvorrecht ist der unverdienten Güte Gottes zuzuschreiben. Deswegen muss sich jeder, der weiterhin Pionier bleiben möchte, auf Jehova verlassen (Phil. 4:13). Schwierigkeiten werden nicht ausbleiben (Ps. 34:19). Bei Problemen wenden sich Pioniere an Jehova und geben ihm Gelegenheit, ihnen zu helfen. Sie geben ihr Dienstvorrecht nicht vorschnell auf. (Lies Psalm 37:5.) Wenn sie dann Gottes liebevolle Unterstützung spüren, fühlen sie sich noch mehr zu ihrem fürsorglichen himmlischen Vater hingezogen (Jes. 41:10).

KANNST DU PIONIER WERDEN?

16. Was kann man tun, wenn man Pionier werden will?

16 Möchtest du die Segnungen des Vollzeitdienstes verspüren? Dann trage diesen Wunsch Jehova vor (1. Joh. 5:14, 15). Sprich mit Pionieren und setze dir auf dem Weg zum Pionierdienst Zwischenziele. Das haben auch Keith und Erika getan. Sie arbeiteten ganztags und kauften sich wie viele andere in ihrem Alter gleich nach der Hochzeit ein Haus und ein neues Auto. Sie erzählen: „Wir dachten, das alles würde uns zufrieden machen. Aber da hatten wir uns getäuscht.“ Als Keith die Arbeit verlor, begann er mit dem Hilfspionierdienst. Er erinnert sich: „Als Hilfspionier merkte ich, wie viel Freude man im Predigtdienst haben kann.“ Keith und Erika schlossen auch Freundschaft mit einem Pionierehepaar. An den beiden konnten sie sehen, wie glücklich es macht, ein einfaches Leben zu führen und Pionier zu sein. Was taten Keith und Erika daraufhin? „Wir stellten eine Liste mit geistigen Zielen auf, hängten sie an unseren Kühlschrank und hakten jedes erreichte Ziel ab.“ Schließlich konnten auch sie mit dem Pionierdienst beginnen.

17. Warum ist es ratsam, darüber nachzudenken, ob man seine Zeit anders einteilen oder seine Ansprüche ändern könnte, um Pionier zu sein?

17 Könntest du Pionier werden? Falls du gegenwärtig keine Möglichkeit siehst, dann setze dich so gut wie möglich im Predigtdienst ein, um Jehova noch näher zu kommen. Nachdem du gebetet und eingehend nachgedacht hast, erkennst du vielleicht, dass du Pionier sein könntest, wenn du deine Zeit anders einteilen und deine Ansprüche ändern würdest. Beginnst du dann mit dem Pionierdienst, wird die Freude weit größer sein als die Opfer, die du bringst. Die Königreichsinteressen vor die eigenen Wünsche zu setzen ist sehr befriedigend (Mat. 6:33). Du wirst merken, dass man glücklicher ist, wenn man anderen etwas geben kann. Und da du öfter über Jehova nachdenkst und über ihn sprichst, wächst deine Liebe zu ihm und du machst ihm mehr Freude.