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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) SEPTEMBER 2013

Nicht so, sondern so!

Nicht so, sondern so!

War Jesus nicht wirklich der beste Lehrer, den es je auf der Erde gab? Einige seiner Lehrmethoden haben wir sicher auch schon ausprobiert, wie Fragen zu stellen oder Veranschaulichungen zu gebrauchen. Dass er Lehrpunkte oft durch Gegensätze oder Gegenüberstellungen deutlich machte, ist uns bis jetzt vielleicht noch nicht so aufgefallen.

Gegensätze gebraucht man beim Sprechen meistens, ohne sich dessen bewusst zu sein. Vielleicht sagt man: „Ich dachte, das Obst ist reif, aber in Wirklichkeit ist es noch ganz hart.“ Oder: „Als Kind war sie so schüchtern, doch jetzt geht sie richtig aus sich heraus.“

Man nennt also zunächst eine Überlegung oder eine Tatsache und leitet dann den Gegensatz mit Wörtern wie aber, [je]doch, sondern oder vielmehr ein. Gegensätze gehören in unserem Sprachgebrauch einfach dazu und helfen anderen zu erfassen, worauf wir hinauswollen.

In Gottes Wort findet man häufig Gegensätze, und es ist wirklich wertvoll, sich damit zu beschäftigen — das gilt auch für Sprachen oder Kulturen, in denen sie nicht so üblich sind. Jesus setzte sie immer wieder ein. Hier ein paar Beispiele: „Man zündet eine Lampe an und stellt sie nicht unter das Maßgefäß, sondern auf den Leuchter.“ „Nicht um [das GESETZ] zu vernichten, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen.“ „Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: ‚Du sollst nicht ehebrechen.‘ Ich aber sage euch . . .“ „Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: ‚Auge um Auge und Zahn um Zahn.‘ Doch ich sage euch . . .“ „Widersteht nicht dem, der böse ist, sondern wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, so wende ihm auch die andere zu“ (Mat. 5:15, 17, 27, 28, 38, 39).

Ähnliche Gegenüberstellungen findet man auch in anderen Bibelbüchern. Sie helfen einem, entweder etwas zu begreifen, oder sie unterstreichen eine bessere Vorgehensweise. Für Eltern ist folgender Gegensatz eine Überlegung wert: „Ihr, Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie weiterhin auf in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas“ (Eph. 6:4). Hätte der Apostel Paulus einfach geschrieben, dass Väter (oder Mütter) ihre Kinder im Sinne Jehovas aufziehen sollen, wäre sein Rat richtig und gut gewesen. Doch weil Paulus einen Gegensatz gebraucht, wird die bessere Vorgehensweise ganz deutlich herausgestellt.

Im selben Kapitel schrieb Paulus: „Unser Ringen geht nicht gegen Blut und Fleisch, sondern gegen . . . die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“ (Eph. 6:12). Dieser Gegensatz hilft bestimmt, zu erfassen, wie überaus ernst wir diesen Kampf nehmen sollten. Wir stehen nicht Menschen, sondern bösen Geistermächten gegenüber.

 GEGENSÄTZE BRINGEN UNS WEITER

Im Epheserbrief findet man noch viele andere Stellen, an denen Paulus mit Gegensätzen arbeitete. Beschäftigen wir uns damit, werden wir leichter verstehen, was Paulus meinte, und für uns bestimmt besser ableiten können, wo wir gefordert sind.

Wir werden es sicher interessant und auch anregend finden, uns die Übersicht „Einige Gegensätze aus Epheser, Kapitel 4 und 5“ vorzunehmen. Lies einen Gegensatz nach dem anderen und denke dabei an dein eigenes Leben. Lass dir Fragen durch den Kopf gehen wie: „Wenn ich ehrlich bin, wie stehe ich dazu? Wie verhalte ich mich denn in dieser oder einer ähnlichen Situation? Wo würden mich andere einordnen, wenn sie diese Gegenüberstellung lesen?“ Wenn dir durch einen Gegensatz auffällt, woran du arbeiten solltest, dann nimm das in Angriff. Gegensätze bringen uns weiter!

Die Übersicht bietet sich auch für den Studierabend an. Jeder in der Familie könnte sich zunächst die Gegensätze durchlesen. Danach wiederholt einer den ersten Teil der Aussage und die anderen versuchen, sich an den Punkt zu erinnern, der im zweiten Teil hervorgehoben wird. So ergibt sich sicher ein lebhaftes Gespräch darüber, wie man diesen Punkt noch besser umsetzen kann. Gegensätze auf diese Weise zu untersuchen kann jedem, ob jung oder alt, helfen, sich in der Familie und auch sonst wie ein Christ zu benehmen.

„Und? Könnt ihr euch an den zweiten Teil erinnern?“

Je mehr wir uns bewusst werden, wie hilfreich Gegensätze sind, desto eher fallen sie uns beim Bibellesen ins Auge. Und wir werden auch merken, wie sehr sie unseren Dienst bereichern können. Sind wir von Haus zu Haus unterwegs, könnten wir zum Beispiel sagen: „Viele glauben, dass der Mensch eine unsterbliche Seele hat. Doch was Gottes Wort sagt, ist oft nicht bekannt. Sehen Sie mal hier.“ Oder bei einem Bibelstudium könnte man fragen: „Die meisten in unserer Gegend glauben, dass Gott und Jesus ein und dieselbe Person sind. Aber die Bibel macht ja eine andere Aussage. Wie war das noch mal? . . . Und was glauben Sie persönlich?“

Die vielen Gegensätze in Gottes Wort sind wirklich wertvoll für unser Leben als Diener Jehovas und eine echte Hilfe beim Vermitteln der biblischen Wahrheit.