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Jehovas Zeugen

Deutsch

DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) JUNI 2013

Lerne Jehovas Eigenschaften noch mehr schätzen

Lerne Jehovas Eigenschaften noch mehr schätzen

„Werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder“ (EPH. 5:1)

1. (a) Welche Eigenschaften Jehovas könnte man studieren? (b) Wie kommt uns das zugute?

WORAN denkst du, wenn von Jehovas wunderbaren Eigenschaften die Rede ist? Vielen von uns kommt spontan Liebe, Gerechtigkeit, Weisheit und Macht in den Sinn. Natürlich ist uns klar, dass er sich noch durch viele andere Eigenschaften auszeichnet, die ihn liebenswert machen. In unseren Veröffentlichungen sind im Lauf der Jahre schon über 40 verschiedene Facetten seiner Persönlichkeit ausführlich behandelt worden — eine regelrechte „Schatztruhe“ voller faszinierender Details, die nur darauf wartet, von uns entdeckt zu werden! Wie kommt es uns zugute, diese Eigenschaften persönlich oder als Familie zu studieren? Wir lernen unseren Vater im Himmel noch mehr lieben und schätzen. Und dadurch wird der Wunsch umso stärker, ihm nahe zu sein und uns an ihm ein Beispiel zu nehmen (Jos. 23:8; Ps. 73:28).

2. (a) Welche Veranschaulichung zeigt, wie wir Jehovas Eigenschaften noch mehr schätzen lernen können? (b) Womit wollen wir uns jetzt befassen?

2 Wie kann man denn etwas noch mehr schätzen lernen? Indem man sich den Wert stärker bewusst macht. Das ist oft ein fortlaufender Prozess. Ein Beispiel: Angenommen, du probierst zum ersten Mal ein bestimmtes Gericht. Erst genießt du den Duft, der davon aufsteigt. Dann lässt du dir jeden Bissen auf der Zunge zergehen. Und schließlich kochst du es selbst nach. So ähnlich lernen wir eine Eigenschaft Jehovas noch mehr schätzen, wenn wir sie zunächst etwas genauer untersuchen, tief darüber nachdenken und uns dann bemühen, sie auch selbst auszuleben (Eph. 5:1). In diesem und in den nächsten beiden Artikeln wollen wir uns deshalb mit einigen Eigenschaften unseres Gottes befassen, über die wir vielleicht nicht so  oft nachdenken, und uns dabei jeweils fragen: Was genau ist das für eine Eigenschaft? Wie zeigt sie sich an Jehova? Und wie können wir ihn auf diesem Gebiet nachahmen?

JEHOVA — NAHBAR UND ZUGÄNGLICH

3, 4. (a) Wie würdest du jemand beschreiben, der nahbar oder zugänglich ist? (b) Wie versichert uns Jehova, dass er nahbar ist?

3 Wie würdest du jemanden beschreiben, der nahbar oder zugänglich ist? Vielleicht sagst du: „Er ist freundlich, ich brauche keine Hemmungen zu haben, ihn anzusprechen, und er ist nie zu beschäftigt, mit mir zu reden.“ Ob jemand so ist, erkennt man nicht nur daran, wie er redet, sondern schon an seiner Körpersprache — etwa an Gesten und am Gesichtsausdruck.

4 Wie macht Jehova deutlich, dass er nahbar ist? Er — der allmächtige Schöpfer des gigantischen Weltalls — sichert uns zu, dass er nur zu gern unsere Gebete hört und darauf reagiert. (Lies Psalm 145:18; Jesaja 30:18, 19.) Wir können so lange mit ihm reden, wie wir möchten, ganz gleich, wie viel Uhr es ist oder wo wir gerade sind. Wir brauchen nie Hemmungen zu haben, uns an ihn zu wenden, denn wir wissen, er würde uns deswegen nie Vorwürfe machen (Ps. 65:2; Jak. 1:5). Er wünscht sich, dass wir zu ihm kommen — und damit uns das leichter fällt, beschreibt ihn die Bibel in Begriffen, die wir Menschen gut nachvollziehen können. Zum Beispiel schrieb David in einem Psalm, dass Jehova seine Augen auf uns gerichtet hat und uns mit seiner rechten Hand festhält oder stützt (Ps. 34:15; 63:8). Der Prophet Jesaja verglich Jehova mit einem Hirten und schrieb: „Mit seinem Arm wird er die Lämmer zusammenbringen; und in seinem Busen wird er sie tragen“ (Jes. 40:11). Stell dir vor: Jehova möchte, dass wir ihm so nahe sind wie ein kleines Lamm, das sich an seinen liebevollen Hirten kuschelt! Geht es uns nicht zu Herzen, wie überaus nahbar unser himmlischer Vater ist? Wie können wir sein Vorbild nachahmen?

 EINE AUSGESPROCHEN WERTVOLLE EIGENSCHAFT

5. Warum ist es für Älteste besonders wichtig, nahbar zu sein?

5 Kürzlich wurden einige Brüder und Schwestern aus aller Welt gefragt: „Welche Eigenschaft ist dir bei einem Ältesten am wichtigsten?“ Die überwältigende Mehrheit antwortete: „Dass er nahbar ist.“ Natürlich möchten wir alle daran arbeiten, uns auf diesem Gebiet stetig zu verbessern. Doch für Älteste gilt das ganz besonders (Jes. 32:1, 2). Zu der Frage, warum ihr dieser Charakterzug so wichtig ist, bemerkte eine Schwester: „So viele gute Eigenschaften ein Ältester auch hat, sie kommen uns nur zugute, wenn er nahbar ist.“ Klingt das nicht logisch? Nur: Was genau macht jemand denn nahbar?

6. Was ist mitentscheidend dafür, ob jemand nahbar ist?

6 Mitentscheidend dafür ist, andere spüren zu lassen, dass man ehrlich an ihnen interessiert ist. Liegen einem Ältesten seine Brüder und Schwestern am Herzen und ist er bereit, sich für sie einzusetzen, dann werden sie das in aller Regel merken — auch die Kinder (Mar. 10:13-16). Carlos, 12 Jahre alt, sagt: „Ich schau zu, wie die Ältesten im Königreichssaal lächeln und lieb mit allen umgehen. Und das mag ich.“ Es ist also nicht damit getan, von sich zu sagen, man sei nahbar, sondern das sollte sich am Verhalten zeigen (1. Joh. 3:18). Wie?

7. Warum sprechen uns oft Leute auf unsere Kongressplakette an, und was lässt sich daraus ableiten?

7 Dazu ein Beispiel: Ein Bruder trug auf dem Heimflug von einem Kongress im Ausland noch seine Kongressplakette. Ein Flugbegleiter, der die Aufschrift „Gottes Königreich komme!“ sah, ließ die Bemerkung fallen: „Ja, das ist echt nötig! Darüber müssen wir noch mal reden.“ Später kam es zu einem netten Gespräch und am Ende nahm er gern unsere Zeitschriften. So etwas haben bestimmt viele von uns schon erlebt. Warum sprechen uns Leute eigentlich auf unsere Plakette an? Weil wir damit quasi signalisieren: „Fühlen Sie sich frei, mich anzusprechen und nachzufragen, was es damit auf sich hat!“ Die Plakette ist wie ein deutlich sichtbares Signal, das sie wissen lässt: Wir sprechen gern über unseren Glauben. Älteste möchten ihren Brüdern und Schwestern ebenfalls deutlich signalisieren: „Fühl dich frei, mich anzusprechen!“ Wie gelingt ihnen das?

8. Wie können Älteste ihren Brüdern deutlich signalisieren, dass sie ihnen am Herzen liegen? Wie wirkt sich das auf die Brüder aus?

8 So unterschiedlich Gewohnheiten und Bräuche von Land zu Land auch sind — durch ein strahlendes Lächeln, einen freundschaftlichen Händedruck, eine herzliche Begrüßung senden wir das deutliche Signal: „Du liegst mir am Herzen!“ Wer steht dabei in der Pflicht, den ersten Schritt zu tun? Das zeigt das Beispiel Jesu. Matthäus berichtet über eine Zusammenkunft mit den Jüngern: „Jesus trat herzu und redete zu ihnen“ (Mat. 28:18). Es ist also Aufgabe der Ältesten, wie Jesus von sich aus auf ihre Brüder zuzugehen und das Gespräch mit ihnen zu suchen. Wie wirkt das auf sie? Eine 88-jährige Pionierin erklärte: „Mir wachsen die Ältesten wirklich ans Herz, wenn sie mich mit einem lieben Lächeln und ein paar netten Worten im Saal begrüßen.“ Und eine andere treue Schwester sagte: „Es ist vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber mir bedeutet es enorm viel, wenn mich ein Ältester mit einem Lächeln in der Zusammenkunft willkommen heißt.“

FÜR ANDERE DA SEIN

9, 10. (a) Worin ist Jehova das beste Vorbild? (b) Wie können Älteste für ihre Brüder da sein?

 9 Es liegt auf der Hand, dass sich andere nur dann frei fühlen, uns anzusprechen, wenn wir auch für sie da sind. Das beste Vorbild darin ist Jehova, der „einem jeden von uns nicht fern ist“ (Apg. 17:27). Älteste können sich an ihm ein Beispiel nehmen, indem sie vor und nach den  Zusammenkünften Zeit dafür reservieren, sich mit ihren Brüdern und Schwestern zu unterhalten — den jungen wie auch den älteren. Ein Pionier erklärte: „Wenn mich ein Ältester fragt, wie es mir geht, und er dann stehen bleibt und mir zuhört, merke ich: Ihm liegt etwas an mir.“ Eine Schwester, die Jehova schon seit fast 50 Jahren dient, sagte: „Nehmen sich Älteste die Zeit, nach der Zusammenkunft mit mir zu reden, geben sie mir das Gefühl, dass ich wertvoll bin.“

10 Natürlich gibt es noch andere Aufgaben, um die sich Älteste kümmern müssen. Aber als Hirten ist es ihnen bei den Zusammenkünften am wichtigsten, sich erst einmal um die Schafe Jehovas zu kümmern.

JEHOVA IST UNPARTEIISCH

11, 12. (a) Was genau ist damit gemeint, unparteiisch zu sein? (b) Wie gibt uns Jehova darin ein Beispiel?

11 Eine weitere Eigenschaft, die Jehova so liebenswert macht, ist seine Unparteilichkeit. Was genau ist damit gemeint, unparteiisch zu sein? Dazu gehört, dass man fair ist, anderen also weder mit Vorurteilen begegnet noch sie bevorzugt. Zu dieser Eigenschaft gehört zweierlei: die richtige Einstellung und das richtige Verhalten. Warum ist beides wichtig? Nur wer seinen Mitmenschen gegenüber unparteiisch eingestellt ist, wird sie auch unparteiisch behandeln. In den Christlichen Griechischen Schriften bedeutet „nicht parteiisch sein“ buchstäblich, dass man „nicht die Person ansieht“, sprich, keine Person einer anderen vorzieht (Apg. 10:34, Kingdom Interlinear). Wer unparteiisch ist, achtet nicht auf die äußere Erscheinung oder die Lebensumstände eines Menschen, sondern auf seine Wesensart.

12 Jehova ist das beste Beispiel für Unparteilichkeit. Sein Wort sagt über ihn, dass er „nicht parteiisch ist“ und „niemand parteiisch behandelt“. (Lies Apostelgeschichte 10:34, 35; 5. Mose 10:17.) Das zeigte sich bei einer Begebenheit zur Zeit von Moses.

Zelophhads Töchter waren dankbar, dass Gott unparteiisch ist (Siehe Absatz 13, 14)

13, 14. (a) Vor welchem Problem standen die fünf Töchter Zelophhads? (b) Wie bewies Jehova, dass er unparteiisch ist?

 13 Kurz bevor die Israeliten in das Land der Verheißung einzogen, standen fünf ledige Schwestern vom Stamm Manasse vor einem schwierigen Problem. Wie alle anderen hätte auch ihre Familie demnächst eine Landzuteilung erhalten (4. Mo. 26:52-55). Doch ihr Vater Zelophhad war mittlerweile gestorben. Dem Brauch nach wäre das Recht auf Landbesitz auf seine Söhne übergegangen. Er hatte aber nur Töchter (4. Mo. 26:33). Würden die Töchter deshalb leer ausgehen und das Land der Familie an andere Verwandte fallen?

14 Die fünf wandten sich an Moses und fragten ihn: „Warum sollte der Name unseres Vaters aus der Mitte seiner Familie weggenommen werden, weil er keinen Sohn hatte?“ Inständig baten sie: „O gib uns ein Besitztum in der Mitte der Brüder  unseres Vaters!“ Wie reagierte Moses? Sagte er: „Das ist die Regel und da gibt es keine Ausnahme!“? Nein. Wie der Bibelbericht sagt, „brachte Moses ihren Fall vor Jehova“ (4. Mo. 27:2-5). Wie fiel die Antwort aus? Jehova sagte zu Moses: „Die Töchter Zelophhads reden recht. Du solltest ihnen auf alle Fälle einen Erbbesitz in der Mitte der Brüder ihres Vaters geben, und du sollst ihres Vaters Erbe auf sie übergehen lassen.“ Aber Jehova ging noch weiter. Er machte die Ausnahme zur Regel und wies Moses an: „Falls irgendein Mann sterben sollte, ohne einen Sohn zu haben, so sollt ihr sein Erbe auf seine Tochter übergehen lassen“ (4. Mo. 27:6-8; Jos. 17:1-6). Von nun an waren alle Israelitinnen, die vor derselben Problematik standen, geschützt.

15. (a) Wie geht Jehova mit seinen Dienern um, vor allem, wenn sie auf Schutz angewiesen sind? (b) Welche biblischen Begebenheiten zeigen das ebenfalls?

15 Wie rücksichtsvoll und unparteiisch von Jehova, so zu entscheiden! Er behandelte diese schutzlosen Frauen genauso mit Würde wie Israeliten, denen es besser ging (Ps. 68:5). Das ist nur einer von vielen zu Herzen gehenden Bibelberichten, die beweisen: Jehova behandelt alle seine Diener unparteiisch (1. Sam. 16:1-13; Apg. 10:30-35, 44-48).

VON JEHOVA LERNEN

16. Was kann uns helfen, an Unparteilichkeit zu arbeiten?

16 Wie können wir von Jehova lernen, unparteiisch zu sein? Wie gesagt gehört zweierlei dazu. Nur wer unparteiisch eingestellt ist, wird andere auch unparteiisch behandeln. Nun denkt ja jeder gern von sich, er sei fair und aufgeschlossen. Uns ist aber auch klar, dass es gar nicht so leicht ist, die eigenen Gefühle objektiv zu beurteilen. Wie können wir denn herausfinden, in welchem Licht uns andere sehen? Als Jesus einmal wissen wollte, was die Leute über ihn sagten, fragte er seine engsten Freunde: „Was sagen die Menschen, wer der Menschensohn sei?“ (Mat. 16:13, 14). Spricht etwas dagegen, das auch zu tun? Frag doch einen Freund, von dem du weißt, dass er dir offen seine Meinung sagt: „Denkst du, ich behandle andere fair? Denken andere das auch von mir?“ Vielleicht räumt er ein, dass bei dir ab und zu noch gewisse Vorurteile zu spüren sind, wenn jemand zum Beispiel eine andere Hautfarbe hat. Oder dass du dazu neigst, Personen mit besserer Bildung oder mehr Geld zu bevorzugen. Was dann? Lege Jehova deine Gefühle dar und bitte ihn inständig um Hilfe, umzudenken, damit es dir besser gelingt, seine Unparteilichkeit widerzuspiegeln (Mat. 7:7; Kol. 3:10, 11).

17. Woran zeigt sich, dass wir andere unparteiisch behandeln?

 17 Uns liegt viel daran, wie Jehova unparteiisch zu sein. Woran zeigt sich das in der Versammlung? Daran, dass wir alle Brüder und Schwestern liebevoll und mit Würde behandeln. Wir laden zum Beispiel nicht immer nur dieselben ein, sondern auch solche, die aus einer anderen Kultur stammen, die weniger Geld haben, die ihren Ehepartner verloren haben oder die als Einzige in ihrer Familie in der Wahrheit sind. (Lies Galater 2:10; Jakobus 1:27.) Und wie sieht es im Predigtdienst aus? Wir bringen allen ohne Unterschied die gute Botschaft, woher sie auch kommen. Und wir sind froh, dass unsere Literatur in weit über 600 Sprachen zur Verfügung steht. Wenn das kein handfester Beweis für Unparteilichkeit ist!

18. Wie möchtest du zeigen, was es dir bedeutet, dass Jehova nahbar und unparteiisch ist?

18 Wir sehen: Je mehr wir darüber nachdenken, wie nahbar und unparteiisch Jehova ist, desto mehr lernen wir ihn wirklich schätzen. Und das weckt in uns den starken Wunsch, seine Eigenschaften noch besser nachzuahmen — im Umgang mit unseren Brüdern ebenso wie im Predigtdienst.

„Jehova ist nahe allen, die ihn anrufen“ (Ps. 145:18) (Siehe Absatz 9)

Jehova behandelt niemand parteiisch (5. Mo. 10:17) (Siehe Absatz 17)