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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) MAI 2013

Weise Entscheidungen treffen, um unser Erbe nicht zu gefährden

Weise Entscheidungen treffen, um unser Erbe nicht zu gefährden

„Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest“ (RÖM. 12:9)

1, 2. (a) Wieso hast du dich dafür entschieden, Gott zu dienen? (b) Welche Fragen zu unserem geistigen Erbe könnte man stellen?

MILLIONEN haben bereits die weise Entscheidung getroffen, Jehova Gott zu dienen und den Fußstapfen Jesu Christi genau zu folgen (Mat. 16:24; 1. Pet. 2:21). Was wir Gott bei unserer Hingabe versprochen haben, nehmen wir nicht auf die leichte Schulter. Unsere Entscheidung stützte sich nicht auf eine oberflächliche Kenntnis einiger weniger Schrifttexte, sondern auf ein gründliches Studium des Wortes Gottes. Wir haben viele glaubensstärkende Einzelheiten über das Erbe kennengelernt, das Jehova denen in Aussicht stellt, die über ihn Erkenntnis in sich aufnehmen und über den, den er ausgesandt hat, Jesus Christus (Joh. 17:3; Röm. 12:2).

2 Damit wir als Diener Gottes unseren guten Ruf nicht verlieren, müssen wir Entscheidungen treffen, die unserem himmlischen Vater gefallen. In diesem Artikel werden daher wichtige Fragen behandelt wie: Worum handelt es sich bei unserem Erbe? Wie sollten wir es betrachten? Was müssen wir tun, um unser Erbe zu bekommen? Was hilft uns, weise Entscheidungen zu treffen?

UNSER ERBE: WORUM HANDELT ES SICH?

3. Welches Erbe steht (a) den Gesalbten und (b) den „anderen Schafen“ in Aussicht?

3 Eine relativ kleine Zahl von Dienern Jehovas freut sich auf ein „unvergängliches und unbeflecktes und unverwelkliches Erbe“ — das unschätzbare Vorrecht, mit Christus vom Himmel aus zu regieren (1. Pet. 1:3, 4). Um dieses Erbe zu bekommen, müssen sie  wiedergeboren werden (Joh. 3:1-3). Worum handelt es sich beim Erbe der Millionen von „anderen Schafen“ Jesu, die gemeinsam mit seinen gesalbten Nachfolgern die gute Botschaft von Gottes Königreich predigen? (Joh. 10:16). Die „anderen Schafe“ werden das erben, was Adam und Eva nie erhalten haben — ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde, wo es kein Leid, keinen Tod und keine Trauer gibt (Offb. 21:1-4). Jesus konnte daher einem Übeltäter, der neben ihm hingerichtet wurde, versprechen: „Wahrlich, ich sage dir heute: Du wirst mit mir im Paradies sein“ (Luk. 23:43).

4. Welche Segnungen verspüren wir schon heute?

4 Wir haben schon heute etwas von unserem Erbe. Da wir Glauben an „das von Christus Jesus bezahlte Lösegeld“ ausüben, genießen wir Herzensfrieden und erfreuen uns eines engen Verhältnisses zu Gott (Röm. 3:23-25). Wir haben ein klares Verständnis der kostbaren Verheißungen in Gottes Wort. Außerdem gehören wir zu einer liebevollen, internationalen Bruderschaft, was uns viel Freude bereitet. Und wie gesegnet wir doch sind, Zeugen Jehovas sein zu dürfen! Kein Wunder, dass wir unser Erbe so sehr schätzen.

5. Was versucht Satan bei Gottes Dienern, und wie können wir seinen Machenschaften standhalten?

5 Um unser wundervolles Erbe sicher zu bewahren, müssen wir beständig vor den Täuschungsmanövern Satans auf der Hut sein. Satan hat schon immer versucht, Gottes Diener zu Entscheidungen zu verleiten, die sie um ihr Erbe bringen können (4. Mo. 25:1-3, 9). Satan weiß, dass es mit seinem Treiben bald vorbei ist, und intensiviert seine Anstrengungen, uns in die Irre zu führen. (Lies Offenbarung 12:12, 17.) Um den Machenschaften des Teufels standhalten zu können, müssen wir unserem Erbe weiterhin einen hohen Stellenwert geben (Eph. 6:11). In diesem Zusammenhang ist Isaaks Sohn Esau ein warnendes Beispiel, das wir uns zu Herzen nehmen sollten.

NICHT WIE ESAU SEIN

6, 7. Wer war Esau, und welches Erbe stand ihm in Aussicht?

6 Vor fast 4 000 Jahren bekamen Isaak und Rebekka die Zwillinge Esau und Jakob. Sie waren, was Temperament und Vorlieben angeht, sehr unterschiedlich. „Esau wurde ein jagdkundiger Mann, ein Mann des Feldes“, berichtet die Bibel, „Jakob aber ein Mann ohne Tadel, der in Zelten wohnte“ (1. Mo. 25:27). Das hebräische Wort, das mit „ohne Tadel“ wiedergegeben wird, deutet nach dem Bibelübersetzer Robert Alter „auf Integrität oder sogar Unschuld hin“.

7 Als Esau und Jakob 15 waren, starb ihr Großvater Abraham. Die Verheißung, die ihm Jehova gegeben hatte, blieb jedoch bestehen. Später wiederholte sie Jehova gegenüber Isaak und wies darauf hin, dass sich alle Nationen der Erde durch den Samen Abrahams segnen würden. (Lies 1. Mose 26:3-5.) Gemäß dieser Verheißung sollte der Messias — der in 1. Mose 3:15 erwähnte Same — ein Nachkomme Abrahams sein. Auf diese Verheißung hatte Esau als Erstgeborener Isaaks einen Rechtsanspruch. Was für ein wunderbares Erbe ihm doch in Aussicht stand! Schätzte er es?

Setzen wir nie unser geistiges Erbe aufs Spiel!

8, 9. (a) Wofür entschied sich Esau? (b) Was wurde Esau erst Jahre später klar, und wie reagierte er darauf?

8 Eines Tages kam Esau vom Feld und sah, dass Jakob etwas kochte. „Geschwind“, sagte Esau, „lass mich bitte etwas von dem Roten verschlingen — dem Roten da, denn ich bin müde!“ Jakob erwiderte: „Verkauf mir zuerst dein Erstgeburtsrecht!“ Wofür entschied sich Esau? Kaum zu glauben, dass er sagte: „Von welchem Nutzen ist mir ein Erstgeburtsrecht?“ Esau zog ein Linsengericht seinem Erstgeburtsrecht vor! Jakob wollte nun die Übertragung des  Erstgeburtsrechts rechtsgültig machen und drängte: „Schwör es mir zuerst!“ Ohne zu zögern, gab Esau sein Erstgeburtsrecht weg. „Jakob gab Esau Brot und ein Linsengericht, und er begann zu essen und zu trinken. Dann stand er auf und ging seines Weges. So verachtete Esau das Erstgeburtsrecht“ (1. Mo. 25:29-34).

9 Jahre später dachte Isaak, er müsse sterben. Rebekka stellte sicher, dass Jakob das von Esau leichtfertig weggegebene Erstgeburtsrecht auch tatsächlich erhielt. Als Esau klar wurde, was für eine schlechte Entscheidung er getroffen hatte, war es zu spät. Er bettelte: „Segne mich, ja auch mich, mein Vater! . . . Hast du keinen Segen für mich aufbehalten?“ Doch Isaak sagte ihm, er könne an dem Segen, den er bereits Jakob gegeben hatte, nichts mehr ändern. „Damit erhob Esau seine Stimme und brach in Tränen aus“ (1. Mo. 27:30-38).

10. Was empfand Gott für Esau und was für Jakob, und warum?

10 Welche Charakterzüge Esaus treten besonders hervor? Sein Verlangen zu befriedigen war für ihn wichtiger als die künftigen Segnungen, die mit seinem Erbe verbunden gewesen wären. Er hielt sein Erstgeburtsrecht nicht in Ehren und hatte offensichtlich keine echte Liebe zu Gott. Außerdem ließ er außer Acht, wie sich sein Verhalten auf seine Nachkommen auswirken würde. Jakob dagegen schätzte sein Erbe sehr. Als es darum ging, sich für eine Ehefrau zu entscheiden, hielt er sich an die Anweisungen seiner Eltern (1. Mo. 27:46 bis 28:3). Das verlangte von ihm Geduld und war mit Opfern verbunden, doch er wurde ein Vorfahr des Messias. Was empfand Gott für Esau und was für Jakob? Durch den Propheten Maleachi ließ Jehova sagen: „Ich liebte Jakob, und Esau habe ich gehasst“ (Mal. 1:2, 3).

11. (a) Warum ist das Beispiel Esaus für uns heute von Belang? (b) Warum sprach Paulus im Zusammenhang mit Esaus Verhalten von Hurerei?

11 Ist das, was die Bibel über Esau sagt, für uns heute von Belang? Natürlich. Paulus ermahnte Glaubensbrüder, darauf zu achten, „dass kein Hurer da ist noch irgendjemand, der heilige Dinge nicht schätzt, wie Esau, der seine Erstgeburtsrechte im Tausch für e i n Mahl weggab“ (Heb. 12:16). Diese Warnung gilt auch für uns heute. Wir müssen die Wertschätzung für heilige Dinge bewahren, damit wir nicht von fleischlichen Begierden überwunden werden und unser geistiges Erbe verlieren. Warum sprach Paulus im Zusammenhang mit Esaus Verhalten von Hurerei? Weil jemand mit der fleischlichen Einstellung Esaus eher bereit ist, heilige Dinge für verbotene Genüsse wie etwa Hurerei aufzugeben.

 JETZT UNSER HERZ BEFESTIGEN

12. (a) Wie trägt Satan Versuchungen an uns heran? (b) Welche biblischen Beispiele können uns helfen, wenn wir vor schwierigen Entscheidungen stehen?

12 Bestimmt wollen wir als Diener Jehovas Situationen vermeiden, in denen wir versucht sein könnten, unsittlich zu handeln. Wir bitten Jehova Gott, nicht zuzulassen, dass wir einer Versuchung zum Ungehorsam nachgeben (Mat. 6:13). In der heutigen verdorbenen Welt möchten wir unsere unversehrte Lauterkeit bewahren, auch wenn Satan ständig versucht, unsere geistige Gesinnung zu untergraben (Eph. 6:12). Als Gott des bösen Systems der Dinge weiß der Teufel, unsere Schwächen auszunutzen, und trägt Versuchungen an uns heran (1. Kor. 10:8, 13). Stellen wir uns einmal vor, wir hätten die Gelegenheit, ein bestimmtes Verlangen auf unmoralische Weise zu befriedigen. Wie würden wir uns entscheiden? Würden wir wie Esau handeln und sagen: „Geschwind! Ich will es haben!“? Oder würden wir der Versuchung widerstehen und uns wie Joseph, der Sohn Jakobs, verhalten, der floh, als er von Potiphars Frau versucht wurde? (Lies 1. Mose 39:10-12.)

13. (a) In welcher Hinsicht verhalten sich heute viele wie Joseph und einige wie Esau? (b) Was müssen wir tun, damit es uns nicht so ergeht wie denen, die wie Esau handelten?

13 Viele unserer Brüder und Schwestern haben sich in Situationen befunden, in denen sie entscheiden mussten, ob sie sich wie Esau oder wie Joseph verhalten. Die meisten handelten weise und haben Jehovas Herz erfreut (Spr. 27:11). Einige unserer Glaubensbrüder haben sich jedoch in Versuchungen wie Esau entschieden und ihr geistiges Erbe aufs Spiel gesetzt. Jedes Jahr sind eine beträchtliche Zahl von Rechtsfällen und Gemeinschaftsentzügen auf sexuelles Fehlverhalten zurückzuführen. Wie wichtig ist es doch, jetzt unser Herz zu befestigen — lange bevor eine Situation entsteht, in der unsere Lauterkeit auf die Probe gestellt wird (Ps. 78:8). Was können wir tun, um uns vor Versuchungen zu schützen und um weise Entscheidungen zu treffen? Zwei Schritte möchten wir jetzt näher betrachten.

NACHDENKEN UND DIE WIDERSTANDSKRAFT STÄRKEN

Wir stärken unsere Widerstandskraft, wenn wir Jehovas Weisheit suchen

14. Über welche Fragen nachzudenken hilft uns, das Böse zu verabscheuen und am Guten festzuhalten?

14 Der erste Schritt ist, an die Folgen zu denken. Wie sehr wir unser geistiges Erbe schätzen, hängt größtenteils davon ab, wie sehr wir Jehova lieben, der uns das Erbe gibt. Und schließlich möchten wir doch jemand, den wir lieben, nicht verletzen, sondern ihm gefallen. Daher sollten wir uns die Zeit nehmen und darüber nachdenken, was sich für uns und andere ergeben würde, wenn wir unreinen fleischlichen Begierden nachgeben. Wir sollten uns fragen: Wie würde sich die egoistische Handlungsweise auf mein Verhältnis zu Jehova auswirken? Wie auf meine Familie? Wie auf die Brüder und Schwestern in der Versammlung? Könnte ich andere zum Straucheln bringen? (Phil. 1:10). Wir könnten uns auch fragen: Wären einige Momente unerlaubten Vergnügens all den Kummer wert, der durch meine Entscheidung entsteht? Möchte ich wirklich, dass es mir so ergeht wie Esau und ich bitterlich weine, wenn mir schließlich die Tragweite meines Verhaltens bewusst wird? (Heb. 12:17). Über solche Fragen nachzudenken hilft uns, das Böse zu verabscheuen und am Guten festzuhalten (Röm. 12:9). Vor allem motiviert uns die Liebe zu Jehova, an unserem Erbe festzuhalten (Ps. 73:28).

15. Wie können wir unsere Widerstandskraft gegen Einflüsse stärken, die die geistige Gesinnung gefährden?

15 Der zweite Schritt besteht darin, unsere Widerstandskraft zu stärken. Damit wir weltlichen Einflüssen, die die geistige Gesinnung gefährden, besser widerstehen  können, hat Jehova viele Vorkehrungen getroffen. Dazu zählen Bibelstudium, Zusammenkünfte, Predigtdienst und Gebet (1. Kor. 15:58). Jedes Mal, wenn wir von Herzen zu Jehova beten oder uns im Predigtdienst so gut wir können einsetzen, verstärken wir den Schutz gegen Versuchungen. (Lies 1. Timotheus 6:12, 19.) Unsere Widerstandskraft hängt also weitgehend von uns ab (Gal. 6:7). Das wird in Sprüche, Kapitel 2 gezeigt.

„SUCHE FORTWÄHREND DANACH“

16, 17. Wie können wir die Fähigkeit erwerben, weise Entscheidungen zu treffen?

16 In Sprüche, Kapitel 2 werden wir aufgefordert, Weisheit und Denkvermögen zu erwerben. Wer diese Gaben hat, kann sich für Recht und gegen Unrecht entscheiden, für Selbstdisziplin und gegen Selbstsucht. Doch das gelingt nur, wenn wir uns darum bemühen. Dieser grundlegende Gedanke wird in der Bibel mit den Worten betont: „Mein Sohn, wenn du meine Reden annehmen und meine eigenen Gebote bei dir verwahren wirst, indem du der Weisheit dein Ohr leihst, sodass du dein Herz dem Unterscheidungsvermögen zuneigst, wenn du überdies nach Verständnis selbst rufst und zum Unterscheidungsvermögen deine Stimme erhebst, wenn du danach fortwährend wie nach Silber suchst und du wie nach verborgenen Schätzen ständig danach forschst, dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen, und du wirst die wahre Erkenntnis Gottes finden. Denn Jehova selbst gibt Weisheit; aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Unterscheidungsvermögen“ (Spr. 2:1-6).

17 Weise Entscheidungen können wir somit nur dann treffen, wenn wir die in den Sprüchen erwähnten Voraussetzungen erfüllen. Wir können Versuchungen standhaft widerstehen, wenn wir den inneren Menschen von den Aussprüchen Jehovas formen lassen, wenn wir beharrlich um Gottes Anleitung beten und wenn wir ständig nach der Erkenntnis Gottes wie nach verborgenen Schätzen forschen.

18. Wozu bist du entschlossen, und warum?

18 Jehova gibt denen Erkenntnis, Verständnis, Unterscheidungsvermögen und Weisheit, die sich darum bemühen. Je mehr wir nach diesen Gaben suchen und sie gebrauchen, desto enger wird unser Verhältnis zum Geber. Ein vertrautes Verhältnis zu Jehova Gott schützt uns, wenn wir einer Versuchung gegenüberstehen. Uns ihm mit Ehrfurcht zu nahen bewahrt uns vor Fehlverhalten (Ps. 25:14; Jak. 4:8). Wir sind gern Freunde Jehovas und richten uns nach göttlicher Weisheit aus. Treffen wir deshalb weiterhin Entscheidungen, die sein Herz erfreuen und unser Erbe nicht gefährden!