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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) MAI 2013

Erfülle deine Aufgabe als Evangeliumsverkündiger

Erfülle deine Aufgabe als Evangeliumsverkündiger

„Verrichte das Werk eines Evangeliumsverkündigers, führe deinen Dienst völlig durch“ (2. TIM. 4:5)

1. Wieso kann Jehova als der größte und erste Evangelist bezeichnet werden?

EIN Evangeliumsverkündiger ist der Überbringer einer guten Botschaft. Jehova, unser Gott, ist der größte und auch der erste Evangelist. Gleich nach der Rebellion unserer Ureltern verkündete er die gute Nachricht: Die Schlange, also Satan, der Teufel, wird vernichtet werden (1. Mo. 3:15). Über die Jahrhunderte ließ Jehova treue Männer Einzelheiten darüber niederschreiben, wie sein Name von Schande befreit und wie der Schaden, den Satan verursacht hat, wiedergutgemacht wird. Er lässt uns auch wissen, wie Menschen die Zukunftsperspektiven zurückerlangen können, die Adam und Eva verspielt haben.

2. (a) Welchen Anteil haben Engel an der Verkündigung der guten Botschaft? (b) Was lernen wir von Jesus?

2 Auch Engel sind Evangeliumsverkündiger. Sie überbringen selbst gute Nachrichten und sie unterstützen andere dabei (Luk. 1:19; 2:10; Apg. 8:26, 27, 35; Offb. 14:6). Der Erzengel Michael kam als Jesus auf die Erde und machte uns vor, was es bedeutet, ein Evangeliumsverkündiger zu sein. Ja, sein ganzes Leben drehte sich um die Verbreitung der guten Botschaft (Luk. 4:16-21).

3. (a) Welche gute Nachricht verbreiten wir? (b) Welche Fragen sollten wir uns stellen?

3 Jesus beauftragte seine Jünger, das Evangelium zu verkündigen (Mat. 28:19, 20; Apg. 1:8). Daher legte der Apostel Paulus seinem Mitarbeiter Timotheus ans Herz: „Verrichte das Werk eines Evangeliumsverkündigers, führe deinen Dienst völlig durch“ (2. Tim. 4:5). Welche gute Nachricht verbreiten wir als Jesu Nachfolger eigentlich? Ein wichtiger Punkt ist: Unser himmlischer Vater liebt uns. Ist das nicht beruhigend? (Joh. 3:16; 1. Pet. 5:7). Und wie  zeigt Jehova uns seine Liebe? Vor allem durch sein Königreich. Darum erzählen wir auch anderen gern davon, dass alle, die sich der Königreichsherrschaft unterstellen, auf Gott hören und das Rechte tun, seine Freunde werden können (Ps. 15:1, 2). Zu seinem Regierungsprogramm gehört es, Leid und Unrecht ein Ende zu machen. Selbst schmerzhafte Erinnerungen daran werden der Vergangenheit angehören. Welch schöne Nachricht! (Jes. 65:17). Als Evangeliumsverkündiger wollen wir zwei wichtige Fragen genauer untersuchen: Warum ist es heute so wichtig, dass unsere Mitmenschen die gute Botschaft hören? Und wie können wir unser Bestes tun und unsere Aufgabe als Evangeliumsverkündiger erfüllen?

WARUM IST DIE GUTE BOTSCHAFT WICHTIG FÜR JEDEN?

Gute Fragen helfen Mitmenschen, ihre Ansichten zu überprüfen

4. Was wird Gott so alles angedichtet?

4 Angenommen jemand behauptet, dein Vater habe dich und deine Familie verlassen. Und angenommen einige, die vorgeben ihn zu kennen, sagen, er sei nicht an dir interessiert, sei undurchschaubar, ja sogar grausam. Andere reden dir vielleicht noch ein, er sei tot. Also, wozu nach ihm suchen? Das sei vergeblich. Ähnliches erzählt man auch über Gott. So sagt man, er sei ein Mysterium, unnahbar und grausam. Einige Geistliche behaupten, Gott würde böse Menschen zur Strafe für immer und ewig quälen. Andere machen ihn für das Leid durch Naturkatastrophen verantwortlich. Sie sehen darin eine Strafe Gottes, obwohl dabei gute Menschen genauso umkommen wie böse.

Gute Fragen motivieren andere, sich für die Wahrheit zu öffnen

5, 6. Wie beeinflussen die Evolutionstheorie und religiöse Irrlehren die Menschen?

5 Es gibt Leute, die behaupten, Gott existiere gar nicht. Nehmen wir nur die Evolutionstheorie: Viele ihrer Befürworter erklären, das Leben habe sich allein, ohne intelligente Einflussnahme, entwickelt. Einen Schöpfer gibt es für sie nicht. Einige behaupten sogar, der Mensch sei nichts anderes als ein Tier, weshalb es nicht überrascht, dass sich manche wie Tiere benehmen. Nach ihrer Logik folgt ein Starker, der gnadenlos einen Schwachen unterdrückt, nur den sogenannten Gesetzen der Natur. Kein Wunder, wenn viele denken, Ungerechtigkeit werde es immer geben. So werden Menschen, die an die Evolution glauben, der Zukunftshoffnung beraubt.

6 Die Evolutionstheorie und die falschen Lehren über Gott haben das Leid der Menschen in unserer Zeit nur noch verstärkt (Röm. 1:28-31; 2. Tim. 3:1-5). Sie vermitteln keine gute Botschaft, nichts von Bestand und bleibendem Wert. Stattdessen sind die Menschen dadurch „in geistiger Finsternis und dem Leben, das Gott gehört, entfremdet“, wie der Apostel Paulus es ausdrückt (Eph. 4:17-19). Die gute Botschaft Gottes anzunehmen, ist ihnen durch solche Lehren umso schwerer gemacht worden. (Lies Epheser 2:11-13.)

Gute Fragen helfen, die richtigen Schlüsse zu ziehen

7, 8. Was ist der einzige Weg, die gute Botschaft genau zu verstehen?

7 Um wieder mit Gott versöhnt zu werden, müssen die Menschen zunächst erkennen, dass es ihn gibt und dass es wichtig ist, ihm nahezukommen. Ermutigen wir sie deshalb dazu, sich eingehend mit der Schöpfung auseinanderzusetzen. Wer dafür aufgeschlossen ist, wird Gottes Weisheit und Macht erkennen (Röm. 1:19, 20). Anhand der Broschüren Das Leben: Reiner Zufall? oder Der Ursprung des Lebens: Fünf Fragen kritisch beleuchtet können wir so jemand zeigen, was unser großer Schöpfer alles gemacht hat, und in ihm ein Gefühl von Ehrfurcht wecken. Aber genügt es, sich ausschließlich mit der Schöpfung zu beschäftigen? Nein, denn sie gibt keine Antworten auf so elementare Fragen des Lebens wie: Warum lässt Gott Leid zu? Was hat er mit der  Erde vor? Interessiert sich Gott für mich persönlich?

8 Es gibt nur einen Weg, die gute Botschaft über Gott und das, was er vorhat, genau zu verstehen: ein Studium der Bibel. Und wir dürfen unseren Mitmenschen helfen, Antworten auf ihre Fragen zu finden. Doch nur trockene Fakten zu vermitteln reicht nicht aus. Schließlich wollen wir ihr Herz erreichen und dazu müssen wir sie von der Wahrheit überzeugen (2. Tim. 3:14). Jesus ist uns da ein gutes Vorbild. Wieso war er so erfolgreich? Eine seiner Methoden: Er stellte geschickt Fragen. Was können wir uns von ihm abschauen?

GESCHICKT FRAGEN GEBRAUCHEN

9. Was müssen wir tun, wenn wir Menschen die gute Botschaft nahebringen wollen?

9 Warum sollten wir wie Jesus Fragen stellen? Versetzen wir uns einmal in folgende Situation: Du bist krank und dein Arzt sagt dir, er habe eine gute Nachricht: Er kann dich heilen — aber er muss dazu einen größeren Eingriff vornehmen. Vertraust du ihm? Hätte er dir bei der Voruntersuchung keine einzige Frage zu deiner körperlichen Verfassung gestellt, wohl kaum. So befähigt er auch sein mag, er kann dir nicht helfen, wenn er sich nicht vorher mit den Symptomen deiner Krankheit beschäftigt hat. Ist es bei Menschen, denen wir die gute Botschaft vom Königreich nahebringen wollen, nicht ganz ähnlich? Wir müssen ihnen zunächst gezielt Fragen stellen, um herauszufinden, wie sie denken und wo sie Hilfe brauchen. Das ist eine Kunst — aber wir können sie erlernen.

Um das Herz unserer Zuhörer zu erreichen, müssen wir sie von der Wahrheit überzeugen

10, 11. Was können wir erreichen, wenn wir uns ein Beispiel daran nehmen, wie Jesus lehrte?

10 Jesus wusste: Durch gut überlegte Fragen kann ein Lehrer nicht nur mehr über seine Schüler erfahren, sondern sie auch in die Diskussion mit einbeziehen. Um seinen Jüngern zu helfen, eine Lektion in Demut zu lernen, stellte er ihnen eine Frage, die sie zum Nachdenken anregen sollte (Mar. 9:33). Petrus brachte er bei, Grundsätze anzuwenden, indem er eine Alternativfrage mit zwei Antwortmöglichkeiten stellte (Mat. 17:24-26). Ein anderes Mal wollte Jesus erfahren, wie es im Herzen seiner Jünger aussah. Daher stellte er ihnen mehrere Fragen nach ihrem Standpunkt. (Lies Matthäus 16:13-17.) Jesus sagte ihnen nicht einfach, was sie tun sollten. Er sprach vielmehr durch seine Fragen und sein Lehren ihr Herz an, und das motivierte sie, nach der biblischen Wahrheit zu leben.

11 Wie Jesus gut überlegte Fragen zu stellen, hat gleich mehrere Vorteile: Wir erfahren, wie wir unseren Mitmenschen am besten weiterhelfen können. Es ermöglicht uns, eventuelle Gesprächsblocker zu überwinden. Und wir lehren sie, sich die Wahrheit zu eigen zu machen. Schauen wir uns in den drei folgenden Situationen an, wie Fragen gezielt eingesetzt werden können.

12—14. Wie kannst du einem Jugendlichen helfen, beim Predigen sicherer zu werden?

12 Situation 1: Wie würdest du als Vater oder Mutter eines Jugendlichen reagieren, der dir sagt, er tue sich schwer, einem Mitschüler zu erklären, warum er an die Schöpfung glaubt? Wie könntest du ihm helfen, seine Unsicherheit zu überwinden und mit anderen über die Wahrheit zu sprechen? Anstatt ihn zu kritisieren und ihm einfach vorzuschreiben, was er machen soll, könntest du wie Jesus  vorgehen und ihm einige Fragen nach seinem Standpunkt stellen. Wie kann das konkret aussehen?

13 Nachdem ihr zusammen einige Gedanken aus der Ursprung-des-Lebens-Broschüre gelesen habt, frag ihn doch, was ihn am meisten beeindruckt hat. Motiviere ihn herauszufinden, was seine persönlichen Gründe sind, an einen Schöpfer zu glauben, und warum er gern so leben möchte, wie es Gott gefällt (Röm. 12:2). Versichere ihm, dass seine Gründe nicht unbedingt mit deinen übereinstimmen müssen.

14 Schlag ihm vor, im Gespräch mit seinem Mitschüler genauso vorzugehen, wie ihr es gerade gemacht habt. Nachdem die beiden sich in der Broschüre einige Fakten angesehen haben, könnte er seinen Mitschüler fragen, was er denkt, und ihm helfen, Schlussfolgerungen zu ziehen. Vielleicht lässt er ihn die Informationen im Kasten auf Seite 21 lesen und fragt dann: „Ist es nicht echt erstaunlich, dass man es in unserem Computerzeitalter nicht schafft, an die Speicherkapazität der DNA heranzukommen?“ Wahrscheinlich wird der Mitschüler zustimmen. Dann könnte der Jugendliche fragen: „Wenn das Computerspezialisten schon nicht hinkriegen, dann doch erst recht nicht vernunftlose Materie, oder?“ Und du kannst noch etwas tun, damit er immer sicherer wird: Übe regelmäßig mit ihm. Wenn du ihm beibringst, gut überlegte Fragen zu stellen, fällt es ihm leichter, seine Aufgabe als Prediger der guten Botschaft zu erfüllen.

15. Wie können wir in einem Gespräch mit einem Atheisten Fragen verwenden?

15 Situation 2: Beim Zeugnisgeben treffen wir Menschen, die daran zweifeln, dass es einen Gott gibt. Vielleicht sagt uns jemand, er sei Atheist. Statt hier abzubrechen, könnten wir ihn respektvoll fragen, ob er schon immer so denkt und was ihn dazu veranlasst hat. Hören wir  gut zu und loben ihn dafür, dass er sich ernsthaft mit diesem Thema auseinandergesetzt hat. Danach könnten wir ihn fragen, ob er etwas dagegen hätte, sich einige Belege anzuschauen, die für die Schöpfung sprechen. Ist er aufgeschlossen, wird er einräumen, dass man auch gegenteiliges Beweismaterial prüfen sollte. Jetzt kann man ihm entweder die Broschüre Das Leben: Reiner Zufall? oder Der Ursprung des Lebens: Fünf Fragen kritisch beleuchtet anbieten. Freundlich gestellte, taktvolle Fragen können wie ein Schlüssel zum Herzen sein und es für die gute Botschaft öffnen.

16. Warum sollten wir uns nicht damit zufriedengeben, wenn ein Bibelstudent lediglich die Antworten aus dem Absatz wiederholt?

16 Situation 3: Wären wir bei einem Bibelstudium damit zufrieden, dass der Studierende einfach nur die Antworten aus dem Absatz wiederholt, könnte es sein, dass wir seinen Fortschritt behindern. Warum? Weil er so nicht intensiv über die Wahrheiten nachdenkt und sie in seinem Herzen keine tiefen Wurzeln bilden können. Wird er dann verfolgt oder angefeindet, könnte es ihm ergehen wie einer Pflanze, die bei Hitze verdorrt (Mat. 13:20, 21). Das wollen wir auf jeden Fall verhindern. Darum müssen wir den Studierenden fragen, wie ihn das, was er lernt, berührt und ob er damit übereinstimmt. Noch wichtiger ist, ihn begründen zu lassen, warum er zustimmt beziehungsweise warum nicht. Und dann gilt es, ihm zu helfen, biblische Aussagen zu analysieren, damit er lernt, selbst die richtigen Schlüsse zu ziehen (Heb. 5:14). Wenn wir Fragen geschickt gebrauchen, können Studierende eher einen Glauben entwickeln, der tief verwurzelt ist. So sind sie besser ausgerüstet, jemand die Stirn zu bieten, der sie abbringen oder irreführen will (Kol. 2:6-8). Was können wir noch tun, um als Evangeliumsverkündiger erfolgreich zu sein?

SICH IM DIENST UNTERSTÜTZEN

17, 18. Wie können wir beim Predigen als ein Team zusammenarbeiten?

17 Jesus sandte seine Jünger zu zweit in den Dienst (Mar. 6:7; Luk. 10:1). Der Apostel Paulus spricht von „Mitarbeitern“, die „Seite an Seite“ mit ihm die gute Botschaft gepredigt haben (Phil. 4:3). Nach diesem biblischen Muster führte Jehovas Organisation 1953 ein Programm ein, bei dem erfahrene Verkündiger andere im Dienst schulten.

18 Wie kann Teamarbeit im Dienst konkret aussehen? (Lies 1. Korinther 3:6-9.) Schlag in deiner Bibel die Texte auf, die dein Dienstpartner gebraucht. Verfolge aufmerksam das Gespräch und achte darauf, ob du gegebenenfalls bei Einwänden helfen kannst (Pred. 4:12). Doch ein Wort zur Vorsicht: Unterbrich die Argumentationskette deines Partners nicht. Wenn man im Überschwang der Begeisterung in das Gespräch platzt, könnte ihn das demotivieren und euren Gesprächspartner irritieren. Auch wenn es manchmal durchaus angebracht ist, sich in das Gespräch einzuschalten, könntest du das auf einige wenige kurze Kommentare beschränken. Überlass deinem Dienstpartner dann die weitere Gesprächsführung.

19. Was sollten wir nicht vergessen, und warum?

19 Und wie sieht es mit der Zeit zwischen den Türen aus? Nutzen wir sie sinnvoll: Überlegen wir zum Beispiel, was wir beim Predigen noch verbessern können. Und rauben wir uns nicht selbst die Freude, indem wir negativ über die Leute im Gebiet oder die Schwächen unserer Glaubensbrüder reden (Spr. 18:24). Vergessen wir nie, in Gottes Wort werden wir mit „irdenen Gefäßen“ verglichen. In seiner außergewöhnlichen Güte hat Jehova uns den „Schatz“ anvertraut, anderen seine gute Botschaft zu überbringen. (Lies 2. Korinther 4:1, 7.) Das bedeutet uns viel. Geben wir daher unser Bestes, um unsere Aufgabe als Evangeliumsverkündiger zu erfüllen.