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Jehovas Zeugen

Deutsch

DER WACHTTURM (STUDIENAUSGABE) MAI 2013

Bist du „eifrig für vortreffliche Werke“?

Bist du „eifrig für vortreffliche Werke“?

Christus Jesus hat sich selbst für uns hingegeben, damit er „für sich ein Volk reinige, das insbesondere sein Eigen ist, eifrig für vortreffliche Werke“ (TIT. 2:13, 14)

1, 2. Welche herausragende Ehre haben wir als Zeugen Jehovas, und wie berührt dich das?

HERAUSRAGENDE Leistungen werden nicht selten mit einem Preis honoriert. Manche haben sich besonders verdient gemacht, zwischen gegnerischen oder verfeindeten Parteien oder Gruppierungen zu vermitteln und den Frieden wiederherzustellen. Dafür wurde ihnen der Friedensnobelpreis verliehen — eine hohe Ehre. Welch besondere Ehre ist es im Vergleich dazu, sich als Gesandter oder Bevollmächtigter Gottes dafür einsetzen zu dürfen, dass Menschen Frieden mit ihrem Schöpfer schließen können!

2 Diese außergewöhnliche Ehre kommt uns als Zeugen Jehovas zu. Unter der Anleitung von Gott und Christus bitten wir andere: „Werdet versöhnt mit Gott“ (2. Kor. 5:20). Jehova gebraucht uns, um Menschen zur wahren Anbetung zu ziehen. Dadurch haben mittlerweile Millionen aus über 235 Ländern und Territorien Frieden mit Gott geschlossen und dürfen darauf hoffen, ewig zu leben (Tit. 2:11). Es liegt uns am Herzen, jeden einzuladen, „Wasser des Lebens kostenfrei“ zu nehmen (Offb. 22:17). Und weil uns das so wichtig ist und wir darin voll aufgehen, werden wir auch als ein Volk bezeichnet, das „eifrig für vortreffliche Werke“ ist (Tit. 2:14). Wie können wir durch Eifer für vortreffliche Werke bewirken, dass sich andere zu Jehova hingezogen fühlen? Eine Möglichkeit bietet der Predigtdienst.

DER EIFER JEHOVAS UND JESU — EIN VORBILD FÜR UNS

3. Worauf lässt der „Eifer Jehovas“ schließen?

3 Über das, was unter Jesu Herrschaft alles verwirklicht wird, heißt es in Jesaja 9:7: „Der Eifer Jehovas der Heerscharen wird dieses tun.“ Diese Worte unterstreichen, wie sehr unser himmlischer Vater daran interessiert ist, die Menschheit zu retten. Sein beispielhafter  Eifer lässt nur einen Schluss zu: Auch wir sollten dem Auftrag, das Königreich zu verkündigen, mit ganzem Herzen, mit Begeisterung, ja mit Eifer nachkommen. Brennt in unserem Herzen der Wunsch, Menschen Jehova näherzubringen, spiegelt das seinen Eifer wider. Deshalb ist es gut, wenn sich jeder von uns fragt: Predige ich die gute Botschaft so eifrig, wie es meine Umstände nur irgend erlauben? (1. Kor. 3:9).

4. Welches Beispiel gab Jesus durch seinen unermüdlichen Dienst?

4 Denken wir auch daran, wie eifrig Jesus war. Mit seinem unermüdlichen Dienst gab er ein perfektes Beispiel. Trotz heftigen Widerstands, ja bis zu seinem qualvollen Tod ließ sein Eifer im Predigen nicht nach (Joh. 18:36, 37). Je näher Jesu Opfertod rückte, desto intensiver setzte er sich dafür ein, Jehova anderen bekannt zu machen.

5. Was tat Jesus in Übereinstimmung mit dem Gleichnis vom Feigenbaum?

5 Im Herbst 32 u. Z. erzählte Jesus das Gleichnis von einem Mann, der in seinem Weingarten einen Feigenbaum gepflanzt hatte. Drei Jahre wartete er nun schon vergeblich darauf, dass er Frucht trug. Also beauftragte er den Weingärtner, den Baum umzuhauen. Dieser erbat sich jedoch Zeit, um ihn zu düngen. (Lies Lukas 13:6-9.) Jesu Predigttätigkeit hatte bis dahin nur wenig „Frucht“ getragen: Trotz seines Eifers hatte er erst wenige Nachfolger. Aber ihm verblieben noch etwa sechs Monate. Und wie im Gleichnis angedeutet, intensivierte er in dieser Zeit sein Predigen in Judäa und Peräa. Einige Tage vor seinem Tod weinte Jesus um seine Landsleute, die hörten, „ohne zu reagieren“ (Mat. 13:15; Luk. 19:41).

6. Warum ist es so wichtig, uns heute umso intensiver im Predigtwerk einzusetzen?

6 Wir leben in der Spätphase der Zeit des Endes. Ist es da nicht enorm wichtig, uns umso intensiver im Predigtwerk einzusetzen? (Lies Daniel 2:41-45.) Welch eine Auszeichnung ist es doch, Zeugen für Jehova sein zu dürfen! Wir sind die Einzigen auf der Erde, die zeigen können, wie die Probleme der Menschheit gelöst werden. Vor Kurzem bezeichnete eine Journalistin die Frage „Warum passieren guten Menschen schlimme Dinge?“ als unbeantwortbar. Aber die Bibel enthält Antworten darauf — und es ist uns Pflicht und Ehre, sie jedem mitzuteilen, der sie hören will. „Glühend im Geist“ kommen wir dem Auftrag Gottes nach (Röm. 12:11). Durch unser eifriges Predigen und mit dem Segen Gottes helfen wir anderen, Jehova kennen und lieben zu lernen.

OPFERBEREITSCHAFT EHRT JEHOVA

7, 8. Wieso wird Jehova durch Opferbereitschaft geehrt?

7 Paulus hatte während seines Dienstes mitunter „schlaflose Nächte“ und „Mangel an Nahrung“. Uns könnte es ähnlich gehen (2. Kor. 6:5). Seine Beschreibung führt uns lebhaft vor Augen, was es bedeutet, sich für andere aufzuopfern. Das erlebt auch manch ein Pionier, der für seinen Lebensunterhalt sorgen muss, aber den Dienst allem voranstellt. Oder denken wir an die Missionare, die sich für Menschen in fremden Ländern völlig aufopfern — sich sozusagen „gleich einem Trankopfer“ ausgießen (Phil. 2:17). Dann sind da unsere Ältesten, die sich unermüdlich um Jehovas Schafe kümmern, wobei schon mal Essen und Schlafen zu kurz kommt. Nicht zu vergessen unsere lieben Älteren und Kranken, die ihr Möglichstes tun, um bei den Zusammenkünften anwesend zu sein und sich am Predigtdienst zu beteiligen. Schlägt unser Herz nicht höher, wenn wir daran denken, wie sie alle sich opferbereit für Jehova einsetzen? Das bleibt auch Außenstehenden nicht verborgen.

8 In einem Leserbrief an eine Zeitung in Großbritannien (Boston Target) schrieb jemand, der kein Zeuge Jehovas ist: „Die  Leute verlieren ihr Vertrauen in die Religionen . . . Was tun denn die Geistlichen den lieben langen Tag? Sie gehen bestimmt nicht wie Christus zu den Menschen hin . . . Die einzige Religionsgemeinschaft, der daran offenbar gelegen ist, sind die Zeugen Jehovas. Sie gehen zu den Menschen und sind ehrlich bemüht, die Wahrheit zu verkünden.“ Ja, wenn man in einer Welt, in der sich fast alles um die Befriedigung der eigenen Interessen dreht, bereit ist, selbstlos für andere Opfer zu bringen, macht das Jehova Gott viel Ehre.

Allein deine Teilnahme am Predigtdienst ist ein gutes Zeugnis für andere

9. Was kann uns anspornen, in unserem Dienst weiter „eifrig für vortreffliche Werke“ zu sein?

9 Doch was, wenn unser Eifer im Dienst für Gott nachzulassen scheint? Überlegen wir dann, was Jehova durch das Predigen alles bewirkt! (Lies Römer 10:13-15.) Wer gerettet werden will, muss glaubensvoll Jehovas Namen anrufen. Doch wie sollen Menschen das tun, wenn wir ihnen nicht predigen? Uns das bewusst zu machen wird uns sehr motivieren, weiter „eifrig für vortreffliche Werke“ zu sein und fleißig die gute Botschaft vom Königreich zu verkündigen.

GUTES VERHALTEN WIRKT ANZIEHEND

Deine Ehrlichkeit und deine gute Arbeit bleiben nicht unbemerkt

10. Was können wir mit unserem christlichen Benehmen bewirken?

10 So wichtig Eifer im Dienst auch ist, er allein reicht nicht aus, damit sich Menschen zu unserem Gott hingezogen fühlen. Zu den „vortrefflichen Werken“ gehört auch unser gutes Benehmen. Paulus betont das, wenn er schreibt: „In keiner Weise geben wir irgendeine Ursache zum Straucheln, damit unser Dienst nicht bemängelt werde“ (2. Kor. 6:3). Durch unsere Sprache und unser gutes Benehmen schmücken wir die Lehre Gottes und machen die Anbetung Jehovas für andere anziehend (Tit. 2:10). Daher hört man auch immer wieder davon, wie gewinnend unser christliches Verhalten auf aufrichtige Menschen wirkt.

11. Warum sollten wir uns gut überlegen, wie unser Benehmen auf andere wirkt?

 11 Umgekehrt könnte ein schlechtes Verhalten andere nachteilig beeinflussen. Deshalb achten wir darauf, uns überall — ob am Arbeitsplatz, zu Hause oder in der Schule — so zu verhalten, dass „unser Dienst nicht bemängelt“ werden kann. Wie verheerend wäre es doch für uns, „willentlich Sünde zu treiben“ (Heb. 10:26, 27). Haben wir das im Sinn, dann überlegen wir uns gut, wie unser Handeln, ja unser ganzes Leben, auf andere wirkt. Je mehr es mit den Sittenmaßstäben der Welt bergab geht, umso deutlicher erkennen aufrichtige Beobachter den Unterschied zwischen „einem, der Gott dient, und einem, der ihm nicht gedient hat“ (Mal. 3:18). Ohne Frage spielt unser gutes christliches Benehmen eine wichtige Rolle dabei, Menschen mit Gott zu versöhnen.

12—14. Wie kann unsere Standhaftigkeit in Glaubensprüfungen andere beeinflussen? Nenne ein Beispiel.

12 In seinem Brief an die Korinther berichtete Paulus von schweren Zeiten, von Verfolgung, Schlägen und Inhaftierung. (Lies 2. Korinther 6:4, 5.) Machen wir Glaubensprüfungen durch, trägt unsere Standhaftigkeit vielleicht sogar dazu bei, dass Außenstehende die Wahrheit annehmen. Vor einigen Jahren versuchte man in einem Gebiet in Angola, Jehovas Zeugen mundtot zu machen. Zwei getaufte Zeugen und 30 Interessierte, die die Zusammenkünfte besuchten, wurden bei einer Gelegenheit zusammengetrieben. Vor den Augen der versammelten Einheimischen schlug man erbarmungslos auf sie ein, bis sie bluteten. Auch Frauen und Kinder wurden nicht verschont. Man wollte die Leute einschüchtern, damit niemand mehr auf Jehovas Zeugen hörte. Doch das Gegenteil geschah. Viele traten danach an die Zeugen heran und baten um ein Heimbibelstudium. Die Brüder predigten weiter, wurden reich gesegnet und viele nahmen die Wahrheit an.

13 Das zeigt uns, wie stark unsere Standhaftigkeit andere beeinflussen kann. So war es auch bei Petrus und den anderen Aposteln: Sicher wurden durch ihre mutige Haltung viele mit Gott versöhnt (Apg. 5:17-29). Und wie ist das bei uns? Beobachten Mitschüler, Arbeitskollegen oder Angehörige, wie wir für unseren Glauben einstehen, reagieren sie vielleicht ebenfalls empfänglich.

14 Zu jeder Zeit gibt es Brüder, die verfolgt werden. In Armenien etwa sitzen ungefähr 40 Brüder wegen Wehrdienstverweigerung im Gefängnis. Und in den kommenden Monaten werden wahrscheinlich weitere folgen. In Eritrea sind 55 Diener Jehovas in Haft, einige davon sind über 60 Jahre alt. In Südkorea werden unsere Brüder schon seit rund sechs Jahrzehnten wegen Verweigerung des Militärdienstes inhaftiert. Zurzeit sind circa 700 eingesperrt. Vergessen wir nicht, für unsere verfolgten Brüder zu beten! Beten wir darum, dass ihre Standhaftigkeit Jehova ehrt und gerechtigkeitsliebende Menschen veranlasst, sich auf seine Seite zu stellen (Ps. 76:8-10).

15. Beschreibe, wie Ehrlichkeit andere berühren kann.

15 Manch einer fühlt sich auch wegen unserer Ehrlichkeit zur Wahrheit hingezogen. (Lies 2. Korinther 6:4, 7.) Eine Erfahrung: Als eine Schwester Geld in den Fahrscheinautomaten im Bus warf, meinte eine Bekannte, für so eine kurze Strecke brauche sie doch nicht extra einen Fahrschein zu lösen. Die Schwester erklärte jedoch, das sei sogar dann nötig, wenn man nur bis zur nächsten Haltestelle fährt. Nachdem die Bekannte ausgestiegen war, fragte der Busfahrer die Schwester: „Sind Sie eine Zeugin Jehovas?“ „Ja“, erwiderte sie. „Wie kommen Sie darauf?“ „Ich habe gehört, wie Sie sich über das Bezahlen der Fahrkarte unterhalten haben. Es gibt nur ganz wenige, die so handeln würden und in allen  Dingen ehrlich sind — und dazu gehören Jehovas Zeugen.“ Ein paar Monate später kam in einer Zusammenkunft ein Mann auf die Schwester zu und fragte sie: „Kennen Sie mich noch? Ich bin der Busfahrer, der sich mit Ihnen über das Bezahlen von Fahrkarten unterhalten hat. Ihr Verhalten hat mich sehr beeindruckt, darum möchte ich mit Jehovas Zeugen die Bibel studieren.“ Unser guter Ruf in Sachen Ehrlichkeit empfiehlt uns als vertrauenswürdige Diener Gottes.

IN ALLEM DARAUF ACHTEN, JEHOVA ZU EHREN

16. Warum berührt es Menschen, wenn wir langmütig, liebevoll und freundlich sind? Wie verhalten sich im Gegensatz dazu manche Geistliche?

16 Was kann noch dazu beitragen, Menschen Jehova näherzubringen? Vielleicht werden sie neugierig, wer Jehova ist und was er vorhat, wenn sie beobachten, wie langmütig, freundlich und liebevoll seine Zeugen sind. Dadurch heben sich echte Christen deutlich von denen ab, deren Gottergebenheit oft nur aufgesetzt ist. Einige Geistliche haben sich an ihren Schäfchen bereichert und mit deren Spenden teure Autos und Häuser finanziert — in einem Fall sogar eine klimatisierte Hundehütte! Kostenfrei zu geben ist vielen, die vorgeben, Christus nachzufolgen, völlig fremd (Mat. 10:8). Wie die untreuen Priester Israels unterweisen sie andere „bloß um einen Kaufpreis“, also gegen Bezahlung — und was sie lehren, ist noch dazu häufig unbiblisch (Mi. 3:11). Durch diese heuchlerische Frömmelei wird wahrlich niemand mit Gott versöhnt!

17, 18. (a) Wie können wir Jehova durch unser Verhalten ehren? (b) Was motiviert dich, weiter gute Werke zu tun?

17 Dagegen werden durch die unverfälschte christliche Lehre, verbunden mit tätiger Nächstenliebe, Herzen berührt. Ein Pionier klingelte im Haus-zu-Haus-Dienst einmal bei einer älteren Witwe, die etwas kurz angebunden war. Sie erklärte, sie habe gerade in ihrer Küche auf einer Trittleiter gestanden, um eine Glühbirne auszuwechseln. „Das ist aber viel zu gefährlich für Sie“, sagte darauf der Bruder. Er tauschte die Birne für sie aus und setzte seinen Dienst dann fort. Beeindruckt von so viel Hilfsbereitschaft machte später der Sohn der älteren Dame den Bruder ausfindig, um sich zu bedanken — was schließlich zu einem Bibelstudium mit ihm führte.

18 Bestimmt bist auch du entschlossen, weiter mit Eifer gute Werke zu tun. Warum? Wahrscheinlich weil du weißt, wie sehr dein Dienst und dein christliches Benehmen Gott ehrt und dazu beiträgt, andere zu retten. (Lies 1. Korinther 10:31-33.) Ja, aus tiefer Liebe zu Jehova und zu unserem Nächsten wollen wir „eifrig für vortreffliche Werke“ sein — fleißig die gute Botschaft predigen und uns so benehmen, wie es Jehova gefällt (Mat. 22:37-39). Der Lohn? Wir sind heute schon glücklich und zufrieden. Und wir können uns auf den Tag freuen, wenn die ganze Menschheit für die wahre Anbetung eifert — zur Ehre unseres wunderbaren Schöpfers Jehova!