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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm — Studienausgabe  |  März 2013

Trösten und getröstet werden

Trösten und getröstet werden

Wer von uns war nicht schon krank? Vielleicht sogar schwer krank? Schließlich sind wir ja alle unvollkommen. Wie können wir solche schweren Zeiten durchstehen?

Eine unschätzbare Hilfe ist dabei sicher der Trost und Zuspruch durch unsere Familie, Freunde oder Glaubensbrüder.

Die lieben und einfühlsamen Worte eines Freundes sind wie eine wohltuende Salbe, die Schmerzen lindert (Spr. 16:24; 18:24; 25:11). Als Christen denken wir jedoch nicht nur an unser eigenes Leid, wir möchten auch andere, „die in allerlei Drangsal sind“, trösten durch den Trost, „mit dem wir selbst von Gott getröstet werden“ (2. Kor. 1:4; Luk. 6:31). Das bestätigt sich im Fall von Antonio, einem Bezirksaufseher aus Mexiko.

Als Antonio erfuhr, dass er ein bösartiges Lymphom hatte, war er völlig niedergeschmettert. Aber er ließ sich nicht unterkriegen. Was tat er? Er rief sich Königreichslieder in den Sinn, sang sie laut und dachte über den Text nach. Auch laut zu beten und in der Bibel zu lesen tat ihm sehr gut.

Eine besonders große Hilfe waren ihm jedoch seine Glaubensbrüder. Er berichtet, wie es ihm erging: „Wenn meine Frau und ich ganz am Boden waren, baten wir einen Verwandten, der Ältester ist, vorbeizukommen und mit uns zu beten. Das hat uns getröstet und beruhigt. Ja, dadurch, dass unsere Familie und unsere Brüder uns so liebevoll zur Seite standen, haben wir es relativ schnell geschafft, unsere Ängste in den Griff zu bekommen.“ Wie dankbar Antonio doch war, so liebevolle und treu sorgende Freunde zu haben!

Eine andere große Hilfe ist der heilige Geist. Wie Petrus erklärt, ist er eine „freie Gabe“ von Gott (Apg. 2:38). Das zeigte sich zu Pfingsten 33, als viele mit heiligem Geist gesalbt wurden. Doch dieser Geist ist auch ein Geschenk für jeden von uns — eine unerschöpfliche Kraftquelle. Bitten wir Jehova, uns reichlich davon zu geben (Jes. 40:28-31).

MIT ANDEREN MITFÜHLEN

Auch Paulus musste Schweres durchmachen, ja manchmal sogar dem Tod ins Auge sehen (2. Kor. 1:8-10). Doch er fürchtete sich nicht übermäßig davor zu sterben. Er wusste, dass Jehova hinter ihm stand, und das gab ihm Kraft. Paulus schrieb: „Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater inniger Erbarmungen und der Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unserer Drangsal“ (2. Kor. 1:3, 4). Der Apostel ertrank nicht in Selbstmitleid, sondern entwickelte durch das, was er durchmachte, Mitgefühl und konnte so anderen in ihrer Not besser beistehen.

Nachdem sich Antonio von seiner Krankheit erholt hatte, ging er wieder in den Reisedienst. Auch wenn er sich schon immer um seine Brüder gekümmert hatte — nach dieser persönlichen Erfahrung war es ihm und seiner Frau umso wichtiger, Kranke zu besuchen und sie zu stärken. Dazu gehörte auch ein Bruder, der mit einer schlimmen Krankheit zu kämpfen hatte und nicht zu den Zusammenkünften gehen wollte. Antonio erklärt: „Das lag nicht daran, dass er Jehova und seine Brüder nicht liebte. Doch die Krankheit lastete so schwer auf ihm, dass er sich nutzlos vorkam.“

Um ihn zu ermutigen, bat Antonio ihn, bei einem Zusammensein das Gebet zu sprechen. Obwohl der Bruder sich überfordert fühlte, war er einverstanden. Antonio erzählt: „Er sprach so ein schönes Gebet. Und hinterher war er wie verwandelt. Jetzt hatte er wieder das Gefühl, gebraucht zu werden.“

Haben wir nicht alle unser Päckchen zu tragen — der eine mehr, der andere weniger? Wie Paulus zeigt, können wir durch solche Erlebnisse auch andere in schweren Zeiten trösten. Entwickeln wir daher eine Antenne dafür, wenn andere leiden. Dann können wir ihnen wie unser Vater, Jehova, eine Quelle des Trostes sein.